Schultergelenkprothese in hohem Alter

Hallo,

vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort! Meine Sorge gilt eigentlich weniger dem Narkoserisiko als der Langzeitprognose - viele alte Menschen bauen nach einer so schweren Operation mit langwieriger Nachbehandlung ja sehr schnell ab, das habe ich früher selber oft beobachtet, als ich hochbetagte Patienten hatte. Und meine Mutter ist ein Mensch, der nicht sehr sorgsam mit sich umgeht…
Aber die Schmerzfreiheit wäre schon ein großer Erfolg.

Noch mal vielen Dank und freundliche Grüße,
Judith S.

Hallo,

vielen Dank für Ihre Antwort! Meine Sorge richtet sich eigentlich weniger auf das Operationsrisiko als vielmehr auf die Langzeitprognose, da ich selber oft beobachtet habe, wie hochbetagte Patienten auch nach einer gelungenen OP rasant abbauen.
Mein Verdacht der Fahrlässigkeit bezog sich deshalb auch vor allem auf die persönliche Lebenssituation meiner Mutter, die allein lebt und keine Hilfe zur Seite hat, sich aber vehement gegen jede Form von betreuter Wohnsituation wehrt.
Ich sehe aber ein, dass man die individuelle Entwicklung nach einer solchen OP nicht voraussehen kann.

Noch mal vielen Dank und freundliche Grüße,
Judith S.

Hallo,

vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort! Meine Sorge richtet sich eigentlich weniger auf das Operationsrisiko als auf die Langzeitprognose für einen Menschen, der alt ist, allein lebt, keine Hilfe zur Seite hat und sich vehement gegen jede Form von betreuter Wohnsituation wehrt. Ich habe früher selber oft beobachtet, dass hochbetagte Patienten auch nach gelungenen Operationen rasant verfielen und auch geistig abbauten. Darin sehe ich einen großen Unterschied zu jungen Patienten.

Ich sehe aber ein, dass man für den Einzelfall schwer eine Prognose abgeben kann.

Nochmal vielen Dank und freundliche Grüße,
Judith S.

Hallo,

vielen Dank für die Antwort! Mir fällt auf, dass Chirurgen ausnahmslos eine OP befürworten, während diejenigen, die später mit den Patienten zu tun haben, eher ablehnend argumentieren. Vielleicht liegt das daran, dass die Ärzte die Patienten ja nur wenige Tage nach der Operation sehen und das langfristige Befinden nicht erleben. Ich selber habe früher oft beobachtet, dass hochbetagte Patienten auch nach einer gelungenen OP oft rasant verfielen und auch geistig abbauten. Das hat mit dem direkten Operationsrisiko aber nichts zu tun und bleibt den behandelnden Ärzten meistens verborgen.

Nochmal vielen Dank und freundliche Grüße,
Judith S.

Ja, und das ist eben sehr stark vom jeweiligen Patienten abhängig und hier nicht zu bewerten (leider).
Auf jeden Fall empfehle ich die weitere Meinung von Fachärzten und nicht vergessen, daß der Chirurg natürlich vom Operieren lebt.

Wenn alles normalverläuft ist die Langzeitprognose sehr gut, natürlich hat man dafür nie eine Garantie!
Eine Schulterendoprothese ist nicht vergleichbar mit einer Hüftoperation! Die meisten alten Menschen bauen nach Operationen an den Beinen ab, weil diese OP´s sie in der Mobilität einschränken. Ihre Mutter wird nach der OP lediglich einen Verband bekommen der die Schulter ruhigstellt und ist an sonsten völlig mobil (z.B. Resch-Bandage oder Gilchrist-Verband). Eine Schulterprothese ist nicht wirklich eine schwere, große Operation! Ein Behandlung auf der Intensivstation ist nur bei sehr schweren Vorerkrankungen notwendig!
Ich verstehe zwar die Sorge die sie haben, bin mir aber sicher dass diese bei einer Operation des Schultergürtels unbegründet ist!
Wie gesagt es gibt immer Ausnahmen und jede OP ist ein Risiko aber auch dauernde Schmerzen erhöhen die Lebensqualität nicht!

Sehr geehrte Frau S.,

grundsätzlich ist es in Deutschland noch so, dass niemand ins Krankenhaus gezerrt und operiert wird. Es gehören imm zwei dazu, einer, der sich die Operation zutraut und einer, der sie an sich machen läßt. Wenn Ihre Mutter mit Schmerzmitteln (die auf Dauer natürlich auch Nebenwirkungen haben) und dem Zustand so, wie er jetzt ist, gut zurecht kommt, warum soll sie sich dann operieren lassen? Aber die Entscheidung für oder gegen eine OP sollte sie selbst und nicht die besorgte Tochter fällen.

Endoprothesen sind primär natürlich schon für die ältere Generation entwickelt worden, weil der Standdauer aus biologischen Gründen begrenz ist, obwohl es inzwischen Patienten gibt, die über 30 Jahre mit künstlichen Hüftgelenken leben.

Wie überall in der Medizin kann Ihnen niemand eine 100 %ige Garantie geben, weil wir immer erst hinterher statistische Aussagen machen können, was im Einzelfall natürlich wenig hilfreich ist und für die eigene Entscheidung nur ein Anhaltspunkt sein kann.

Kein Mensch ist natürlich sonst nie so kompetent überwacht, wie während einer Opertion, weil auch kein Operateur oder Anästhesist einen Patienten bei der Operation verlieren will.

Technisch ist die Implantation einer Schulterprothese inzwischen standartisiert und ausgereift und in der Hand eines Erfahrenen auch relativ einfach durzuführen. Wegen der Komplexität der Schulterbewegungen ist allerdings in der Phase nach der Operation eine intensive (stationäre) Nachbehandlung notwendig, die auch ein konsequente, langfristige Mitarbeit des Patienten erfordert. Bei allen Prothesenversorgungen steht die Beschwerdelinderung im Vordergrung und danach erst die verbesserte Funktion und Beweglichkeit.

Ihre Mutter sollte also die Opertion wollen - und sich nicht überreden lassen - und nach der Opertion auch zu einer konseqenten Mitarbeit bereit sein.

Heutzutage gibt es in jeder Klinik ein Qualitätsmanagement, so dass Sie auch erfahren können, wie oft eine bestimmte Opertion dort durchgeführt wird, wodurch man dann auch indirekt auf die Erfahrungen der Operateure schließen kann.

Mit freundlichen Grüßen
Dr.E.Kess

Hallo,

vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort! Eigentlich geht es mir vor allem um die Langzeitprognose, denn ich habe früher selber bei hochbetagten Patienten oft erlebt, dass eine Operation, auch wenn sie gelungen war, anschließend zu einem rasanten - auch geistigen - Verfall führte. Das bekommen die Chirurgen aber nicht mit, da sie den Patienten ja nur wenige Tage nach der OP sehen und nicht unbedingt den Verlauf in den folgenden Jahren.

Im übrigen habe ich natürlich nicht die Absicht, für meine Mutter eine Entscheidung zu treffen. Das wäre bei ihr überhaupt nicht möglich. Ich möchte ihr lediglich Informationen zugänglich machen, die sie selber nicht einholen kann.

Mit freundlichen Grüßen,
Judith S.

Guten Abend,

sorry, dass ich jetzt erst antworte.

Also, ich würde, wenn es meine Verwandtschaft wäre, auch solch einer OP eher fragend gegenüberstehen. Es kommt natürlich darauf an, wie sehr die Lebensqualität eingeschränkt ist. Eine Garantie bekommt man natürlich nicht. Und sie sollten wissen, dass gerade das Schultergelenk doch ziemlich schwierig im Heilungsverlauf ist. So ist meine Erfahrung aus meiner tägl. berufl. Tätigkeit in einer orthopädischen Praxis. Selbst bei einer „kleineren“ Schulter-OP dauert der Heilungsprozess doch oft 1 Jahr.
Sollte man sich doch für eine Implantation entscheiden würde ich jedoch auf jeden Fall nach einer geeigneten Klinik Ausschau halten. Also spezielle Schultersprechstunde u. regelmäßig Operationen solcher Art.

Gute Entscheidung wünsche ich.