weiss jemand, wo ich mich gut ueber Moeglichkeiten informieren kann, den Austausch eines 10-Klaesslers in die USA zu organisieren. Gibt es gemeinnuetzige Vereiene etc., die so etwas eventuell auf Gegenseitigkeit organisieren? Gesucht ist also nicht unbedingt eine professionelle Organisation, die daran kraeftig verdienen will…
vorweg: ich denke, dass du im Brett „Universität und Schule“ oder „Unterricht und Erziehung“ mehr Antworten auf deine Frage bekommen wirst als hier…
Wie lang soll der Austausch denn sein? Ist er nur für eine einzelne Person gedacht (und muss während der Schulferien stattfinden)? Wenn du „Austausch“ sagst, meinst du dann wirklich einen komplett-Austausch (mit Gegenbesuch) oder nur den Aufenthalt in einer amerikanischen Familie?
Und: Muss es Amerika sein? Für die europäischen englischsprachigen Länder ist es viel einfacher zu organisieren (und dazu billiger, weil die Anreisekosten nicht so hoch sind).
Meines Wissens gibt es als Alternative für eine professionelle Organisation nur eine rein private Organisation, die dann eben auf Basis von persönlichen Kontakten läuft.
Außerdem gibt es inzwischen auch einige Schulen, die eine Partnerschaft mit amerikanischen Schulen haben und alle zwei Jahre einen Austausch mit Gegenbesuch starten.
Hi Anabel,
mein Sohn ist gerade austauschhalber in den USA. Wir haben uns vorher ausgiebig, vorwiegend über Internet, informiert. Die wichtigsten Links sind schon gegeben worden.
Da sind alle Organisationen mit Profil aufgelistet - eine sehr gute Entscheidungshilfe. Man bekommt durch die Lektüre erst ein Gefühl für die Kriterien, die wichtig sein könnten.
Was das Kriterium gemeinnützig - nicht gemeinnützig angeht: Die ältesten und größten Organisationen (mit einer davon ist mein Sohn unterwegs) sind zwar gemeinnützig, aber von den Kosten her keineswegs günstiger als die kommerziellen. Und auf Gegenseitigkeit geht da eigentlich gar nichts, obwohl es teilweise einen kleinen finanziellen Bonus gibt, wenn man selber bereit ist, Gastfamilie zu werden. Es gibt aber beispielsweise Stipendien, die vom Deutschen Bundestag bzw. dessen Abgeordneten vergeben werden (das Programm heißt PPP - Parlamentarisches Patenschafts-Programm). Auch bei einigen Organisationen kann man Stipendien beantragen, die Erteilung hängt dann aber von der finanziellen Lage der Eltern ab.
Freunde von mir waren sehr lange intensiv beim AFS (http://www.afs.de) aktiv und haben da z.B. die Auswahl der Schüler gemacht und waren zuvor auch selbst über den AFS im Austausch gewesen. Ich selbst habe den Austausch (allerdings nur drei Wochen) über meine Schule gemacht, die eine Partnerschaft mit einer amerikanischen Schule eingegangen ist. Dies fand ich eigentlich ideal, weil die Schule voll mit in die Angelegenheit eingebunden war und somit alles perfekt zwischen den beiden Schulen ganz offiziell laufen konnte. Wir waren damals die erste Gruppe und da ging es eben nur für drei Wochen. Zwischenzeitlich ist die Sache aber mal ziemlich intensiv gewesen und eine ganze Menge Schüler haben auch mal ein Jahr getauscht. So auch eine Nachbarin von mir. Allerdings hat die Bereitschaft der amerikanischen Familien deutlich nachgelassen, Kinder für längere Zeit aufzunehmen, weil umgekehrt das Interesse auch nicht so vorhanden war, und so konnte meine Nachbarin dann nur durch unsere Vermittlung bei meinen ehemaligen Gasteltern unterschlüpfen, was natürlich nicht ideal war, da es keine Kinder in ihrem Alter im Haus gab. Allerdings kannte sie die Familie auch schon von einigen Besuchen bei uns und mein ehemaliger Gastvater, der immer eine Tochter haben wollte, hat sie wohl unglaublich verwöhnt (mit ihr den Führerschein gemacht und ihr die Rostlaube meines Austauschschulers aufgemöbelt, etc.).
Viel auf Gegenseitigkeit läuft übrigens auch über die Serviceclubs. Wenn du da einen Kontakt hast, würde ich diesen mal intensivieren. Die Tochter unseres Trauzeugen war auf diesem Wege (über die Rotarier) gerade ein Jahr in Argentinien und war (trotz der live erlebten Wirtschaftskrise, fehlendem Essen, Ausgangsverboten) vollkommen begeistert und wollte keinesfalls abbrechen. Auch bei den Lions und den anderen Clubs gibt es entsprechende Programme, da die sich die Völkerverständigung ja auch als eines der obersten Ziele auf die Fahnen geschrieben haben.
Gruß vom Wiz
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