Schulbücher

Liebe Historiker,

als ich neulich einer Referendarin etwas bei der Unterrichtsvorbereitung geholfen habe, bin ich erstmals seit der Schulzeit mit Geschichtsschulbüchern in Kontakt gekommen. Um es kurz zu machen: Ich war entsetzt über die Fehler oder missverständlichen Darstellungen, die nur selten den Stand der Forschung wiedergaben (Deutsche Geschichte in der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts).

Ist das Problem bekannt? Wird es diskutiert? Wenn ja, wo?

Viele Grüße von einem, der das Problem gerne aus der Welt schaffen würde!

Andreas

Hallo Andreas,

was ist denn deiner Meinung nach so falsch, dass du entsetzt bist?
So allgemein wie du das formulierst, kann gar keiner was dazu sagen.

Gruß ivo

Ich denke, wir wissen alle, worum´s geht !

HM

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Hallo Andreas,

ob man aus Gründen der politischen Opportunität den eigenen Landeskindern anstelle der mutmaßlichen Wahrheit die feindliche Kriegspropaganda eintrichtern soll, ist durchaus immer wieder Gegenstand der öffentlichen Diskussion - in Japan.

In der BRD wollen sich mit Deiner Frage nur Rechtsradikale befassen.

Mit herzlichem Gruß,

Wolfgang Berger

Hai, Andreas,

Ist das Problem bekannt? Wird es diskutiert? Wenn ja, wo?

Ja. Ja. In den Bildungsministerien - angestrebte Lösung: Abschaffung der Lehrmittelfreiheit, Eltern kaufen jedes Jahr die Bücher für ihre Kinder selbst.

Viele Grüße von einem, der das Problem gerne aus der Welt
schaffen würde!

Musst Du Kohle haben…

Das Problem betrifft übrigens nicht nur Geschichtsbücher und nicht nur die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts…

Gruß
Sibylle

Hallo Wolfgang, ich denke nicht dass es hier nur um die Frage geht, wessen Wahrheit man den Kindern beibringen sollte.
Ich persönlich habe die erfahrung gemacht dass mein erstes Geschichtsbuch Im Jahr 1987 aus dem Jahr 1969 war, und erst zwei Jahre später in der 9. Klasse bekam ich ein fast aktuelles von 1982.
Letzes Jahr sah ich bei dem Sohn einer Bekannten dessen Geschictsbücher (sollte ihm was von der Steinzeit erzählen als Nebenfach-Ur-undFrühgeschichtlerin) und siehe da er hatte noch genau dasselbe Schulbuch (zwar neuere Auflage-so um 1985-, aber das von 1969 mein ich, mit demselben Inhalt!!!), wie ich damals. Darin war von Menschenfressenden Neanderthalern die Rede, das einzig sinnvolle noch das KApitel zur neolithischen Revolution. Die Fragen dazuhab ich nach 8Semestern FAchstudium noch nicht verstanden, denn sie sind ziemlich blöd gestellt. Allenfalls wenn ich mir dazu gedacht habe, was der Jung daraus lernen soll (also nicht denken wie ein 13Jähriger, sondern wie ein Lehrer), konnte ich sie beantworten; und natürlich nachdem ich mir deren Ansichten zu der Zeit nochmal reinzog, denn von menschenfressenden Neanderthalern hab ich in meinem Studium noch nichts gehört, aber davon, dass Besitz und die Angst ihn zu verlieren Krieg auslösen kann. Die ersten von Menschenhand eingeschlagenen Schädel gibts nämlich erst im so fortschrittlichen Ackerbauenden Neolithikum.
Na ja, einkurzer Blick in die Kapitel zu den Griechen und Römern hat mich auch noch nicht überzeugt. Ich gab dem Jung nur den Tip-Lern was Dein Lehrer von dir will, denn nur das bringt gute Noten. Wenn Dich was mehr interessiert, dann schau lieber woanders nach. Und wenn Dich das Thema gar nicht mehr interessiert, frag noch mal bei mir nach, ich kenn da ein paar Schöne Stories, die das ganze vielleicht im andern Licht zeigen und wieder etwas mehr Spannung reinbringen.
Susanne

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Hi,

das Problem ist halt, dass es keine objektive "Geschichte " gibt.

Sobald man sich von den wenigen „harten Fakten“, die sich mit Dokumenten o.ä. zweifelsfrei und ohne jeglichen Interpretationsspielraum belegen lässt, weggeht, gibt es nur verschiedene, von der jeweiligen Interessenlage der Person oder Gruppe beeinflusste subjektive Darstellungen.

Und genau dass ist die Geschichte in der Schule: geprägt von dem, was im Moment im Interesse der Machthaber liegt, was als „politisch richtig“ gilt. Auch solche Schulbücher kein Ausreißer, sondern die logische Folge dessen.

Andreas

Habt Dank
Ich danke für Eure Beiträge. Mir ging es allerdiungs nicht um ideologische Fragen, sondern eben um Fakten. Da ich die Bücher nicht besitze, kann ich keine Beispiele mehr geben.

Vielleicht trete ich doch ans Kultusministerium heran. Ich frage mich nur, warum man für alle Lehrer das wissenschaftliche Studium eingeführt hat (früher gab es ja „nur“ Pädagogische Hochschulen, davor sogar den Ausbildungsberuf Lehrer), wenn es anscheinend niemand beklagt (oder bemerkt?), auf welchem Niveau die Kinder unterrichtet werden.

Andreas

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Hey Andreas,
ich bin selber noch auf der Schule, auf einem Gymnasium in Baden-Württemberg und dieses Problem ist bekannt - nur wird es leider ignoriert, beziehungsweise toleriert. Manche LehrerInnen gehen drauf ein, bei anderen ist eine Diskussion über dieses Thema nicht möglich. Auf Anfragen beim Oberschulamt wird nicht reagiert, beziehungsweise es kommt der Hinweis zurück, bei der nächsten Auflage würden die Fehler verbessert werden.
Aber es ist schön, dass auch anderen dass endlich mal auffällt!
Gruß Katja

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