ich habe noch nie eine therapie gehabt. aber seit vielen jahren bin ich sehr depressiv und das ist so schlimm geworden, daß es nicht mehr weiter geht so. ich liege nur noch im bett, wenn nicht zur arbeit, mein freund ist seit einer woche nicht mehr hier, weil er die nase voll hat.
mein arbeitgeber darf das nicht wissen, weil ich wieso schon auf der kippe stehe, wenn der davon hört bin ich draussen, ich habe nur eine 4tel stelle, arbeite schon immer wesentlich länger aber wenn ich krank werde krieg ich nur das4tel bezahlt und dann weiss ich nicht wie ich davon leben kann.
kann mich zu nichts aufraffen, schaffe noch nicht mal seit 2 jahren einen ausweis zu erneuern ich kann nicht zum amt meine ganzen papiere sind verstreut weissnichtwo kein konto mehr und schaff den ganzen haushalt nicht mehr, alles vermüllt.
und riesige finanzielle schwierigkeiten alles abber auch alles wächst mir über den kopf und ich habe keine kraft für die kleinsten ding, alles gleitet mir weg. alles liegen gelassen seit lange schon.
ich weiss nicht mehr weiter wo anfangen was tun. vollkommen am boden und verzweifelt, keine lust mehr zu leben langsam kriege nichts mehr geregelt und kann nichts tun dagegen den arsch hochkriegen,ja aber wo zuerst was und wie. kann ja noch nicht mal kleinste hausarbeiten geht einfach nicht.
hat jemand vllt links oder adressen wo ich mich hinwenden kann als erstes mal? oder was soll ich machen? ich weiss nicht weiter.
an deiner Selbstbeschreibung gibt’s nicht viel zu diskutieren.
Die erste Anlaufstelle sollte dein (oder falls du keinen festen hast) ein Arzt sein.
Daneben gibt’s in jedem Kreis einen Sozialpsychiatrischen Dienst.
Es kann sein, dass du nur Listen von Psychiatern, Psychologen und Kliniken erhältst. Lass dich dadurch nicht entmutigen, hake nach oder lass dir helfen, von deinem Freund oder einer anderen Person deines Vertrauens. Du kannst mich auch per E-Mail anschreiben.
Du solltest dir einen Therapieplatz suchen, das kann wirklich helfen, ohne Wunder zu bewirken, was du wahrscheinlich auch weißt. Den ersten Schritt hast du mit dieser Frage ja schon gemacht, die nächsten - auch manchmal schwierigen - werden folgen. Bleib am Ball.
deiner schilderung nach musst du sofort zu einem arzt.
es gibt mehrere möglichkeiten, dir mit einem medikament über die ersten wochen und monate zu helfen, lass dich beraten vom arzt und versuche es einmal. diese medikamente sind langjährig erprobt, haben wenig nebenwirkungen und machen nicht nüchtig (sog. „serotonin-wiederaufnahme-hemmer“ oder „SSRI“).
die vermeidung von krankschreibung wegen der geldlichen konsequenzen bei arbeitsplatzverlust könnte dich langfristig eher noch weiter in die spirale der depression hineindrehen. also: lieber einmal richtig krankschreiben lassen, gesundheit wieder herstellen mit ärztlicher (medikament) UND psychotherapeutischer (gespräche) hilfe, um dann mit neuen kräften wieder mehr arbeiten zu können.
bitte freunde um mithilfe bei der terminierung eines arzt- und therapeutentermins, bitte jemanden, dich zu begleiten und dir beim rumtelefonieren zu helfen, damit du wenigstens dazu den „ar… hochkriegst“. antriebslosigkeit ist nämlich ein depressionssymptom, das du brechen musst, erst mal nur einmal, in dem du dir hilfe suchst.
ich kann mich meinen Vorschreibern nur anschließen, geh sofort zum Arzt, es gibt hier nichts zu beschönigen. Du brauchst für die Übergangszeit, bis Du wieder Kraft hast etwas dauerhaft zu verändern, ein Medikament. Das ist kein Grund sich zu schämen! Es spricht für Deine Intelligenz, dass Du Deine Situation erkannt hast und zumindest schon einmal hier in diesem Forum Hilfe suchst.
Stell Dir vor, wie gut es Dir tun wird, wenn Du wieder einen Lichtstreifen am Horizont sehen wirst, Montag morgen ist der Tag, an dem Du die Veränderung beginnst. Und um Dich zu ermutigen, möchte ich Dich bitten, falls Du das noch dieses WE liest, etwas zu tun: Nimm irgendetwas in Deiner Wohnung, das Du nicht mehr brauchst, nimm es in die Hand, geh raus und wirf es in die Mülltonne. Das steht symbolisch für das Alte, was Du nun beginnen wirst, loszulassen. Auf dem Rückweg, brichst Du an einem Busch einen kleinen Zweig ab, es sind schon Knospen daran.
Die stehen für Deinen Neubeginn. Stell den Zweig in ein kleines Glas mit Wasser. Er soll Dich am Montag morgen daran erinnern, dass Du zum Arzt gehst.