...Schuh

Bei meiner morgendlichen Sitzung im stillen Kämmerlein erfreue ich mich immer wieder am Duden-Abreißkalender, der seinen Lesern in witziger Form für jeden Tag eine kleine Lektion in Rechtschreibung, Grammatik oder Etymologie erteilt.

Leider habe ich noch nichts darüber gelesen, was es mit der Redensart: „Da wird ein Schuh daraus“ oder „den Schuh zieh ich mir nicht an“ auf sich hat. Weiß jemand Rat?

P.S.: Um falschen Schlüssen vorzubeugen - die abgerissenen Blätter sind zu klein und zu glatt :smiley:

Gruß Theo aus WT

„Da wird ein Schuh daraus“ oder „den Schuh zieh ich
mir nicht an“

Lieber Herr Fröhlich,

die zweite Redewendung erklärt sich von selbst: Wem der Schuh passt, der zieht ihn sich an. Wem nicht, der nicht. So ähnlich wie: Getroffene Hunde bellen. Wem es etwas angeht, der reagiert entsprechend.

Die zweite wird meist in der Form: Umgekehrt wird ein Schuh daraus! gebraucht. Das meint: Man muss eine Sache genau umgekehrt betrachten, dann ergibt sie einen Sinn.

Die Redewendung rührt daher, dass bei manchem Schuhwerk, bei dem die Naht nicht sichtbar sein sollte, das Leder zuerst auf der späteren Innenseite zusammengenäht wurde - und vielleicht noch heute wird. Das Produkt sah in diesem Stadium oft noch keinen Schuh ähnlich. Wenn man es aber wendete und dann im umgekehrten Zustand sah, wurde ein Schuh daraus.

Es gibt erstaunlich viele Redewendungen aus der Schuhmacherei im Deutschen.
Schuster, bleib´ bei deinem Leisten.
Alle/alles über einen Leisten schlagen.
Wo drückt dich der Schuh?
Jemandem die Schuld in die Schuhe schieben.

Das soll übrigens daher kommen, dass in den früheren Übernachtungsstuben in den Herbergen, in denen oft mehr als ein Dutzend Gäste nächtigten, ein Dieb, der die Entdeckung fürchtete, seinem Nachbarn das Diebesgut in die Schuhe steckte, um den Verdacht auf ihn zu lenken.

Alles im Redewendungen-Duden nachzulesen.

Beste Grüße Fritz Ruppricht

BONUS

Leider habe ich noch nichts darüber gelesen, was es mit der
Redensart: „Da wird ein Schuh daraus“ oder „den Schuh zieh ich
mir nicht an“ auf sich hat. Weiß jemand Rat?

Schliesse mich dem Fritz an, möchte aber auf auch meinen früheren Beitrag hinweisen, in dem Du noch zwei literarische Belege findest:

http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

HOFee

Vielen Dank…
…lieber Fritz in meiner Heimatstadt :smile:

und lieber HOFee - bevor ich deine Visitenkarte gelesen hatte, hielt ich dich immer für ein weibliches Wesen (liegt bei einer Fee doch nahe, oder?). Leider habe ich das Brett „Deutsche Sprache“ erst jüngst entdeckt. Das ist in der Tat interessant, dass Schuhe und Sprache einiges miteinander zu tun haben - Hans Sachs lässt grüßen - und ich auch :smile: - der

Theo aus WT