Schwangerschaft

Wieso wird eigentlich die befruchtete Eizelle nicht als Fremdkörper erkannt und vom Immunsystem angegriffen?

Gibt es Ausnahmefälle, wo dies doch passiert?

Im Prinzip wird sie das doch…
Daher kommt die SS-Übelkeit.

  • auch grußlos -

Hallo, bitte, tschüss.

Wieso wird eigentlich die befruchtete Eizelle nicht als
Fremdkörper erkannt und vom Immunsystem angegriffen?

Gibt es Ausnahmefälle, wo dies doch passiert?

Ja. Da zum Beispiel: Morbus haemolyticus neonatorum, kurzum der Blutgruppenunverträglichkeit zwischen Kind und Mutter.

Wobei aber nicht die befruchtete Eizelle, sondern der kindliche, bereits entwickelte Organismus angegeriffen wird, was mit den Blutgruppenantigenen auf der Oberfläche der kindlichen Erythrozyten zusammenhängt (Rh/D negative Mutter, Rh/D positiver Vater > Kind ist ggfls. Rh/D-pos. und Mutter bildet Anti-D-Antikörper, die das kindliche Blut zersetzen).

Ich vermute mal, da die Samenzelle ja bei der Befruchtung in die Eizelle eindringt, verschliesst sich danach die Oberfläche der Eizelle wieder und es werden demnach nur „bekannte“ Oberflächenantigene präsentiert.

Die Fremd-Antigene der Spermien kommen nach der Befruchtung somit nicht mehr mit dem weiblichen Immunsystem in Kontakt.

Die überschüssigen Spermien werden aber sicherlich vom Immunsystem der Frau angegriffen und ggfls. abgetötet. Allerdings sind sie sehr resistent und in Ihrer sauren Matrix, dem Ejakulat, auch gut vor Angriffen geschützt.

Liebe Grüße !

Hm… und was ist mit den MHC I-Rezeptoren? Die dürften auch die Fremdantigene präsentieren.

Ich könnte mir vorstellen, dass das ein vom mütterlichen Immunsystem halbwegs abgeschotteter Raum sein dürfte.

Meines Wissens nach sind auf den Spermatozoen keine MHC-Antigene (Klasse 1 oder 2) vorhanden.

Liebe Grüße !

MHC II hat da nichts zu suchen, aber MHC I wird doch von so gut wie allen kernhaltigen Zellen exprimiert.

Hier ( http://books.google.com/books?id=1qQcHYwzV60C&pg=PA5… ) hab ich noch etwas gefunden: In der feto-maternalen Grenzschicht wird der „Fremdkörper“ erkannt, aber toleriert, was wohl auf die in der mütterlichen Grenzschicht sitzenden Leukozyten, die regulierenden Einfluss auf die Immunantwort haben, zurückzuführen ist. Die Mechanismen sind aber nicht in voller Gänze erforscht.

Ja. Da zum Beispiel: Morbus haemolyticus neonatorum, kurzum
der Blutgruppenunverträglichkeit zwischen Kind und Mutter.

kurz gefragt: was passiert dann mit dem Kind?