Jau =:o)
Hiho LeoLo,
sorry dass ich es diesmal auf der Zitierschiene mache. Du hast sooo viel geschrieben
.
Ok, Rolf, wir vergessen einfach mal (fast) alles, was vorher
geschrieben wurde und fangen knapp über Null an.
Bin ich dabei.
Was mich auf die Palme brachte, ist die Tatsache, daß Du bei
einer „kalten“ rechtlichen Frage, welche durchaus legitm ist,
so unabdingbar moralisierend reagiert hast. Ich bestreite
keinesfalls, daß eine Schwangerschaft zu betrieblichen
Umorganisationen und erhöhten Kosten führen kann.
Der Grund warum die Frage mich so auf die Palme brachte war, dass ich kurz zuvor die Threads „Vertragsbruch wenn Job nicht angetreten wird“, „Rauchen“ und „E-mail Nutzung Kündigungsgrund“ gelesen hatte. Dazu dann noch dieses Thema. Moralisieren muss man meines Erachtens reagieren weil diese Themen eine Frage der Moral sind. Das war definitv zu viel auf einmal und mir ging die Hutschnur durch. Der Versuch, mich gleichzeitig im selben Artikel für meine Ausdrucksweise zu entschuldigen, ging wohl in die Hose.
Natürlich gibt es Gesetze. Natürlich sind diese Gesetze zum Schutz der Arbeitnehmer wichtig, richtig und sinnvoll. Allerdings werden sie in zunehmendem Maße ausgenutzt nach dem Motto: „Es trifft ja keinen Armen“ und DAS regt mich richtig auf.
Trotzdem resultiert daraus nicht, daß ein AG sich sozusagen an
der Frau daraufhin „im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten
rächen (polemisch)“ sollte. Hauptärgernis war für mich der
Satz: „der darf nicht darauf hoffen dass er bis zum Ende des
Beschäftigungsverhältnisses aus dem Kohlenkeller wieder
rauskommt“
Das impliziert für mich einen ganz klaren Verstoß gegen das
Grundgesetz. Es ist das gute Recht einer Frau schwanger werden
zu wollen, wann und wie Sie möchte. Es ist das gesetzlich
verankerte gute Recht einer Frau, sich jederzeit ungeachtet
einer (geplanten) Schwangerschaft überall zu bewerben, wo Sie
nur will. Dies Wahrnehmen der Grundrechte damit zu „ahnden“,
die AN „bis zum Ende des Beschäftigungsverhältnisses“ (also
bis immer! auch nach einer evtl. Elternzeit!) „in den
Kohlenkeller“ (sehr interpretationsfreudig formuliert) zu
schicken, ist zudem ein grober Verstoß gegen die Dir
auferlegten Obhutspflichten gegenüber der AN. Zudem erweckt es
den Eindruck, als würde das mindestens haarscharf an „bossing“
grenzen.
Isch abe keinen Kohlekellär. Natürlich war der Vergleich blöd 
Meine Bemerkung war dahingegend gemeint dass in einem Laden wie dem meinen eine vertrauensvolle Zusammenarbeit auf Respekt, Teamgeist und gegenseitigem Vertrauen aufbaut. Wenn dieses Vertrauen gebrochen wird dann funktioniert das ganze Gebilde nicht mehr. Vielleicht habe ich Upe missverstanden aber wenn ich die konkrete Frage noch einmal lese:
job kundigen
neuen job suchen (alo wenige wochen)
herbst 2002: neuen job anfangen, paralell dazu schwangerschaft
solange halb oder vollzeit arbeiten bis es nicht mehr geht
nach geburt mind ein jahr daheim und dann wiedereinstieg mit
halbtags stelle …
dann verstehe ich das schon so: Seine Frau möchte mit Beginn des neuen Jobs ein Kind haben. Ende aus. Ob das dann klappt oder nicht sei dahingestellt, der Vorsatz ist auf jeden Fall da.
Meines Erachtens bist Du hier auch gleich schon über das Ziel
hinausgeschossen und hast an der Ursprungsfrage vorbeigeredet.
Upes „Plan“ bestand meiner Auslegung nach darin, erst einen
neuen Job zu finden und dann die Schwangerschaft anzugehen.
Eben, in direkter zeitlicher Abfolge, ohne Verzögerung.
Bekanntlich klaffen hier Theorie und Praxis oft weit
auseinander. Das kann ja auch mal 3 Jahre oder ewig dauern.
Das kann aber auch verdammt schnell gehen und die Frau liegt nach vier Wochen flach (hatte ich letzten Dezember).
Insofern ist ein Teilargument von Dir in diesem Falle schon ab
hier hinfällig, da die Frau Dir im Einstellungsgespräch ja gar
nicht sagen könnte, daß sie schwanger ist (weil sie es ja da
noch gar nicht ist:smile:). Wie man einen Unterschied machen kann,
zwischen einer Frau, die eine Schwangerschaft „plant“ und
einer, die „ausversehen“ schwanger wird, ist für mich in den
Zeiten recht zuverlässiger Verhütungsmittel nicht ganz
nachvollziehbar.
Klar: Die Frage darf ich nicht stellen und die Antwort kann eine Lüge sein. Aber Gesetz hin oder her: Der Plan, nach der Einstellung direkt schwanger zu werden, ist für mich moralisch verwerflich.
Ob ich die Planung von Upe jetzt toll finde, sei
dahingestellt. (Dazu äußere ich mich auch gar nicht, sie ist
zumindest rechtlich in Ordnung.) Aber ich erwarte auf eine
Frage, wie die Seinige, eine sachlich korrekte Antwort.
Zumindest hätte Dein vollkommen legitimer Hinweis auf den
möglichen „Schaden“, den ein Unternehmer erleiden kann auch
sachlicher erfolgen können.
Stimmt!
Was ebenfalls unberücksichtigt
blieb, war der Teilsatz von upe „nicht längst alles
hingeworfen hat“. Das läßt zumindest die begründete Vermutung
offen, daß das jetzige Arbeitsverhältnis zerrüttet sein
könnte. Jetzt zu sagen, daß Upes Frau wegen einer möglichen
Schwangerschaft moralisch verwerflich agiert, wenn die sich
einen neuen Job sucht, halte ich persönlich für anmaßend.
Ich möchte es keiner Frau zumuten, während einer
Schwangerschaft in einem stressgefüllten Arbeitsverhältnis zu
stehen. Du pflichtest mir sicherlich bei, daß das Wohl des
Kindes da an erster Stelle stehen sollte.
Natürlich soll das Wohl des Kindes an erster Stelle stehen. Ich kann mir aber gerade hier ein großes Problem vorstellen. Wenn seine Frau im neuen Job anfängt, als Ersatz für jemanden, und dann gleich schwanger wird. Was glaubst Du wie ihre Kolleginnen reagieren werden? Bei der heutigen Personalknappheit in Kindergärten sind die warscheinlich nicht besonders glücklich wenn ihre neue Kollegin nicht die erhoffte Leistung bringen kann.
Das gleiche Mobbing dann wieder zu erleben dürfte nicht Ziel der Aktion sein.
Im Endeffekt haben wir Beide eigentlich kein Problem miteinander
Mein Artikel war absolut subjektiv und sehr persönlich. Beeinflusst durch die vorigen Artikel ist mir der Hut hochgegangen. Dass Du darauf entsprechend reagiert hast kann ich, bis auf den armen Geist, nachvollziehen.
Wie Du vielleicht weiter oben gelesen hast habe ich erst vor kurzem eine Auszubildende eingestellt die von ihrem ursprünglichen Ausbildungsbetrieb veräppelt wurde. Es geht mir bei der ganzen Diskussion auch nicht um AG und AN, nicht um Recht und Gesetz. Mir geht es einzig um Moral und die kommt mir bei der ursprünglichen Fragestellung und bei den letzten Diskussionen in diesem Brett leider etwas zu kurz.
Friede sei mit Dir *g*
Rolf