Hi
ich lese gerade einen Roman von Hakan Nesser. Ich finde es ziemlich merkwürdig, wie die Kollegen sich da anreden. Die sprechen sich oft in der 3. Person an, z.B. „Wie geht es dem Kommissar?“ statt wie geht es dir/Ihnen
oder
„Ich gehe davon aus, dass der Kommissar sich an ihn erinnert?“ (direkte Frage an den Kommissar)
oder
„Was will der Inspektor damit sagen?“ (direkte Frage an den Inspektor).
Sprechen die Leute in Schweden tatsächlich so komisch?
Gruß
Nelly
Hallo Nelly!
Sprechen die Leute in Schweden tatsächlich so komisch?
Nein, im Gegenteil. Selbst Kinder duzen wildfremde erwachsene Personen (bis auf das Staatsoberhaupt, meines Wissens).
Gruß,
Steffen
Hi Nelly,
bei Hâkan Nesser ist manches ein bisschen anders
„van Veteren“ ist auch nicht gerade ein typisch schwedischer Name, genauso wenig wie „Münster“.
Normalerweise reden sich in Schweden alle Leute mit „du“ an. Mir wurde erklärt, dass wenn man jemanden besonderen Respekt erweisen will - vielleicht dem Staatsoberhaupt? - würde auch das „Ni“ benutzt, was dem deutschen „Sie“ entsprechen würde.
Allerdings habe ich auch schon solche Redewendungen gehört, dass „Peter“ gefragt wird: „hur är det med Peter?“, wobei Peter dann wortwörtlich übersetzt schon
in der dritten Person angesprochen würde. Ich würde es als „Mensch, Peter, was machst Du den so?“ übersetzen.
Ein Muttersprachler kann das aber sicher besser erklären. Ich bin keiner 
Liebe Grüße
usch
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Hi,
duzen tun die sich auch. Trotzdem reden die sich ab und zu so komisch an.
Gruß
Nelly
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Hi,
bei Hâkan Nesser ist manches ein bisschen anders
„van
Veteren“ ist auch nicht gerade ein typisch schwedischer Name,
genauso wenig wie „Münster“.
Ich hab mich auch schon gefragt, ob der Typ im Original auch Münster heißt, oder ob der Name eingedeutscht wurde. Auch viele andere Namen dort kommen mir irgendwie nicht schwedisch vor, eher Niederländisch oder deutsch.
Normalerweise reden sich in Schweden alle Leute mit „du“ an.
Die reden sich auch mit du an, und trotzdem ab und zu in der 3. Person.
Gruß
Nelly
Das habe ich eben bei Wikipedia gefunden:
„Als Schauplatz für die Romane der Van Veeteren-Reihe hat Nesser ein zwar europäisch anmutendes, aber doch fiktives Land mit der Hauptstadt Maardam konstruiert. Allerdings weisen die Orts- und Personennamen neben der Erwähnung von Grachten, Hausbooten und der Währung Gulden auf die Niederlande als Vorbild für dieses fiktive Land hin.“
Das erklärt natürlich einiges, allerdings nicht die komischen Anreden. Oder ist sowas etwa in den Niederlanden üblich? Davon ahbe ich aber noch nie was gehört.
Gruß
Nelly
Hallo Nelly,
ich hab mal in seiner Biografie nachgelesen. Das ist wohl gewollt, dass man Maardam nicht einem bestimmten
Land zuordnen kann.
Denn auf seiner homepage steht u. a. zu lesen:
… „die 10 Bücher mit Kommisar Van Veetern und seine Kollegen in der fiktiven Stadt Maardam, irgendwo in Nordeuropa. …“
Liebe Grüße
usch
Hallo,
also ich habe noch keinen Nesser gelesen.
Übersetzungen von einer Sprache in eine andere sind halt immer so eine Sache (manchmal blickt es ein Übersetzer auch nicht richtig).
Also das mit der 3. Person ist auch mir neu - da müßte man den Kontext ein bischen besser kennen - vielleicht ist es ein Stilmittel.
Deutsche sprechen ja auch manchmal etwas ungewöhnlich, um damit etwas „lustiger“ zu wirken.
Da sich im Schwedischen halt alle i.d.R. duzen, kann das auch etwas absichtlich witzig gemeint sein. So wenn man zu einem Kollegen geht und fragt, ob ihre Heiligkeit einen Kaffee möchte.
Oder der Fragesteller soll absichtlich etwas merkwürdig wirken.
Vor Gericht und dem König duzt man vielleicht nicht - aber sonst eigentlich immer (so ganz alte Schweden mögen u.U. das Du nicht - habe ich aber noch nicht live erlebt).
Im Schwedischen geht „dem Kommissar“ auch leichter über die Lippen, da der/die/das usw. als Endung nur angehängt werden (also nur „kommissarien“).
Man spricht Schwedisch auch „anders“ als Deutsch - einfachere, kurze Sätze. Also sucht sich ein Schwede dann u.U. andere Stilmittel als ein Deutscher mit seinen ewig langen Schachtelsätzen.
Kann auch sein, dass hier ein gewisser persönlicher Abstand zweier Personen dargestellt werden soll. Wenn sich alle in kurzen Sätzen duzen, muss man sich für den Abstand zueinander etwas einfallen lassen.
Siezen ist grundsätzlich dazu eher unpassend, da eher altmodisch bewertet (nicht distanzierend).
Grüße
Michael