Schwerkraft

Hallo!

Ich habe mit einem Bekannten eine Wette abgeschlossen.
Es geht um 2 gleich große Kugeln, eine schwere
(hohe Dichte zB. Eisen) und eine leichte
(zB. Styropor od. Plastik).
Beide Kugeln werden in gleicher Höhe gleichzeitig losgelassen.
Welche der beiden Kugeln berührt zuerst den Boden?
Ich weiß, im luftleeren Raum würden sie gleichzeitig ankommen…
Wir befinden uns aber auf der Erde (g=9,81 m/s²).
Ich brauche eine Formel, mit der bewiesen wird, daß
die Masse bzw. Dichte eine Rolle spielt, und daß es nicht
nur auf die Form bzw. Oberfläche ankommt.

Könnt ihr mir irgendwie weiterhelfen, damit ich beweisen
kann, daß meine Theorie stimmt? Mein Bekannter besteht
auf einen theoretischen Beweis (schwarz auf weiß), also irgend eine Formel.

Vielen Dank im Voraus!!

Grüße, Mario

Hallo Mario

im Jahre 1589:
Galilei fand den Beweis, das verschiedene Körper gleich schnell fallen. Bisher glaubte man, das dies nicht so wäre und führte als Beweis das Beispiel fallende Feder / Stein an - dieser Irrtum wurde jedoch durch den Luftwiderstand herbeigeführt. Galilei bewies das Gegenteil indem er verschiedene, schwere Kugeln eine schiefe Ebene hinunterrollen lies und die Zeit mit Wassertropfen maß. Die Fallgeschwindigkeit ist von der Masse unabhängig.

Beim Fall im Luftraum wirken zwei Kräfte:
einerseits die Gravitationskraft, andererseits die Luftwiderstandskraft.

Gute Erklärungen und entsprechende Formeln findest du unter:
http://www.dbg.rt.bw.schule.de/lehrer/ritters/physik…

Formeln hier im w-w-w zu schreiben ist leider fast unmöglich :frowning:
Nimm jetzt die Formeln, setze deine Werte ein und ihr beide könnt nun ausrechnen, wer die Wette gewonnen hat.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Mario

im Jahre 1589:
Galilei fand den Beweis, das verschiedene Körper gleich
schnell fallen. Bisher glaubte man, das dies nicht so wäre und
führte als Beweis das Beispiel fallende Feder / Stein an -
dieser Irrtum wurde jedoch durch den Luftwiderstand
herbeigeführt. Galilei bewies das Gegenteil indem er
verschiedene, schwere Kugeln eine schiefe Ebene hinunterrollen
lies und die Zeit mit Wassertropfen maß. Die
Fallgeschwindigkeit ist von der Masse unabhängig.

Beim Fall im Luftraum wirken zwei Kräfte:
einerseits die Gravitationskraft, andererseits die
Luftwiderstandskraft.

Gute Erklärungen und entsprechende Formeln findest du unter:
http://www.dbg.rt.bw.schule.de/lehrer/ritters/physik…

Formeln hier im w-w-w zu schreiben ist leider fast unmöglich

-(

Nimm jetzt die Formeln, setze deine Werte ein und ihr beide
könnt nun ausrechnen, wer die Wette gewonnen hat.

Hallo Helmut!

Vielen Dank für deine schnelle Antwort.
Ich kann das leider nicht ganz glauben…
Den Test habe ich mit 2 Zigarettenschalchteln durchgeführt,
und die volle Schachtel ist immer vor der leeren Schachtel
gelandet. Das dürfte doch dann nicht sein, oder?
Kann es nicht sein, daß durch die größere Dichte und
die Trägheit die Luft leichter verdrängt wird?

Das ganze muß irgendwie mit der Luft zusammenhängen,
weil wenn ich zB. einen Ballon mit Gas (leichter als Luft),
und einen mit Sand befülle, müßten ja auch beide gleich schnell
zu Boden fallen (weil unabhängig vom Gewicht).
Das wäre dann aber nur im luftleeren Raum der Fall, oder?

Tut leid, daß ich so hartnäckig bin, aber die Masse,
Dichte und Luft müssen es doch irgendwie beeinflussen…

nochmals Danke!

LG
Mario

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Tut leid, daß ich so hartnäckig bin, aber die Masse,
Dichte und Luft müssen es doch irgendwie beeinflussen…

Es gibt drei Dinge, die hier eine Rolle spielen:

  1. Die Gravitationskraft FG = γ*m*M/r²
  2. Der Strömungswiderstand FW = cw*A*ρ*v²/2
  3. Der Auftrieb FA = γ*ρ*V*M/r²

γ = Gravitationskonstante
M = Masse der Erde
r = Abstand vom Erdmittelpunkt
m = Masse des fallenden Körpers
V = Volumen des fallenden Körpers
v = Geschwindigkeit des Fallenden Körpers gegenüber der Luft
A = angeströmte Fläche des fallenden Körpers
cw = Widerstandsbeiwert des fallenden Körpers
ρ = Dichte der Luft

Die Angelegenheit kann etwas vereinfacht werden, wenn zunächst angenommen wird, daß die Gravitation unabhängig von der Höhe konstant bleibt und die Erdbeschleunigung einen Wert von g=9,81m/s² hat. Dann kann man die Gleichgungen (unter beachtung der Vorzeichen) 1 und 3 zusammenfassen zu

FG+A = g*(m-ρ*V)

Da wir es zudem mit Kugeln zu tun haben, können wir das Volumen und die angeströmte Fläche des fallenden Körpers auf seinen Radius R zurückführen:

A = π*R²
V = 4*π*R³/3

Die Sache mit dem Widerstandbeiwert wird allerdings etwas schwieriger, weil er von der Art der Strömung abhängig ist. Für kleine Reynoldszahlen gilt cw=0.45 und für Re>106 gilt cw=0.18.

Der Strömungswiderstand beträgt nun

FW = cw*π*R²*ρ*v²/2

Wenn wir jetzt auch noch die Masse des Körpers aus seinem Volumen und seiner Dichte ρK berechnen, beträgt die Gesamtkraft auf einen fallenden Körper (bei einem steigenmden Ballon würde sich das Vorzeichen des Strömungswiederstandes umkehren):

F = π*R²*[g*4*R(ρKL)/3 - cwL*v²/2]

Wenn man das Null setzt und nach v auflöst, kann man bereits die maximale Fallgeschwindigkeit errechnen, die natürlich mit der Dichte des fallenden Körpers steigt.

Wenn man allerdings die Fallzeit berechnen wilkl, dann muß man die Gleichung durch die Masse m=4*π*R³/3*ρK des fallenden Körpers dividieren und erhält folgende Differentialgleichung:

dv/dt = g*(1-ρLK) - 3/8*cw/R*ρLK*v²

Die Lösung dieser Gleichung erspare ich mir aber.

4 „Gefällt mir“

Was MrStupid in gewohnt praeziser Form erklaert hat, versuche ich einmal in sehr einfachen Worten: Die Erdanziehungskraft beschleunigt jeden Koerper gleich stark in Richtung Boden. Ohne Luftreibung kaemen also alle gleichzeitig am Boden an. Die Luftreibung bremst aber jeden Koerper. Wenn ein Koerper noch langsam faellt, bremst ihn die Reibung proportional zur Fallgeschwindigkeit, bei schnellerem Fall sogar quadratisch zur Geschwindigkeit. Einfach gesagt, die Luft bremst um so staerker, je schneller der Koerper ist. Die Bremskraft haengt auserdem von der Form des Koerpers ab.
Generell gilt: Beschleunigung ist gleich Kraft pro Masse. Ein schwerer Koerper und ein leicher Koerper, die beide genau die gleiche Form haben, spueren bei gleicher Geschwindigkeit denselben Luftwiderstand . Aber der schwerere Koerper wird nicht so stark verzeogert (negativ beschleunigt), weil er mehr Masse und damit „Wucht“ hat. Deswegen braucht man nicht gross zu rechnen, um sagen zu koennen, dass der schwerere Koerper eher am Boden ankommt als der leichtere.

Gruss, Moriarty

Vielen Dank für all eure Antworten!

Ich denke mit diesen Erklärungen und Formeln kann ich ihn überzeugen :smile:

Schönen Tag noch!

Grüße, Mario

An MrStupid…
Bonjour M.Stupid,

Ich habe da mal ein paar fragen, die mir aber nicht erst nach diesem Brief hier aufgekommen sind…

  1. Was für einen Beruf übst du aus ???
  2. Wie macht man griechische Buchstaben auf der Tastatur ???
  3. Rechnest du so’ne Sachen wie gerade eben im „Stehgreif“
    durch ???

So…dies zu den Fragen…
als nächstes möchte ich dir meinen doch recht hohen Respekt
zollen, und dir dafür danken, dass ich auch vor dem PC was zu
knobeln habe…

tov

Fragezeichen

  1. Wie macht man griechische Buchstaben auf der Tastatur ???

…und ich hab mich schon gefragt, was diese ? bedeuten…

Semjon.

  1. Was für einen Beruf übst du aus ???

Diplomchemiker

  1. Wie macht man griechische Buchstaben auf der Tastatur ???

http://wallace.paed.uni-muenchen.de/Seminar/klassenz…

  1. Rechnest du so’ne Sachen wie gerade eben im „Stehgreif“ durch ???

Zu 50 % ja. Von den restlichen 50% weiß ich, wo ich sie finde :o)

…und ich hab mich schon gefragt, was diese ? bedeuten…

Mit dem Internet Exploder kann man sie sehen. Netscape und Opera kommen damit leider nicht klar (und haben auch sonst ihre Schwierigkeiten mit dem geltenden HTML-Standard).

…und ich hab mich schon gefragt, was diese ? bedeuten…

Mit dem Internet Exploder kann man sie sehen. Netscape und
Opera kommen damit leider nicht klar (und haben auch sonst
ihre Schwierigkeiten mit dem geltenden HTML-Standard).

Tataa!

Mozilla kann es.(Damit wohl au NS 6.1) Hab ich auch gestaunt, was
im Forum so moeglich ist.

Ciao Lutz

Hi

Hier wurde mehrfach gesagt, daß Körper unterschiedlicher Masse sofern alle anderen Umstände äquivalent sind gleich schnell fallen - so hab’ ich das auch im Physik - Unterricht gelernt und stillschweigend akzeptiert. Aber…
Könnte es nicht vielleicht doch so sein, daß es unterschiedlich schnell ist - also bei der größeren Masse die Geschwindigkeit größer ist und das es nur nicht auffällt weil die Gravitation so verdammt schwach ist?! Mit anderen Worten: 2000t mehr oder weniger machen praktisch nichts aus. Die Feldwechselwirkung bei verschieden großen Massen muß doch unterschiedlich groß sein. Oder wirkt sich die Stärke der Wechselwirkung nur auf das F aus mit dem gezogen wird aber nicht auf die Geschwindigkeit?! Oder anders gefragt: Ziehen sich verschieden starke Magneten immer mit derselben Geschwindigkeit an? Elektromagnetismus verhält sich ja genauso wie Gravitation - ist nur viel stärker - damit könnte man es überprüfen. Wenn Magneten abhängig von ihrer Stärke sich unterschiedlich schnell anziehen, müßte es bei der Gravitation eigentlich auch so sein, oder? Ich hab’ gerade keine Magneten zur Hand - kann jemand helfen? :smile:

Florian

Wenn die fallende Masse die gleiche Größenordnung hat, wie die Masse, von der sie angezogen wird, sieht es natürlich etwas anders aus, aber dann spricht man eigentlich nicht mehr von „Fallen“, sonder n ur noch davon ,daß sich beide Massen auf ihren gemeinsamen Schwerpunkt zubewegen. Um diesen Effekt im Gravitationsfeld nachzuweisen, müßte man aber schon mit Billiarden Tonnen schweren Gewichten handtieren.

Elektromagnetismus verhält sich ja genauso wie Gravitation

Das wage ich zu bezweifeln. Ich habe jedenfalls noch nicht gehört, daß sich Planeten gleicher Masse gegenseitig abstoßen.

Wenn Magneten abhängig von ihrer Stärke sich
unterschiedlich schnell anziehen, müßte es bei der Gravitation
eigentlich auch so sein, oder?

Nein. Bei konstanter Masse ist die Beschleunigung das Verhältnis von Kraft und Beschleunigung. Da die Gravitationskraft proportional zur Masse ist, ist die Beschleunigung unabhängig von der Masse. Beim Elektromagnetismus ist das ganz anders, weil hier die Kraft unabhängig von der Masse ist.