Hallo Renate,
vielen, vielen Dank für Deine ausführlichen und
hoffnungmachenden Informationen und für die wirklich sehr
interessanten Links.
Ein paar Fragen habe ich allerdings noch:
Wie hoch ist denn das Eklamsie-Risiko bei Frauen in ähnl.
Alter (ab 30, sofern nach überhaupt was mit dem Alter zu tun
hat), die noch keine Schwangerschaft bzw. eine problemlose
Schwangerschaft hatten?
Zur schwersten und lebensgefährlichen Verlaufsform (Eklampsie) kommt es bei einer von 2000 bis 3500 Geburten.
Ein besonders hohes Risiko besteht für Erstgebärende (vor allem bei sehr jungen), Frauen mit Mehrlingsschwangerschaften sowie zucker- und nierenkranke Schwangere.
Die Präeklamplie/Spätgestose kommt in etwa 20% der Fälle vor, in der Regel allerdings erst jenseits der 30. Woche. Daraus kann sich die Eklampsie entwickeln.
In den weiteren Schwangerschaften ist das Risiko erfahrungsgemäß geringer.
Was ist eine Prä-Eklamsie?
Präeklampsie oder Gestose wird vereinfacht auch als (Sammelbegriff) „Schwangerschaftsvergiftung oder Schwangerschaftstoxikose“ bezeichnet.
Eigentliche Ursache ist unbekannt.
Symptome: (EPH-Gestose = Ödem-Proteinurie-Hypertonie-Syndrom)
Blutdruckerhöhung (Hypertonie)
Wassereinlagerungen (Ödem - engl. edema)
Eiweißausscheidung (Proteinurie) im Urin.
Die Behandlung reicht von diätetischen über medikamentöse Maßnahmen, rechtzeitiger Krankschreibung bis hin zur stationären Krankenhauseinweisung bzw. Einleitung der Geburt.
Wird hier, im ‚Westen‘ Frauen mit Hypotonie von einer
Schwangerschaft abgeraten oder gibt es gute Chancen für eine
problemlose Schwangerschaft und ein gesundes Kind, unter
Beachtung der von Dir aufgezählten Kriterien und nat. unter
strenger ärztl. Beobachtung? Hast Du Erfahrungswerte, wie oft
es dann wirklich gutgeht?
(du meinst sicher nicht Hypo- sonder Hypertonie.)
Zu diesen Fragen kann ich dir leider nichts Hilfreiches sagen, Erfahrungswerte kann dir jemand geben, der in der Frauenklinik arbeitet oder evt. auch deine Frauenärztin. (Es ist lange her, dass ich in einer Uni-Frauenklinik gearbeitet habe - hatte aber selber am Ende meiner 1. SS eine Präeklampsie ohne Hochdruck).
Wäre meine Freundin mit folgender Strategie gut beraten: erst
Stressbewältigung, Ernährungsumstellung, weg von ß-Blockern,
warten, bis Blutdruck ok (war ja letzen Sommer auch ohne
ß-Blocker der Fall, könnte also wieder funktionieren), dann
Schwangerschaft und ständige ärztl. Betreuung?
Natürlich soll sie sich in erster Linie danach richten, was ein guter, ihre Schwangerschaft betreuender Arzt ihr sagt.
Wenn sie zur Zeit ß-Blocker benötigt und nimmt, setzt sie diese natürlich nicht ab, sondern nimmt sie auch die Schwangerschaft hindurch, damit hier zuverlässig der Hochdruck und daraus resultierende Komplikationen vermieden werden. Außerdem soll möglichst vermieden werden, dass man während einer Schwangerschaft mit Blockern beginnen muss.
Erst nach der Schwangerschaft wird sie beginnen, zusammen mit ihrem Arzt den Hochdruck langsam ohne Blocker in den Griff zu bekommen. http://www.dr-schnitzer.de/hypertonie-selbsthilfe.html
Folgendes sagt medicine wordwide (http://www.m-ww.de/pharmakologie/arzneimittel/blutho…):
Empfohlen wird eine Bluthochdruckbehandlung in der Schwangerschaft mit Betarezeptorenblocker, die überwiegend an die ß1-Rezeptoren binden. Bestimmte Kalziumkanalblocker können in begründeten Einzelfällen in der Schwangerschaft angewendet werden. ACE-Hemmer und Diuretika dürfen in der Schwangerschaft nicht eingesetzt werden.
Salzarme Nahrung auch vor der Schwangerschaft kein MUSS bei
Hypotonie?
Hochdruck = Hypertonie
heute ist man von der betont salzarmen Ernährung abgekommen, (siehe http://www.geburtskanal.de/) d.h., eine „normale“ Aufnahme von 3-6 g pro Tag ist zu befürworten. Es versteht sich von selbst, dass übermäßige Salzzufuhr von bis zu 20 g, die bei einigen Menschen vorkommt, nicht gut sein kann.
interessant dazu:
http://www.das-eule.de/schwerp12000.html
http://www.lifeline.de/cda/page/center/1,2845,8-988,…
Vielen Dank noch mal und liebe Grüsse aus München,
Ama
Folgendes fand ich noch zum o.g. Thema:
Das Eklampsierisiko ging durch die tägliche Gabe von 1.000 mg Vitamin C und 400 I.U. Vitamin E in einer Studie um 76% zurück.
Fuer die Behandlung der schweren Gestose und Eklampsie hat sich Magnesium als Mittel der Wahl durchgesetzt.
(Buchbesprechung von L. Quaas, Freiburg)
aus:
http://www.arznei-telegramm.de/register/9309090.pdf. >
Nach vorläufigen Ergebnissen einer Doppelblindstudie an über 9.000 Schwangeren erscheint niedrig dosierte ASS (60 mg/Tag) in der Spätschwangerschaft zur Vorbeugung und Behandlung der Präeklampsie geeignet. Die Gestose bedroht durch Ödeme, Eiweiß im Urin und Bluthochdruck bis hin zu Krampfanfällen und Koma vor allem Erstgebärende und deren Frucht. Neben „immunologischer Unverträglichkeit“ zwischen Schwangerer und Fetus trägt offenbar auch eine verminderte Prostazyklin und vermehrte Thromboxanbildung zu der Schwangerschaftskomplikation bei. Die Plazenta wird weniger durch blutet, Fibrin lagert sich ab und Endothelien nehmen Schaden. ASS soll das Mißverhältnis der beiden Arachidonsäure-Abkömmlinge ausgleichen (KING, J.F.: Austral. Prescriber [1993], 64 / ati d).
Bereits abgeschlossene kleinere Studien belegen einen Nutzen für Schwangere mit hohem Eklampsierisiko, während weniger gefährdete offenbar nicht von ASS profitieren (PARAZZINI, F. et al.: Lancet
[1993], 396). Wegen des Risikos des erhöhten Blutverlusts unter der Geburt und vorzeitigem Verschluß des Ductus arteriosus wird empfohlen, ASS generell vier bis sechs Wochen vor dem erwarteten Geburtsdatum abzusetzen. Die Einnahme niedriger Dosen erscheint bis eine Woche vor dem wahrscheinlichen Entbindungstermin vertretbar.
Ich hoffe, das alles war jetzt nicht zu viel 
liebe Grüße aus Bonn
Renate