Servus Kris,
Du schreibst, dass man das auf jeden Fall entfernen sollte.
Keiner meiner Zahnaerzte hat dies jedoch jemals selbst
vorgeschlagen. Dieser eine hatte mir die 70 EUR genannt, weil
ich danach gefragt hatte.
Du kannst das selber überprüfen. Wenn Du morgens mit der Zungenspitze sanft über die Zähne fährst, spürst Du, daß die Schmelzoberflächen nicht quietscheglatt sind, sondern daß da ein Film draufsitzt. Wenn nach dem Putzen alle Flächen wieder ganz glatt sind (auch dort, wo die schwarzen Beläge sind), bist Du schon in der Bundesliga und kannst die schwarzen Auflagerungen lassen, wenn sie dich optisch nicht stören. Champions sind mit den Zahnzwischenräumen ebenso erfolgreich. Ich kenne solche Leute - die brauchen auch keine Zusatzversicherung für Zahnersatz und Implantate.
Was mir aber wichtig ist, macht das den Zahnschmelz nicht kaputt und
anfaelliger fuer Karies?
im Prinzip ja. Man kann den Schmelz mit Dentalinstrumenten beschädigen. Es kommt (schon bei der Untersuchung) vor, daß ein Schmelzkristall abgesprengt wird und sich eine ‚Fußbadewanne‘ für Kariesbakterien bildet. Ich bin bereit, für alle Folgeschäden in Deutschland aufzukommen, wenn ich dafür das Geld bekomme, daß der Genuß von Rhabarberkuchen- und die resultierenden Zahnschäden kosten
So eine Bakterien-Kleinfamilie hat ökologisch gesehen keine Sonne, wenn Ernährung und Hygiene einigermaßen stimmen. Im übrigen werden die 'Kratz’instrumente parallel zur Zahnoberfläche gezogen. Fazit: im Labor kann man die Schmelzoberfläche ( Schmelz ist härter als Stahl, die ‚Zahnarztbohrer‘ sind in Wirklichkeit diamantierte Schleifkörper) schon verletzen und das Ergebnis im Rasterelektronenmikroskop zeigen. Bakterielle Plaque hingegen macht zuverlässig den Schmelz kaputt - das Zusammenwirken des Biofilms mit Zucker und Säure (Cola Classic z.B.) entmineralisiert die oberste Schmelzschichz in Sekunden - großflächig.
Oder die Zaehne danach
(auf Dauer) empfindlicher bei Kaltem/Heissem?
Wenn Wurzeloberflächen freiliegen, passiert es, daß die oberste Schicht des Zahnbeins (viel weicher als Schmelz) mit Dentalinstrumenten angeschabt wird. Dann ist es nicht mehr weit, bis zu den mikroskopischen Nervenenden, die die ganze Wurzel durchziehen. Eine sehr eingehende Arbeit darüber findet sich hier:
http://209.85.129.104/search?q=cache:0FTJMQfQ4nUJ:ww…
‚Auf Dauer‘ bleibt dieser Effekt wegen der Ausfällung von schwer löslichen Salzen auf der Dentinoberfläche aber nicht bestehen.
Koennen Fuellungen dabei beschaedigt werden? Die Kosten kann ich
verschmerzen, jedoch nicht, wenn der Zahnschmelz dabei
beschaedigt wird (oder die Fuellungen) - vielleicht der Grund,
warum ZAe bei Untersuchungen das Entfernen nicht empfehlen?
Es wäre gelogen, wenn ich schreiben würde, daß das nicht passieren kann. Der Vorteil einer bakterienarmen und plaquefreien Zahnoberfläche wiegt diesen mehr theoretischen Nachteil bei weitem wieder auf.
Ich werde am nächsten Dienstag in meiner alten Praxis ca. eine Stunde auf dem Behandlungsstuhl bei meiner früheren Prophylaxeassistentin sein. Wenn ich aus diesem Zimmer wieder herauskomme, werde ich dasselbe Garfield-Grinsen auf dem Gesicht haben, wie ich es so oft bei meinen Patienten gesehen habe. Ich gönn’ mir das. Wenn dabei eine Füllung rausfliegen sollte, ist sie wahrscheinlich jetzt schon locker 
Kai