Schwere Beine/Muskelkater nach Umstellungs-OP

Liebe Experten!

Vor 10 Monaten wurde bei mir eine Umstellungsosteothomie am linken Hüftknochen gemacht wegen Arthrose im Hüftgelenk.

Der Arzt sagte damals, es würde 8 - 10 Wochen dauern, nun sind es 10 Monate geworden, bis ich endlich ohne Krücken gehen kann. Ich humpele noch etwas, aber nicht mehr so stark wie noch vor 2 Wochen.

Nun habe ich aber irgendwie wieder mehr Schmerzen: Letzte Woche nach dem Schwimmtraining (nur Kraul mit wenig Beinschlag) haben mir die ganze Nacht beide Hüften so geschmerzt, dass ich kaum Schlafen konnten.

Sehr häufig habe ich auch sehr schwere Beine.

Heute bin ich etwas bummeln gewesen in der Stadt und konnte mich irgendwann kaum noch bewegen, weil die Beine, die Leisten und der Rücken so schmerzten.
Jetzt habe ich auf beiden Hüften das Gefühl, dass ich dort Muskelkater habe.

Kann es sein, dass sich die Muskulatur bei längeren Wegen so stark verspannt, dass ich diese Schmerzen bekomme, weil sie nicht mehr trainiert ist? Ich bin ca. 8 Monate mit 2 Krücken gegangen und die letzten 2 Monate noch mit einer, in den letzten drei Wochen zunächst ohne, dann zwischendurch mal wieder mit Krücken, weil der Rücken durch das Humpeln so geschmerzt hat.

Ich weiß auch nicht richtig, was ich da tun kann. Ich dusche meine Beine oft kalt ab, das hat aber keine anhaltende Wirkung.
Beim Schlafen leg ich immer die Beine hoch.

Macht es Sinn, wenn ich mir mal Massagen verschreiben lasse? Das stelle ich mir soo angenehm vor, wenn die Muskulatur mal wieder vollständig entlastet wäre.

Für Tipps wäre ich jedenfalls recht dankbar!

Gruß, Noi

Hallo Noi,

nach einer Umstellungsosteotomie, ob Hüfte oder Knie, ändert sich so ein klein wenig die „Statik“ des Skeletts des Patienten. Das heißt, dass bei der Mobilisierung der Pat. seine (Skelett)Muskulatur etwas anders beansprucht. Dazu kommt noch, dass nach längerer Bewegungspause Muskeln ziemlich schnell atrophieren (schrumpfen, sich zurück bilden) und es zu Muskelkater ähnlichen Schmerzen kommen kann, wenn sie denn wieder beansprucht werden. Außerdem kommt es bei der Mobilisierung dazu, dass man durch eine gewisse Schonhaltung einen anderen, ungewohnten Bewegungsablauf praktiziert. Das betrifft auch Sehnen und Bänder, die sich somit auch mal „melden“ können. Auch das Gehen mit Gehstützen beeinflußt und beansprucht z. B. die Armmuskulatur im ungewohnten Maß. Massagen schaden sicherlich nicht, müssen aber auch nicht die Therapie maßgeblich voranbringen, denn sie wird dadurch nicht wirklich „entlastet“.

Diese „Schmerzzustände“ können auch schon einmal längere Zeit anhalten. Im Zweifel darüber ob sie denn nun „normal“ sind, am besten noch einmal den Operateur konsultiern und ihm die konkreten Schmerzen bei konkreten Situationen/Bewegungen schildern.

Gruß
rollifern