Schulbeginn 'Kann-Kind'

Hallo,

unser Sohn wird im September 6 und ist damit ein Kann-Kind was die Schule betrifft. Die Erzieherinnen und auch unsere Kinderärztin sind der Meinung, daß er absolut „schulreif“ ist, im Kindergarten ists ihm wohl teilweise schon langweilig.

Bei der Schuluntersuchung vom Gesundheitsamt meinte die Ärztin, daß unser Sohn einen ziemlichen Bewegungsdrang habe und ob wir ihn wirklich einschulen wollen, sie hätte Bedenken, was die Erzieherinnen vom Kindergarten gar nicht nachvollziehen konnten.

Gestern war Einschulung, wir haben ihn unter Vorbehalt eingeschult, die Schule bot an eine 2-stündige Prüfung der Schultauglichkeit machen zu lassen (sie findet im Mai statt). Klar das warten wir ab, aber jetzt sind wir etwas unsicher was wir tun sollen. Einerseits will unser Sohn gerne in die Schule, wir glauben auch das 1 Jahr Kindergarten ihn eher frustrieren würde, aber wir haben auch Bedenken, ob er das packt. Da ich nicht berufstätig bin, hab ich viel Zeit für ihn, er ist nachmittags viel draußen zum rumtoben und sich verausgaben, seine sozialen Kontakte sind gut, er ist offen für neues.

Wer hat Erfahrung mit Kann-Kindern (ich weiß jedes Kind ist anders), die Möglichkeit ihn jederzeit von der 1. bis zur 4. Klasse nochmal zurückzustellen ist gegeben.

Freue mich auf Eure Antworten.

Liebe Grüße

Sabine

Hallo,

ich kann dich nur bestärken. Wir haben bei unserem Sohn dasselbe Problem gehabt und uns auch so entschieden. Mittlerweise ist er beim Lesewettbewerb der 1. Klasse unter den ersten drei Plätzen zu finden und hat am Montag die Chance, „Lesekönig“ seiner Stufe zu werden. Er hat Spaß am Lesen, wir spielen Trivial Persuit mit ihm, er erarbeitet sich Texte selbst und hat guten Kontakt in der Schule. Anfangs wurde uns von mehreren „Fachleuten“ abgeraten (anderen war ganz klar, dass der Kerl zur Schule muss), und auch wir hatten Bedenken, die sich auch im Laufe des Schuljahres einmal wieder manifestierten, dann aber wieder abnahmen. Heute sind wir froh, dass wir richtig entschieden haben. Und wenn man die von dir genannten Optionen in der Hinterhand hat, ist man ja sowieso auf der sicheren Seite.

Herzliche Grüße

Thomas Miller

Hallo,

Ich habe meinen Sohn (der 4 Tage nach dem Stichtag geboren ist )mit vollster Überzeugung im darauffolgenden Jahr einschulen lassen. Folge :er ist ein ruhiger guter Schüler und hat sehr oft gesagt (er studiert jetzt ),dass er diese Entscheidung sehr gut findet und dieses Jahr genossen hat.
Mein Beweggrund war der ,dass ich mir gesagt habe…nach der Kinderzeit haben sie nie wieder frei. DIe Mühle geht einfach da los und endet erst wieder bei Beginn der Rente.
Schule ,Ausbildung,Berufstätigkeit…also lass ich ihm dieses eine Jahr.Warum so eilig?

Gruss
Kosmokatze

Hallo Kosmokatze,
wir habens ja nicht eilig, die Erzieherinnen haben uns nur geraten ihn in die Schule zu tun, er läuft im KIGA schon im Vorschulprogramm mit und das klappt super. Ich weiß, daß in der Schule ein anderer Wind weht, wir können uns ja noch bis zu den Sommerferien entscheiden und den Schultest werden wir eh abwarten.
Das mit der Rente finde ich super, das sagt mein Mann auch immer… er muß aber noch 20 Jahre…
Liebe Grüße
Sabine

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Hallo Thomas,

wahrscheinlich gibts 1000 Leute die der einen und 1000 die der anderen Meinung sind. Entscheiden müssens eh wir selbst, weil wir unser Kind am besten kennen, aber die Meinungen anderer tut gut. Den Schultest werden wir eh abwarten, dann entscheiden wir uns (bis zu den Sommerferien haben wir noch Zeit).
Aber es freut mich, daß es die meisten Kinder wohl doch schaffen, wenn sie auch an der Grenze sind. Er selber will ja auch gerne, ohne daß wir ihn drängeln.
Viel Glück Eurem Sohn beim Lesewettbewerb.

Liebe Grüße

Sabine

Hallo
Naja das mit der Muehle siehst du als Erwachsene so. Wenn die Mutter aber sagt dass ein weiteres Jahr Kindergarten den Jungen frustrieren wuerde wuerde ich ihn einschulen. Die Mutter hat ja auch genug Zeit fuer ihren Sohn und er tobt ja auch genug und hat viele Freunde. Ich denke dass hier eine fruehe Einschulung durchaus sinnvoll waere.
Meiner Meinung nach hat das fruehe Einschulen auch keinen negativen Effekt auf die akademischen Leistungen. Ich kenne 3 Leute die frueh eingeschult wurden, alle 3 studieren jetzt und 2 waren ihr Leben lang auf dem Gymnasium Klassenbeste.
Tschuessi

Prinzipiell dagegen!
Hi!

Eigentlich bin ich prinzipiell dagegen, ein Kind, was noch den KiGa besuchen kann in die Schule zu packen!

ABER: Wenn von Eurem Kind der Wunsch kommt, dass er in die Schule möchte, dann würde ich mir echt nicht die wahnsinnigen Gedanken machen, warum nicht!
Die Erzieherinnen halten ihn für schulreif - warte doch mal den „Einschulungsparcour“ (oder wie das bei Euch heißt) ab! Wenn auch die Schule sagt, er könne kommen, dann lasst ihn!

Was habt Ihr groß zu verlieren? Außer vielleicht evtl. ein Wiederholungsjahr, dass aber ansonsten eh mit der KiGa-Zeit „verrechnet“ würde…

Liebe Grüße
Guido, dessen Sohn im September in die Schule kommt, worauf er überhaupt keine Lust hat (er mag halt den Kindergarten)

Hallo,

hallo hobi,
ich kann nur aus meiner erfahrung berichten: mein sohn, kann-kind, hochbegabt. es stellte sich damals die frage, ob er mit 5 schon eingeschult werden soll. die erzieherinnen im kiga befürworteten dies, weil er eben so begabt ist (besonders sprachen). ich habe mich dennoch dagegen entschieden. nicht, weil er im kiga unterfordert schien, sondern weil ich ihm noch ein weiteres jahr ohne druck und mit viel spielen gönnen wollte. das hat ihm gutgetan. er ist letzten sommer, mit 6, fast 7, eingeschult worden. meine entscheidung hat sich als richtig erwiesen. er wurde durch ein weiters jahr im kiga gefestigt und das hat er auch gebraucht. sein selbstbewußtsein platzt bald aus allen nähten und er ist sehr glücklich. in der klasse meines sohnes war (!) auch kein kann-kind, auch sehr begabt, aber eben emotional und sozial noch nicht reif für die schule (obwohl alle kognitiven vorausgesetzt waren). das ende vom lied war, daß die kleine in die vorschulklasse zurückgestuft werden mußte. sie ist jetzt dermaßen entmutigt, durch die rückversetzung, daß es der lehrerin nur schwer gelingt, zugang zu ihr zu finden.
die entscheidung, wann man das eigene kind einschult, ist sicher schwer. man sollte das kind als „ganze persönlichkeit“ sehen und nicht nur die talente.
soweit meine erfahrungen
grüße
claudia

Hallo, Sabine

mein Sohn ist am 20.8.04 eingeschult worden und erst am 29.August wurde er 6.
Ich habe mir fast ein Jahr lang den Kopf über die richtige Entscheidung zerbrochen, da sowohl Kindergarten als auch Schulärztin (sowie mein Mann :wink:)ihm noch ‚Kindheit‘ gönnen wollten und er von Statur auch eher kleiner ist. Ich muss dazu sagen, dass er seit seinem 1. Geburtstag täglich 7 Stunden in einem privaten (und sehr liebevollen) Kinder-garten war, ich seit der Einschulung zu Hause bin und wir eine sehr lesehungrige, wissensdurstige und spielbegeisterte Familie sind. Zu den Halbjahres-besprechungen bekamen wir von der sehr engagierten und liebevollen Lehrerin die Rückmeldung, dass unser Sohn lerntechnisch im oberen Drittel liegt und mit seiner Sozialkompetenz in der Klasse vielen weit voraus ist.
Die Kinder wollen lernen, tun sie sowieso ständig, und solange unser vorschulisches System dem so wenig Rechnung trägt, laufen sie Gefahr, zu lange’ungefüttert’ zu bleiben.
Modulo der Tatsache, dass jedes Kind anders ist, glaube ich, dass deine Entscheidung richtig ist, und wenn du erst erlebst, wie jedes Wort auf Milchtüten etc. gelesen und mit den ersten Buchstabenkenntnissen Briefe verfasst werden, wirst du Gewissheit haben!

Bei allem Getexte, ich weiss…

Liebe Grüße

sus

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Hallo Sabine,

Wer hat Erfahrung mit Kann-Kindern (ich weiß jedes Kind ist
anders), die Möglichkeit ihn jederzeit von der 1. bis zur 4.
Klasse nochmal zurückzustellen ist gegeben.

Ich!!!

Ich selber bin so ein Kann-Kind gewesen und kann Dir aus eigener Erfahrung sagen, daß es (vorausgesetzt natürlich die Schultauglichkeit ist grundsätzlich festgestellt) überhaupt nicht schadet, eher eingeschult zu werden. Da fehlt einem kein Jahr Kindheit, sowas ist völliger Quark.

Du mußt auch bedenken, daß es einem aufgeweckten Kind im Kindergarten schnell langweilig werden kann, wenn erst mal die gleichaltrigen Spielgefährten weg sind und man sich nur noch an den jüngeren Kindern messen kann.

Gruß Maid :smile:

Hallo,

Du hast zwar schon jede Menge Antworten, ich gebe aber trotzdem meinen Senf dazu :smile:
Denn ich wurde selbst früh eingeschult und habe Zeit meines Lebens immer zu den „jüngsten“ gehört. Hat mir aber überhaupt nicht geschadet :smile:

Ich glaube, das Wichtigste ist, wie Dein Kind sich fühlt.
Du schreibst, ein weiteres Jahr Kindergarten würde ihn frustrieren, und er möchte gerne in die Schule. Ich denke, es spricht fast nichts dagegen, diesem Wunsch nachzugehen. Denn sollte er doch noch Schwierigkeiten bekommen (was ich nach Deinem Posting nicht glaube) - so bist Du ja, wie Du schreibst, immer für ihn da. Außerdem beschreibst Du Dein Kind als offen und kontaktfreudig - das weist nicht auf Probleme hin, sondern scheinen ja gute Voraussetzungen zu sein.

Hier in Deutschland werden intelligente Kinder so oft zurückgedrängt und unterdrückt, dass sie zu richtigen Schulversagern werden - lass vor allem das nicht mit Deinem Sohn machen.

Grüße,

Mirjam

Hallo Guido,

ja das hast Du recht, wir hoffen aber wenn der Einschulungstest positiv verläuft, daß er es gut packt und kein Wiederholungsjahr einlegen muß.
Für Deinen Sohn alles Gute, vielleicht findet er Schule dann ja doch gut.

Liebe Grüße
Sabine

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Hallo Maid,

langweilig ist es meinem Sohn teilweise wohl schon, gerade heute haben wir wieder von seiner Erzieherin erfahren, daß er aus ihrer Sicht wirklich schulreif ist. Er wäre dann auch mit Abstand der älteste in seiner Gruppe, das fände er natürlich auch nicht so super.
Wir warten den Schultest ab…

Liebe Grüße
Sabine

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Danke für Eure Antworten
Hallo,

vielen Dank nochmal an alle. Die Entscheidung werden wir erst nach der Schuluntersuchung fällen, ob wir es dann richtig machen wird sich sowieso erst später zeigen.

Positiv fanden aber alle (Erzieherinnen, Schulärztin vom KIGA, Kinderärztin) daß ich zuhause bin und Zeit mit ihm verbringen kann. So hat es doch was gutes, daß ich Ende letzten Jahres meinen Job hingschmissen habe.

Liebe Grüße ich kann ja in einem 1/2 Jahr nochmal posten wie es verlaufen ist.

Sabine

Hallo Sabine,

nach vielen Antworten möchte ich trotzdem (selber Kann-Kind und Mutter eines solchen) doch noch etwas dazu schreiben.

vielen Dank nochmal an alle. Die Entscheidung werden wir erst
nach der Schuluntersuchung fällen, ob wir es dann richtig
machen wird sich sowieso erst später zeigen.

Das ist sicher sinnvoll. Dem Kommentar der Ärztin würde ich sowieso mit Vorsicht begegnen. Eine kleine Begebenheit aus meinem Bekanntenkreis mag diesen Vorbehalt untermauern:

Mädchen, im Oktober 6, wird zur Einschulung angemeldet. Schultest: positiv (in Bayern läuft (oder lief zumindestens damals) das so rum. Schuleignungsuntersuchung: positiv.
Anruf der Schulärztin am nächsten Tag bei den Eltern: Sie habe sich in ihrer Einschätzung geirrt, angesichts der Tatsache, dass das Kind doch so spät im Jahr geboren sei, könne man doch noch nicht von Schulreife ausgehen.

Ich frage mich hier, wozu eine schulärztliche Untersuchung gut sein soll, wenn ein positives Ergebnis derselben dann doch vom Alter außer Kraft gesetzt werden soll. Das war doch ganz einfach ein Vorurteil.

Das Mädchen langweilte sich übrigens nicht nur im letzten Kindergartenjahr, sondern auch in der Grundschule.

Positiv fanden aber alle (Erzieherinnen, Schulärztin vom KIGA,
Kinderärztin) daß ich zuhause bin und Zeit mit ihm verbringen
kann. So hat es doch was gutes, daß ich Ende letzten Jahres
meinen Job hingschmissen habe.

Dazu möchte ich noch die Mutter einer Schulfreundin meiner Tochter zitieren: „Als Eltern, die zu Hause sind, hat man richtig Mühe, den Kindern so ein ansprechendes Nachmittagsprogramm zu bieten, wie es die Hortkinder haben.“ Ist aber München (Großstadt) wo Kinder halt leider verkehrsbedingt auch nicht so leicht ohne Aufsicht stromern können.

Liebe Grüße ich kann ja in einem 1/2 Jahr nochmal posten wie
es verlaufen ist.

Ui ja, mach das, das interessiert sicher nicht nur mich.

Liebe Grüße, Karin

Noch eine Geschichte dazu
Hallo Karin,

danke für Deine Antwort.
Gestern haben wir uns mit einem befreundeten Ehepaar getroffen, dessen Sohn 14 Tage älter ist als unserer. Ich mag Kindervergleich nicht, aber wir haben uns klar über die Schulfähigkeit unserer Kinder unterhalten. Der Sohn von denen ist motorisch deutlich weiter zurück wie unser Sohn (haben auch die Eltern von ihm bestätigt). Er hatte die gleiche Ärztin beim Schultest (da mußten die Kinder einen schwierigen Satz sagen, den unserer problemlos schaffte, deren Kind wohl vor lauter Aufregung nix rausbrachte). Trotzdem war es kein Thema bei ihnen, daß ihr Sohn nicht schulreif wäre.
Jetzt vermuten wir und auch das befreundete Paar, daß ganz viel von dem Urteil abhängt, in welche Schule die Kinder eingeschult werden sollen.
Die Schule der Bekannten ist eine kleine Schule mit 17 Erstklässlern, die sind also froh wenn sie überhaupt eine Klasse zusammenbekommen, die Schule unseres Sohnes platzt aus allen Nähten, daher möchte man natürlich nur die Kinder aufnehmen, die auch aufgenommen werden müssen.
Trotzdem hat uns das Urteil in Erstaunen versetzt, die befeundeten Eltern konnten es auch überhaupt nicht verstehen, warum das mit unserem Sohn ein Problem sein sollte…

Na ja

viele liebe Grüße

Sabine