ich habe mal eine ganz bescheidene Frage! Ich habe zwar schon seit 11 Jahren immer Katzen als Haustiere, aber ich bin noch immer nicht dahinter gekommen, warum sie ihren Schwanz jagen.
Ich habe gestern meinen Kater dabei beobachtet. Er tut so, als würde sein Schwanz gar nicht zu seinem Körper gehören. Das ist was, was ich einfach nicht verstehe.
Kann mir das bitte jemand erklären.
Ich weiß zwar das es ein Spiel für die ist und sie sich damit die Zeit vertreiben, aber er hat ja genügend anderes Spielzeug. Ihr wißt schon, meine Ketten, meine Zehen, meine Socken… :c) und natürlich auch ein paar Bälle und Flummis.
der Schwanz–> die unerhörte Bedrohung
Hallo Tanja,
ja, dieses Verhalten ist manchmal irrsinnig witzig! (zumindest für die zuschauenden Dosenöffner)
Ich vermute, dass es sich eine Art *Kurzschlusshandlung* handelt.
Diese Reaktionen habe ich schon mehrmals bei unserem Kater beobachten können:
während der intensiven Körperpflege, scheint die Katze total auf *Relax* geschaltet zu haben, und wenn da der Schwanz zuckt, hakt es aus. Hm, könnte man mit einem nicht so leicht kontrollierbaren Körperteil vergleichen. (der kleine Zeh z.b.)
Und wenn der Schwanz im entscheidenden Moment nicht still hält, wird dies als Akt der Aufbegehrung gewertet, der Spieltrieb kommt einfach raus. Bei einer Katze war das besonders schlimm: während des Putzens, fing dieser Kater an zu mauzen und wirbelte im Kreis herum. Das war schon nicht mehr komisch, er äffte richtig, und war danach meist aus der Puste…Milben, oder Flöhe hatte er nicht.
Ebenso verhält es sich mit schwarzen Punkten an der Wand. (Löcher, wo Schwarzer Dübel drin steckt)
Felix läuft gelassen umher, bis er plötzlich die Wand anspringt. (Um dann mitzukriegen, dass es keine Fliege war)
Ebenso das Ecken hochspringen: Kater sitzt ruhig da, fixiert scheinbar etwas an, ein kurzes *Mauz!*, und schon klebt er mind. einen Meter an der Wand…
Da ‚hakt‘ es hat aus…
Aber jeder hat so seine Macken. *g*
Das mit dem Schwanzjagen ist von Katze zu Katze verschieden…mein Kater Satan tut es nicht. Mein Kater Luzifer (sein Bruder) tut es. Er ist ein wenig „blond“ und ich habe den Eindruck, dass er nicht weiss, dass der Schweif zu ihm gehört. Wir verspotten ihn immer und vermuten, dass er sich - seit seiner Geburt - von diesem „schwarzen Ding“ verfolgt fühlt, dass er nie so richtig sehen kann und das doch immer da ist.
Im Ernst - ich denke, dass es der totale Spiel- und Jagdtrieb ist, der da durchkommt. Luzi ist auch von den beiden der Verspieltere.
Da wir seit kurzem eine „Drittkatze“ haben, diese aber noch zu scheu und verstört ist, um zu spielen, kann ich noch keine Vergleiche ziehen. Aber das kommt ja bestimmt bald.
Ich bin mir nicht sicher…
… wie das bei Katzen ist, aber bei Hunden kann das „Spiel“ ernsthaft in eine Verhaltensstörung ausarten (besonders bei tauben Hunden und Pitbulls oft zu beobachten). Das kann an einer Gehirnstörung liegen (ähnlich Epilepsie). Daran erinnerte mich besonders Schildkrötes Beschreibung von der Katze, die nicht vorhandene Fliegen fangen will bzw. nach dem Schwanzjagen vor lauter Erschöpfung japst. Nicholas Dodman beschreibt solche Verhaltensweisen (Jagd nach eingebildeten Fliegen, Schatten bzw. Lichtstrahlen, dem eigenen Schwanz etc.) in seinem Buch „Hunde, die zuviel bellen - Vom Umgang mit eigenwilligen Hunden“ ISBN 3-548-35852-7 Buch anschauen
Von Dodman gibt’s auch ein entsprechendes Buch über Katzen (heißt glaub ich „Katzen die zuviel kratzen“). Vielleicht schreibt er da auch was über derartiges Verhalten bei Katzen.
Ich wiederhole nochmal: ich weiß nicht, ob man in diesem Punkt Katzen und Hunde vergleichen kann. Es erinnert mich halt nur an das, was ich gelesen habe.
Also, meiner Auffassung ist es keine Verhaltensstörung, sondern ein typisches Domestikationsverhalten. Für mich liegt da ein Unterschied, für andere vielleicht nicht.
Die typische Hauskatze (Wohnungskatze oder nicht ist da egal) zeigt Verhaltensmuster eines KatzenKINDES, auch noch im hohen Alter. Dazu gehört das Miauen, das in dieser Form nur an den/die Bezugsmenschen gerichtet wird. Dazu gehört, sicher allgemein bekannt, der Milchtritt, und Spielmuster wie das Schwanzjagen gehören auch dazu.
Die Katze hat sich im Verlauf der Domestikation Verhaltensweisen „angewöhnt“, die sie bei den Menschen beliebter machen. Kaum ein Haustier sucht von sich aus so intensiv den Körperkontakt zum Menschen. Der Hund als Rudeltier sucht zwar die körperliche NÄHE, aber nicht unbedingt den intensiven KONTAKT. Es ist doch seltsam, daß hier ein Säugetier sich völlig an eine andere Säugetierart anschmiegt, d.h. ja auch, auf jegliche territorialen Ansprüche verzichtet.
Langer Rede kurzer Sinn : Solange Mieze noch Phantasie zeigt und nicht ausschließlich hinter dem Schwanz herkreiselt, ist das einfach artspezifisch aus dem Evolutionsprozeß von Wildkatze zu domestiziertem Tiger light.
Also, don’t panic. Und ich finde so einen plüschigen Pelzkreisel einfach total putzig …
Die Liste der Spielchen läßt sich beliebig erweitern.
Volle Pulle - Ein halbes Dutzend Sprints quer durch die Wohnung ohne ersichtlichen Grund. Vor allem auf Fliesen ist die Traktion hinten nicht so besonders :o)
Phantommäuse - Die Katze beobachtet irgendwas, das sich schnell bewegt, obwohl da garnichts ist.
Raserei
Hi Tomcat!
Du sagst es: diese 5 Minuten Raserei macht mir manchmal richtig Angst!
man sagt ja, dass Katzen so an die 15 Stunden am Tag schlafen, aber wenn Sie dann einmal in Action sind, geht es richtig zur Sache.
Felix’ letzter Schrei ist zur Zeit folgendes:
Vor unserem Rattenkäfig, der 1.80m gross ist, liegt eine Folie, welche auf dem Teppich festgetackert ist, um nicht zu verrutschen. Der eigentliche Sinn dieser Folie liegt darin,dass herausfallende Streu und Heu aufzufangen, und festgetackert auf den Boden zu liegen.
Natürlich will das der Kater gar nicht so recht einsehen, macht es doch so einen Spass, angerannt zu kommen, und auf der Folie vors Gitter zuschlittern. Klar, bei dieser Aktion gehen leider die Befestigungen heraus (mit Nägeln haben wirs auch schon probiert),und nachdem Sie locker ist, kommt Teil Zwei. Felix rast wie wahnsinnig drauf zu, und versucht drunter zu kriechen. Dabei scheint er es wohl sehr komisch zu finden, wie das Nagerstreu sich überall ausser auf der Folie verbreitet! Während er seine *5 Minuten* hat, hocken die Ratzen geschockt auf der obersten Ebene, bis wieder Ruhe ist.