Hallo,
folgender Fall:
Seit einigen Jahren wird ein kleines Telefonserviceunternehmen betrieben. Die Gewinne sind sehr gering und reichen nicht zum leben. Ein kleines Büro wurde angemietet, in welchem der Inhaber nur ca. 1x pro Woche einige Stunden verbringt.
Esarbeiten wechselnd freiberufliche Mitarbeiter, welche auf Provisionsbasis bezahlt werden. Neue Mitarbeiter haben die Wahl zwischen einer festen Einstellung, einer geringfügigen Einstellung oder einer freiberuflichen Einstellung. Fast alle haben sich für die freiberufliche Variante entschieden. Die Freiberufler haben einen Schlüssel und können das Büro nach freiem Ermessen nutzen. Feste Arbeitszeiten, feste Stunden oder sonstige Vorgaben/Kontrollen gibt es keine. Dem Inhaber ist das völlig egal, da ja sowieso nur Provisionen bezahlt wurden und die Firma nur ein „Zubrot“ da stellt. (Wird nichts gearbeitet, muß auch nichts gezahlt werden.) Es gibt Mitarbeiter, welche 2 Monate gar nicht arbeiten und dann wieder ein paar Stunden kommen.
Auf diese Art gibt es sowohl Mitarbeiter, welche einige Tausen Euro im Jahr verdienen, als auch welche die weniger als 100,-- Euro im ganzen Jahr erhalten. Lediglich eine Mitarbeiterin (mit ca. 18.000 Euro/Jahr) hat eine Steuernummer + Bescheinigung vom Finanzamt beim Firmeninhaber abgegeben und erhält Umsatzsteuer. Die anderen verdienen insgesamt ca. 22.000 Euro (also aufgeteilt auf zahlreiche Personen). Dafür muß eine Gutschrift unterschrieben werden. In dieser Gutschrift ist außerdem der Hinweis enthalten, dass die Beträge zu versteuern sind und Umsatzsteuer nur nach Vorlage einer Bescheinigung des Finanzamtes ausgezahlt wird.
Ein paar Mitarbeiter erhalten gleichzeitig Sozialhilfe und geben die Einnahmen dort nicht an. Dies ist dem Firmeninhaber nicht bekannt.
Plötzlich gibt es eine Hausdurchsuchung. Ermittelt wird gegen den Firmeninhaber wegen Steuerhinterziehung, Hinterziehung von Sozialversicherungsbeiträgen und Beihilfe zum Betrug.
Hätte der Firmeninhaber bei dieser Konstellation etwas zu befürchten, oder müßte so ein Verfahren eingestellt werden? Falls ja, was könnte ihm im schlimmsten Fall drohen? Was hat er falsch gemacht?
Das Büro wird kurz nach der Durchsuchung aufgelöst (viel zu wenig Gewinn für viel zu viel Ärger). Es arbeiten aber weiterhin drei Mitarbeiter geringfügig (angemeldet) für den Inhaber von zu Hause. Diese verdienen monatlich weniger als 100,-- Euro. Freiberuflich arbeitet nur noch die Dame mit der Bescheinigung des Fianzamtes für den Firmeninhaber und verdient zwischen 1.500 und 2.000 Euro pro Monat. Liegt auch hier ein Fehlverhalten vor?