Schwedenofen mit KFW 60 zu warm?

Hallo zusammen,

wir bauen in kürze ein Niedrigenergiehaus mit KFW 60 Standard, wobei es nur knapp an 40 vorbeidüst. Jedenfalls wollen wir mit Fussbodenheizung und Luft-Wasser-Wärme-Pumpe in Verbindung mit einer kontrollierten Wohnraumlüftung KWL heizen (Tecalor THZ 303 oder 403, 175m²). Den Wohn-Ess-Kochraum mit insgesamt ca. 55m² wollen wir event. mit einem Schwedenofen heizen.

Jedenfalls überlegen wir, ob das überhaupt Sinn macht, oder ob es zu schnell zu warm damit wird? Damit man das Feuer schön flackern sieht muss man ja doch immer wieder nachlegen, ein Bekannter meinte, bei ihm zu Hause müsste der dann ein Fenster öfnen, weil es anders nicht auszuhalten ist.

Habt Ihr da vielleich Erfahrungswerte? Wird es zu heiss?

Danke und viele Grüße, Josef.

Hallo,

und Luft-Wasser-Wärme-Pumpe

Darüber solltet Ihr nochmal genau nachdenken. Die Luft ist genau dann kalt, wenn die meiste Wärme benötigt wird, was den Wirkungsgrad komplett vor die Wand fährt.

Jedenfalls überlegen wir, ob das überhaupt Sinn macht, oder ob
es zu schnell zu warm damit wird?

Wird es bestimmt. So kleine Öfen gibt es gar nicht, dass man eine Niedrigenergiehaus damit nicht überheizen würde. Wir haben den kleinsten Kaminofen, den wir finden konnten (5kW), damit halten wir es in einem weit schlechter gedämmten Haus (allerdings nur etwa 35qm) nur bei offener Tür im Wohnzimmer aus. Und das Feuer durch irgendeine Regelung zu dämpfen (also ihm die Luftzufuhr drosseln) ist das schlimmste, was man dem Kamin, dem Schornstein und der Umwelt antun kann.

Denkt mal über einen Kaminofen mit Wassertaschen nach, da sieht man auch das Feuer, aber die Energie geht zumindest zum Teil in die Brauchwassererwärmung und nicht komplett ins Zimmer. Nachteil: er heizt langsamer auf.

Gruß
loderunner

Hallo,

und Luft-Wasser-Wärme-Pumpe

Darüber solltet Ihr nochmal genau nachdenken. Die Luft ist
genau dann kalt, wenn die meiste Wärme benötigt wird, was den
Wirkungsgrad komplett vor die Wand fährt.

Ganz meine Meinung, aber dann kann der Schwedenofen sich ja mal austoben.

Denkt mal über einen Kaminofen mit Wassertaschen nach, da
sieht man auch das Feuer, aber die Energie geht zumindest zum
Teil in die Brauchwassererwärmung und nicht komplett ins
Zimmer. Nachteil: er heizt langsamer auf.

Ganz spontan würde ich das so machen, daß man das Wasser in einen Pufferspeicher pumpt, während der Ofen aus ist oder anheizt. Das Ganze wiederzubefüllen und zu entlüften dürfte dann aber auch nicht trivial sein. Wie gesagt nur eine Idee, derer sich vielleicht mal jemand annehmen könnte, der was davon versteht (falls noch niemand drauf gekommen ist, ist es hiermit veröffentlicht und nicht mehr patentierbar).

Und noch eine vielleicht dumme Frage hinterher. Woher nimmt so ein Ofen in einem (fast 100%) luftdichten Haus die Verbrennungsluft?

Cu Rene

Hallo loderunner,

und Luft-Wasser-Wärme-Pumpe

Darüber solltet Ihr nochmal genau nachdenken. Die Luft ist
genau dann kalt, wenn die meiste Wärme benötigt wird, was den
Wirkungsgrad komplett vor die Wand fährt.

Das ist so in etwa auch mein Gedankengang, aber was ist die ALternative, wenn Erdwärme nicht funktioniert oder zu teuer ist und mann trotzdem keinen Heizbrenner haben mag (egal womit der dann gefüttert wird)?

fragende Grüße,

Ralph

Hallo,

Denkt mal über einen Kaminofen mit Wassertaschen nach, da
sieht man auch das Feuer, aber die Energie geht zumindest zum
Teil in die Brauchwassererwärmung und nicht komplett ins
Zimmer. Nachteil: er heizt langsamer auf.

Ganz spontan würde ich das so machen, daß man das Wasser in
einen Pufferspeicher pumpt, während der Ofen aus ist oder
anheizt.

Äh - das macht man eigentlich genau andersrum. Man stellt irgendwo einen Pufferspeicher auf, in dem das Brauchwasser erwärmt und warm gehalten wird. Und zwar mittels mehrerer Wärmetauscher - je einer für Zentralheizung, Solarpanel, Kaminofen (wenn vorhanden). Immer, wenn einer der ‚Lieferanten‘ liefern kann, schaltet sich eine Pumpe für den entsprechenden Kreislauf ein, was den Puffer dann aufheizt.

Alternativ kann man das auch zweistufig gestalten - einen Brauchwasserspeicher und einen Pufferspeicher nur für den Kamin. Hat den Vorteil, dass weniger Brauchwasser bevorratet wird - Stichwort Legionellen. Nachteil ist ein weiterer Wärmetauscher und noch eine Pumpe. Das weiß dann der Fachmann vor Ort, der eine Energieberechnung durchführt.

Das Ganze wiederzubefüllen und zu entlüften dürfte
dann aber auch nicht trivial sein.

Nene, das ist jeweils ein eigener, abgeschlossener Kreislauf. Wie auch bei einer Standard-Zentralheizung, da läuft ja auch das Heizungswasser in einem Nebenkreislauf durch einen Wärmetauscher im Boiler. Natürlich braucht man auch jeweils ein Ausdehnungsgefäß.

Noch nicht erwähnt habe ich die Übertemperatursicherung eines solchen Kaminofens - dafür gibt es zwei weitere Anschlüsse, für (kaltes) Leitungswasser und Ablauf.

Und noch eine vielleicht dumme Frage hinterher. Woher nimmt so
ein Ofen in einem (fast 100%) luftdichten Haus die
Verbrennungsluft?

Man macht mittlerweile einen Zuluftanschluss entweder durch einen zweiten Zug im Schornstein oder durch eine Rohrleitung unter dem Fußboden. Luft aus dem Zimmer wird da nicht mehr benötigt.

Gruß
loderunner (kein Experte, nur interessierter Laie)

Hallo,

aber was ist die
ALternative, wenn Erdwärme nicht funktioniert oder zu teuer
ist und mann trotzdem keinen Heizbrenner haben mag (egal womit
der dann gefüttert wird)?

Tja, da könnte man dann über richtig viele Solarpanels nachdenken in Verbindung mit einer Elektro-Zusatzheizung für Extremfälle. Wobei ich den ‚Heizbrenner‘ immer noch bevorzugen würde.

Von einer Luft-Wärmepumpe halte ich genau gar nichts. Die Erd-Wärmepumpe bekommt auch im tiefsten Winter noch etwa 8…10°C angeboten, die Luftwärmepumpe dagegen auch mal heftigen Frost. Und das über längere Zeit. Fällt das Duschen dann aus Kostengründen aus? Nein, danke.
Gruß
loderunner (kein Experte, nur interessierter Laie)

Danke für die posts

die Luft-Wasser-WP ist tatsächlich das günstigste in der Anschaffung und im Unterhalt so geringfügig teuerer, dass es wirklich kaum lohnt. Wir haben lange verglichen und viel gerechnet. Zudem da ja nach ca. 20 jahren jede Heizung ersetzt werden muss/soll.

Und um die Diskussion nicht in die falsche Richtung zu lenken, Solar, Photovoltaik, Pufferspeicher für Brauchwasser druch Schwedenofen etc hört sich gut an, wollten wir alles, habens durchgerechnet und dann lachend gestrichen. Es lohnt sich wirklich nicht, auch wenn es auf den ersten und zweiten Blick danach aussieht.

Die Frage ist vielmehr so gemeingt, als ob der Schwedenofen, ohne Brauchwasseraufheizung - die ebenfalls soviel kostet, dass man ähnlich zu Solarpanels nicht von wirtschaftlichen sprechen kann - lohnt? Es wird ein Fertighaus in Holzständerbauweise, sodass die Wände auch nur minimal Wärme aufnehmen. Daher ist die „Befürchtung“, dass es einfach zu warm wird und die 8.000 Euro für Schornstein, Ofen etc. mehr oder weniger rausgeworfen sind.

Hat jemand - bzgl. dem „Zuviel“ an Wärme tatsächliche Erfahrungswerte?

Besten Dank - Gruss Josef.

Hallo,

einen Pufferspeicher pumpt, während der Ofen aus ist oder
anheizt.

Da habe ich vielleicht nicht genau rübergebracht, was ich mir vorstelle. Ich meine das Wasser aus dem Wärmetauscher am Ofen „abzupumpen“, damit es nicht erwärmt werden muß, wenn der Ofen anheizt und erst wieder einfüllen, wenn man die „Wohlfühltemperatur“ erreicht hat. Also eine geringere Wärmekapazität am Anfang zu haben.

Und noch eine vielleicht dumme Frage hinterher. Woher nimmt so
ein Ofen in einem (fast 100%) luftdichten Haus die
Verbrennungsluft?

Man macht mittlerweile einen Zuluftanschluss entweder durch
einen zweiten Zug im Schornstein oder durch eine Rohrleitung
unter dem Fußboden. Luft aus dem Zimmer wird da nicht mehr
benötigt.

Das muß man aber auch erstmal einplanen, nachträglich ist das bestimmt nicht so einfach.

Cu Rene

Hallo,

… und im Unterhalt so geringfügig teuerer, dass es
wirklich kaum lohnt…

Mag ja alles sein, und für einen Stadtmenschen (so deute ich es immer, wenn Leute nicht wissen, was ein richtiger Stromausfall ist) sicher plausibel. Wie sich die Strompreise entwickeln ist genauso schwer vorherzusagen, wie alle anderen Preise für Heizstoffe…
Ich würde mir immer eine zweite, unabhängige Heizmöglichkeit vorsehen, mit der man wenigstens einen Teil des Hauses warm halten kann. Bei so gut isolierten Häusern kommt man aber sicher auch mal den einen oder andern Tag ohne Heizung aus, ohne zu frieren. Aber wer dann keinen Gasherd (oder eben Holzofen) hat, kann sich ohne Strom noch nicht mal was warmes zu Essen machen.

Cu Rene

Das Haus kühlt bei -10° um tägl. ca. 1 bis 1,5 Grad ab, und wenn so lange der Strom ausfällt (4h sind kein Problem, solange sollte die Anlage sogar puffern können) haben wir andere Probleme. Ne das was wäre wenn aber doch einmal irgendwie… macht keinen Sinn wenns um so viel Geld geht. Und glaub mir ich bin kein Stadtmensch und hab bisher nie länger als 30 Min. auf Strom verzichten müssen, und da waren Sommergewitter dafür verantwortlich. Da war uns allen die Heizung wurscht, da hatten wir eher Angst um die Gefiersachen :wink:

Zurück zum Thema bitte. Gruss Josef.

Hallo,

Ich meine das Wasser aus dem Wärmetauscher am Ofen
„abzupumpen“, damit es nicht erwärmt werden muß, wenn der Ofen
anheizt und erst wieder einfüllen, wenn man die
„Wohlfühltemperatur“ erreicht hat. Also eine geringere
Wärmekapazität am Anfang zu haben.

Interessant, könnte man drüber nachdenken. Ich denke aber, dass das den Aufwand nicht lohnt.

Man macht mittlerweile einen Zuluftanschluss entweder durch
einen zweiten Zug im Schornstein oder durch eine Rohrleitung
unter dem Fußboden. Luft aus dem Zimmer wird da nicht mehr
benötigt.

Das muß man aber auch erstmal einplanen, nachträglich ist das
bestimmt nicht so einfach.

Es hört sich für mich so an, als wäre das Haus noch in der Planungsphase.
Gruß
loderunner