Schwarze Verfaerbungen - Behandlung moeglich?

Hi,

ich habe braune/schwarze Verfaerbungen in den Zahnzwischenraeumen und auch an der aeusseren Seite der Backenzaehne, die natuerlich sehr unschoen aussehen. Mein ZA meinte, diese Verfaerbungen koennte man mittels Sandstrahlmethode (?) wegbekommen, kosten wuerde das ca. 70 EUR (das war schon vor 3 J.).

Hat jemand Erfahrungen damit? Wenn die Oberflaeche mit solch einer Methode behandelt wird, macht das den Zahnschmelz nicht kaputt und anfaelliger fuer Karies? Oder die Zaehne danach (auf Dauer) empfindlicher bei Kaltem/Heissem?

Gibt es eine andere Methode?

Gruesse,

Kris

Hat jemand Erfahrungen damit? Wenn die Oberflaeche mit solch
einer Methode behandelt wird, macht das den Zahnschmelz nicht
kaputt und anfaelliger fuer Karies? Oder die Zaehne danach
(auf Dauer) empfindlicher bei Kaltem/Heissem?

Gibt es eine andere Methode?

Gruesse,

Kris

Servus Kris,

es gibt eine - sehr dunkle - Auflagerung auf den Zähnen, die man sehr selten antrifft und die schwierig zu entfernen ist. Ich habe sie noch nie auf der Wurzeloberfläche gesehen, sondern immer nur auf dem Zahnschmelz. Das ist praktisch, weil die weichere Wurzelsubstanz durchaus durch die mechanischen Reinigungsmethoden verändert werden kann. Von der Ästhetik abgesehen: was passiert mit den Zahnoberflächen, wenn man den rauen Dreck nicht entfernt? Genau - der bakterielle Biofilm hält viel besser und beschränkt sich natürlich nicht nur auf die Oberfläche der ‚Verfärbung‘. Also: Du kommst gar nicht um die Entfernung herum!

Methode: man kann die Entfernung manuell vornehmen. Das war früher der einzige Weg. Sie funktioniert, braucht aber viel Zeit. Je nachdem, wieviel Bakterien in Zahnfleischnähe sitzen, wird es auch bluten - das gilt für die alternativen Methoden auch, nur daß man es dabei nicht merkt, denn -

bei der Ultraschallmethode werden ähnliche Instrumente in sehr schnelle, kurze Schwingungen versetzt. Es wird also eigentlich auch die Oberfläche der Zähne abgekratzt, nur mit schnelleren, kürzeren Bewegungen. Dabei wird Wasser auf die Oberfläche gesprüht. Deshalb schmeckt man kein Blut.

Bei der ‚Sandstrahl‘-Methode (Airflow) wird ein aromatisierter Brei aus Natriumkarbonat auf den Zahn geblasen und schmirgelt die Oberfläche ab. Könnte besser schmecken. Dabei wird ständig abgesaugt. Die Zähne fühlen sich konkurrenzlos glatt an und sind es dann auch.

Ein Wort zu den Kosten:

Die ‚Bema‘-Nr. 107, ‚Entfernen harter Beläge, je Sitzung‘ ist eigentlich eine Leistung, die der Vertragszahnarzt gegen Vorlage der Versichertenkarte erbringen muß. Die Vorgehensweise ist nicht vorgeschrieben - die Beläge müssen weg sein. Wenn er Dir Geld abverlangt, muß er einen Mehrwert bieten. Der könnte z.B. in einer ‚professionellen Zahnreinigung‘ bestehen. Dabei wird die bakterielle Plaque (weich, klebrig, bäh) überall entfernt, die harten Beläge sowieso, die Oberflächen werden poliert und fluoridiert. Du bekommst eine individualisierte Unterweisung zur Zahnhygiene, meistens mit fundierten Produktempfehlungen. Das ist IMO locker 70 € wert. Nur für den Leistungsinhalt der Nr. 107 würde ich nix bezahlen, auch wenn sich die Prophylaxeassistentin einen Wolf kratzt mit den altmodischen Handinstrumenten. Anspruch auf Komfort und das ‚Huii‘-Gefühl nach einer professionellen Zahnreinigung hast Du nämlich auch nicht für lau :wink:

Alles glatt und klar?

Kai

Hi Kai,

danke fuer deinen Beitrag. Der ZA sagte mir damals, dass die Kasse das nicht uebernimmt, da nur Aestethik. Da ich in D nicht mehr krankenversichert bin, muesste ich das sowieso selbst zahlen.

Du schreibst, dass man das auf jeden Fall entfernen sollte. Keiner meiner Zahnaerzte hat dies jedoch jemals selbst vorgeschlagen. Dieser eine hatte mir die 70 EUR genannt, weil ich danach gefragt hatte.

Was mir aber wichtig ist, macht das den Zahnschmelz nicht
kaputt und anfaelliger fuer Karies? Oder die Zaehne danach
(auf Dauer) empfindlicher bei Kaltem/Heissem? Koennen Fuellungen dabei beschaedigt werden? Die Kosten kann ich verschmerzen, jedoch nicht, wenn der Zahnschmelz dabei beschaedigt wird (oder die Fuellungen) - vielleicht der Grund, warum ZAe bei Untersuchungen das Entfernen nicht empfehlen?

Gruesse,

Kris

Servus Kris,

Du schreibst, dass man das auf jeden Fall entfernen sollte.
Keiner meiner Zahnaerzte hat dies jedoch jemals selbst
vorgeschlagen. Dieser eine hatte mir die 70 EUR genannt, weil
ich danach gefragt hatte.

Du kannst das selber überprüfen. Wenn Du morgens mit der Zungenspitze sanft über die Zähne fährst, spürst Du, daß die Schmelzoberflächen nicht quietscheglatt sind, sondern daß da ein Film draufsitzt. Wenn nach dem Putzen alle Flächen wieder ganz glatt sind (auch dort, wo die schwarzen Beläge sind), bist Du schon in der Bundesliga und kannst die schwarzen Auflagerungen lassen, wenn sie dich optisch nicht stören. Champions sind mit den Zahnzwischenräumen ebenso erfolgreich. Ich kenne solche Leute - die brauchen auch keine Zusatzversicherung für Zahnersatz und Implantate.

Was mir aber wichtig ist, macht das den Zahnschmelz nicht kaputt und
anfaelliger fuer Karies?

im Prinzip ja. Man kann den Schmelz mit Dentalinstrumenten beschädigen. Es kommt (schon bei der Untersuchung) vor, daß ein Schmelzkristall abgesprengt wird und sich eine ‚Fußbadewanne‘ für Kariesbakterien bildet. Ich bin bereit, für alle Folgeschäden in Deutschland aufzukommen, wenn ich dafür das Geld bekomme, daß der Genuß von Rhabarberkuchen- und die resultierenden Zahnschäden kosten :wink: So eine Bakterien-Kleinfamilie hat ökologisch gesehen keine Sonne, wenn Ernährung und Hygiene einigermaßen stimmen. Im übrigen werden die 'Kratz’instrumente parallel zur Zahnoberfläche gezogen. Fazit: im Labor kann man die Schmelzoberfläche ( Schmelz ist härter als Stahl, die ‚Zahnarztbohrer‘ sind in Wirklichkeit diamantierte Schleifkörper) schon verletzen und das Ergebnis im Rasterelektronenmikroskop zeigen. Bakterielle Plaque hingegen macht zuverlässig den Schmelz kaputt - das Zusammenwirken des Biofilms mit Zucker und Säure (Cola Classic z.B.) entmineralisiert die oberste Schmelzschichz in Sekunden - großflächig.

Oder die Zaehne danach
(auf Dauer) empfindlicher bei Kaltem/Heissem?

Wenn Wurzeloberflächen freiliegen, passiert es, daß die oberste Schicht des Zahnbeins (viel weicher als Schmelz) mit Dentalinstrumenten angeschabt wird. Dann ist es nicht mehr weit, bis zu den mikroskopischen Nervenenden, die die ganze Wurzel durchziehen. Eine sehr eingehende Arbeit darüber findet sich hier:

http://209.85.129.104/search?q=cache:0FTJMQfQ4nUJ:ww…

‚Auf Dauer‘ bleibt dieser Effekt wegen der Ausfällung von schwer löslichen Salzen auf der Dentinoberfläche aber nicht bestehen.

Koennen Fuellungen dabei beschaedigt werden? Die Kosten kann ich
verschmerzen, jedoch nicht, wenn der Zahnschmelz dabei
beschaedigt wird (oder die Fuellungen) - vielleicht der Grund,
warum ZAe bei Untersuchungen das Entfernen nicht empfehlen?

Es wäre gelogen, wenn ich schreiben würde, daß das nicht passieren kann. Der Vorteil einer bakterienarmen und plaquefreien Zahnoberfläche wiegt diesen mehr theoretischen Nachteil bei weitem wieder auf.

Ich werde am nächsten Dienstag in meiner alten Praxis ca. eine Stunde auf dem Behandlungsstuhl bei meiner früheren Prophylaxeassistentin sein. Wenn ich aus diesem Zimmer wieder herauskomme, werde ich dasselbe Garfield-Grinsen auf dem Gesicht haben, wie ich es so oft bei meinen Patienten gesehen habe. Ich gönn’ mir das. Wenn dabei eine Füllung rausfliegen sollte, ist sie wahrscheinlich jetzt schon locker :smile:

Kai

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Ich hab auch solche schwarzen Ränder, die ich durch Airflow beseitigen lasse. Dafür zahle ich ca. 30 €. Die Ränder kommen nach ein bis zwei Jahren wieder. Die Behandlung mit Airflow ist nicht wirklich unangenehm und man hat danach wunderbar glatte Zähne. Die Empfindlichkeit auf heiße oder kalte Speisen ist bei mir dadurch bisher nicht gestiegen.
Was ich gar nicht leiden kann, ist Ultraschallentfernung. Das wenden sie bei mir manchmal für den „letzten Schliff“ an und es fühlt sich etwas wie ein kleiner Presslufthammer an.

Johannes Matschke