Geschichten erfinden ist nicht so meins. Und mit einer frei erfundenen Geschichte kommst Du sowieso nur schwer durch, weil Du sie irgendwann in ein offizielles Dokument umsetzen musst, damit die Bürokraten sich bewegen. Du kannst mit Engelszungen auf die Bürokraten einreden, es ist schade um die Zeit. Die kennen nur Zettel mit Stempel (=muss ich mich mit beschäftigen) und Zettel ohne Stempel (=runde Ablage). Das liegt nicht (nur) am Beamtenmenschen an sich, sondern an seinen Rahmenbedingungen. Vorschrift ist Vorschrift.
Ich kann Dir nur folgendes nahe legen: such ein stichhaltiges Argument *gegen* die Schule. Asoziales Umfeld ist keins, wenns eins wäre würe die Behörde von sich aus was unternehmen und da sie das nicht tut ist damit erwiesen, dass das soziale Umfeld die Entwicklung Deines Kindes nicht behindert. Gefährliche Lage ist auch keins, denn wenn der Schulweg unsicher wäre, würde die Behörde ihn absichern, und da sie das nicht tut, ist erweisen, dass er ungefährlich ist. Außerdem kannst Du Dein Kind ja zur Schule eskortieren. Freunde ist auch keins, neue zu suchen fördert die soziale Entwicklung des Kindes. Das ist Behördenlogik.
Also musst Du was finden, was näher am Kind ist und es eventuell gefährdet. Da bleibt nicht viel, eigentlich nur das Gebäude. Eventuell was in der Nachbarschaft was behördlich genehmigt die Umwelt verpestet. Eine Großwäscherei? Also hingehen genau anschauen, das Geböude und die Nachbarschaft akribisch unter die Lupe nehmen mit Auge und Nase (!), und den entscheidenden Mangel finden, dem *nicht* ausgewichen werden kann. Eine einsturzgefährdete Turnhalle ist z.B. kein Argument, man kann sie ja sperren, und den Turnunterricht woanders hin verlegen bis sie saniert ist. Du brauchst also was chemisches. Asbest, Schimmel, Lösungsmittel - oder etwas vergleichbares. Und Du brauchst was vom Doc oder einen anderen Zettel mit Stempel, dass eine Gefährdung nicht ausgeschlossen werden kann.
Ob die Zielschule dasselbe Problem hat ist in dem Zusammenhang völlig egal. Die Hürde ist die Zustimmung zu bekommen, das Kind prinzipiell auf eine andere Schule schicken zu dürfen. Du musst nur ein stichhaltiges, und behördentauglich dokumentiertes Argument gegen die amtlich automatisch zugewiesene Schule finden. Das wird von Dir verlangt. Du musst nicht beweisen, dass die Zielschule für Dein Kind nicht schädlich ist. Du musst stichhaltig begünden, warum Din Kind nicht in die zugeweisene Schule soll, einen Zettel mit Stempel vorlegen und das konsequent durchziehen.
Eine idee habe ich noch: wenn Dein Kind wirklich eine Hochbegabung hat, ist es eventuell unzumutbar, es in eine Schule zu stecken, in der es ein derartig bremsendes Umfeld aufgezwungen bekommt. Die Hochbegabung kannst Du vom Schulpsychologen austesten lassen. Wenn sie festgestellt wird (Zettel mit Stempel …), und die Verhältnisse an der Schule wirklich so schlecht sind, nimmst Du Dir einen Anwalt (das ist eine Hemmschwelle, ich weiß, aber anders gehts nicht). Anwälte prouzieren Zettel mit Stempeln, und darauf reagieren Behörden.
AL.