Schwäbischer Schleier

Was verstand man im 16. Jahrhundert unter einem „schwäbischen Schleier“?

Das Einzige, was dazu passen könnte:
Markus Bauer schreibt von Geizknochen, Pfennigfuchsern und Knickersäcken, Knorzern und Furzklemmern, die sich selbst und anderen nichts gönnen und erklärt, warum es unter Schwaben für Geiz mehrere Schreibweisen gibt. Als eine Erklärung für die finanzielle Knauserigkeit, geistige Engstirnigkeit und Verbocktheit führt er die frühkindliche Anal-Fixierung an, ohne auf die ebenso bedeutsame pietistisch-christliche Kulturprägung hinzuweisen. Zwanghafte Strenge, übertriebene Härte und überhöhte Leistungsforderungen gegen sich selbst und andere werden dort grundgelegt. Fröhlicher Genuss und freudvolles Leben sind verpönt. Diese historische Kulturprägung liegt wie ein grauer Schleier überm Schwabenland. Ihn zu lüften haben die Schwaben sich doch eigentlich schon längst verdient.
Gruß

Hallo,

im 16. Jahrhundert gab es noch keinen Pietismus, da gab es gerade mal die Reformation.

Viele Grüße,
Jule

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Auch richtig. Aber es ist nichts zu finden. Und wer sagt, daß die Zeitangabe stimmt? War nur ein Versuch, irgendetwas zu finden.
Gruß
Sch

Aha, das Einzige.

Findest Du das nicht ein bissele arg mutig?

Schöne Grüße

MM

Du musst nicht antworten, wenn Du eine Antwort nicht kennst.

Ich hab hier schon ab und zu Fragen gestellt, auf die keiner eine Antwort gegeben hat. Das ist für den Fragesteller besser als n’importe quoi.

Und die Zeitangabe ist so, wie sie ist, und sie muss selbstverständlich berücksichtigt werden. Wobei es die bekannte Sparsamkeit im Altwürttembergischen keineswegs erst gibt, seit es Pietisten gibt.

Wenn es ums Spekulieren geht: Die schwäbischen Frauentrachten hatten ziemlich durchgehend die „Schwäbische Haube“, die sich durch sehr breite Zierbänder auszeichnet, die auf beiden Seiten über die Wangen laufen und in einem großen Zierknoten unter dem Kinn geschnürt werden. Von diesen ausgehend ist eine Verschleierung z.B. von Witwen vorstellbar, die nicht an der Hutkrempe hängt, sondern seitlich übers Gesicht gezogen wird. Ob es so etwas gab, weiß ich nicht - es dient vor allem zur Illustration dafür, dass Deine spekulative Deutung natürlich nicht die einzige ist, die passen könnte.

Schöne Grüße

MM

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Nööö. So uff die Schnelle. Hab doch nicht die Zeit, für andere zu recherschieren. Was glaubst Du, wat mei Fraa mit mir macht: Uberlebenstrainingggggg… :smiley:

Hallo,

wo hast Du diese Bezeichnung gefunden? Gibt es einen Kontext?

Bei Grimm wird ein „schwäbischer schleyer“ erwähnt:

(1) schleier bezeichnet ursprünglich wol nur den stoff, ein leichtes durchsichtiges gewebe

c) schleier als festliche tracht

als besondere arten werden erwähnt: … schwäbischer schleyer, linum Svevicum
pellucidum

Gruß
Kreszenz

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Servus,

der

könnte, wenn „schwäbisch“, Barchent sein. Baumwolle im Schuss auf einer Kette aus Leinen wurde ab dem 14. Jahrhundert gewoben, Zentren der Barchent-Weberei waren Ulm, Biberach und Ravensburg, auch Augsburg.

Schöne Grüße

MM