Schulneubau/ insbesondere inneneinrichtung

die schule, an der ich arbeite (privatschule in elternträgerschaft, klassen 5-13, ca. 120 schüler, nrw) zieht in 2 jahren in ein neues gebäude.
in ca. 2 wochen starten wir mit der diskussion um gestaltung der schule.
ich suche nach ideen (von euch, netzadressen etc.) bezüglich „fortschrittlicher“ klassengestaltung, einbezug der flure als lernlandschaften, beleuchtung, bodenbeläge, schalldämmung und und und.

Hallo,

besorge dir die DVD „Treibhäuser der Zukunft“ von Reinhard Kahl, Info unter http://www.archiv-der-zukunft.de/

ein Beispiel wäre die Laborschule Bielefeld,

Literatur von Hartmut von Hentig

Viel Spaß
MK

Hallo,
für Schallschutz, Beleuchtung usw. kann man bei nibis.de/arbeitsschutz eine ganze Mengen finden.

Hier ein paar Beispiele für nicht genug nachgedacht als Anregung zum Besser machen:

Ich habe gerade nach einer gründlichen Sanierung Klassenräume vorgefunden, in denen man nun die Lichtleisten nicht mehr einzeln schalten kann (nur noch ganz oder gar nicht), wobei auch noch eine „intelligente“ Stromsparschaltung das Licht nach Gutdünken des Zentralcomputers rauf und runter regelt (manchmal so eine Art slowmotion-Diskoeffekt).

Außerdem sind alle Wände mit farbabweisendem Strukturputz beschichtet (da kann man evtl. Schmierereien leichter entfernen, aber es haftet auch kein Tesafilm mehr, Nägel müssen beantragt werden, Schrauben nur durch den Hausmeister), mit dem Nebeneffekt, dass alle Wände nun so Strukturiert sind, dass detailierte Projektionen darauf zerkriseln und alles einen Weichzeichnereffekt bekommt.

Die extra großen Fenster lassen nun so viel Sonnen-Wärme in die supergedämmten Räume, dass man an sonnigen Wintertagen noch ins Schwitzen kommt, im Hochsommer unterrichten wir dann wohl in Badehose und geben Spriztpistolen aus.
Die Außen-Beschattung wird beim leisesten Windhauch vom Computer hochgefahren, damit sie keinen Schaden nimmt. Da wir aber so tolle Jalousien haben gibt es innen keine Vorhänge mehr - was auch den Nachhall fördert und man dann hilflos in der Sonne brutzelt.

Die neuen Superenergiesparfenster sind so tief runtergezogen - für viel Licht rein lassen - dass sie wegen Absturzgefahr in den oberen Stockwerken nicht mehr ganz geöffnet werden dürfen, nur noch gekippt. Bei oben genannter Aufheizung der Räume und in Hinblick auf empfohlenes Stoßlüften totaler Schwachsinn. (Man kann aber als Lehrer einen Schlüssel für die Fenster bekommen wenn man unterschreibt, dass man persönlich für mögliche Folgen haftet!)

Der auf Wunsch des Kollegiums endlich geschaffene Kopierraum mit Platz für Ablageflächen, Schneidtisch usw. weckte die Begehrlichkeiten eines Architekten, der so viel freien Raum wohl nicht ertrug und mitten rein einen Server-Schrank stellte der allseitig frei zugänglich bleiben muss (also nix Tische zum Lochen, Ablegen, Sortieren usw.) und zusätzlich zum Kopierer eine enorme Wärmelast abgibt - wobei der Raum überhaupt kein zu öffnendes Fenster hat.

Der zentrale Lichtschacht des Gebäudes wurde in einem sehr schönen Rot verkleidet (wirklich schön), leider hat man bei etwas tiefer stehender Sonne dadurch immer Rotlichtmilieu.

Der erste Hilferaum erhielt einen Zugang vom Vorraum der Jungentoilette. Dadurch ist er sehr gut zugänglich auch für Rettungsfahrzeuge, allerdings riecht es nun immer leicht nach Urin und Kloreiniger.

Jeder Klassenraum hat auch einen PC auf dem Lehrerpult bekommen, so dass die ersten beiden Schüler/innen seitlich des Lehrerplatzes hinter dem Monitor nicht mehr sehen kann, wenn man am Pult sitzt und diese Schüler/innen auch bei niedriger Tafel Teile davon nicht sehen können.

Auf Empfehlung eines Schulmöbelherstellers wurden deckenhohe Schränke mit 60 cm Tiefe angeschafft, denn Stauraum kann man nie genug haben, in denen nun viele Kubikmeter Luft aufbewahrt werden, da auf vielen Borten nur eine Reihe Bücher steht und man in den oberen Fächern ohne Leiter oft gar nicht erkennen kann was drin ist.

Gruß
Werner

Hallo,

die schule, an der ich arbeite (privatschule in
elternträgerschaft, klassen 5-13, ca. 120 schüler, nrw) zieht
in 2 jahren in ein neues gebäude.

Das habe ich auch schon hinter mir - einmal ein Gebäude bezogen, einmal eins gebaut. Beide Male waren wir auf das Ergebnis recht stolz. Ich komme jetzt nicht mit konkreten Ideen, sondern eher ein paar Denkanstößen:

ich suche nach ideen (von euch, netzadressen etc.) bezüglich
„fortschrittlicher“ klassengestaltung, einbezug der flure als
lernlandschaften, beleuchtung, bodenbeläge, schalldämmung und
und und.

  • Ich denke, Klassenraumgestaltung ist Sache der Lehrkraft und der Klasse. Also gebt ihnen nichts vor, sondern plant so, dass sich das Ganze leicht adaptieren lässt. Der Vorposter hat ja schon geschrieben, was man alles verkehrt machen kann, wenn wohlmeinende Experten Detailplanung machen.

  • Alles sollte leicht zu reinigen sein (also keine Teppichböden) und - im Fall des Falles - auch leicht zu streichen. Also kein Strukturputz oder Spezialtapete - eine weiß gestrichene Wand lässt sich von einer Schüler- oder Lehrerinitiative problemlos in „wie neu“ verwandeln.

  • Kümmert Euch um Brandschutzvorschriften. Es hilft nichts, dass die Flure als Lernlandschaften definiert sind, wenn das nachher von der Feuerwehr verboten wird.

  • Bodenbeläge: Lasst Euch den Pflegeaufwand erklären und ggfs. schriftlich garantieren. Wir hatten den Fall, dass wir wunderbares, geöltes Parkett eingebaut haben. Und dann erfahren, dass bei der gegebenen Beanspruchung alle zwei Monate eine Vollpflege inklusive teurer Poliermaschinen etc. nötig gewesen wäre um nicht die Garantie zu verlieren.

  • Abstellfläche: Wenn Ihr plant, eine Putzfirma / Putzkolonne zu beschäftigen, stellt sicher, dass die auch Platz für ihre Gerätschaften haben.

  • und, und, und … von den technischen Problemen, die der Vorposter erwähnt, ganz abgesehen.

Cheers, Felix

Hallo Kopierraum = Tonerstaubbelastung und Serverschrank lassen noch viel Spass vermuten, irgendwann wenn der Server ausfällt. Dann lässt sich hoffentlich der Architekt in Regress nehmen für so eine Schwachsinnsidee. Vermutlich allerdings wohl nicht.

Ansonsten hab ich mal so eine Beitrag gesehen über elektronischen Tafelersatz, der direkt vom Touchscreen des Lehrerpultes bedint werden kann, über Sinn und unsinn kann ich aber nichts sagen.

dagegen hab ich von dänischen Schulmöbeln (sohalbstehstühle) gehört die angeblich Superergonimisch sein sollen, von Stiftung Warentest aber abgewertet worden sein sollen, da sie umkippgefährdet sind und zu Wirbelsäulenverkrümmungen führen. Ich kenn die Anthropologin die diese getestet hat und zusehen musste wie in der Schule ihres Sohnes genau diese Stühle trotz Protest und Elternbewegung eingeführt wurden. Leider war es auch da nicht möglich die Schulverwaltung für die entstehenden Verletzungen bei den umfallenden und zusammensackenden Kindern in Regress zu nehmen.

Gruß Susanne

Hallo

Kopierraum = Tonerstaubbelastung und Serverschrank
lassen noch viel Spass vermuten, irgendwann wenn der Server
ausfällt. Dann lässt sich hoffentlich der Architekt in Regress
nehmen für so eine Schwachsinnsidee. Vermutlich allerdings
wohl nicht.

Wir haben nen extra Kopierraum…in dem halt der Kopierer steht, zusammen mit einem Regal mit den ganzen verschiedenen Papier- und Kartonfarben.
Ausserdem haben wir im Lehrerzimmer noch zwei Kopierer, und einen in der Rezeption.

Ansonsten hab ich mal so eine Beitrag gesehen über
elektronischen Tafelersatz, der direkt vom Touchscreen des
Lehrerpultes bedint werden kann, über Sinn und unsinn kann ich
aber nichts sagen.

Also, ich liebe mein IWB. :smile: Allerdings hab ich die neue, groessere Version. Die restlichen Klassenraeume in unserer Jahrgangsstufe haben nur die kleineren Boards. Ganz ehrlich, groesser ist in dem Fall besser…weil die Kids auch in der hintersten Reihe noch was lesen und erkennen koennen. Unsere sind Smartboards, Klassen 7 und 8 haben Promethean. Das Board muss an nen Computer angeschlossen sein und moeglichst Internetanschluss haben. Mein Computer und Schreibtisch stehen so, dass ich immernoch meine gesamte Klasse im Blick habe, wenn ich am Schreibtisch sitze. Aber ich hab zusaeztlich auch noch ein recht grosses normales Whiteboard (Kreidetafeln gibt’s bei uns nicht). Nur ein IWB wuerd ich auch nicht haben wollen. Ich mag meine zwei Tafeln. :smile:

Unsere Tische sind aufklappbar und meine Schueler koennen dort ihren Krimskrams verstauen. So praktisch, wie das klingt ist es aber nicht. Ich haette lieber normale Tische und zusaetzlich noch ein paar Rollfaecher, die sie stattdessen benutzen koennten. Sowas hatten wir in meiner letzten Klasse. Jedes Kind hatte sein Fach, in dem es Hefte, Buecher und restlichen Krimskrams unterbringen konnte.

Alle unsere Klassenraeume oeffnen in einen gemeinschaftlichen Jahrgangsbereich, in dem zusaetzlich noch Gruppentische stehen. Dort kann man dann zur Not Gruppen zum Arbeiten hin delegieren. :smile: Ausserdem haben wir von dort auch gleich Zugang zu einem unserer Computerraeume, Druckern und einem Scanner. Neben Klassenraeumen gibt’s auch noch ein Buero fuer unsere Stufenleiterin, das vom Gemeinschaftsbereich zugaenglich ist, sowie eine kleine Kueche (damit wir in der kleinen Pause nicht hoch ins Lehrerzimmer dackeln muessen). Drei der fuenf Klassenraume des Jahrgangs oeffnen nach aussen ins Freie bzw. auf den Schulhof. Das ist ziemlich praktisch, weil man so vor allem im Sommer die Tuer einfach mal auf machen kann und zur Not auch schnell mal fuer ne Runde raus kann. :smile:

Zusaetzlich befinden sich saemtliche Klassenraume meiner Schule im Erdgeschoss, sind also rollstuhlgerecht und relativ leicht zugaenglich. Aussenklassen sind zusaetzlich mit Rampen versehen.

Zu bemaengeln ist die Breite unserer Korridore. Bei 630 Schuelern und Klassenraumwechseln ist das schwierig und viel zu eng. Da wird geschubbst und gedraengelt. Fuer so eine Menge Kinder ist meine Schule eigentlich nicht ausgelegt.
Der Schulhof fuer unsere Jahrgangsstufe ist zu klein und zu beschraenkt. Wir haben keine Spielgeraete (weil wir auf Sekundarschulbetrieb ausgerichtet sind…und unsere Grundschueler mal leicht vergessen werden) und das Feld ist oft nicht zugaenglich. Obwohl es einerseits gut ist, dass alles so nahe beisammen ist, ist es andererseits beschraenkend, weil ich mit meiner Klasse nicht einfach raus auf den Hof oder aufs Feld kann ohne moeglicherweise andere Klassen zu stoeren.

Wir haben ausserdem keine angemessen grosse Sporthalle und bei Schulversammlungen fehlt woechentlich eine Jahrgangsstufe, weil nicht alle in die Halle passen.

Unsere Klassen haben verschiedene Farben, meiner ist mehrheitlich blau. :smile: Ich hab also blauen Teppichboden (und ja, das klappt und es ist leicht zu reinigen), blaue Jalousien und sehr hell blaue Waende. Kommt halt auf den Geschmack an…mein Raum war schon so, als ich ihn im Sommer uebernommen habe.

Kel

Hallo,

Ansonsten hab ich mal so eine Beitrag gesehen über
elektronischen Tafelersatz, der direkt vom Touchscreen des
Lehrerpultes bedint werden kann, über Sinn und unsinn kann ich
aber nichts sagen.

Ich hab mal so eine Tafel nutzen dürfen, hm die Darstellung der Schrift war einfach zu langsam, ich war also beim virtuellen Schreiben weiter als die Tafel.

Einige Dinge sind natürlich interessant:

  • ich kann notfalls mit dem Finger schreiben, in versch. Farben.
  • man kann Videos, Bilder einbinden, die Module müssen aber gekauft werden, verständlich aber teuer
  • man kann alles abspeichern

Ich mag nachwievor die klassische Kreidetafel lieber.

Denkt daran, zumindest in den Physikräumen Verdunkelungen einzubauen, es soll vermtl. auch Optik unterrichtet werden.

Achja, wenn die Fenster so weit herunter gezogen sind, dass sie nicht mehr ganz geöffnet werden dürfen, wie sieht es dann im Brandfall aus? Es muss, meines Wissens, mindestens ein Fenster ganz zu öffnen sein.

Es muss sicher gestellt sein, dass der NORMALE Notruf, also 112, auch durchgeht! Auch der Lehrer kann ohnmächtig werden, ein Schüler wird dann nicht erst welche Bedienungsanleitungen lesen. Ok, dies Problem ist durch die Handys entschärft.

Noch eins, plaziert die Chemie im Dachgeschoß!

Wenn dann doch mal was passiert, fliegt halt das Dach weg und es passiert hoffentlich nicht mehr.

Viel Erfolg für eure Planungen!

Gruß Volker

Hallo Kel,
ich bin blass vor Neid - von einer solchen Ausstattung kann man in einer staatlichen deutschen Schule nicht mal träumen…
Gruß orchidee

Hallo,

Ich hab mal so eine Tafel nutzen dürfen, hm die Darstellung
der Schrift war einfach zu langsam, ich war also beim
virtuellen Schreiben weiter als die Tafel.

Das versteh ich nun nicht ganz. Auf meiner interaktiven Tafel laesst sich ganz einfach schreiben, wie sonstwo auch…da muss ich nicht drauf warten. Bist du sicher, dass die richtig funktioniert hat?

Einige Dinge sind natürlich interessant:

  • ich kann notfalls mit dem Finger schreiben, in versch.
    Farben.

Nicht nur in verschiedenen Farben, sondern z.B. auch mit Regenbogenstift, Smilies oder sonstigen Mustern. :smile: Meine Kids schreiben gerne mit den Fingern auf der Tafel rum…und auch mit den Stiften…und ueberhaupt.

  • man kann Videos, Bilder einbinden, die Module müssen aber
    gekauft werden, verständlich aber teuer

Also, wir haben keine extra Module. Bilder hol ich mir aus dem Internet, Videos gibt’s ueber DVD oder von Youtube. Die Basis-Software fuer’s Smartboard kann man kostenlos runterladen (hab ich auf meinem Laptop), und die beinhaltet auch Bilder und Videos, Hintergruende und zusaetzliche Lernsoftware. Die erweiterte Version kommt mit dem Board (hab ich auf meinem Computer in der Schule) und gibt mir halt noch ein paar weitere Spielereien.

Bei Kreidetafeln hatte ich frueher staendig Kreide an den Fingern. Aber da war ich ja auch noch klein. *grins*

Kel

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hallo,

Das versteh ich nun nicht ganz. Auf meiner interaktiven Tafel
laesst sich ganz einfach schreiben, wie sonstwo auch…da muss
ich nicht drauf warten. Bist du sicher, dass die richtig
funktioniert hat?

Kann ich nicht wirklich beurteilen, das Ding war neu, an irgendwelchen Einstellungen durften wir nicht rumspielen, wegen der Garantie/Gewährleistung (sorry Juristen).

Nicht nur in verschiedenen Farben, sondern z.B. auch mit
Regenbogenstift, Smilies oder sonstigen Mustern. :smile: Meine Kids
schreiben gerne mit den Fingern auf der Tafel rum…und auch
mit den Stiften…und ueberhaupt.

Ja, das ist interessant.

Es ist ca. 6 Jahre her, das ich diese „Tafel“ kennen gelernt habe, vermtl. hat sich da das Angebot deutlich erweitert.

Bei Kreidetafeln hatte ich frueher staendig Kreide an den
Fingern. Aber da war ich ja auch noch klein. *grins*

Trotzdem mag ich sie noch!

Gruß Volker

Hallo,

Ansonsten hab ich mal so eine Beitrag gesehen über
elektronischen Tafelersatz, der direkt vom Touchscreen des
Lehrerpultes bedint werden kann, über Sinn und unsinn kann ich
aber nichts sagen.

In England Standard und Grundschullehrer MÜSSEN damit arbeiten und werden kontinuierlich darauf fortgebildet.
Gerade letzte Woche habe ich im Lokalteil des Darmstädter Echos (leider nicht im Netz, d.h. nicht verlinkbar) gelesen, dass man im Landkreis Darmstad-Dieburg diese Art Tafeln flächendeckend einführen wird.
Übrigens hilft das auch nicht wenigen Kollegen, die Kreidestaub nicht vertragen.

Gruß
Elke

Hallo,

Wir haben nen extra Kopierraum…in dem halt der Kopierer
steht, zusammen mit einem Regal mit den ganzen verschiedenen
Papier- und Kartonfarben.
Ausserdem haben wir im Lehrerzimmer noch zwei Kopierer, und
einen in der Rezeption.

Ja, ich weiß warum unsere britischen Kollegen sich des öfteren über die Ausstattung an unserer deutschen Schule so mockieren.
Wir haben 1 Kopierer für alle (Sekretariat und Lehrer), gerade wurde er mal wieder ausgetauscht (kleineres, weniger leistungsstarkes Modell).

Also, ich liebe mein IWB. :smile:

Interactive Whiteboards sind klasse!

Unsere
sind Smartboards, Klassen 7 und 8 haben Promethean.

Promethean wird von vielen mit entsprechender Erfahrung abgelehnt, leider scheinen sie das bessere Verkaufspersonal zu haben und unser Landkreis hat sich auf die eingeschossen, was - laut unseren Lehrkräften - wirklich schade wäre.

Gruß
Elke

Hallo,

Ich habe gerade nach einer gründlichen Sanierung Klassenräume
vorgefunden,

Unser Gebäude ist gerademal drei Jahre alt.
Ich kann mich in vielem, was du schreibst, nur anschließen:
Die Klassenzimmer sind „hell und freundlich“ --> sehr viel Fenster.
Ergebnis, sehr ähnlich wie deine Erfahrung: heizt sich im Sommer extrem auf, Außenrolläden fahren automatisiert hoch und runter, beim kleinsten Windstoß hoch, aus Sicherheitsgründen (und innen, genau, keine Vorhänge), Licht ist bei uns mit Bewegungsmelder (alles oder nichts), wenn ein Lehrer mal etwas später arbeitet, ist für seine Gesundheit gesorgt: alle 5-10 Minuten muss er aufstehen und „Hampelmann“ machen, sonst sitzt er im Dunkeln. Auf der Toilette ist das noch lustiger - ich bin nun mal ziemlich kurz und das Licht geht auf der Toilette nur an, wenn ich hochspringe. Und dann muss ich mich eilen, sonst muss ich zwischendurch wieder in die Höhe hüpfen.

Nochmal zu den

extra großen Fenster(n)

  • die sehen so toll aus: auch auf den Gang sind Fenster, vom Boden bis zur Decke. Die Lehre haben nun alle Fenster mit Tonpapier verkleidet, damit man ungestört Unterricht halten kann. Irgendwer läuft nämlich immer vorbei und stört.
    Außerdem hat der gleiche Kreis, der diesen Glaskasten bauen hat lassen, nur für zweimal im Jahr Fensterreinigung Geld. Entsprechend sehen sie aus.

Die Außen-Beschattung wird beim leisesten Windhauch vom
Computer hochgefahren, damit sie keinen Schaden nimmt. Da wir
aber so tolle Jalousien haben gibt es innen keine Vorhänge
mehr - was auch den Nachhall fördert und man dann hilflos in
der Sonne brutzelt.

Ja, wie oben schon geschrieben, bei uns auch.
Lustig dabei auch: im Erdgeschoss waren sie schon dabei, diese Außenjalousien zu montieren, als ihnen (?wem bloß?) auffiel, dass das bei einer großen Schule nicht gut gehen kann (Angst vor Vandalismus). Also blieben die Erdgeschossräume ohne Jalousien. Auf Drängen unseres Rektors, dass endlich INNEN Vorhänge installiert werden sollten (unter anderem AUCH um das Büro mit den Geräten vor neugierigen Augen zu schützen), kam die Antwort des zuständigen Sachbearbeiters: „Kaufen Sie doch Vorhänge und Vorhangschienen im Baumarkt und installieren Sie es, ich überleg mir dann, ob ich Ihnen das erstatte.“ Zum Glück kam das per E-mail, d.h. es wurde nach oben eskaliert mit der Drohung zur Presse zu gehen, inzwischen haben wir Vorhänge.

Die neuen Superenergiesparfenster sind so tief runtergezogen -
für viel Licht rein lassen - dass sie wegen Absturzgefahr in
den oberen Stockwerken nicht mehr ganz geöffnet werden dürfen,
nur noch gekippt.

Unsere kann man nicht kippen. Es wird nur gelüftet, wenn die Schüler aus dem Raum sind oder die Lehrerin ganz sicher ist, alles unter Kontrolle zu haben. Es sind Grundschüler.

(Man kann aber als Lehrer einen Schlüssel für die Fenster
bekommen wenn man unterschreibt, dass man persönlich für
mögliche Folgen haftet!)

Ja, das kann sich niemand vorstellen, der nicht an einer deutschen Schule arbeitet.

Der erste Hilferaum erhielt einen Zugang vom Vorraum der
Jungentoilette. Dadurch ist er sehr gut zugänglich auch für
Rettungsfahrzeuge, allerdings riecht es nun immer leicht nach
Urin und Kloreiniger.

Unsere Toiletten liegen den Klassenräumen gegenüber. Gleicher Effekt, auch für gesunde Schüler.
Bei uns haben sie übrigens keinerlei Lagerräume vorgesehen, weshalb alles mögliche im Erste-Hilfe-Raum und auf der Behindertentoilette gelagert wird. Wehe, wenn man ein Rollstuhlfahrer bei uns die Toilette benutzen muss.

Und ich dachte eigentlich, nur bei uns seien so Böcke geschossen worden.
Soll ich weitermachen?
Wir haben eine Ausgabekantine (da Ganztagsschule). Unser STundenplan sieht eine auf zwei Stunden gestaffelte Mittagspause vor, weil der Platz viel zu klein ist und die Kantine mit den Schülermengen nicht fertig wird (es sind immerhin weniger als 200 Kinder).
Fußbodenheizung, bei der Räume nicht einzeln zu beheizen sind --> ich schwitze wie ein Aff, im Raum gegenüber frieren sie (der Effekt wird durch Sonneneinfall an Winternachmittagen verschlimmert). Fußbodenheizung bei uns heißt auch, dass es keinen Keller gibt (wie erwähnt, keinen Lagerraum).
Es gibt nicht genug kleine Räume (für kleine Gruppen, Besprechungszimmer, Büroräume).
Das Treppenhaus ist zu offen (Unfallgefahr), die Stufen leicht höher als man es normal gewöhnt ist --> für kleine Kinderbeine zu hoch.

Wir sind Teil eines großen Campus, der an einer Seite von einem Wald begrenzt wird (schön!). Unser Haupteingang schaut direkt auf den Wald, der Eingang ist vom Bürotrakt nicht einsehbar, d.h. von dort kann jeder Fremde ganz leicht ins Gebäude kommen. Aus diesem Grund ist die Tür permanent verschlossen (oder sollte es zumindest sein), - von innen aus Sicherheitsgründen allerdings immer zu öffnen - und wir benutzen die eigentlich als Nebeneingänge gedachten Türen auf den SChulhof als Eingang.

Übrigens wurde unsere Schule von einer internationalen Organisation bewertet: einer der Hauptkritikpunkte war, dass unsere (abschließbaren, soliden) Schränke im Büro einer eventuellen Feuersbrunst oder Überflutung nicht standhalten würden und durch Metallschränke ersetzt werden sollten. Sonst alles wunderschön!

Ach, ich hör auf, vielleicht kann der UP daraus ja einiges Positives ableiten.

Gruß
Elke

hallo elke,

herzlichen dank für die hinweise - auch wenn mir ein bisschen der atem stockt ob der dinge, die wir alle falsch machen können.

was ist das für eine internationale organisation, die euch bewertet hat?
vermutlich sind die ja mit einem kriterienkatalog an euren schulbau rangegangen. der würde mich interessieren.

gruß - jürgen

Hallo,

es war ECIS (European Council of International Schools):
http://www.ecis.org/

Übrigens: einfach die Lehrer fragen. Bei uns lief sovieles schief, weil niemand auf die Idee kam, die Leute zu fragen, die Erfahrung mit Schule und Schülern haben.

Gruß
Elke

Hallo,
ich könnte mir denken, dass es bei Euch besser laufen kann. Bei uns war es das Klassische Problem.
Plötzlich war Geld da und in drei Monaten sollte die Schule Wünsche äußern und Pläne machen, aber ohne den genauen technischen Rahmen zu kennen.
Der dann ausgearbeitete recht detailierte Plan sah aber vor allem Änderungen vor, auf bereits vorhandenes, wie etwa die einzeln schaltbaren Lichtleisten oder eine glatte Projektionswand hinter den Tafeln wurde nicht extra eingegangen - war ja vorhanden.

Der Bauträger - Stadt bzw. dessen Bauamt, hat dann aus statischen und energetischen Gründen Änderungen vornehmen müssen, aber ohne nochmal mit der Schule Rücksprache zu nehmen. Als dann die ersten Missstände augenfällig wurden war schon alles zu spät. Die Ingenieure und Architekten haben die Besserwisser wohl als Störung empfunden und alle Anfragen abgewimmelt.

Bei Euch in privater Trägerschaft darf man erwarten, dass die Kommunikation besser klappt.

Gruß
Werner