Schwerkraft

Jeder der schon mal auf die Nase gefallen ist weiß, daß Schwerkraft funktioniert.

Aber wie funktioniert sie, und mit welcher Geschwindigkeit breitet sie sich aus? Oder kann man da von Gleichzeitigkeit sprechen?

Ich kann mir das nur sehr schwer vorstellen
Euer Physikdilettant

Hi Physikdilletant,

wie Schwerkraft genau funktioniert, ist nicht hundertprozentig geklärt, hängt aber vermutlich mit den Higgs-Bosonen zusammen…

Bei Gravitationsänderungen entstehen Gravitationswellen, die sich mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten.

Grüße
Moritz

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Ich stellte kuerzlich eine Frage mit dem Titel „Gravitationsgeschwindigkeit“. Sieh mal nach, ob Dir die Antworten weiterhelfen - So ganz war ich zwar am Ende nicht ueberzeugt von der Lichtgeschwindigkeit der Gravitationskraft, aber da auch ich nicht so bewandert bin bei solchen Themen, mochte ich nicht mehr wiedersprechen.
Marcus

Die Kraft breitet sich auch nicht Lichtgeschwindikkeit aus, sondern wahrscheinlich mit unenlicher. Sie ist praktisch da. Ob Gravitonen sich mit Lichtgeschw. ausbreiten ist fraglich. Sie sind rein hypothetisch.

Da das immer noch ein sehr interessantes und spekulatives Thema ist, empfehle ich den kürzlich in der Spektrum erschienen Beitrag. Da ging es auch um Gravitationswellen und die Suche nach der allumfassenden Schwerkraft.

Beth

Danke an alle, und noch ein paar Fragen…
Danke für die schnellen Antworten,

das ist es ja, ich hab gelesen, daß wenn sich Schwerkraft mit Lichtgeschwindigkeit ausbreitet, also die Erde von der Stelle angezogen wird wo die Sonne vor 8 Minuten gewesen ist, würde die Erde langsam der Sonne immer näher kommen. (Tut sie ja Gottgedankt nicht.) Stimmt das überhaupt? Ich hab das in einer Zeitschrift gelesen, die nicht gerade für Seriosität bekannt ist.

Und jetzt zu den Fragen: Wie theoretisch ist denn das mit den Gravitationsteilchen? Gibts da schon Beweise? Wie sollen die über die riesigen Entfernungen wechselwirken? Nur so ein Gedanke von mir: Sie gehen scheinbar mühelos durch Materie durch, wechselwirken aber mit dieser.

Was ist mit den Theorien, daß die Gravitation praktisch mit der Raumkrümmung einhergeht? Wurden die schon aufgegeben?

Servus
Euer verwirrter Physikdilettant

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Und jetzt zu den Fragen: Wie theoretisch ist denn das mit den
Gravitationsteilchen? Gibts da schon Beweise? Wie sollen die
über die riesigen Entfernungen wechselwirken? Nur so ein
Gedanke von mir: Sie gehen scheinbar mühelos durch Materie
durch, wechselwirken aber mit dieser.

Das ist ja das Problem. Die Schwerkraft scheint mit nichts in Wechselwirkung zu treten. Deshalb ist ja das Graviton nach wie vor hypothetisch.

Was ist mit den Theorien, daß die Gravitation praktisch mit
der Raumkrümmung einhergeht? Wurden die schon aufgegeben?

Die Theroie stimmt immer noch. Masse (und damit das Gravitationsfeld) krümmt den Raum. Auch hier möchte ich auf die aktuelle Ausgabe der Spektrum Spezial bzw. der Spektrum verweisen. Dort ist eine sehr interessante Abbildung bei der ein Quasar durch das Gravitationsfeld viermal abgebildet wurde, d.h. das Gravitationsfeld wirkt als Linse.

Beth

Einwurf
Hi Beth

Das ist ja das Problem. Die Schwerkraft scheint mit nichts in
Wechselwirkung zu treten. Deshalb ist ja das Graviton nach wie
vor hypothetisch.

hüstel, wenn die Schwerkraft nicht mit mir wechselwirken würde, dann würde ich nicht hier sitzen…

Was ist mit den Theorien, daß die Gravitation praktisch mit
der Raumkrümmung einhergeht? Wurden die schon aufgegeben?

Die Theroie stimmt immer noch. Masse (und damit das
Gravitationsfeld) krümmt den Raum.

Das Problem liegt bei der Behandlung gravitativer Prozesse im Kleinbereich, wenn zugleich das Gravitationsfeld sehr stark wird (im wesentlichen geht es um Quantengravitation).
Man muss sich immer vor Augen halten, das sowohl das „Gravitationsfeld“ als auch das Graviton als auch die Gravitationswelle Hilfsmittel zur Beschreibung dieses noch weitgehend unverstandenen Phänomens sind.

by the way, ein Argument für die Ausbreitung des Gravitationsfeldes mit Lichtgeschwindigkeit ist die Bahnberechnung interplanetarer Sonden. Wenn beispielsweise der Jupiter nicht da stünde, wo er gem. optischer (!) Bahnberechnungen stünde, dann würde die Sonde weissgottwohin fliegen.

Gruss, Mike

noch ein bißchen was…
Servus Michael,

Das Problem liegt bei der Behandlung gravitativer Prozesse im
Kleinbereich, wenn zugleich das Gravitationsfeld sehr stark
wird (im wesentlichen geht es um Quantengravitation).
Man muss sich immer vor Augen halten, das sowohl das
„Gravitationsfeld“ als auch das Graviton als auch die
Gravitationswelle Hilfsmittel zur Beschreibung dieses noch
weitgehend unverstandenen Phänomens sind.

wenn ich das richtig verstehe, dann hat man Gravitonen = Higgs Bosonen? eingeführt um Schwerkraft zu beschreiben. Also sind das theoretische Teilchen, die noch niemand nachgewiesen hat?

by the way, ein Argument für die Ausbreitung des
Gravitationsfeldes mit Lichtgeschwindigkeit ist die
Bahnberechnung interplanetarer Sonden. Wenn beispielsweise der
Jupiter nicht da stünde, wo er gem. optischer (!)
Bahnberechnungen stünde, dann würde die Sonde weissgottwohin
fliegen.

Dann ist wohl die Ausbreitungsgeschwindigkeit von Gravitationswellen > c Unfug, oder? (Kann ich mir ohnehin nicht vorstellen) Könnte man das mit Planetenbewegungen nachweisen? Werden solche Theorien ernst genommen? Ich hab jetzt auch die vielen Artikel im Archiv gelesen…

Vielleicht sollte man gewisse Zeitschriften nicht mehr lesen *g*

Servus
Dein/Euer Physikdilettant

PS.: Nieder mit der Schwerkraft, es lebe der Leichtsinn…

PPS.: Danke für die Antwort(en)

Hallo,

wenn ich das richtig verstehe, dann hat man Gravitonen = Higgs
Bosonen? eingeführt um Schwerkraft zu beschreiben. Also sind
das theoretische Teilchen, die noch niemand nachgewiesen hat?

Halt, nicht so schnell. Die Gravitonen und die Higgs-Bosonen sind nicht identisch. Die Higgs-Bosonen sollen den Körpern Masse verleihen (durch Wechselwirkung :smile:). Am CERN hat man vor kurzem die ersten vier Ereignisse am LEP-Beschleuniger detektiert, die auf das Higgs-Boson hindeuten. Genaueres erhofft man sich von dem gerade im Bau befindlichen Nachfolger LHC, der 2005 in Betrieb gehen soll.
Die Gravitonen sind noch ein gutes Stück hypothetischer, und es gibt noch keinerlei experimentellen Hinweis auf sie.

Gruß, Kubi

Allgemeine Relativitaet
Die etablierte Theorie dafuer ist die allgemeine Relativitaet. In der Physik gilt vereinfacht gesprochen das Prinzip, dass sich Lichtstrahlen und frei fliegende Koerper auf derjenigen Kurve bewegen, die die schnellste Verbindung zwischen zwei Punkten bietet. Das ist im dreidimensionalen Raum nicht immer eine Gerade. Denn wenn ein Raum in einen Raum mit hoeherer Dimension eingebettet ist, dann kann der Raum gekruemmt sein. Zb unsere 2D Erdoberflaeche, die uns flach erscheint, ist im 3-d Raum sanft gekruemmt , und eine Verbindung zwischen zwei Staedten auf der Erde ist nicht eine Gerade, sondern ein Abschnitt eines Grosskreises (sind Kreise mit dem maximalen Durchmesser). Das geht auch in hoehere Dimensionen, so ist in der Naehe massiver Koerper unser 3D Raum in den 4D Raum gekruemmt (schwer vorstellbar), so dass Planeten abgelenkt werden, zB in eine Kreisbahn um die Sonne. Die Gravitation breitet sich mit exakt Lichtgeschwindigkeit aus, wie es die Relativitaetstheorie verlangt.
Die allgemeine Relativitaet ist eine unvollstaendige (aber nicht falsche!) Theorie, denn sie beschreibt nicht, woher Teilchen Masse haben, bzw, wie Gravitationswellen quantisiert werden koennen.
D.H man weiss nicht, wie sie „funktioniert“, daher kann man sie nicht manipulieren und muss weiterhin auf die Nase fallen.

Gruss, Moriarty

Hallo Herbert,

obwohl ich weiss Gott kein Experte fuer Gravitation bin, moechste ich doch ein paar Gedanken anbringen…

Danke für die schnellen Antworten,

das ist es ja, ich hab gelesen, daß wenn sich Schwerkraft mit
Lichtgeschwindigkeit ausbreitet, also die Erde von der Stelle
angezogen wird wo die Sonne vor 8 Minuten gewesen ist, würde
die Erde langsam der Sonne immer näher kommen. (Tut sie ja
Gottgedankt nicht.) Stimmt das überhaupt? Ich hab das in einer
Zeitschrift gelesen, die nicht gerade für Seriosität bekannt
ist.

Da sich die Gravitation mit Lichtgeschwindigkeit ausbreitet, sollte genau das passieren. Die Erde kommt der Sonne trotzdem nicht naeher, wie man sieht, wenn man in das Bezugssystem geht, in dem die Sonne ruht.

Und jetzt zu den Fragen: Wie theoretisch ist denn das mit den
Gravitationsteilchen?

Sehr. Bis jetzt existiert keine schluessige Theorie.

Gibts da schon Beweise?

Nein. Es wurden bisher noch nicht einmal die „klassischen“ Gravitationswellen nachgewiesen.

Wie sollen die
über die riesigen Entfernungen wechselwirken?

Sag mir einen Grund, wieso sies nicht koennen sollten.

Nur so ein
Gedanke von mir: Sie gehen scheinbar mühelos durch Materie
durch, wechselwirken aber mit dieser.

Genausowenig wie Licht „muehelos“ durch Materie geht (denn es koppelt an die elektrisch geladene Elektronen und Protonen in der Materie) geht Gravitation „muehelos“ durch Materie (die koppelt an die Masse der Atome).

Was ist mit den Theorien, daß die Gravitation praktisch mit
der Raumkrümmung einhergeht? Wurden die schon aufgegeben?

Die Allgemeine Relativitaetstheorie erfreut sich nach wie vor grosser Beliebtheit.

Gruss,
Semjon.