mein innerer Schweinehund ist mittlerweile so groß geworden, und die Liste der Dinge, die ich in meinem Leben ändern möchte, ist lang. Ich schreibe mal ein paar (ausgedachte!!! Das trifft alles nicht zu!) Beispiele auf:
Nicht mehr 10 Zigaretten sondern nur 2 rauchen
täglich joggen, nicht nur rumsitzen
zu hause jeden Tag spülen, nicht alle drei Tage
jeden Tag ein Gedicht schreiben, nicht nur Comics lesen
nur noch soundsolange fernsehen, nicht den ganzen Abend
jede Woche ein gutes Buch lesen,
keine Chips mehr sondern Obst
jedes Wochenende meine Oma anrufen, nicht nur alle 3 Monate
täglich eine Kneippanwendung, nicht über Kreislauf jammern oder so
täglich… irgendwas. Zahnbleichungen. So ähnlich eben.
Nicht wöchentlich Pizza essen, öfter Gemüse kochen…
na ja - irgendwie so.
Vielleicht kennt ihr das auch. Es ist eine ganze Menge, und wenn man dann Nachmittags (habe zum Glück nur eine 3/4 Stelle) oder auch am Wochenende… zu Hause ist, dann denkt man immer: Jetzt müsste ich… heute habe ich nicht… ich habe noch nicht… ich wollte doch noch…
und schon verschiebe ich all das, was ich eigentlich ändern wollte, auf morgen… schaffe gerade mal „den Anruf bei Oma“…
Wie würdet ihr sowas händeln? Kennt ihr das - dass ihr Dinge sogar GERN tun möchtet, aber ihr seid so im Trott, dass ihr doch nichts ändert?
Wie kann man mehrere kleine Dinge nachhaltig ändern?
Der erste Schritt…
… weißt Du - den schaffe ich sogar! Ziemlich oft sogar.
Und dann manchmal noch einen, und noch einen.
Und dann sitze ich wieder. Sitze und sitze, bis ich wieder von vorne anfange…
ich kenne das nur zu gut, dass dieser Schweinehund sich in einem richtig breit macht. Vor allem finde ich schlimm, dass man sich durch die nichterledigten Sachen immer mehr Stress und schlechtes Gewissen macht. Zumindest ist da bei mir so. Ich hatte jetzt eine Woche Urlaub, habe mir von vorneherein aber nicht allzuviel vorgenommen, außer ein paar gemütliche Tage mit meinen Jungs zu verbringen (12 u. 14 J.) Heute am letzten Urlaubstag hatte ich mir vorgenommen, spätestens um 7 Uhr aufzustehen und verschiedene wichtige Dinge zu erledigen. Um 10.45 habe ich es geschafft aufzustehen. Ich könnte mir selbst in den …treten, weil ich die kostbare Zeit so verplempere.
Ich merke aber, dass mich verschiedenes schon motiviert, z.B. gute Gespräche mit netten Menschen puschen mich da schon etwas auf und ich merke, wie mir die alltäglichen Dinge viel leichter von der Hand gehen.
Hast du so was auch schon erlebt? Gruß Kerstin
ich denke, es ist schon so, wie man es Dir bereits schrieb: nicht alles auf einmal! Mit einer solch langen Liste, was Du alles verändern wolltest, mußt Du ja förmlich erschlagen werden! Da kannst du kämpfen und krampfen, Du wirst immer in irgendeiner Beziehung hinterherhinken, etwas nicht ganz schaffen. Folge: Ständig schlechtes Gefühl, doch versagt zu haben, also keine Motivation.
Dabei ist die Eigenmotivation und das Erfolgserlebnis dabei doch so wichtig. Wer sonst, wenn nicht du, sollte Dich dabei aufbauen.
Das bedeutet: Erst mal nur ein oder zwei Ziele (die Dir am wichtigsten erscheinen) angehen, an diesen konsequent dranbleiben, Dich loben und belohnen, bis Du selbst richtig Freude hast, so und nicht anders zu handeln. Dann erst Dein nächstes Ziel angehen (bis dahin können Monate vergangen sein)! - Und manchmal hat sich das sogar dann schon von allein erledigt. Also: Überfordere Dich nicht!
Aus China kommt auch dieses Sprichwort: Der Mann, der den Berg abtrug, war derselbe, der anfing, kleine Steine wegzutragen.
die Anonymen Alkoholiker haben ein wunderbares Programm - und eine Hilfe ist das sog. „Heute“-Kärtchen, dessen Text ich jetzt hier reinstelle, denn er ist auch für alle Menschen, die nicht unter dieser Krankheit leiden, sehr, sehr hilfreich:
Nur für Heute will ich versuchen, nur diesen einen Tag zu durchleben.
Will nicht sofort das ganze Problem, das in meinem Leben aufgetaucht
ist, bewältigen. Ich kann 24 Stunden lang dauernd etwas tun, vor dem
ich mich erschrecken würde, sollte ich ein Leben lang es tun müssen.
Nur für Heute will ich glücklich sein. Die meisten Leute sind so
glücklich, wie sie es wirklich sein wollen.
Nur für Heute will ich mich nach den Tatsachen richten und nicht versuchen, alles nach meinen Wünschen auszurichten. Ich will mein Glück nehmen, wie es gerade kommt, und mich danach richten.
Nur für Heute will ich versuchen, meinen Geist zu stärken. Will lernen und etwas nützliches tun. Ich will etwas lesen, was Mühe macht, was mich zum Nachdenken und zur Konzentration zwingt.
Nur für Heute will ich meine Seele auf drei Arten üben:
Will jemand einen guten Dienst erweisen,
ohne, dass der Betreffende etwas merkt.
Sollte er es erfahren, so zählt dieser Dienst nicht.
Ich will mindestens zwei Dinge tun, die ich nicht
tun mag, nur um mich zu prüfen.
Sollten meine Gefühle durch irgend etwas verletzt
sein, so will ich es keinen merken lassen.
Nur für Heute will ich angenehm wirken. Will so gut wie
möglich aussehen, mich adrett und sauber kleiden,
leise sprechen und höflich handeln.
Will keinen anderen verbessern oder kritisieren, nur mich
selbst.
Nur für Heute soll mein Programm feststehen. Ich brauche
es nicht genau zu befolgen. Vor zwei Übeln will ich mich in
Acht nehmen: Hast und Unentschlossenheit
Nur für Heute will ich meine ruhige halbe Stunde für mich
selbst haben und entspannen. In dieser halben Stunde
will ich versuchen, eine bessere Sicht über mein Leben zu
gewinnen.
Nur für Heute will ich nicht ängstlich sein. Will mich nicht
davor scheuen, das zu geniessen, was schön ist. Will glauben,
dass die Welt mir das zurückgeben wird, was ich ihr schenke.
HEUTE ist das MORGEN , worüber wir uns GESTERN Sorgen gemacht haben.
Hallo Sebastian,
das ist alles sehr schön, was Du Dir vorgenommen hast. Aber warum alles aufeinmal?
Die Liste ist gut , reicht aber für das nächste Jahr.
Wenn Du täglich einen dieser Punkte schaffst, ist das gut.
Oder Du machst jeden Punkt eine Woche lang( ausser Oma).
Wenn Du Dir zuviele Punkte aufeinmal vornimmst bist Du vielleicht überfordert und gibts ganz auf.
Kleine Schritte, aber täglich einen!!
Wenn Du gut drauf bist schaffst Du auch zwei oder mehr.
Strichliste!!
Gruß
Kosmokatze
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
in anlehnung an mein obiges posting zum anderen beitrag von dir noch einen satz direkt hierzu:
wer sich zu sehr unter druck setzt wird automatisch mit gegendruck reagieren - dazu muss der druck nicht von aussen kommen.
du erwartest ein wenig viel von dir, sei doch mal ein wenig nachsichtig und gütig zu dir anstatt dich zu bestrafen. sie das was du schaffst und nicht was du nicht schaffst. frag dich was du wirklich von dem tun willst und wo du am ende nur meinst - du solltst, müsstest, hättest…
manche dinge waren einem einst mal wichtig und sind es irgendwann so nicht mehr - oder man braucht etwas dazu was man nicht hat/bekommt.
man kann sich nicht nur aus sich heraus selbst motivieren - ständig und immerwährend. (dies nur auszugsweise dazu)
sicher ein gutes thema für deine thera:wink:
sehe die beiden bereiche deienr postings gar nicht so fern voneinander.