Schweigen

Hi Forum,

ich hab da einen wunden Punkt und würd am liebsten weit weglaufen, wenn mir an der Stelle etwas weh tut, dichtmachen und weglaufen. Trotzdem winde ich mich hin und her, um den wunden Punkt endlich
mal vernünftig zuzukleben. Das gelingt womöglich mit Zeit und Sorgfalt, es ist auf jeden Fall mit viel Aufwand verbunden. Also heißt es Ruhe bewahren, dableiben und gelassen reden über das, was weh tut. Damit tu ich mir selbst weh und steh da dauerverletzt und immernoch verwundbar. Nichts ist richtig zugeklebt.

Mein wunder Punkt ist, dass ich nicht reden kann, wenn ich ausgeschlossen bin, wenn ein Mensch den Kontakt zu mir abbricht, wenn keine Zeit für mich da ist, wenn ich überflüssig oder störend bin, wenn anderes wichtiger ist, wenn ich allein bin und mir das weh tut.

Dann fällt es mir schwer auf mich aufmerksam zu machen und wenn ich’s doch tu, hör ich das, was mir weh tut, dass keine Zeit für mich da ist, dass ich störe und allein klarkommen soll.

Wenn ich dicht mache, ist alles viel einfacher, dann nennt man mich Smilie-Face, mit mir ist alles so unkompliziert und angenehm. Nur ich, ich hab schon wieder nichts gesagt und weiß doch auch, dass nichts echt ist, dass wieder eine Lüge im Raum steht, an die keiner glauben kann.

Bloß weil geschwiegen wird, gibt es den anderen im Raum überhaupt noch. Weil der andere die heiße Luft nicht glaubt, die er mit seinen schiefen Komplimenten macht, weil er doch genauso ist wie ich und um Achtung ganz jämmerlich kämpft.

Wie kann ich daran glauben, was ich zu sagen habe

Danke

Sprite

Hallo Sprite

Hi Forum,

ich hab da einen wunden Punkt und würd am liebsten weit
weglaufen, wenn mir an der Stelle etwas weh tut, dichtmachen
und weglaufen. Trotzdem winde ich mich hin und her, um den
wunden Punkt endlich
mal vernünftig zuzukleben. Das gelingt womöglich mit Zeit und
Sorgfalt, es ist auf jeden Fall mit viel Aufwand verbunden.
Also heißt es Ruhe bewahren, dableiben und gelassen reden über
das, was weh tut. Damit tu ich mir selbst weh und steh da
dauerverletzt und immernoch verwundbar. Nichts ist richtig
zugeklebt.

Du mußt den Leuten sagen, was Dir weh tut und warum. Warum bist Du denn so verwundbar?

Mein wunder Punkt ist, dass ich nicht reden kann, wenn ich
ausgeschlossen bin, wenn ein Mensch den Kontakt zu mir
abbricht, wenn keine Zeit für mich da ist, wenn ich
überflüssig oder störend bin, wenn anderes wichtiger ist, wenn
ich allein bin und mir das weh tut.

Kannst Du mit den Leuten nicht darüber reden oder allgemein nicht? Ich muß Dir jetzt aber auch sagen, daß kein Mensch auf dieser Welt überflüssig ist.

Dann fällt es mir schwer auf mich aufmerksam zu machen und
wenn ich’s doch tu, hör ich das, was mir weh tut, dass keine
Zeit für mich da ist, dass ich störe und allein klarkommen
soll.

Wer sagt das? Eltern, Geschwister, Kollegen oder wer? Und warum sagen sie es? Frage sie mal, was sie daran stört, wenn Du mit denen reden willst. Schreibe Deine Fragen vorher auf einen Zettel, dann tust Du Dir beim Reden sicher leichter. Oder telefoniere mal mit jemanden von diesen Leuten. Dann stehst Du ihnen nicht direkt gegenüber. Ist manchmal auch einfacher, wenn man dem anderen dabei nicht in die Augen schauen muß.

Wenn ich dicht mache, ist alles viel einfacher, dann nennt man
mich Smilie-Face, mit mir ist alles so unkompliziert und
angenehm. Nur ich, ich hab schon wieder nichts gesagt und weiß
doch auch, dass nichts echt ist, dass wieder eine Lüge im Raum
steht, an die keiner glauben kann.

Weiß Du, wenn Du dicht machst, dann wissen die Leute nicht, wie weh Dir das tut. Sage es ihnen einfach ohne Umschweife. Schweigen bringt in diesem Fall nichts.

Bloß weil geschwiegen wird, gibt es den anderen im Raum
überhaupt noch. Weil der andere die heiße Luft nicht glaubt,
die er mit seinen schiefen Komplimenten macht, weil er doch
genauso ist wie ich und um Achtung ganz jämmerlich kämpft.

Das verstehe ich jetzt nicht.

Wie kann ich daran glauben, was ich zu sagen habe

Indem Du Dich nicht selber anlügst und Dich traust, den anderen die Wahrheit zu sagen.

Danke

Bitte

Sprite

Mit freundlichen Grüßen

Susanne

Hi Susanne,

Du mußt den Leuten sagen, was Dir weh tut und warum. Warum
bist Du denn so verwundbar?

Ich bin so verwundbar, weil ich so wie ich bin als störend empfunden werde. Es tut mir weh, wenn man mich anschreit, mich wegschickt, mich ignoriert, mir sagt, dass ich viel zu empfindlich bin und alles verdreht darstelle und prinzipiell keine Kritik zu äußern habe, weil es schließlich an mir liegt, wenn ich nichts als Stress verbreite.

Es tut mir weh, dass ich mich von vorneherein zu fügen habe oder sonst gleich verschwinden kann, auf alle Fälle soll ich die Klappe halten, damit Ruhe ist.

Kannst Du mit den Leuten nicht darüber reden oder allgemein
nicht?

Es ist beides. Ich darf mich nicht äußern, es wäre Anmaßung oder Undank und wenn ich mir sicher bin, dass der andere sich irrt und mich und meine Schwächen kennen und respektieren sollte, ich also etwas sagen muss, dann tue ich es lange Zeit nicht und wenn doch, geht alles schief und der alte Vorwurf ist wieder hergestellt: wie kannst du nur so etwas sagen.
Ich hab gelegentlich versucht, das Thema ganz vorsichtig anzuschneiden, hab erwähnt, dass ich sehr unsicher bin und mich für die schönen Momente bedanken will, die mir sehr viel bedeuten und dass es mir noch sehr viel mehr bedeuten würde, wenn ich jemanden hätte, mit dem ich gemeinsam meine Unsicherheiten bereden kann. Dannn bedankt man sich für das Kompliment und erklärt mir, dass ich meine Probleme selbst lösen muss.

Ich muß Dir jetzt aber auch sagen, daß kein Mensch auf
dieser Welt überflüssig ist.

Das empfinde ich anders. Ich kann deine Aussage aber in sofern nachvollziehen, dass Menschen Aggresoren sind und im gegenseitigen Wechsel ihrer Gemeinheiten einen anderen Menschen als Abriebfläche brauchen, von daher sind Menschen voneinander abhängig und entsprechend auch nicht überflüssig, zumindest erfüllen sie einen Moment lang eine Funktion.

Dann fällt es mir schwer auf mich aufmerksam zu machen und
wenn ich’s doch tu, hör ich das, was mir weh tut, dass keine
Zeit für mich da ist, dass ich störe und allein klarkommen
soll.

Wer sagt das? Eltern, Geschwister, Kollegen oder wer? Und
warum sagen sie es? Frage sie mal, was sie daran stört, wenn
Du mit denen reden willst.

Ja, Eltern, Geschwister, Kollegen, Lebenspartner, Freunde. Es stört sie, dass ich ihnen die Zeit für andere Dinge nehme oder ihnen Freiheiten durch meine Anwesenheit unmöglich mache, oder ich allgemein als zu niedrig in meiner Funktion einzustufen bin, als dass man einen Nutzen davon hätte, sich mit mir zu befassen.

Ich empfinde die Funktionalisierung von Menschen als sehr belastend, es nimmt mir die Luft zum Atmen, die spontane Freude an allem. Menschen reagieren willenlos, weil sie eigentlich etwas anderes wollten. Dieses Umfeld bekommt mir nicht, in diesem Punkt bin ich mir sicher. Und dennoch ist Weglaufen oder Dichtmachen nicht die Lösung? Auch keine kritische Haltung, die mich wieder isoliert?

Schreibe Deine Fragen vorher auf
einen Zettel, dann tust Du Dir beim Reden sicher leichter.
Oder telefoniere mal mit jemanden von diesen Leuten. Dann
stehst Du ihnen nicht direkt gegenüber. Ist manchmal auch
einfacher, wenn man dem anderen dabei nicht in die Augen
schauen muß.

Die direkte Konfrontation mit meinem Gegenüber ist nicht das wovor ich Angst habe, sondern die Konsequenz, die der andere zieht. Es belastet mich, dass ich als Konkurrenz im persönlichen Überlebenskampf empfunden werde, als Belastung, die andere davon abhält, schön geschmeidig durch’s Leben zu gleiten. Mir wird Stärke vorgeworfen und, dass ich mir einen gemeinen Vorteil zu verschaffen suche, wenn ich mich als schwach darstelle.

Weiß Du, wenn Du dicht machst, dann wissen die Leute nicht,
wie weh Dir das tut. Sage es ihnen einfach ohne Umschweife.
Schweigen bringt in diesem Fall nichts.

Das sehe ich auch so. Ich wünschte bloß, dass ich nicht als vorwurfsvoll verstanden würde, wenn ich etwas sage. Es ist nicht schön als Nestbeschmutzer oder als undankbar hingestellt zu werden, als vereinnahmend eifersüchtig und paranoid. Ich kann so sanft sagen wie ich will, was mich verunsichert, die Reaktion ist immer Liebesentzug, Ignoranz oder Anschreien.

Bloß weil geschwiegen wird, gibt es den anderen im Raum
überhaupt noch. Weil der andere die heiße Luft nicht glaubt,
die er mit seinen schiefen Komplimenten macht, weil er doch
genauso ist wie ich und um Achtung ganz jämmerlich kämpft.

Das verstehe ich jetzt nicht.

Wenn ich mein Schweigen breche, wird Tacheles mit mir geredet, dann waren die netten Aufmerksamkeiten nur kleine Gesten aus Mitleid und ich soll mir bloß nichts darauf einbilden, weil der andere mich übervorteilt sieht, wenn ich durch ihn Selbstvertrauen finde. Ich glaube, dass ich von Menschen umgeben bin, die genauso misstrauisch sind, wie ich mich daher bekämpfen.

Wie kann ich daran glauben, was ich zu sagen habe

Indem Du Dich nicht selber anlügst und Dich traust, den
anderen die Wahrheit zu sagen.

Wie kann ich die drohende Katastrophe vermeiden, dass ich wieder bestraft werde für meinen Undank, die indirekten Vorwürfe, die ich mir gefälligst selbst zu machen habe, weil ich nicht mit mir klar komme.
Woran kann ich im Vorfeld erkennen, ob jemand mich belügt und mir bald weh tun will, weil er es mit mir und meinem Misstrauen nicht aushält.
Wie kann ich so viel Vertrauen gewinnen, dass ich von anderen unabhängig bin, wenn schon dieser Wunsch nach Unabhängigkeit genau bezeichnet, dass ich mich diesem ewigen Konflikt mit anderen nicht länger stellen will und mich wieder verschanze, dort wo keiner hinkommt und mir keiner weh tun kann außer mir selbst.

Danke Susanne

LG
Sprite

Hi Sprite,
das was du da schreibst kommt mir sehr bekannt vor
„Ich muss immer den Clown spielen, darf niemals Wiederworte geben und muss all meine Bedürfnisse zurückstecken, sonst mag mich keiner mehr“

Hallo Sprite, nachdem ich mich bisher durch die Mails hierzu gelesen hab, hab ich einen gewissen Eindruck von dir gewonnen, der über die ViKa nur bestätigt wurde. Und ich fürchte du bist nnicht ebebfalls verunsichert, wennich 2Tacheles" mit dir rede. Aber das was ich dir sage, solltest du als Grundlage/Anregung für eine Therapie nehmen.
Zum einen scheinst du (vermutlich Berufsbezogen als Schauspielerin) deine Wirkung auf andere völlig überzubewerten.

Es interessiert andere nicht, wie sehr du dich zurückgesetzt fühlst, was sie interessieren würde wäre, wenn ihr gemeinsam eine Meinung teilen würdet (zB. bei einem Wettbewerb nicht jammern, Der hat mich schon wieder nicht weiterkommenlassen, der mag mich nicht; sondern eher Tratschen: wieso hat er denn die xy nicht weiterkommen lassen, deren Arbeit hatte doch was, war mal was anderes, etc. Was hälst du denn von xy’s Video? Ach das fandste denn nicht so doll, naja aber ist dir dieses kleine Highlight dabei überhaupt aufgefallen… )So kommt man eher ins Gespräch: jedenfalls wenn man weiss wovon man redet, nicht so wie ich grad ohne Plan.

Auch werden andere vermutlich nicht dauernd an dich und deine Wirkung denken, nicht mal wenn du daneben stehst, da sie andere Probleme haben.
da hast du glaub ich ein Problem mit dem Verständins für die anderen und auch mit Konkurenzdenken („ich Glaube alle anderen fühlen sich besser als ich“, bist du dir da sicher? vielleicht sind sie nur Selbstsicher oder selbstbezogen und du bist es eben nicht, du vergleichst dich mit ihnen und DU bist dann diejenige, die sich minderwertig fühlt.)

Und zur Krönung vergraulst du dann die potentiellen Gesprächspartner noch mit deinem Selbstmitleid.

Versuch dir wirklich mal andere Themen zu suchen, zB. die Kunst von anderen(nicht nur der konkurenz, sondern auch mal Klassiker), die Auststellungstechnik (ist das nicht grauenhaft wie die die monitore installiert haben?)oder irgendetwas ganz anderes (das Wetter, Städte und andere Schön- oder Scheußlichkeiten.)

Und dann hielt ich einen Satz noch für sehr denkwürdig, insbesondere das Ende

und ich soll mir bloß nichts darauf einbilden, weil der andere mich :übervorteilt sieht, wenn ich durch ihn Selbstvertrauen finde.

Kann es sein, dass du versuchst die anderen zu instrumentalisieren. Brauchst du womöglich die anderen zum Unglücklichsein? Dann echt ab mit dir zum Psychol. das ist selbstzerstörerisch. Was ist wenn du all diejenigen ebenso ignorierst, dann wirst du erst mal eine Zeitlang keine Freunde haben, aber das kommt wieder. zB. über die besagten anderen interessen, die du aufbauen solltest. Wenn du dich erst mal über Banalitäten (Wo ist denn hier die Kaffeemaschine, waren Sie schon mal in Wien…) unterhalten kannst, findest du irgendwann auch wieder Leute, mit denen du dich über deine Kunst unterhalten kannst, und dann irgendwann auch um das schreiende Unglück der Welt.
Aber dazu ist es echt nötig, dass du dich erst mal selbst definierst, ohne die anderen.

Das erwähnte Misstrauen und die Ich-bezogenheit mit dichtmachen beim kleinstennegativen Feedback lassen mich durchaus auch an eine Borderline-Persönlichkeit denken, aber dass sollte doch lieber ein Psychologe herausfinden. Dazu muss man sich nicht schnippeln, wär aber auch ziemlich typisch.

Gruß Susanne

Hi Susanne,

Guten Abend Sprite,

ich versuche, so gut wie möglich zu antworten.

Ich bin so verwundbar, weil ich so wie ich bin als störend
empfunden werde. Es tut mir weh, wenn man mich anschreit, mich
wegschickt, mich ignoriert, mir sagt, dass ich viel zu
empfindlich bin und alles verdreht darstelle und prinzipiell
keine Kritik zu äußern habe, weil es schließlich an mir liegt,
wenn ich nichts als Stress verbreite.

Na ja, daß Du so empfindlich bist, liegt am Charakter eines Menschen und den kann man ja nicht ändern. Ich finde, daß sich die Leute halt auch darauf einstellen sollten und Dich nicht gleich anschreien, wenn was ist, weil sie ja eigentlich wissen, daß Du empfindlich bist. Es heißt ja nicht umsonst: Der Ton macht die Musik.
Wieso verbreitest Du nur Stress? Du hast doch bestimmt auch nette Seiten. Es gibt aber auch Leute, die empfindliche Personen ganz gerne niedermachen. Ich kenne sowas auch. Da nimmt man Rücksicht und wird dafür ganz übel beschimpft.

Es tut mir weh, dass ich mich von vorneherein zu fügen habe
oder sonst gleich verschwinden kann, auf alle Fälle soll ich
die Klappe halten, damit Ruhe ist.

Das finde ich furchtbar. Jeder darf seine Meinung sagen auch Du.

Es ist beides. Ich darf mich nicht äußern, es wäre Anmaßung
oder Undank und wenn ich mir sicher bin, dass der andere sich
irrt und mich und meine Schwächen kennen und respektieren
sollte, ich also etwas sagen muss, dann tue ich es lange Zeit
nicht und wenn doch, geht alles schief und der alte Vorwurf
ist wieder hergestellt: wie kannst du nur so etwas sagen.
Ich hab gelegentlich versucht, das Thema ganz vorsichtig
anzuschneiden, hab erwähnt, dass ich sehr unsicher bin und
mich für die schönen Momente bedanken will, die mir sehr viel
bedeuten und dass es mir noch sehr viel mehr bedeuten würde,
wenn ich jemanden hätte, mit dem ich gemeinsam meine
Unsicherheiten bereden kann. Dannn bedankt man sich für das
Kompliment und erklärt mir, dass ich meine Probleme selbst
lösen muss.

Na gut, Probleme muß man selber lösen. Aber wenn die anderen auf Deinen Gefühlen herumtanzen, sind die das Problem.
Kann es sein, daß Du ein sehr direkter Mensch bist, der keinen Blatt vor dem Mund nimmt, wenn ihm etwas gegen den Strich geht? Und immer das sagt, was er sich denkt? So bin ich nämlich, und das nehmen einem die Mitmenschen meistens krumm.

Das empfinde ich anders. Ich kann deine Aussage aber in sofern
nachvollziehen, dass Menschen Aggresoren sind und im
gegenseitigen Wechsel ihrer Gemeinheiten einen anderen
Menschen als Abriebfläche brauchen, von daher sind Menschen
voneinander abhängig und entsprechend auch nicht überflüssig,
zumindest erfüllen sie einen Moment lang eine Funktion.

Das stimmt. Menschen sind in irgendeiner Weise gemein. Und manche Menschen sind sogar so gemein, daß sie sensible Menschen, so wie Du einer bist, niedermachen. Da muß man sich dann ein dickes Fell wachsen lassen. Meines ist auch schon gewachsen.

Ja, Eltern, Geschwister, Kollegen, Lebenspartner, Freunde. Es
stört sie, dass ich ihnen die Zeit für andere Dinge nehme oder
ihnen Freiheiten durch meine Anwesenheit unmöglich mache, oder
ich allgemein als zu niedrig in meiner Funktion einzustufen
bin, als dass man einen Nutzen davon hätte, sich mit mir zu
befassen.

Vielleicht bist Du ja hochbegabt und sie können mit Dir nichts anfangen. Das ist auch so, wenn Du den Leuten mit Deiner Intelligenz überlegen bist. Oder etwas arbeitest oder in Deiner Freizeit etwas machst, was die anderen nicht interessiert, dann reagieren die Mitmenschen mit Ablehnung und Unverständnis.

Ich empfinde die Funktionalisierung von Menschen als sehr
belastend, es nimmt mir die Luft zum Atmen, die spontane
Freude an allem. Menschen reagieren willenlos, weil sie
eigentlich etwas anderes wollten. Dieses Umfeld bekommt mir
nicht, in diesem Punkt bin ich mir sicher. Und dennoch ist
Weglaufen oder Dichtmachen nicht die Lösung? Auch keine
kritische Haltung, die mich wieder isoliert?

Eine kritische Haltung gegenüber allem, ist nicht schlecht. Gehe einfach mal auf Distanz. Fragen die anderen nach, kannst Du ja sagen, daß Du ja auch mal Zeit für Dich brauchst. Beobachte die Leute aus dem Hintergrund, wie die miteinander umgehen. Meistens ist es so, daß es den anderen nicht viel anders ergeht wie Dir. Bei Kollegen ist es ja einfach, sie zu beobachten. Du wirst merken, daß sie nicht viel anders sind wie Du. Daß ganz schnell die ach so gute Freundin bei Kollegin A keinen guten Stand mehr hat, weil sie jetzt eher zu Kollegin B will.

Die direkte Konfrontation mit meinem Gegenüber ist nicht das
wovor ich Angst habe, sondern die Konsequenz, die der andere
zieht. Es belastet mich, dass ich als Konkurrenz im
persönlichen Überlebenskampf empfunden werde, als Belastung,
die andere davon abhält, schön geschmeidig durch’s Leben zu
gleiten. Mir wird Stärke vorgeworfen und, dass ich mir einen
gemeinen Vorteil zu verschaffen suche, wenn ich mich als
schwach darstelle.

Du darfst Dich nie als schwach darstellen. Sonst wirst du von den Leuten verkannt.

Das sehe ich auch so. Ich wünschte bloß, dass ich nicht als
vorwurfsvoll verstanden würde, wenn ich etwas sage. Es ist
nicht schön als Nestbeschmutzer oder als undankbar hingestellt
zu werden, als vereinnahmend eifersüchtig und paranoid. Ich
kann so sanft sagen wie ich will, was mich verunsichert, die
Reaktion ist immer Liebesentzug, Ignoranz oder Anschreien.

Ich glaube, daß das, was Du schreibst, Deine Eltern tun und Dein Lebenspartner. Da gehe mal besser auf Distanz. Auf Dauer geht das nämlich nach hinten los.

Wenn ich mein Schweigen breche, wird Tacheles mit mir geredet,
dann waren die netten Aufmerksamkeiten nur kleine Gesten aus
Mitleid und ich soll mir bloß nichts darauf einbilden, weil
der andere mich übervorteilt sieht, wenn ich durch ihn
Selbstvertrauen finde. Ich glaube, dass ich von Menschen
umgeben bin, die genauso misstrauisch sind, wie ich mich daher
bekämpfen.

Jeder Mensch ist mißtrauisch. Der andere mehr und der andere weniger. Aber nur weil man mit Dir Tacheles redet, heißt das nicht, daß Dich keiner mehr lieb hat. Es kommt einem nur manchmal so vor.

Wie kann ich die drohende Katastrophe vermeiden, dass ich
wieder bestraft werde für meinen Undank, die indirekten
Vorwürfe, die ich mir gefälligst selbst zu machen habe, weil
ich nicht mit mir klar komme.

Warum kommst Du nicht mit Dir klar?

Woran kann ich im Vorfeld erkennen, ob jemand mich belügt und
mir bald weh tun will, weil er es mit mir und meinem
Misstrauen nicht aushält.

Indem Du Dich auf Deine Menschenkenntnisse verläßt. Wenn Du ein Problem ansprichst und Dein gegenüber hört Dir aufmerksam zu. Wenn Du ein scheinbar großes Geheimnis ihm anvertraust und er es nicht weitererzählt. Das Geheimnis ist natürlich nur ausgedacht. Du mußt ja den anderen erst testen.

Wie kann ich so viel Vertrauen gewinnen, dass ich von anderen
unabhängig bin, wenn schon dieser Wunsch nach Unabhängigkeit
genau bezeichnet, dass ich mich diesem ewigen Konflikt mit
anderen nicht länger stellen will und mich wieder verschanze,
dort wo keiner hinkommt und mir keiner weh tun kann außer mir
selbst.

Wenn Du Leute triffst und es werden Deine Freunde, dann sage Ihnen, daß Du empfindlich bist.

Danke Susanne

Bitteschön

LG
Sprite

Mit freundlichen Grüßen

Susanne

Hi sprite!

Eigentlich wollte ich ins Bett als ich Deinen Artikelnoch „schnell“ laß. Nun bleibe ich halt noch etwas auf:

Jeder Mensch braucht Anerkennung!
Wir sind da wie „Herdentiere“:Liebe, Schutz,Füreinander da sein, gebraucht werden… - Teil der Herde sein.
Und nun eine Geschichte, vielleicht genau für Dich:

Wie traurig, wenn ein „Schäfchen“ von allen abgwiesen wird, die eigene Familie ihm immer wieder den Rücken zu dreht…
Und das Schäfchen nähert sich immer wieder, Tag für Tag, bettelnd, zaghaft mit unsicheren Schritten. Eine Träne im Augenwinkel und mit zittriger Stimme möchte es um Hilfe und Linderung seiner Schmerzen bitten. Zwei Schafe wenden sich zu ihm um und schauen es an: „Da ist doch nichts! Hör auf zu heulen!“ , und gehen angeregt miteinander plaudernd weiter: „Wenn sich mal 5 Minuten keiner mit dem beschäftigt,kommt es gleich mit der Heulnummer!..“
Aber das Schäfchen ist noch allein - vorsichtig geht es zur nächsten Gruppe Schafe hin- eins der Schafe erzählt gerade, daß es eine wundervolle Weide mit dem herrlichsten Gras gefunden hat … Das kleine Schaf kennt auch so einen Ort und möchte das auch gleich den anderen mitteilen - doch die anderen reagieren sauer: " Is´ja klar, daß das Ding auch das tolle Gras gefunden hat! Wir haben uns abgesucht, bis … nun eine prima Stelle gefunden hat, aber die da kennt sie schon!" Sie drehen sich um und gehen weg, ohne das kleine Schäfchen noch eines Blickes zu würdigen.

Das kleine Schaf gibt nicht auf. Es tut so weh allein zu sein, daß eine kleine Träne nach der anderen die traurigen Augen verläßt.
Auf zur nächsten Gruppe- (Schafe seines Alters): die sind lustig drauf. Das Schäfchen stellt sich leise dazu und lauscht den Geschichten und möchte mit Lachen- aber durch die Tränen und seine Traurigkeit klingt das Lachen nicht gut- eher wie ein weinerliches Meckern. Es wird still, alle drehen sich rum und sehen das kleine Schaf mit einem schüchternen weinerlichen Grinsen, hängenden Ohren und bettelndem Blick. „Ach, das ist bloß die Heulsuse, kommt, laßt und verschwinden, eh sie uns die Laune verdirbt.“
„Nehmt mich doch mit! Ich bin traurig so allein!“- „Ach Quatsch!Hier sind so viele andere Schafe mit denen Du spielen…kannst. Laß uns in Ruh´!“,und weg sind sie.
So viele verschiedene Schafe in einer Herde. So viele Versuche dazu zu gehören. Doch das kleine Schaf ist abends immer wieder allein. Und es zittert vor Kälte und Einsamkeit. Die erste Schafgruppe begegnet ihm wieder: „Meine Güte, den ganzen Tag ist es bei anderen rumgesprungen und nun stellt es sich wieder hin, als wäre es das bedauernswerteste Geschöpf auf der Welt.Probierts halt immer wieder auf die Mitleidtuor. Doch es fällt keiner mehr drauf rein. Außerdem ist es alt genug…“
DAnn trifft es seinen Freund. „Hast ja schon wieder geheult!“ (Er schon 10 min. nicht mehr!) Damit es wenigstens etwas wärmer ist, gehen sie eng nebeneinander. Einige Schafe rufen ihm lachend zu: „Was hast du dir denn da für eine Laus eingefangen?“ Endlich jemand, der ihn bemerkt - und gönnerhaft sonnt er sich in dieser Aufmerksamkeit: „Ja ja, man ist ja kein Unschaf…“
Das Schäfchen denkt nur noch:`Und das ist nun mein Freund! Alle haben mich weggeschickt! Keiner wollte mich!
Von mir aus soll mich doch der Wolf holen. Wenn ich ihm gut schmecke, war ich wenigstens zu etwas nütze!" und sonderte sich von den anderen ab.
So allein, weit weg von den anderen und frierend, hüpfte es von einem Huf auf den anderen. Langsam wurde das Gehüpfe immer rhythmischer, machte sogar Spaß. Von irgendwo her hörte sie ein brummendes Summen und einen Takt schlagen. Und das Schäfchen hüfte und sprang und tanzte und - war fröhhlich!
Auf einmal hörte das Brummen und Schlagen auf und ein tiefes Gelächter erschallte. Oh! Das Schäfchen sackte in sich zusammen, als es den Wolf erkannte. Aber mutig sagte es:" Ist egal, es mag mich sowieso keiner, also friß mich ruhig!"
„Ach Blödsinn. So eine süße Hupfdohle werd ich ´doch nicht fressen! Ich hol´mir eins von der Schafherde da drüben. Da ist ein Schaf wie´s andere. Eins weniger fällt gar nicht ins Gewicht.
Aber Du hast mich zum Lachen gebracht- vielleicht irgendwann mal wieder.
Nur laß das Heulen sein und such Dir eine andere Herde! Dort hinter drei Bergen gibt es noch mehrere. In einer wird wenig gelacht…- vielleicht wärst Du für die genau das Richtige!“ , zwinkerte und verschwand in der Dunkelheit.

Und das Schäfchen: es war lieb, es war klug, es konnte Tanzen…- die Herde wollte es nicht, hier war es traurig. Vielleicht hatte der Wolf Recht - weg mit den Tränen :

„- wer mich nicht will, hat mich nicht verdient!“

Sprach´s, wischte sich die letzte Träne fort, krempelte sich die Wollsöckchen hoch und wandte sich (leise grinsend über ihr Treffen mit dem Wolf) den Bergen zu.
Heike S.

Liebe Sprite - je mehr Du um Anerkennung… bettelst, desto mehr wird man Dich verletzen! Und Kleben hilft auch nicht- irgendwann reißt das Ganze und es wird mitunter noch schlimmer.
Besinn Dich auf Dich. So wie Du schreibst, Dich ausdrückst… merkt man, daß doch einige Inteligenz dahinter steckt! Auch Feinfühligkeit … muß kein Makel sein.
Nur in sich und in der Situation verharren, wird nichts verändern. Den anderen liegt nichts daran etwas zu tun.
Und der eine - braucht deine Gegenwart, um sich besser zu fühlen? Jedenfalls brauchst Du den auch nicht. Nicht Wert der Gedanken, die Du Dir um sie alle machst (damit sie Dich mögen…).
Also,wenn Du so nicht weitermachen möchtest, mußt Du schon selbst die Initiative ergreifen. Auch mit professioneller Hilfe.
Das kleine Schaf war nicht falsch, nur in der falschen Herde.Das Schäfchen war o.k. so wie es war und ist, Du auch! Mach was draus.

Alles Gute Roxelane

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi Silvl,

nun bin ich mir nicht sicher, ob ich mich über die Meinung der anderen zu definieren versuche. Wahrscheilich schon, andererseits aber auch nicht. Komplimente glaube ich nicht mehr, von daher können die anderen meinen und sagen was sie wollen, das prallt ab.
Ich kann auch nicht sagen, dass ich mich ans Meinungsbild anderer anpasse, um jemandem zu gefallen. Konform bin ich eigentlich nicht. Ich will aber so wie ich gerade unkonform bin, als passend angenommen werden.
Negative Bemerkungen, Ablehnungen und Sticheleien tun mir weh. Ich beanspruche die Aufmerksamkeit anderer für mich. Es ist für mich wichtig, dass andere mich als
vertrauenswürdig einschätzen und sich bei mir wohlfühlen. Heißt das schon, dass ich mich über die Meinung anderer definiere?

Ich bin selbst mit dieser Meinung viel zu lange durch die
Weltgeschichte gelaufen. Ich habe dann durch das ein oder
andere (z.B. Therapie :wink: begriffen, das es falsch ist sich
über die Meinung anderer zu definieren.

Wenn dir jemand das Gefühl gibt überflüssig zu sein, dann
würde ich mal sagen ist derjenige überflüssig für dich! Wenn
sich jemand nicht für dich interessiert, wieso solltest du
dich dann für ihn interessieren?

Um zueinander zu finden. Habe ich denn das Recht, mich von jemandem abzuwenden, der sich von mir abwendet? Wenn ich doch Zuwendung einfordere, darf ich dann dem anderen meine Zuwendug entziehen? Darf ich jemanden mit Liebesentzug strafen, weil er dies mit mir macht? Gibt es nichts anderes?

Neulich ist etwas Merkwürdiges passiert. Ich hab mich beruflich beworben und bin durch diese Fragenkataloge durchexerziert worden, um festzustellen, ob ich ins Team passe oder nicht. Der Mensch, der mich befragt hat, ist auf immer den gleichen Sachen herumgeritten, es war klar, dass er mir nicht vertraut und
einfach für plemm-plemm hielt. Dann frägt er mich, welche Erwartungen ich denn an andere stelle. Ich sagte, dass jemand Interesse an mir zeigt, Hilfe erwartete ich nicht. Er sagte, dass er sich dafür interessiere, mich in der Gruppe zu haben, mich aber nicht aufnimmt. Das war komisch.
Was meinst du, mache ich es Menschen leicht, mich abzulehnen, fordere ich es heraus?

Jetzt wirst du dir vielleicht denken, das du mit dieser
Einstellung ganz allein ohne Freunde da stehen wirst. Aber
denk mal nach, du beschreibst wie schlecht es dir im jetzigen
Zustand geht. Schlimmer kann es doch nicht werden? Höchstens
besser.

Ich stehe jetzt und hier ohne Freunde da. Ich kann die Beziehung, die ich mit meinem ‚Freund‘ habe, nicht recht als Freundschaft umschreiben. Das was mein Exfreund mit mir ist, wenn er mich zum Essen einlädt, auch nicht. Meine Familie ist viel zu unbeholfen, um freundschaftlich zu sein. Von Bekannten, die ich alle Schaltjahre mal sehe, kann ich auch nicht als Freunde sprechen. Es ist schön sie zu sehen, ab und an mal zu treffen, letztlich geht jeder seiner Wege. Ähnlich ist es mit meinen Nachbarn. Freunde sind da keine.

Und ich habe ausserdem noch festgestellt, das
anderen manchmal Dinge unterstellt habe, die so gar nicht
gestimmt haben. Sie sind nur aus meiner verqueren Denke heraus
entstanden :wink:

Du solltest dich nicht von der Meinung anderer steuern
lassen. Sondern das Ruder selbst in die Hand nehmen. Das sagt
sich alles so einfach, ich weiß.
Wäre es für dich vielleicht eine Möglichkeit, dir
(professionelle) Hilfe von aussen zu holen? Das kann ungeheuer
gut tun :smile:

Gestern habe ich versucht, mit meinem Freund zu reden. Eigentlich wollte er, dass ich ihm zu beruflichen Dingen Fragen stelle, das war mir auch klar, er hatte gestern aber nur allgemein gesagt, dass ich ihm Fragen stellen sollte, also hab ich unsere Beziehung zum Thema gemacht. Er hat es nicht lange ausgehalten und ist weg.

Wenn du mir einen Tipp geben kannst, wie ich mir Klarheit verschaffen kann, wenn der andere ausweicht, dann sag’s mir bitte. Gibt es eine Art, Fragen zu stellen, so dass man eine Antwort bekommt?

Nein, ich glaube nicht, dass ich mich für professionelle Hilfe eigne. Es fällt mir sehr schwer, diesen Schritt anzugehen.

LG
Sprite

Hi Susanne,

Zum einen scheinst du (vermutlich Berufsbezogen als
Schauspielerin) deine Wirkung auf andere völlig
überzubewerten.

Es ist ein komischer Beruf, wieso aber kommst du auf Überbewertung? Im Schauspieltraining lernt man, wie man seine Wirkung so einstellt, dass diese zur Rolle passt. Die Wirkung ist misamt Körper und Sprache mein Werkzeug. Ohne geht es nicht. Was genau meinst du?

Es interessiert andere nicht, wie sehr du dich zurückgesetzt
fühlst, was sie interessieren würde wäre, wenn ihr gemeinsam
eine Meinung teilen würdet

Verstehe ich dich recht, dass ich meine Gefühle nicht zum Thema machen sollte, sondern etwas Neutrales, irgedeinen Small-Talk auftischen soll? Es fällt mir nicht schwer, irgend etwas zu sagen, es fällt mir schwer, für mich zu sprechen und mich vor anderen in Schutz zu nehmen.

Auch werden andere vermutlich nicht dauernd an dich und deine
Wirkung denken, nicht mal wenn du daneben stehst, da sie
andere Probleme haben.
da hast du glaub ich ein Problem mit dem Verständins für die
anderen und auch mit Konkurenzdenken („ich Glaube alle anderen
fühlen sich besser als ich“, bist du dir da sicher? vielleicht
sind sie nur Selbstsicher oder selbstbezogen und du bist es
eben nicht, du vergleichst dich mit ihnen und DU bist dann
diejenige, die sich minderwertig fühlt.)

Im Leben käme ich nicht darauf, dass sich die anderen besser fühlten als ich. Im Gegenteil. Es ist so offensichtlich aus welcher Ecke die Sticheleien kommen, dass ich froh bin, mein Fach sehr sicher zu beherrschen. Ich vergleiche mich nicht mit anderen, es nervt mich, dass sie sich mit mir vergleichen und ständig in diese Neid-Attacken hineinziehen. Ich will meine Ruhe vor diesem Mist haben, nicht aber vor den Leute selbst, die mag ich trotzdem ganz gern und hätte gerne ihre Nähe.

Und zur Krönung vergraulst du dann die potentiellen
Gesprächspartner noch mit deinem Selbstmitleid.

Ich muss lernen, mich und mein Leid zum Thema zu machen. Ich halte es für falsch, mich hinter die Bedürfnisse anderer zu stellen, die sich wie du selbst sagst nicht für mich interessieren. Wozu soll ich denn mein Interesse an mir selbst zerstören und mich klein machen?

Versuch dir wirklich mal andere Themen zu suchen, zB. die
Kunst von anderen(nicht nur der konkurenz, sondern auch mal
Klassiker), die Auststellungstechnik (ist das nicht grauenhaft
wie die die monitore installiert haben?)oder irgendetwas ganz
anderes (das Wetter, Städte und andere Schön- oder
Scheußlichkeiten.)

Ich hab keine Ahnung woher dieser Abschnitt kommt. Andere Themen als was soll ich suchen? Ja, Klassiker gehören zu meinem Repertoire, wieso denn nicht? Und meinen Beitrag zu technischen Dingen gebe ich auch, wie es angebracht ist, worauf willst du hinaus?

Und dann hielt ich einen Satz noch für sehr denkwürdig,
insbesondere das Ende

und ich soll mir bloß nichts darauf einbilden, weil der andere mich :übervorteilt sieht, wenn ich durch ihn Selbstvertrauen finde.

Kann es sein, dass du versuchst die anderen zu
instrumentalisieren. Brauchst du womöglich die anderen zum
Unglücklichsein? Dann echt ab mit dir zum Psychol. das ist
selbstzerstörerisch.

Instrumentalisierung ist genau das, wogegen ich mich wehement wehre. Ich wüsste jetzt nicht, wie ich andere instrumentalisiere und bitte um eine Erklärung. Ich hinterfrage sehr skeptisch, ob ich eventuell ein schwieriges Umfeld suche, um mich im altbekannten Kreislauf zu bewegen, allerdings möchte ich nicht unglücklich sein. Ich hätte besseres zu tun.

Was ist wenn du all diejenigen ebenso
ignorierst,

Wen meinst du?

dann wirst du erst mal eine Zeitlang keine Freunde
haben, aber das kommt wieder. zB. über die besagten anderen
interessen, die du aufbauen solltest. Wenn du dich erst mal
über Banalitäten (Wo ist denn hier die Kaffeemaschine, waren
Sie schon mal in Wien…) unterhalten kannst, findest du
irgendwann auch wieder Leute, mit denen du dich über deine
Kunst unterhalten kannst, und dann irgendwann auch um das
schreiende Unglück der Welt.

Du hast mich missverstanden, das Unglück der welt zählt nicht zu meinen Lieblingsthemen, ich befasse mich privat mit meinem persönlichen Unglück, um es rationalisiert betrachten und beseitigen zu können. Mir fehlen auch keine profanen Gespräche, im Gegenteil, ich habe bloß keine Freude daran, mich über Dinge zu unterhalten, bloß um irgendwelche Geräusche auszustoßen, ein paar Sätze wechseln ist ok, dann ist es aber auch gut.

Aber dazu ist es echt nötig, dass du dich erst mal selbst
definierst, ohne die anderen.

Widersprichst du dir hier nicht? Du kommst mir so rüber als sollte ich die anderen als richtungsweisend annehmen und mich an deren Smalltalk anpassen, damit sie sich netter WEise mit mir unterhalten und mögen.

Das erwähnte Misstrauen und die Ich-bezogenheit mit
dichtmachen beim kleinstennegativen Feedback lassen mich
durchaus auch an eine Borderline-Persönlichkeit denken, aber
dass sollte doch lieber ein Psychologe herausfinden. Dazu muss
man sich nicht schnippeln, wär aber auch ziemlich typisch.

Borderline sagt mir nicht, wirf mir bitte keine Begriffe an den Kopf, mit denen ich als Laie nichts anfangen kann. Ich mache auch nícht beim kleinsten negativem Feedback dicht, ich mache in den erwähnten Situationen dicht, bei Liebesentzug, wenn ich angeschrien werde, auch wenn mich einer schlägt und wenn man mich ausgrenzt und ignoriert.

Es ist nett von dir, dass du dir die Mühe machst, mir deine Meinung zu sagen, ich hab bloß nicht das Gefühl, dass du meine Situation vor Augen hast. Wenn du magst, kannst du mir ja erklären, was du meinst, vielleicht reden wir auch besser von einer konkreten Situation und nicht von einem Beispiel, das du dir gerade schnell ausgedacht hast, um überhaupt ein Beispiel zu haben.

LG
Sprite

Hi Roxelane,

zusammenfassend beschreibst du den Menschen als Herdentier, der Anschluss an eine Gruppe braucht. Der Schafsgeschichte entnehme ich, dass ein Außenstehender wie der Wolf die innere Gestaltung einer Gruppe relativiert. Man kann sich der Gruppe anschließen, die Bedarf an einem bestimmten Individuum hat.

Ein paar Punkte machen mich bei der Geschichte nachdenklich, einerseits die Grenzerfahrung mit dem ‚bösen Wolf‘, der die Mitglieder einer Herde mangels Individualität im Kollektiv ablehnt. Weiterhin schlägt die Geschichte die Flucht in eine andere Gruppe vor, wo das vom aggressive Kollektiv abgelehnte Individuum einen Nutzen hat.

Ich bin daher nachdenklich, da ich mir wünsche, ein zu Hause zu haben. Ein zu Hause ist für mich etwas anderes als einen Nutzen für eine Gruppe zu erfüllen.
Als tanzendes Schaf fühle ich mich gegenüber von der Gruppe, die einen Anreiz zum Lachen sucht, nicht als Teil davon, auch wenn von dort keine Angriffe herkommen.

Ich glaube, dass ich mich einer Gruppe anschließen möchte, die Impulse zum Lachen gibt. Alle Schafe mögen gleich sein und von selbst lachen. Individualität isoliert mich.

Stattdessen bin ich in einer Gruppe, die sich Zuschauern gegenüber stellt.

Danke für deinen Beitrag, der mich samt Kollegen als weggelaufene Schafe bezeichnet. Wir sind im Exil. Unter uns treiben wir die gleichen Spielchen, wie wir sie von der alten Schafsherde
her kennen. Denn Schafe im Exil sind keine Individuen mehr. Sie sind Trojaner, die die alte Hackordnung in solche Gruppen hineintragen, die Individuen gegenüber aufgeschlossen sind. Ich vermute,
dass der Informationsgeber namens Wolf hierfür zur Rechenschaft zu ziehen ist, der diese Trojaner per Internet verbreitet.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich mir schwierige Menschen suche, die mich irgendwann verletzen werden müssen. Vielleicht ist mein Freund ein gemeines Schaf, vielleicht aber auch der Wolf, der mich
jeder Zeit fressen könnte. Er spricht nicht gern über Gefühle, weicht mir aus, flieht in Arbeit oder hilft irgendwelchen Freunden, die ihn gerade bei irgendwas gebrauchen können. Er ist wahrscheinlich ein Schaf, das mich tritt, wenn ich
ihm zu nah komme. Ich will nicht schon wieder weglaufen.

Ich weiß nicht, ob er meine Gegenwart braucht, um sich besser zu fühlen, wie du es nennst. Er findet schon irgendeinen Grund, weshalb er mich abweisen kann, und wenn es Krümel an meinem Mund sind. Ab und an sagt er mal ein paar nette Dinge, die er bald wieder revidiert und als lachhaft darstellt. Es macht für mich keinen Sinn, dass er
mit mir zusammen sein will, ohne sich gleich in Gefühle zu verstricken, da er sich in seine Exfreundinnen viel zu schnell verliebt hätte. Es macht für mich auch keinen Sinn, dass er seine Exfreundin übers Wochenende einlädt damit er ihr helfen kann, weil nur er allein richtig mit ihr umgehen kann und weiß wie sie tickt. Er telefoniert jetzt heimlich mit ihr und versucht auch heimlich mit ihr dieses lang ersehnte gemeinsame Wochenende zu verbringen, seitdem ich mich einmal sehr deutlich darüber aufgeregt habe, dass ich verschwinden soll, falls sie käme. Sie darf nichts von mir wissen, weil sie sehr unattraktiv ist und sich schlecht fühlen wird, wenn sie auch nur ahnt, dass er mit mir zusammen ist. Nun weiß sie nichts von meiner Existenz und kommt dennoch nicht; sie ruft ihn bloß regelmäßig an, weil sie Liebeskummer um ihren aktuellen Ex hat, dem sie offenbar ihr ganzes Geld gegeben hatte und jetzt pleite ist.

Es tut mir weh, wenn er Körperliches und Äußerlichkeiten als profan und unwichtig darstellt, aber gleichzeitig seine Freundschaften zu anderen Frauen so wichtig macht. Ich interpretiere das so, dass er an keiner tiefen Freundschaft mit mir interessiert ist, weil ich
nach seinem Geschmack nicht die Richtige für etwas Ernstes bin. Er vertraut wahrscheinlich nur unattraktiven Frauen oder solchen, mit denen er rein sexuelle Beziehungen hat. Das sind auch wertvolle Freundinnen für ihn, denen er irgendwie hilft, weil sie ihn brauchen und mit mir will er noch nicht einmal mehr ins Bett, weil man keine
Gefühle entwickelt, wenn man andauernd miteinander schläft, sagt er. Über unsere Beziehung reden, will er auch nicht.

Er verhält sich ambivalent mir gegenüber, und ich weiß, dass ich darauf sehr empfindlich reagiere. Es reißt mir den Boden unter den Füßen weg.

Er kommt mir oft wie der Wolf vor, weil ich doch genau spüre, dass ich hier draußen nicht sicher bin und gefressen werde, sobald er keine Lust mehr hat, mich herumtanzen zu sehen. Im Grunde laufe ich ins offene Messer, ‚soll mich doch der Wolf abschlachten, wenn mich eh keiner haben will‘, so kommt mir das vor. Was meinst du?

LG
Sprite