Zum Einen beträfe das nur Dienstleistungen, die von pflegebedürftigen Personen nachgefragt werden. Dieses Segment ist zu klein, um zu einer Steigerung der Inflation auf breiter Front zu führen. Zum Anderen ist das ein hochregulierter Markt, bei dem eine ansatzweise freie Preisgestaltung nur im Bereich der Selbstzahler möglich ist. Dieses Segment ist noch kleiner, so dass Preissteigerungen erst recht nicht zu einer messbar höheren Inflation führen.
Man darf auch nicht ignorieren, dass höhere Preise auch bezahlt werden müssen, während das Rentenniveau immer weiter sinkt. Das wird dazu führen, dass es eine rudimentäre Basisversorgung für die gesetzlich Pflegeversicherten geben wird (was der mit Abstand größte Teil sein wird), bei dem der Staat die abzurechnenden Preise auf den Cent vorgeben wird und ein Luxussegment, bei dem die Kunden Leistungen über das Normalmaß hinaus bezahlen können.
Aha. Nun, andere sehen das anders und dazu gehöre ich auch. China tauschte im Kontext des Handelsstreits mit den USA einen Teil seiner US-Staatsanleihen ab Ende 2018 in Gold, was dazu führte, dass der Goldpreis innerhalb eines Dreivierteljahres von 1200 Dollar auf 1500 Dollar anstieg.
Anfang 2020 stürzte der Goldpreis erst einmal ab, weil die Marktteilnehmer Liquidität brauchten. Von März bis August 2020 stieg der Goldpreis von 1470 auf 2060 Dollar (Rekordwert). Seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine stieg der Goldpreis von ungefähr 1800 bis Anfang 2025 auf 2600 Dollar und seit Trump die ganze Welt in den Wahnsinn treibt bis heute auf 4400 Dollar. Du kannst das natürlich auf andere Ursachen zurückführen, aber diejenigen, die fachkundig darüber schreiben nennen dafür exakt die Ursachen, die ich auch anführte.
Für mich ist naheliegender, dass Investoren und Zentralbanken ihre Dollarbestände und Staatsanleihen aus Angst vor Inflation in Gold umschichten.
Die Zentralbanken schichten ihr Vermögen teilweise in Gold um. Soweit richtig. Es ist aber nicht die Sorge vor Inflation, die die Zentralbanken umtreibt (weil die damit auch nichts am Hut haben. Zentralbanken müssen weder Brot noch Eier kaufen und ihr Vermögen besteht auch nicht aus Bankguthaben), sondern es geht dabei um
- Flucht aus dem Dollar (US-Staatsverschuldung, Sorge vor dem Einfrieren von US-Guthaben durch die US-Regierung)
- Flucht aus den US-Staatsanleihen (US-Staatsverschuldung)
- Sorge vor dem Einfrieren in den USA gehaltenem Vermögen durch die US-Regierung (siehe Russland)
- Versuch der Kompensation von Buchverlusten bei Staatsanleihen aufgrund der durch die gestiegenen Zinsen gefallenen Kurse
Dass es hier primär um eine Flucht aus dem Dollar geht, zeigt auch die Wechselkursentwicklung des USD gegenüber anderen „großen“ Währungen im Jahr 2025:
Euro: -12%
Pfund: -7%
Yuan: -4% (staatlich gebremst).
Ich kann nur noch einmal davor warnen, erst eine Theorie zu entwickeln und dann alle Information so zu interpretieren, dass das Ergebnis zur Theorie passt und zudem die Fakten zu ignorieren, die gegen die Theorie sprechen.