- Vorurteil, stelle keine Frauen ein, wenn die schwanger
werden haste nur Ärger und vorher verderben sie mit ihrer
Zickerei das Betriebsklima.
gruss
winkel
Einzige Frage: wie bist Du eigentlich auf die Welt gekommen?
Gruß
Borja
P.S. Ist keine Meinung über den Artikel, hier sehe ich das
(bis auf die Kündigung in der Probezeit) ähnlich wie Mathias.
Hi Borja,
die antwort wird dir wenig helfen.
Ich wurde zu einer Zeit geboren, als es den Mutterschutz noch
nicht gab und die Frauen ihre Kinder fast während der Arbeit
bekamen und nach dem Wochenbett direkt wieder arbeiten
gegangen sind.
Hallo winkel,
also, dann nehme ich Deine „Vorurteile“ einfach mal als Polemik, um etwas rabiat, sag’ ich mal, Würze in die Diskussion zu bringen.
Ich denke, Du kannst die Zeiten damals und heute nicht ganz vergleichen. Vor allem die Familienstrukturen waren anders (ich kenne es zumindest noch so von meinen Eltern/Großeltern/Ur-Großeltern), d.h. um das zu tun, was Deine Mutter (und damals sicher viele Frauen) getan hat, mußte es jemanden geben, der sich während der Arbeitszeit um das/die Kinder kümmert. Und das waren dann oft die Familienangehörigen. Heutzutage gibt es diese Form des Zusammenlebens kaum noch, es gibt die klassische „Mutter-Vater-Kind“-Familie, die Großeltern leben entweder - sofern noch rüstig - allein oder in einem Alterswohnsitz o.ä.
Ich weiß nicht, wie es zu der Zeit mit Einrichtungsstätten für Kinderbetreueung aussah, denke aber mal, genauso mau wie heute.
Daß es den Mutterschutz gibt, halte ich durchaus für richtig.
Und Frauen sollen natürlich auch Kinder bekommen und das in
einem Rahmen und einer Umgebung, die es ihr nicht zum Nachteil
gereichen läßt, daß sie ein Kind bekommt.
Danke, das klingt schon besser. Dein 2. Vorurteil war dermaßen krass, und dann kommt in mir unweigerlich MEIN Vorurteil hoch, daß Männer irgendwann ganz schnell vergessen, daß es auch eine Frau war, die sie geboren hat.
Aber wenn jemand hingeht und die Schutzgesetze derart benutzt,
daß sie eigentlich von ihrem Sinn her ausgehebelt werden und
dazu führen, daß sich die Situation der Frauen bei der
Gleichstellung im Beruf verschlechtert, dann ist doch im
Denken was verkehrt.
Das finde ich auch nicht gut. Sollte eine Frau in einem neuen Job während der Probzeit zufällig schwanger werden (denn so auf den Punkt genau läßt sich das ja nun wirklich fast nie „planen“), dann ist das Pech für den AG (und Glück für die Menschheit
. Ich kenne so eine Situation auch aus einer früheren Firma und fand das nicht so toll, daß ich nach 4 Monaten (die Frau wurde dann auch noch krank und blieb während der ganzen Schwangerschaft weg) ganz schnell Ersatz suchen mußte, aber ich wußte auch, daß sie und ihr Mann im Grunde die Hoffnung schon aufgegeben hatten… tja, und dann ging’s eben doch. Menschlich konnte ich ihr nur gratulieren.
Siehe die Regelungen:
Drei Jahre Freihalten der Stelle.
Verlängerung dieser Frist bei erneuter Schwangerschaft.
Dieses ist nur im öffentlichen Dienst oder in ähnlichen
Arbeitsverhältnissen möglich.
eine Bekannte von uns, Lehrerin, hat nach 3 Kindern und
insgesamt 8 jahren ununterbrochener Auszeit ihre Postion als
Gymnasiallehrerin wieder aufgenommen.
Mag als Lehrerin ja angehen, aber stell dir das mal in nem
kleinen Betrieb vor.
Meine Frau ist Erzieherin und hat in den letzten 10 Jahren 4
Schwangerschaftsvertretungen übernommen. die jungen Mütter
hatten jeweils bis zum letzten Tag ihrer Auszeit die
Möglichkeit zu sagen: Ich komme (nicht) wieder. Kannst du dir
vorstellen,was das jeweils für die anderen bedeutete:
Meine Frau, so sie gerne im Kindergarten geblieben wäre, mußte
sich trotzdem ca 3 Monate vorher für eine andere Stelle
bewerben. Ter Träger mußte u.U. 3 monate auf eine Erzieherin
verzichten, wenn die Dame dann doch nein sagte, und wieder den
ganzen Bewerbungskram neu starten.
Es dargf die Dame im Mutterschutz auch nicht befragt werden,
ob sie plane zurückzukommen oder nicht.
Siehst du das das Gesetz eigentlich im wirklichen Leben nicht
umsetzbar ist. Und selbst Damen, die im „Sozialen Bereich“
tätig sind, sind so selbstsüchtig, daß sie ihre Rechte auf dem
Rücken dejenige austragen, für deren Sorge sie eigentlich
beschäftigt sind. da stimmt doch was nicht.
Noch ein Beispiel:
Eine neue Grundschule bei uns im Dorf: Bevorzugt eingesteltt
wurden junge weibliche Lehrkräfte mit dem Status Beamter zur
Anstellung. von 15 Lehrkräften waren 13 weiblich und 9 noch
nicht verbeamtet. kaum war die zeit der Verbeamtung
angebrochen, wurden von den neun Damen 7 nahezu gleichzeitig
schwanger. Von den sieben Schwangerschaftsvertretungen wurden
innerhalb der Mutterschutzzeiten wiederum 3 schwanger.
Natürlcih nutzten diese Damen ihre Rechte, aber haben der
beruflichen Gleichstellung der Frau immensen Schaden zugefügt.
Das sind natürlich extreme „Negativ-Beispiele“, ich denke nicht, daß man daraus generell allgemeine Schlüsse ziehen kann. Es ist richtig, daß Kleinbetriebe solche Situationen wie oben beschrieben nur schwer verkraften. Und es ist richtig, daß die (wenigen), die das System AUSnutzen, allen anderen und dem gesamten System Schaden zufügen.
Andererseits wird das, was Du oben beschrieben hast, in Kleinbetrieben so gar nicht vorkommen können (mangels Masse an möglich schwanger werdenden Frauen).
Ich denke, das grundsätzliche Problem liegt in in unserer Form der Gesellschaft:
* zu wenig Betetreuungsangebote für Kinder
* immer noch zu unflexible Arbeitszeiten (heißt nicht: weniger Stunden, heißt nur: individuelle Verteilung)
* job sharing ist für die meisten immer noch ein „englisches Fremdwort“
* Telearbeitsplätze sind Mangelware
* Väter, die Elternzeit in Anspruch nehmen, sind in vielen Augen immer noch „Weicheier“ und „blöd genug, für ein Kind einen Karriereknick hinzunehmen“
u.v.m.
HIER muß etwas passieren, das Mutterschutzgesetz in der aktuellen Form ist m.E. keine Lösung, sondern führt dazu, daß Frauen im gebärfähigen Alter i.d.R. aus den Entwicklungsmöglichkeiten des Berufslebens ausgegrenzt werden (oder das Gesetz ausnutzen …). Nahezu kein Mann muß sich die Frage stellen „Kind oder Beruf“, Frauen schon. Da ist doch was verkehrt in unserer Gesellschaft.
Wären die von mir oben aufgeführten Punkte der Normallfall, könnte frau (zusammen mit mann) ganz individuell die Familenplanung betreiben, wäre natürlich einige Wochen nicht arbeitsfähig, aber ich denke, daß kann fast jeder AG verkraften (Stichwort: Zeitarbeit, Interimskräfte o.ä.), und könnte dann wieder - entsprechend den eigenen Bedürfnissen und im Einklang mit denen des AG’s - die Arbeit recht früh wieder aufnehmen. Ich kenne einige Frauen, die zum Glück diese Möglichkeiten hatten, und alle sind nach der Geburt gern wieder arbeiten gegangen (nach wenigen Monaten), teilweise gestaffelt (zuerst Teilzeit), oder als job sharing etc., die Frauen waren zufrieden, finanziell tat das auch gut, die Männer konnten ihre Arbeitszeiten auch anpassen und hatten auch mehr von Ihrem Kind, und last but not least ihre Kinder kenne ich allesamt als prima, fröhlich und unkompliziert. Ach ja, und die AG waren auch zufrieden, denn sie hatten hochmotivierte und leistungsfähige Arrbeitskräfte. Vielleicht nur einzelne Glücksfälle? Oder sollte das nicht der Regelfall sein?
ode siehst du das anders.
gruss
winkel
Oder wie siehst Du das?
Gruß Borja