Hallo!
Ich habe große Probleme zu verstehen, wie die Schwerkraft
zwischen den Himmelskörpern übermittelt wird. „Wie bekommt das
Wassermolekül der Nordsee mit, dass in 300000km über ihm der
Mond steht und es anzieht…?“
Einstein hat es bildlich mit dem Zeit-Raum-Modell erklärt, in
dem die Körper eine Delle um den Körper herum formt, die um so
größer ist, je mehr Masse der Körper hat. Selbst dieses Modell
hilft mir nicht zu höherer Erkenntnis.
Wenn mir hier jemand helfen könnte?
Das kann Dir niemand erklären. Aufgabe der Physik ist es, die Welt durch möglichst passende Modelle zu beschreiben. Das bedeutet: die Physik stellt fest, dass es eine Wechselwirkung zwischen massereichen Teilchen gibt. Sie kann aber keine Erklärung dafür geben, warum es diese Wechselwirkung gibt.
Bestenfalls kann sie ein Modell finden, dass gleich mehrere Phänomene in der Welt erklärt. So konnte z. B. Maxwell zeigen, dass Elektrizität und Magnetismus zwei Seiten einer Medaille sind.
Im Moment sucht die Physik nach einem Modell, das gleichzeitig die elektromagnetische Wechselwirkung, die Kernkräfte und die Gravitation erklären kann. Ein solches Modell ist noch nicht gefunden. In der Quantenelektrodynamik wurden Wechselwirkungen durch den Austausch von Teilchen beschrieben. Daher glauben viele Physiker, dass man auch die Gravitation durch den Austausch von Gravitationsteilchen („Gravitonen“) beschreiben kann. Es gibt im Moment jedoch noch keinen Detektor für Gravitonen (Wenn ich es richtig weiß, ist jedoch einer in Planung).
Allerdings: Wenn man ehrlich ist, löst das Dein Problem auch nicht, denn warum sollte ein Teilchenaustausch eine anziehende Wirkung haben? Gefühlsmäßig würde man da eher eine Abstoßung vermuten. Aber auch der Austausch von Teilchen ist letztendlich nur ein Modell.
So wie ich die Mechanik aus der Astronomie verstehe, rotieren
die Körper umeinander, um zu vermeiden, dass sie
zusammenstoßen.
Nein. Das Wörtchen „um“ impliziert einen Sinn und Zweck. So etwas gibt es in der Physik aber nicht. Physikalische Körper tun nie etwas, „um …“, sondern höchstens „weil…“. Durch den Einfluss der Gravitation stürzen Körper auf einander zu. Wenn sie sich dabei verfehlen, dann nur deshalb, weil sie „anfangs“ eine Eigengeschwindigkeit hatten. Je nach Anfangsbedingungen können sich die Körper ganz unterschiedlich bewegen: Kreisförmig, geradlinig, hyperbelförmig oder ellipsenförmig.
Dass wir bei Himmelskörpern häufig Kreise (besser: Ellipsen) beobachten, liegt nicht daran, dass das die von der Natur vorgesehene Bewegungsart wäre. Vielmehr sind es die einzigen Bewegungen, die eine stabile Umlaufbahn ergeben, und daher die größte Chance haben, von uns beobachtet zu werden. In anderen Worten: Der Mars muss sich nicht auf einer Ellipse bewegen. Er könnte auch direkt in die Sonne stürzen. Wenn er das aber getan hätte, dann wäre er nicht mehr da. (99% der Materie unseres Sonnensystems befindet sich in der Sonne, und zwar aus einem einzigen Grund: Weil sich diese Materie nicht für eine stabile Umlaufbahn entschieden hat).
Ähnliches geschieht doch auch im atomaren Raum: Dort rotieren
die Elektronen um den Kern, damit sie nicht zusammenfallen.
Gilt dort auch dieses Zeit-Raum-Modell von Einstein?
Hier schweige ich mich aus und verweise stattdessen auf das Posting von Gandalf.
Michael