Hallo!
Die Schulter schmerzt, die linke. Immer wieder mal in Schüben und z.T. richtig heftig. Ich bin Rechtshänder.
Die Hausärztin verschrieb mir manuelle Therapie, die vorübergehend phänomenal geholfen hat.
Nach einigem Hin und Her nun eine Diagnose vom Orthopäden: Kalk in 2 Sehnen (nicht viel, mehr ein Schatten auf dem Röntgenbild), das Schultereckgelenk wäre nicht in Ordnung (ich wurde gefragt, ob ich da mal drauf gefallen wäre - möglich, aber kein konkreter Unfall bekannt), die Schulterkugel wäre nicht genau da, wo sie hingehört. So weit, so gut.
Auf meine wiederholte Frage nach dem „Ja und was nun“ kam die Antwort: „So weiterleben wie bisher. Sie sollten nichts Schweres heben und die seitliche Bewegung des Armes vermeiden.“ Ganz lapidar. Leider arbeite ich ja körperlich, schwere Dinge hebe ich quasi täglich, z.T. arbeite ich auch über Kopf. Der Job ist ziemlich alternativlos und ich möchte ihn gern weiter ausüben. Meine Beschreibung wurde mit Schulterzucken quittiert und mit der Verschreibung eines Tens-Gerätes zur Schmerzstillung und der Aussicht auf spritzen und Schmerzmittel.
Der Kalk wäre zu wenig, um ihn operativ zu entfernen.
Ich befürchte fast, ich habe nicht genug gejammert, bin einfach nicht wehleidig genug. Der Physiotherapeut hatte sich schon gewundert: „Tut das gar nicht weh, wenn ich hier drücke?“ „Doch, sehr“ „Merkt man ihnen gar nicht an“
Also ich spüre Schmerzen schon, kann mich aber (zu) gut beherrschen.
Irgendwie bin ich nicht ganz zufrieden, ich bin knapp 40, spiele Basketball und ein wenig Tennis, gehe gern Schwimmen und habe keine Lust bis an mein Lebensende von Schmerzmitteln zu leben.
Nun dachte ich an einen Arztwechsel bzw. eine zweite Meinung, hier gibt es so eine Art Poli-Klinik und eine Schultersprechstunde. Meine Sorge ist nun, dass ich dort in jedem Fall operiert werde (davon lebt diese Klinik ja im Grunde genommen).
Woran erkenne ich wohl einen guten Orthopäden? Darf ich einfach zu einem 2. Orthopäden gehen? Da brauche ich ja eine zweite Überweisung von der Hausärztin, bekomme ich die so ohne Weiteres? Wenn ich danach wieder zur 1. Orthopädin gehe, sollte die ja vom 2. Arztbesuch wissen, rein sachlich gesehen. Aber ist das menschlich und diplomatisch wirklich schlau?
Bin ein wenig ratlos und wäre über Einschätzungen froh.
Danke und Grüße
kernig
