Schulschwänzen

Hallo ihr lieben Leute.

Ich bzw. meine Freundin braucht Hilfe. Sie ist so langsam wirklich mit ihren Nerven am Ende und weiß nicht mehr weiter. Das Problem ihr jüngster Sohn (14 Jahre alt). Er schwänzt die Schule, die hat schon mit den Klassenlehrer und der Vertrauenslehrerin gesprochen, es hilft alles nix, die hat auch schon viele, viele Male mit ihm darüber gesprochen um zu verstehen warum er das macht. Aber es hilft nix und das alles ist seit dem Letzten Schuljahr (als er von der 6. in die 7. Klasse kam). Seit der 7. Klasse hat alles angefangen, er ist von der Grundschule in die Gesamtschule gewechselt. Seine Mutter (meine Freundin) hat extra eine dörflichere Schule gewählt und er wollte ja auch, aber er hat damals schon ständig auf sturr gestellt, dann ist er letztes Jahr sitzen geblieben und hat in eine Schule gewechselt die gleich um die Ecke ihrer Wohnung ist.

Könnt ihr ihr vielleicht mit Ratschlägen helfen, wenn reden nicht mehr hilft?

Vielen Dank schon mal im Voraus.

Hallo,

in manchen Städten isses doch schon so, dass die Polizei oder die vom Ordnungsamt die Schwänzer aufgreifen und zur Schule bringen.

Wäre es nicht möglich, wenn er absolut nicht hören will, die Polizei um Hilfe zu bitten?
Hört sich hart an, aber vielleicht bringts ja was.

Viele Grüße
Yvonne

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Hi Katrin,

schwieriges Alter, kenn ich noch gut von mir (habe auch gerne blaugemacht). Solltest mal rausfinden warum er das tut. Überforderung, Faulheit, Probleme mit Mitschülern etc.

Gerade letzteres kann ich mir recht gut vorstellen, da ein ‚Sitzengebliebener‘ oft eine schwierige Position in einer bereits bestehenden Klasse hat. Es werden oft bestimmte Verhaltensweisen erwartet.

Naja reden ist das einzigste was du wirklich tun kannst.

mfg
Matze

Hi Yvonne,

Wäre es nicht möglich, wenn er absolut nicht hören will, die
Polizei um Hilfe zu bitten?

Das geht bestimmt, aber ob das wirklich so ‚pädagogisch sinnvoll‘ ist? Könnte mir vorstellen, dass so was zur Entfremdung führt oder eine Anti-Einstellung hervorruft, was das ganze noch verschlimmern könnte. Ich jedenfalls wäre meiner Mutter sehr nachtragend, hätte sie sowas bei mir gemacht.

mfg
Matze

Hallo ihr lieben Leute.

Hallo Katrin,

als erstes würde ich versuchen, herauszufinden, was schief läuft.

Das kann im häuslichen Bereich liegen (deine Freundin und er kommen mit den Pubertätsproblemen nicht wirklich klar, und der Junge am allerwenigsten),

in der Schule läuft was ziemlich sehr schräg (Brutalität auf dem Schulhof, Erpressung, Schlägereien, etc.),

sein Leben läuft derzeit aus dem Ruder und er weiß einfach nicht, wie er das wieder in den Griff bekommt.

Deine Freundin sollte seine Probleme auf jeden Fall für voll und sehr ernst nehmen, häufig fühlen sich pubertierende Jugendliche schlicht nicht ernst genommen und lehnen daraus folgend Gespräche ab. Vorwürfe, Vorhaltungen und Sprüche wie „Das hätte ich mir mal erlauben sollen“ oder „Oma hätte mich zur Schule geprügelt“ sollte sie gepflegt in die Tonne treten und da lassen.
Auch so Sachen wie " du weißt überhaupt nicht, wie gut du es hast und ich muss so schwer arbeiten um dich durchzukriegen, und was ist der Dank?" sollten nicht hier hin gehören.

Wenn deine Freundin nicht allein klar kommt, sollte sie einen Jugendpsychologen aufsuchen, den sie mit ihrem Sohn zusammen aussucht. Denn er ist die Hauptperson und er muss in erster Linie mit dem Menschen auf der anderen Seite klar kommen, zu dem Vertrauen fassen.

Ansonsten würde ich den unkonventionellen Weg gehen, mit der Lehrerin sprechen und darum bitten, den Stoff des Tages per email oder Papier zu bekommen und sich die Mühe machen, mit ihm hinsetzen und den Kram zuhause durchzuarbeiten, dass er den Anbschluss nicht wieder verliert und sich zusätzlich als Versager fühlt.

Lasst Blut abzapfen, ob er gesund ist, vielleicht liegt seine Antriebslosigkeit in gesundheitlichen Problemen. Ausserdem würde ich in Erwägung ziehen, eine Drogenscreening machen zu lassen, aber bitte nicht heimlich.

Daraus ergibt sich sicherlich schon eine Menge. Voraussetzung ist ein intensives Interesse und echte Hilfsbereitschaft ohne Vorwürfe und Streß.

Vielleicht ergibt sich auch, dass er einfach momentan faul ist und einen kräftigen Tritt in den Allerwertesten braucht, den kriegt er damit auch, wenn er sieht und merkt, was alles veranstaltet wird um ihn auf den Weg zu kriegen :o).

Klar ist das mit viel Aufwand verbunden und läuft nicht einfach so nebenbei. Wenn man da selbst noch viel Streß am Hacken hat, ist es noch nerviger, wenn die lieben Kleinen nicht in der Spur laufen. Aber das ist der Job von Kindern: nicht so zu sein, wie wir das wollen ;o)

Hoffe, dass du mit meiner Meinung vielleicht ein bißchen weiterkommst, auf jeden Fall wünsche ich deiner Freundin und ihrem Sohn alle Kraft und auch die Zeit miteinander, um wieder klar zu kommen!

Ach ja, was ich nicht verstehe, Grundschule endet mit der 4., nicht mit der 7. …? Freud´scher Verschreiber oder liegt hier schon der Hase im Pfeffer??? Bitte um Aufklärung! Danke ;o)

Liebe Grüße
Sabine

Ich bzw. meine Freundin braucht Hilfe. Sie ist so langsam
wirklich mit ihren Nerven am Ende und weiß nicht mehr weiter.
Das Problem ihr jüngster Sohn (14 Jahre alt). Er schwänzt die
Schule, die hat schon mit den Klassenlehrer und der
Vertrauenslehrerin gesprochen, es hilft alles nix, die hat
auch schon viele, viele Male mit ihm darüber gesprochen um zu
verstehen warum er das macht. Aber es hilft nix und das alles
ist seit dem Letzten Schuljahr (als er von der 6. in die 7.
Klasse kam). Seit der 7. Klasse hat alles angefangen, er ist
von der Grundschule in die Gesamtschule gewechselt. Seine
Mutter (meine Freundin) hat extra eine dörflichere Schule
gewählt und er wollte ja auch, aber er hat damals schon
ständig auf sturr gestellt, dann ist er letztes Jahr sitzen
geblieben und hat in eine Schule gewechselt die gleich um die
Ecke ihrer Wohnung ist.

Könnt ihr ihr vielleicht mit Ratschlägen helfen, wenn reden
nicht mehr hilft?

Vielen Dank schon mal im Voraus.

Hallo,

gut, dass Ihr das Thema ernst nehmt, denn Schulschwänzen (in merklichen Größenordnungen) ebnet den Weg Richtung Kriminalität, Drogenmissbrauch und sozialen Abstieg. Dass ist jetzt keine altkluge Laienmeinung von jemand jenseits der 70, sondern der knappe Nenner ganz aktueller Studien aus dem Bereich der Kinder- und Jugendkriminalität und Prävention aus juristisch berufenem Munde. Natürlich wird nicht jeder Schulschwänzer zum Schwerkriminellen, aber das Risiko aus der Bahn geworfen zu werden, ist bei notorischen Schulschwänzern einfach signifikant erhöht.

Daher kommt es nicht von ungefähr, dass in diesem Bereich zunehmend härter durchgegriffen wird, wenn es sich nicht mehr um einzelne Stunden handelt, sondern ständig ganze Tage blau gemacht werden.

Auf jeden Fall sollte intensiv nach den Ursachen geforscht werden, und vielfach ergibt sich hieraus dann auch schnell ein Ansatzpunkt zu nötigen Veränderungen/Hilfestellungen. Darüber hinaus muss aber auch unmissverständlich klar gemacht werden, dass das Schwänzen nicht akzeptiert wird und keine Lösung darstellt. Sicherlich kann man z.B. bei schulischer Gewalt mal den ein oder anderen Tag hinnehmen, bis das Thema adressiert ist, aber eine Dauerlösung ist das Fernbleiben sicher nicht. Ohne ganz spezielle und nachvollziehbare Gründe muss aber deutlich werden, dass es so nicht weitergeht und mit den entsprechenden Maßnahmen ragiert werden. Notfalls muss Sohnemann eben in die Schule bzw. bis ins Klassenzimmer „begleitet“ werden. Auch sollte deutlich werden, dass Eltern und Lehrer an einem Strang ziehen und sich gegenseitig auf dem Laufenden halten.

Gruß vom Wiz, der früher natürlich auch mal gerne die ein oder andere Stunde blau gemacht hat (es aber nie übertrieben hat), und aus dem trotzdem noch was geworden ist

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Hallo Wiz,

das mit dem „den Sohn in die Schule begleiten“ hatten wir vor 8 bis 14 Jahren auch einige Male praktiziert, mit dem Ergebnis, dass er sich nach wenigen Stunden beim Direktor mit Ohrenschmerzen o.Ä. gemeldet hat und bat nach Hause gehen zu dürfen. Der Aufforderung, umgehend zum Arzt zu gehen (war in unserem Hause im EG) kam er dann aber nicht nach (behauptete aber dorthin gegangen zu sein).
Physischer Zwang endet praktisch in der Schule, da diese ihn bei Verdacht auf Krankheit nicht dabehalten kann.

WB

Hei,

Der Aufforderung, umgehend zum Arzt zu gehen (war in
unserem Hause im EG) kam er dann aber nicht nach (behauptete
aber dorthin gegangen zu sein).

bei uns musste grundsätzlich ein ärztlicher Attest vorgelegt werden, wenn wir während des Unterrichts Arzttermine hatten. Zwar erst in der Oberstufe, aber die Eltern könnten hier in Rücksprache mit der Schulleitung ja vereinbaren, dass Sohnemann diese Bescheinigung mitbringen muss.

Grundsätzlich halte ich das Bringen/Abholen auch für eine gute Lösung - Reden scheint bei ihm hier ja nicht zu funktionieren, und wenn er erst einmal merkt, wie „peinlich“ es ist, täglich von den Eltern zur Schule gebracht und vor allem wieder abgeholt zu werden, wird er vielleicht bissl redefreudiger und die Sache klärt sich doch wieder. Jedes Kind ist anders.

Grüße
Natascha

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Hei, Natascha,

Grundsätzlich halte ich das Bringen/Abholen auch für eine gute
Lösung - Reden scheint bei ihm hier ja nicht zu funktionieren,
und wenn er erst einmal merkt, wie „peinlich“ es ist…

Tja, das wäre ein guter theoretischer Ansatz, der aber in den meisten Familien mit Doppelverdienern nicht praktikabel ist.
In unserem Fall vor gut 10 Jahren war meine Frau ganztags angestellt tätig, konnte also ihre Arbeitszeiten überhaupt nicht an das zur Schule Bringen und Abholen anpassen, und ich als damals selbstständiger Subunternehmer konnte das nur sehr selten.

WB

Hallo,

die anderen haben schon teilweise ganz gute Tipps genannt.
Ich möchte noch etwas ergänzen…
Die Jugend steht heute vor einem Zukunfts-Loch. Die vielen Arbeitslosen und die Aussichtslosigkeit einen Job zu bekommen sind an ihnen nicht spurlos vorübergegangen. Daher haben die Jugendlichen neben der Pubertät und auch noch eine enorme Unsicherheit, was die Zukunft angeht. Sie wissen nicht, was sie später mal werden wollen und wenn sie etwas geworden sind, dann ist es unsicher, ob sie überhaupt arbeiten dürfen.
Das frustriert. Vielleicht braucht er einfach nur ein Ziel. Wenn sein Traumberuf Informatiker oder Koch ist, weiß er auch, dass er dafür kämpfen muss. Auch, wenn sich der Berufswunsch noch ändert…
Im Moment haben viele Jugendliche eine „was soll die Schule, ich weiß eh nicht, was ich danach machen will, ich finde eh keinen Job, es ist alles sch****“-Phase.

Trotzdem muss ich zugeben, dass in dem Alter schulische Probleme (Gewalt…) wahrscheinlicher sind.

Gruß
Tato

Hei,

Tja, das wäre ein guter theoretischer Ansatz, der aber in den
meisten Familien mit Doppelverdienern nicht praktikabel ist.
In unserem Fall vor gut 10 Jahren war meine Frau ganztags
angestellt tätig, konnte also ihre Arbeitszeiten überhaupt
nicht an das zur Schule Bringen und Abholen anpassen, und ich
als damals selbstständiger Subunternehmer konnte das nur sehr
selten.

hier in D ist das allerdings ein Argument, stimmt. :smile: Bin schon in Gedanken in Norwegen, dort isses halt bissl anders.

Dann wird Dir der Vorschlag, ein „Kindermädchen“ (kann ja auch ein Student der Erziehungswissenschaften oder so sein, der sich bissl was dazuverdienen möchte, das wäre nicht so teuer) für die Tage einzustellen, an denen keiner der Eltern Zeit hat, sicherlich wegen der Geldfrage auch nicht gefallen.

Wäre allerdings eine Alternative. Und vielleicht sogar noch bissl peinlicher für den Schulschwänzer, wenn die Eltern ihm - dem cooooolen Jugendlichen - jetzt auch noch ne Nanny hinstellt!

Grüßlis
Natascha

Hallo,

Dann wird Dir der Vorschlag, ein „Kindermädchen“ (kann ja auch
ein Student der Erziehungswissenschaften oder so sein, der
sich bissl was dazuverdienen möchte, das wäre nicht so teuer)
für die Tage einzustellen, an denen keiner der Eltern Zeit
hat, sicherlich wegen der Geldfrage auch nicht gefallen.

Würde ich machen, wenn die Freundin in meiner Umgebung wohnen würde…
Allerdings wäre es dann nicht mit einer Begleitung auf dem Schulweg getan, da müssen die Ursachen erarbeitet und bekämpft werden.

Ich denke die Peinlichkeit könnte den Jugendlichen zum erwünschten Verhalten bewegen, aber das macht pädagogischund psychologisch wenig Sinn. Nicht nur, dass der Junge dann psychisch unter Druck gerät und sich ggf. soziale Probleme einstellen / verschlimmern.
Er muss selber zur Schule gehen „wollen“ (auch wenn das in Wirklichkeit wohl kein Schüler will). Es ist halt einfach eine Pflicht, genauso wie die Erwachsenen zur Arbeit gehen. Doch mann kann diese Pflicht auch angenehmer gestalten.
Daher Ursachen klären, Ursachen bekämpfen und motivieren / ein Ziel geben.

Gruß
Tato

Hallo

bei solchen Sachen würde ich folgendes empfehlen:

  1. Sicherstellen, dass er weiß, was für Folgen das für ihn jetzt hat, wenn er schwänzt.
  2. Sicherstellen, dass er weiß, was es möglicherweise für Folgen haben kann, wenn er keinen vernünftigen Schulabschluss hat.

Das ist ja wahrscheinlich schon passiert, wenn sie so oft mit ihm geredet hat.

  1. Ihm vertrauen, dass er das machen wird, was für ihn richtig ist, und ihn die Folgen alleine ausbaden lassen.

Sehr oft sind solche Verweigerungshaltungen eine Protesthaltung gegen zuviel Gängelei. Wenn man ihn lässt, will er wahrscheinlich auch von selbst nicht von der Schule fliegen. Aber selbst wenn - es ist sein Leben, und wenn er nicht will, kann man in dem Alter sowieso nicht mehr viel machen.

Wenn er jemand ist, der irgendwann seine Möglichkeiten wirklich ausreizen muss, so ist es auf jeden Fall besser, wenn er es jetzt in jugendlichem Alter macht, als später als Erwachsener.

Allerdings kann es natürlich auch sein, dass in der Schule irgendwas Unerträgliches ist, worüber er nicht mit seiner Mutter spricht. Damit muss sie rechnen, und sie muss es auch respektieren, sonst hat das alles keinen Zweck.

Viele Grüße
Thea

Ach ja, was ich nicht verstehe, Grundschule endet mit der 4.,
nicht mit der 7. …? Freud´scher Verschreiber oder liegt hier
schon der Hase im Pfeffer??? Bitte um Aufklärung! Danke ;o)

Liebe Grüße
Sabine

Liebe Sabine,

bei uns hier in Brandenburg endet die Grundschule mit der 7. Klasse. :smile:

Wieder was gelernt ;o) owT

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