Hallo!
finde ich, ehrlich gesagt, nicht.
Finde ich, ehrlich gesagt, schon:wink:. Wenn ich keine Zukunft sehe? Ich glaube nicht, dass das mir oder dem Kind gut tut - seit Jahren habe ich schon Probleme wegen Geld - sei es selbstverschuldet oder nicht, ich kann so schon an kaum etwas anderes denken - mit Kind sähe ich keine Chance… Und ich möchte kein Kind in die Welt setzen, dass eine Mutter mit Problemen hat, die sie auffressen…
Ich habe eine Weile in Marzahn gewohnt und muss sagen, dass
der Bezirk besser ist als sein Ruf. Es gibt dort - wie wohl
überall - schöne und hässliche Ecken. Die Preise sind aber
eben auch in den schönen Ecken ok.
Außerdem bekommst du durchaus auch in anderen Bezirken wie
z.B. Lichtenberg preiswerte Wohnungen, solange du nicht so
viel Platz brauchst. 60 m² für Mutter mit Kind sind schon
recht viel, finde ich. Wenn du dich auch mit weniger
zufriedengibst, dann könntest du durchaus in dem von dir
genannten finanziellen Rahmen bleiben, auch außerhalb von
Marzahn.
Naja, vielleicht. das ist aber nicht der Hauptgrund. Es kommt dazu, dass ich einfach in den Job nicht mehr reinkomme, wenn ich 6-9 Monate nicht dabei war. So ist es nun mal. Das heißt, ich sehe einfach keine Perspektive. Es ist also nicht nur ein finanzielles Problem, sondern auch ein berufliches. Und darausfolgend bestimmt auch ein psychisches. Da ich nun weiß, wie fertig man nach einigen Jahren mit solchen Problemen ist, einem Magengeschwür nahe
- denke ich nicht, dass das mit einem Kind plötzlich besser wird.
Wie wäre es, gerade darüber mit dem Vater des Kindes zu
sprechen?
Aber selbst wenn das nicht geht - gibt es keine Möglichkeit,
dir das Geld erst einmal von jemandem zu leihen und es dann
stückweise zurückzuzahlen? Oder notfalls einen Kredit
aufzunehmen? Ich finde, an so etwas sollte die Entscheidung
für oder gegen ein Kind nicht scheitern.
Der Vater wird da auch nichts machen können. Es geht ja nicht nur darum, die Geburt zu bezahlen - ich habe keinerlei Schutz, wenn bei der Schwangerschaft was passiert! Keine Krankenversicherung! Es geht immerhin um noch mehr als 7 Monate! Das geht wirklich nicht, sorry - wenn irgendwas passiert und sei es nur ein Unfall, kann ich vielleicht mein Leben lang zahlen, weil mich keiner versichern wollte und weiß nicht wie! Unmöglich, das weißt Du, glaub ich, auch…
Was heißt Sozialfall? Wenn du dein Leben nicht mehr selbst
finanzieren kannst, bekommst du eben Geld vom Staat, dafür
nennt sich dieser Staat ja auch „Sozialstaat“ und dafür
bezahlst du ja jetzt auch Steuern. Außerdem - wurde bei den
ganzen Rechnungen berücksichtigt, dass der Vater des Kindes ja
auch zum Teil für den Unterhalt des Kindes aufkommen muss? Und
wie sieht es mit deiner Verwandschaft aus - könnten sich z.B.
deine Eltern in der ersten Zeit um das Kind kümmern, wenn du
arbeiten gehst?
Sorry, aber ich sehe mich als „Sozialfall“ an, wenn ich mit Kind keine andere Perspektive sehe als nur Sozialhilfe. Und dass das Geld nicht reicht, das wissen wir ja nun wirklich alle. Und das mein Leben lang? Weiß ich jetzt schon, daß ich das nicht durchstehe - und wie ginge es dann dem Kind?
Meine Eltern fallen aus - Mutter wohnt in Spanien, Millionärsvater versucht eher noch, von mir Geld zu bekommen - so sieht es aus.
Versteh mich nicht falsch, ich bin keine militante
Abtreibungsgegnerin
, eher im Gegenteil, da ich hier
eindeutig für die Selbstbestimmung der Frau eintrete. Nur
finde ich es schade, wenn die Finanzen wirklich der einzige
Grund sind, weshalb du auf ein Kind verzichtest, das du
eigentlich gern hättest. Es gibt nun einmal nie den richtigen
Zeitpunkt für ein Kind, irgendetwas passt immer nicht. Und
dennoch kriegt man es irgendwie immer hin. Um ein Kind gut zu
erziehen, ist Geld hilfreich, aber nicht unbedingt notwendig.
Dazu gab es ja auch erst vor kurzem eine Diskussion im
Eltern-Kind-Forum. Wenn es sich also auch nur irgendwie
finanzieren ließe mit der Geburt und deiner
Krankenversicherung und du das Kind willst (sprich: du
empfindest es nicht als ein störendes Etwas, das deine gesamte
Lebensplanung durcheinanderbringt und dir deine Chancen
komplett verbaut), dann würde ich sagen: Tu’s!
Naja, ich glaube, Du hast jetzt schon mitbekommen, dass es nicht nur um das Finanzielle geht, sondern um alles, was damit zusammenhängt. Klar, ich könnte mich jetzt auch einfach noch schnell an einer Uni einschreiben und schauen, dass ich in wahnsinnig vielen Semestern noch was studiere, vielleicht bekomm ich ja dann mit 40 wieder einen Job.
Tut mir leid, dass ich das so schwarzmalen muß. Aber momentan sehe ich es so. Kann sich auch wieder ändern. Tut es ja auch, alle 10 Minuten. Sind wohl die Hormone:wink: - in ein paar Minuten such ich wahsrcheinlich schon wieder `ne neue Wohnung. Ich hoffe, bald überwiegt mal eine Richtung. Aber sogar die Tante von Pro Familia hat gesagt, dass sie selten jemanden getroffen hat, bei dem die Voraussetzungen so mies sind…
Was auch immer du tust - ich wünsche es dir, deinen eigenen
Weg zu finden und durchzuziehen und hoffe, dass Geld nicht zum
entscheidenden Faktor werden muss.
Vielen Dank. Geld vielleicht nicht. Aber die Möglichkeit für das Kind, das zu bekommen, was es braucht (in jeglicher Hinsicht). Und das ist leider oft ein Teufelskreis.
Danke für Deine Antwort und Gruß!
M.
Schöne Grüße,
Anja