Im Rahmen der Diskussion um die mögliche Eheschliessung von Homosexuellen hab ich immer wieder: „Schutz von Ehe von Familie“ gehört.
Ich würde gerne wissen, ob ihr glaube, dass kinderlose Ehepaare die gleichen Begünstigungen erhalten sollten, wie Ehepaare mit Kindern, die da z.B. wären: Steuersplitting, kostenlose Krankenversicherung des nicht berufstätigen Ehepaares, Witwenrente falls einer der Partner verstirbt, Bevorzugung im Erbrecht etc.
Meine Meinung lautet: entweder nur Familien mit Kindern, oder alle, also auch Homosexuelle Lebensgemeinschaften.
Hi,
Ehe und Familie stehen nicht ohne Grund unter dem besonderen Schutz des Grundgesetzes.
Bedenke mal die typische Situation: Mann und Frau gehen beide arbeiten und verdienen gutes Geld. Die Welt scheint in Ordnung zu sein. Dann wird die Frau schwanger, ein Kind wird geboren. Einer der Partner muss das Kind versorgen, er kann nicht mehr arbeiten gehen, ein Verdienst fällt weg. Dafür muss eine größere Wohnung bezahlt werden, die Kosten steigen an allen Fronten.
Mit einem normalen Verdienst (3.500,- netto) befindet sich diese Kleinfamilie schon fast am Rande der Sozialhilfe.
Das 2. Kind treibt die Familie dann zum Sozialamt.
Dies ist unerträglich. Deshalb sollte die Familie besonders gefördert werden. Alle bekannten Vergünstigungen helfen, bringen die Familie aber nicht auf das Niveau eines Paares, wo beide Partner Geld verdienen.
Die Kinder sollen aber nach der gesellschaftlichen Vorstellung vom Generationenvertrag später die Rente für alle erwirtschaften, also auch für die, die keine Kinder haben.
Ich bin für einen Schutz aller Paare, auch der gleichgeschlechtlichen. Eine Gleichstellung sollte erfolgen. Aber die Familie geht vor und sollte eine besonders herausragende Förderung erhalten. Das ist auch für das Ansehen in der Gesellschaft wichtig. Denn es ist zu beobachten, dass Familien mit z.B. 3 oder 4 Kindern in der Öffentlichkeit als sozial schwach bemitleidet oder belächelt werden. Wo in der Gesellschaft stehen diese Familien?
ich gehöre selbst zum Kreis der kinderlosen Doppelverdiener-Ehepaare. Es steht für mich ausser Frage, dass Familien mit Kindern steuerliche Vergünstigungen bzw. staatliche Unterstützung via Kindergeld erhalten sollen/können/dürfen. Warum aber eine Familie mit Kindern schützenswerter sein soll als eine andere Lebensgemeinschaft bzw. wie andere Lebensgemeinschaften Moral und Werte des Staates untergraben sollen, entzieht sich völlig meinem Vorstellungsvermögen.
Es ist ein richtiger und längst überfälliger Beschluss, homosexuelle Lebensgemeinschaften der „normalen“ Ehe gleichzustellen. Man denke in diesem Zusammenhang nur z. B. an Auswirkungem im Mietrecht oder dem Informationsrecht im Krankheitsfall.
Meiner Meinung nach müssen Dinge wie gegenseitiges Erbrecht, Krankenversicherung etc. für jede Art der langfristigen Lebensgemeinschaften gelten. Einzig das Steuersplitting ist nach meinem Dafürhalten etwas fragwürdig, da es dem eigentlich richtigen Prinzip der Versteuerung nach Leistung widerspricht.
Das Argument „Kinder sollen die Renten späterer Generationen bezahlen“ finde ich in diesem Zusammenhang auch eher nicht angebracht. Schliesslich zahlen kinderlose Lebensgemeinschaften heute Leistungen ein, die Familien mit Kindern erst in eben der Nachfolgegeneration erbringen werden.
Am schlimmsten ist allerdings immer noch das Argument des „Widerspruchs zur christlichen Moral“ div. bayr. Sozialpolitiker. Very zeitgemäss.
In übrigen hoffe ich inständig, dass in näherer Zukunft ein Schwulenpäärchen aus meiner näheren Umgebung endlich heiraten darf. Wird bestimmt mega-lustig.
Im Rahmen der Diskussion um die mögliche Eheschliessung von
Homosexuellen hab ich immer wieder: „Schutz von Ehe von
Familie“ gehört.
Ich finde, dass dieser GG-Artikel dem neuen „Homo-Ehen-Gesetz“ nicht widerspricht.
Denn: Was ändert sich denn für die bestehenden Ehen und Familien durch das neue Gesetz? Genau! Nämlich nichts. Insofern ist der Schutz ja nicht eingeschränkt o.ä.
guck mal ins Forum unter http://www.isuv.de, dann weisst du warum Ehepaare auch ohne Kinder Steuervergünstigungen bekommen. Durch die Ehe, vorausgesetzt es besteht kein Ehevertrag der nachehelichen Unterhalt ausschließt, bleibt dem Staat in vielen Fällen Sozialhilfe erspart. Das gälte natürlich genauso für homosexuelle Ehen wie für heterosexuelle. Daher sage ich zur Homoehe: ja!
Was die steuerliche Berücksichtigung von Kindern betrifft: da liegt auch noch vieles im Argen! Je Kind müsste mindestes das Doppelte vom heutigen Satz steuerfrei sein, dann kämen wir in für Eltern akzeptable Größenordnungen. Das Kindergeld ist auch noch immer viel zu niedrig.
Wo bleibt der Wiederspruch?
Marion, Du sprichst mir aus der Seele!
Was ändert sich für heterosexuelle Paare? NICHTS!
Wieso sollte eine stabile homosexuelle Partnerschaft nicht ähnlichen Schutz geniesen.
Siehe § 1 GG: Niemand darf … benachteiligt oder bevorzugt werden…
Sog. Christliche Argumente zählen nicht, da es bei uns in D theoretisch eine Trennung von Staat und Kirche gibt.
Was mich wundert, dass der Wiederspruch ausbleibt, wo sind blos die Gegner der Homo-Ehe.