Schwangerschaft / Schweigepflicht des Arbeitgebers

Hallo zusammen,

es ergibt sich folgender Sachverhalt:

Eine Arbeitnehmerin (AN) ist seit zwei Jahren in einem Konzern
unbefristet in Vollzeit angestellt.
In dieser Zeit hat sie sich voll und ganz für dieses Unternehmen
eingesetzt.

Als sie nach zwei Jahren ihre Schwangerschaft bemerkt, meldet sie
diese unverzüglich ihrem unmittelbaren Vorgesetzten.
Da sie sich erst in der 6. Woche befindet, bittet die AN ihren
Chef die Schwangerschaft bis zum Ende des dritten Monats vertraulich zu behandeln ( externe Personalabteilung und Bereichsleitung ausgenommen). Der Chef sichert ihr zu, die Schwangerschaft nur der
externen Personalabteilung und dem Bereichsleiter zu melden.

Zwei Tage später wird die AN von unmittelbaren Kollegen auf ihre
Schwangerschaft angesprochen. Sie bekommt mit, dass ihr Chef
ihre Bitte ignoriert hat. Die Gerüchteküche brodelt im ganzen Haus.

Die AN spricht ihren Chef unter vier Augen auf sein Rumgetratsche an.
Er gibt es kleinlaut zu. Danach ignoriert er die AN zwei Tage komplett.

Ein paar Tage später sucht die AN erneut das Gespräch mit dem Vorgesetzten. Sie möchte die Unstimmigkeiten zwischen mit dem Chef klären. Er blockiert und streitet sogar sein Rumgetratsche ab.

Wie soll sich die AN weiter verhalten?
Der Betriebsrat wurde von der AN im nachhinein darüber informiert.
Er schaltet sich aber nicht ein, da er einer der Mitwirkenden der Gerüchteküche ist.

Lieben Dank im voraus für Eure Antworten

Hallo Austral,

Da sie sich erst in der 6. Woche befindet, bittet die AN ihren
Chef die Schwangerschaft bis zum Ende des dritten Monats
vertraulich zu behandeln ( externe Personalabteilung und
Bereichsleitung ausgenommen). Der Chef sichert ihr zu, die
Schwangerschaft nur der
externen Personalabteilung und dem Bereichsleiter zu melden.

erstmal herzlichen Glückwunsch für die AN. Ich kann den Wunsch nach vorläufigem Stillschweigen bedingt nachvollziehen.

Sie bekommt mit, dass ihr Chef
ihre Bitte ignoriert hat. Die Gerüchteküche brodelt im ganzen
Haus.

Sehr peinlich für den Chef, dass er das Vertrauen seiner Angestellten und deren ausdrückliche Bitte ignoriert. Nur: Welche Gerüchteküche?
Eine Schwangerschaft ist eigentlich nichts, weswegen man sich schmämen oder gar entschuldigen müßte. Im Gegenteil.

Die AN spricht ihren Chef unter vier Augen auf sein
Rumgetratsche an. Er gibt es kleinlaut zu. Danach ignoriert er die :AN zwei Tage komplett.

Tja, Chefs sind auch nur Menschen, und nicht immer die positivsten, und schon gar nicht immer die zuverlässigsten.

Ein paar Tage später sucht die AN erneut das Gespräch mit dem
Vorgesetzten. Sie möchte die Unstimmigkeiten zwischen mit dem
Chef klären. Er blockiert und streitet sogar sein
Rumgetratsche ab.

Dass der AN Unstimmigkeiten ausräumen will ist löblich, aber leider führt der direkte Weg nicht immer zum Ziel, vor allem, wenn der Gesprächpartner uneinsichtig ist. Nur wer und vor allem was/worüber wird getratscht? Eine Frau kann schwanger werden - Punkt. Nicht mehr und nicht weniger.

Wie soll sich die AN weiter verhalten?
Der Betriebsrat wurde von der AN im nachhinein darüber
informiert.
Er schaltet sich aber nicht ein, da er einer der Mitwirkenden
der Gerüchteküche ist.

Sehr ärgerlich.

Vielleicht wäre es für die AN möglich, den Weg über die externe Personalleitung zu nehmen. Fast jeder Chef hat noch einen Chef darüber, und manchmal wirkt ein nettes Gespräch mit dem Personalsachbearbeiter Wunder. AN sollte aber bedenken, dass dann u. U. die Stimmung noch schlechter werden könnte, wenn der jetzige Chef meint, übergangen worden zu sein.

MfG maxx2