Schwangerschaft planen

Hallo zusammen,

ich habe eine sich vielleicht lustig anhörende Frage, die aber sehr ernst gemeint ist.

Gehen wir doch einmal davon aus, dass man den genauen Zeitpunkt des Eisprungs kennt (durch Messung eines bestimmten Hormonspiegels oder so ähnlich?) und man dadurch angeblich ein ca. 48h-Fenster für eine mögliche Empfängnis hat. Bei Frau und Mann ist alles ansonsten gesund, eine Schwangerschaft ist diesen Mai 6 Wochen vor der eigentlichen Geburt durch einen plötzlichen und medizinisch nicht begründbaren Tod des Kindes geendet.

Kann sich Frau unter solchen Voraussetzungen eigentlich gegen eine Schwangerschaft wehren (völlig falscher Ausdruck, da die Schwangerschaft gewollt ist), oder erfolgt diese quasi zwangsläufig?

Ich weiss, dass zur Schwangerschaft noch vieles mehr gehört und dass man sein Kind auf vielerlei Art und Weise verlieren kann, aber mir geht es jetzt einfach einmal um den rein technischen/medizinischen Teil.

Weiss dort jemand Bescheid?

Danke & Gruß
C.

Hallo Christoph,

Gehen wir doch einmal davon aus, dass man den genauen
Zeitpunkt des Eisprungs kennt

Das reicht nicht… Für das best case-Szenario müßten wir weiterhin davon ausgehen, daß in dem in Frage stehenden Zyklus auch ein befruchtungsfähiges Ei ‚im Einsatz‘ ist und das ist - entgegen weit verbreiteter Meinung - weder zwangsläufig der Fall noch mit steigendem Alter wahrscheinlicher.

Kann sich Frau unter solchen Voraussetzungen eigentlich gegen
eine Schwangerschaft wehren (völlig falscher Ausdruck, da die
Schwangerschaft gewollt ist), oder erfolgt diese quasi
zwangsläufig?

Erstens: siehe oben. Zweitens: wie lange liegt die letzte Schwangerschaft zurück? Ca. vier, fünf Monate? Der Körper braucht nach 32 Wochen Schwangerschaft eine Weile, um den Normalzustand in puncto Hormone wiederherzustellen - dummerweise ist diese ‚Weile‘ von Frau zu Frau so unterschiedlich und hängt von so vielen Faktoren ab, daß man alles zwischen ‚so zwei, drei Monate‘ und 'ungefähr ‚n Jahr‘ als normal ansieht. Drittens: die letzte Schwangerschaft endete mit einem traumatischen Erlebnis, d. h. mit einer enormen psychischen Belastung für die Frau (natürlich auch für den Mann, aber um den geht es hier mal ausnahmsweise nicht *g*). Nun verfügt unser Körper über diverse Schutzmechanismen, es kann also durchaus sein, daß trotz penibler Planung und obwohl gynäkologisch alles in bester Ordnung ist, erst einmal keine neue Schwangerschaft zustande kommt, weil die Psyche sagt ‚nee, nee, Du bist noch nicht soweit‘.

Grüße
Renee

Hallo,

zudem, was Renee schrieb:
Du bist dem Phänomen auf der Spur, warum manche
Paare keine Kinder bekommen.
Es gibt immer mehr Paare, bei denen organisch
nichts festgestellt werden kann, was einer Befruchtung
und anschließenden Einnistung im Weg steht.
Dennoch klappt es nicht.

Beispiele:
Paar versucht jahrelang Kinder zu bekommen - funzt nicht.
Sie entschließen sich, sich eine Auszeit zu geben
–> hoppla! Die Frau ist schwanger.
Diese Auszeit kann in einem bewussten Ausblenden des
Schwangerwerdenwollens bestehen (aber hier ist ein Haken:
man muss es wirklich abhaken, nicht so tun, als hätte
man abgehakt, damit man schwanger werden kann).
Ist oft der Fall, wenn sich ein Paar z.B. zur künstlichen
Befruchtung entschließt und vor diesen Strapazen noch
mal einen Urlaub machen will. Oder wenn ein Paar sagt:
dann halt nicht, jetzt leben wir! Urlaub generell ist
ein guter Zeitpunkt der Befruchtung.

Der klassische Fall ist das Paar, das nach jahrelanger
Unfruchtbarkeit, ein Kind adoptiiert. Oft gibt es dann
1 bis 2 Jahre später ein leibliches Kind.

Will sagen: gerade im Bereich Fruchtbarkeit ist die
Psyche ein sehr, sehr großer Faktor, der leider nur
sehr schwer zu beeinflussen ist.

Gruß
Elke

Hallo Elke,

Will sagen: gerade im Bereich Fruchtbarkeit ist die
Psyche ein sehr, sehr großer Faktor, der leider nur
sehr schwer zu beeinflussen ist.

Das habe ich mir auch bereits gedacht. Dann hoffen wir einmal, dass es trotz aller vorherigen Belastungen klappt. Grundsätzlich sind wir nicht verzweifelt, aber schön wäre es halt schön wenn es funktionieren würde, …

Gruß
C.

Hi Renee,

Das reicht nicht… Für das best case-Szenario müßten wir
weiterhin davon ausgehen, daß in dem in Frage stehenden Zyklus
auch ein befruchtungsfähiges Ei ‚im Einsatz‘ ist und
das ist - entgegen weit verbreiteter Meinung - weder
zwangsläufig der Fall noch mit steigendem Alter
wahrscheinlicher.

Das war mir bisher tatsächlich noch nicht klar!

Erstens: siehe oben. Zweitens: wie lange liegt die letzte
Schwangerschaft zurück? Ca. vier, fünf Monate? Der Körper
braucht nach 32 Wochen Schwangerschaft eine Weile, um den
Normalzustand in puncto Hormone wiederherzustellen -

Es waren sogar 36 Wochen.

Drittens: die letzte Schwangerschaft
endete mit einem traumatischen Erlebnis, d. h. mit einer
enormen psychischen Belastung für die Frau (natürlich auch für
den Mann, aber um den geht es hier mal ausnahmsweise nicht
*g*).

Na ja, aber auch wirklich nur hier. Ich kann Dir versichern, dass man auch als Mann ziemlich hinüber ist, auch wenn der Mann naturgegeben noch nicht eine so starke Bindung zum ungeborenen Kind hat wie die Frau. Aber immerhin kann man ja schon quasi mit dem Kind spielen. Ein bisschen stupsen und sofort kommt eine Antwort durch treten oder boxen. Das hat auch schon eine ganze Menge von Kommunikation.

Und nach dem Verlust unserer Tochter musste ich als Mann auch ganz schön herhalten. Nicht genug, dass man seine eigene Trauer verarbeiten muss, man ist auch noch gefordert die Frau zu unterstützen, Begräbnis zu organisieren, etc. pp. Bei der Frau kommt ja neben der normalen Wochenbettdepression auch noch die Trauer dazu, d.h. sie ist doch für einige Zeit völlig aus dem Verkehr gezogen.

Nun verfügt unser Körper über diverse Schutzmechanismen,
es kann also durchaus sein, daß trotz penibler Planung und
obwohl gynäkologisch alles in bester Ordnung ist, erst einmal
keine neue Schwangerschaft zustande kommt, weil die Psyche
sagt ‚nee, nee, Du bist noch nicht soweit‘.

Hoffen wir mal nicht, denn so langsam reicht es mir mich dauern mit Begriffen wie Schicksal und „wer weiss für was es gut war“ rumschlagen zu müssen.

Gruß
C.

Hi Christoph,

der einzige Rat, den ich euch geben kann
(hat bei zwei Freundinnen funktioniert), plant einen
richtig teuren, besondern Urlaub, etwas, was ihr euch kaum
zweimal im Leben leisten könnt (zeitlich, finanziell, egal).
Plant und bucht.

Wer weiß, wie schnell euch dann eine Schwangerschaft einen
Strich durch die Rechnung macht.

Gruß + good luck
Elke

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