Schwerste zeit von 1 -3 jahren

hallo,

es ist immer die diskussion, ob frauen familie ODER kinder haben sollen oder wollen. ob mann oder frau erziehungsurlaub nehmen soll usw.
ich denke, das problem ist, dass man mit kleinen kindern insgesamt ziemlich allein gelassen wird. erziehungsurlaub? bei der schlechten kinderbetreuung hat man da doch eh kaum eine wahl. wie viele frauen würden gerne arbeiten, aber es gibt keine betreuungsplätze. oder die finanzen zwingen einen früher als gewollt in den job.
kind oder karriere? ich will beides. auch mit einem teilzeitjob. partnerschaft? wer begleitet junge eltern mit ihren schwierigkeiten, die auf sie zukommen? usw. usf.
mich würde interessieren, wie ihr das seht, bzw. ob es links gibt, die sich speziell mit diesem thema befassen.
cordula

hallo,

es ist immer die diskussion, ob frauen familie ODER kinder

Familie ist mit Kind

haben sollen oder wollen. ob mann oder frau erziehungsurlaub
nehmen soll usw.

„Darf“, nicht „soll“.

ich denke, das problem ist, dass man mit kleinen kindern
insgesamt ziemlich allein gelassen wird. erziehungsurlaub? bei

Ein 1- bis 3-jähriges Baby kann das größte Glück auf Erden sein.

der schlechten kinderbetreuung hat man da doch eh kaum eine

Kinderbetreuung ist das Privileg der Mutter

kind oder karriere? ich will beides. auch mit einem

Nacheinander.

teilzeitjob. partnerschaft? wer begleitet junge eltern mit
ihren schwierigkeiten, die auf sie zukommen? usw. usf.

Da gibt es viel, aber die jungen Eltern müssen/dürfen sich auch selbst um sich und ihre Kinder kümmern. Es sind die Eltern und nicht irgendwelche Institutionen, von denen die Kinder geliebt werden.

Gruß
Wolfgang

Hallo Wolfgang,

aus Deinen Äußerungen:

haben sollen oder wollen. ob mann oder frau erziehungsurlaub
nehmen soll usw.

„Darf“, nicht „soll“.

ich denke, das problem ist, dass man mit kleinen kindern
insgesamt ziemlich allein gelassen wird. erziehungsurlaub? bei

Ein 1- bis 3-jähriges Baby kann das größte Glück auf Erden
sein.

schließe ich im Zusammenhang mit Deinme Beruf, dass Du selbstverständlich die Verantwortung für das Kind nach der Stillzeit übernehmen wirst, da Übersetzer ja doch recht gut überwiegend von zuhause aus arbeiten können.

Oder wolltest Du doch das Kinderglück, wie hierzulande meistens üblich, der Frau überlassen?
Gruß, Karin

Hallo Karin,

ich möchte Wolfgang ein bisschen zu Hilfe kommen, denn mich stört die aggressive Art der Diskussion.

schließe ich im Zusammenhang mit Deinme Beruf, dass Du
selbstverständlich die Verantwortung für das Kind nach der
Stillzeit übernehmen wirst, da Übersetzer ja doch recht gut
überwiegend von zuhause aus arbeiten können.
Oder wolltest Du doch das Kinderglück, wie hierzulande
meistens üblich, der Frau überlassen?

Selbst wenn Wolfgang nicht zu Hause bleiben und arbeiten gehen würde, ist das immer noch eine Entscheidung, die die beiden unter Berücksichtigung der Umstände immer noch für sich selbst entscheiden müssen. Feministinnen - ich entnehme deinem Posting, dass du dich als eine solche bezeichnen würdest - gehen häufig einfach davon aus, dass sie Recht haben und berücksichtigen gar nicht mehr, dass es doch eigentlich drei Menschen sind, die von den zu treffenden Entscheidungen betroffen sind.

Du wirst natürlich sagen, dass die „Männer“ das auch tun und dass es deshalb gerechtfertigt wäre, als „Frau“ ebenso zu argumentieren. Dem möchte ich gerne widersprechen. Denn wenn die weibliche Seite nur den Fehler der männlichen Seite widerholt, verschärft das nur den Konflikt und trägt überhaupt nichts dazu bei, den eigentlichen Leidensträger, das Kind, zu entlasten.

Ich bestreite nicht, dass jede Person das Recht das, ihr Leben selbst zu bestimmen, aber bitte doch nicht immer auf dem Wege des Vorwurfs. Wenn „die“ Frauen von „den“ Männern immer wieder Verzicht verlangen, dann sind „die“ Frauen auch genauso aufgefordert, bei sich selbst zu suchen, wo sie - bei sich - bereit wären, Verzicht zu leisten - im Interesse des Kindes!

Herzliche Grüße

Thomas Miller

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Hallo Cordula,

ich hoffe, es stört dich nicht, wenn ich dir von der Diskussion im Feminismusbrett bis hierher gefolgt bin. Ich werde mich aber

  • wahrscheinlich -demnächst bei Diskussionen dieser Art zurückhalten. Aber ein paar Bemerkungen möchte schon noch von mir geben.

ich denke, das problem ist, dass man mit kleinen kindern
insgesamt ziemlich allein gelassen wird.

Ich weiß nicht, wo du wohnst, aber hier im Osten, wo ich jetzt lebe, ist das Problem besser gelöst als im Westen, wo man in der Regel von vornherein davon ausgeht, dass eine junge Mutter nicht zu arbeiten hat.

erziehungsurlaub? bei der schlechten kinderbetreuung hat man da
doch eh kaum eine wahl. wie viele frauen würden gerne arbeiten,
aber es gibt keine betreuungsplätze.

Das ist ein politisches Problem. Aber wie wäre es denn, wenn man sich z. B. mit Nachbarn oder Freunden die Kindererziehung teilt

  • ähnlich wie bei Tauschringen.

oder die finanzen zwingen einen früher als gewollt in den job.

Wenn man nicht schon vor der Kinderplanung ein Haus, ein Auto, ein Pferd und einen Anlageberater gekauft hat, dürfte es eigentlich keine wirklichen Probleme geben. Man darf natürlich nicht alles gleichzeitig wollen. Natürlich kommt man mit 1000 DM im Monat schlechter zurecht als mit 10000 DM, aber das ist doch kein Grund, auf dem Rücken der Kinder eine Karriere anzustreben, die man vielleicht auch ein bisschen verschieben könnte.

kind oder karriere? ich will beides. auch mit einem
teilzeitjob. partnerschaft?

Mir ist nicht so ganz klar, was du eigentlich sagen willst damit. Warum das Fragezeichen hinter „partnerschaft“? Da muss doch (mindestens) ein Ausrufezeichen stehen, denn ohne Partnerschaft (jedenfalls im Idealfall) keine Kinder.

wer begleitet junge eltern mit
ihren schwierigkeiten, die auf sie zukommen? usw. usf.

Es gibt viele Institutionen, die diese Aufgabe übernehmen können, angefangen von Kindergärten über Krabbelgruppen bis hin zu den Kirchen (ich weiß auch, dass die Situation im Westen schwieriger ist). Es gibt Beratungsgruppen (nicht nur Pro Familia), Selbsthilfegruppen, Mütter- oder Vätervereine, Studenten und und und.

Was ich eigentlich sagen will ist: Du fokussierst das Problem zu sehr auf den weiblichen Sektor. Das eigentliche Problem ist, dass das Kind als Problem angesehen wird, und nicht als Geschenk.

Herzliche Grüße

Thomas Miller

P. S. Ich war übrigens im Erziehungsurlaub. Nur darf ich (wegen der besonderen Situation in meiner Familie) meine „Leistung“ hier nicht zu hoch hängen, weil es sich bei uns ganz wunderbar so ergeben hat.

Ich glaube eher,
Hallo Thomas,

ich glaube eher, Karin wollte andeuten, daß man von anderen nur Dinge verlangen sollte, zu denen man auch selbst bereit ist.

Wenn also jemand - in diesem Fall Wolfgang - das Problem der fehlenden Kinderkrippen nicht ernst nimmt und dem Spruch abtut, frau solle zuhause bleiben, das sei eh’ besser und ein reines Privileg, dann liegt es auf der Hand erstmal abzuklären, ob er selbst dazu überhaupt bereit wäre.

Im Übrigen favorisiere ich auch die Lösung Kinderkrippen. Ich käme z.B. nie auf die Idee, von meinem Partner zu VERLANGEN, daß er zuhause bleibt (denke also, ich bin weit davon entfernt, von Männern einen größeren Verzicht zu verlangen). Natürlich soll auch die Elternzeit erhalten bleiben - für die Familien, wo einer der Elternteile gerne zuhause bleiben will. Es gibt aber nun auch zunehmend Paare, wo keine® der beiden Partner dies will. (Mich und meinen Partner zähle ich dazu.) Für diese gibt es momentan leider keine vernünftige Lösung.

Deshalb begrüße ich diese Diskussion, irgendwann werden wir die Kinderkrippen schon haben. Für mich wird es vermutlich zu spät kommen - naja.

Im Aktuellen Emma-Heft (Juli/August-Ausgabe) ist übrigens der „Stille Gebörstreik“ und die Misere um die Kinderbetreuung Hauptthema - kann ich nur empfehlen. (Um Vorurteilen vorzubeugen: Es kommen auch Männer darin zu Wort.)

Viele Grüße, Stefanie

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Hallo Thomas,

ich möchte Wolfgang ein bisschen zu Hilfe kommen, denn mich
stört die aggressive Art der Diskussion.

schließe ich im Zusammenhang mit Deinme Beruf, dass Du
selbstverständlich die Verantwortung für das Kind nach der
Stillzeit übernehmen wirst, da Übersetzer ja doch recht gut
überwiegend von zuhause aus arbeiten können.
Oder wolltest Du doch das Kinderglück, wie hierzulande
meistens üblich, der Frau überlassen?

Selbst wenn Wolfgang nicht zu Hause bleiben und arbeiten gehen
würde, ist das immer noch eine Entscheidung, die die beiden
unter Berücksichtigung der Umstände immer noch für sich selbst
entscheiden müssen. Feministinnen - ich entnehme deinem
Posting, dass du dich als eine solche bezeichnen würdest -
gehen häufig einfach davon aus, dass sie Recht haben und
berücksichtigen gar nicht mehr, dass es doch eigentlich
drei Menschen sind, die von den zu treffenden
Entscheidungen betroffen sind.

Du wirst natürlich sagen, dass die „Männer“ das auch tun und
dass es deshalb gerechtfertigt wäre, als „Frau“ ebenso zu
argumentieren.

Nein, ich sage nicht das „die Männer“ das auch tun, ich sage hauptsächlich, dass ich eine erbärmliche Hausfrau bin und nur als Freizeit-Mutter gut war. Das Thema „wer bleibt zuhause“ hatte sich wegen sehr persönlicher Probleme mit dem Vater meiner Tochter sehr schnell erledigt, als ich zuahuse war. Aber das fehlende „Bemuttern“ in meinem Charakter wird mir heute noch gerne von Männern im persönlichen Gespräch als „unweiblich“ vorgeworfen.

Dem möchte ich gerne widersprechen. Denn wenn
die weibliche Seite nur den Fehler der männlichen Seite
widerholt, verschärft das nur den Konflikt und trägt überhaupt
nichts dazu bei, den eigentlichen Leidensträger, das Kind, zu
entlasten.

Ich glaube auch nicht, dass jedes Paar, das in der Lage ist, ein Kind zu zeugen, bzw. jede Mutter, die in der Lage ist, ein Kind auszutragen, automatisch die einzige oder auch nur die beste Betreuungsperson ist. Das unterstellst Du aber mit Deiner Aussage, das Kind sein Leidensträger, wenn es nicht in einer konventionellen Familie aufwächst.

Schönen Gruß, Karin

Hallo Karin,

Aber das fehlende „Bemuttern“ in meinem Charakter wird mir
heute noch gerne von Männern im persönlichen Gespräch als
„unweiblich“ vorgeworfen.

aber das ist doch kein Grund, mit Generalisierungen zu argumentieren. Der/Die Eine hat diese Vorzüge, der Andere andere Vorzüge.

Ich glaube auch nicht, dass jedes Paar, das in der Lage ist,
ein Kind zu zeugen, bzw. jede Mutter, die in der Lage ist, ein
Kind auszutragen, automatisch die einzige oder auch nur die
beste Betreuungsperson ist. Das unterstellst Du aber mit
Deiner Aussage, das Kind sein Leidensträger, wenn es nicht in
einer konventionellen Familie aufwächst.

Nein, das unterstelle ich nicht, denn es gibt ja genügend Fälle, in denen z. B. eine Adoption besser für das Kind ist als der Aufenthalt bei den Eltern.

Was ich behaupten wollte (und was vielleicht im Zuge des Versuchs, deine Gedanken für mich zu ordnen, untergegangen ist):
Wer ein Kind zeugt, muss sich vorher überlegen, wie er die Welt für das Kind annehmbar machen kann. Wer ein Kind zeugt, ohne sich wenigstens Grundgedanken über dessen Zukunft gemacht zu haben, handelt leichtsinnig und fahrlässig und unverantwortlich.

Zeugungsfähigkeit ist nicht gleich Elternschaftsfähigkeit! Das gilt für Männlein wie für Weiblein.

Herzliche Grüße

Thomas Miller

Mutterglück
Liebe Karin,

das Wort „Kinderglück“ kannte ich noch nicht, und aus Deiner sarkastischen Ausdrucksweise schließe ich, daß das Wort „Mutterglück“ für Dich ein faschistischer Kampfbegriff ist. Wenn das so ist, dann laß doch am besten adoptieren. Fehlendes Interesse an Kindererziehung und überhaupt am menschlichen Leben ist wohl eine Berufskrankheit der Sozialpädagogen, wenn auch eine mit hoher Autoakzeptanz.

Aber Du hast danach gefragt, wie es bei uns aussieht. Ich kann zuhause arbeiten und habe meine Arbeit fast ein Jahrzehnt so gestaltet, daß ich stets für die Kinder und für die Mutter dasein kann. Teuer war das (meine Kunden wollten mir weder Honorarfortzahlung, noch Wiederauftragserteilungsgarantie gewähren), aber gut. Ich empfand die Jahre mit Baby und Kleinkind als sehr beglückend, doch jetzt, wo mich die Kinder mit den ersten richtigen Erfolgen stolzmachen, ist es genausoschön.

mit soziologischen Grüßen

Wolfgang Berger

Hallo Wolfgang,

das Wort „Kinderglück“ kannte ich noch nicht, und aus Deiner
sarkastischen Ausdrucksweise schließe ich, daß das Wort
„Mutterglück“ für Dich ein faschistischer Kampfbegriff ist.

Komisch, wenn ich erwarte, dass Väter auch „Glück“ beim zuhause bleiben empfinden sollen, wenn sie dies schon für die optimale Form der Kinderbetreuung halten, dann ist das ssarkatisch.

Wenn das so ist, dann laß doch am besten adoptieren.

Meine Tochter ist 22 und wird sich wohl von niemandem adoptieren lassen. Ich habe sie ohne männlichen Partner, wenn auch dank großer Familie, aus der ich stamme, nicht alleine erzogen und sie ist auch heute noch begeistert von ihrer Mutter. Als so schlecht war meine Erziehung doch nicht.

Fehlendes Interesse an Kindererziehung und überhaupt am
menschlichen Leben ist wohl eine Berufskrankheit der
Sozialpädagogen, wenn auch eine mit hoher Autoakzeptanz.

Meinst Du mich damit? Ich bin Elektro-Ingenieurin.

Aber Du hast danach gefragt, wie es bei uns aussieht. Ich kann
zuhause arbeiten und habe meine Arbeit fast ein Jahrzehnt so
gestaltet, daß ich stets für die Kinder und für die Mutter
dasein kann. Teuer war das (meine Kunden wollten mir weder
Honorarfortzahlung, noch Wiederauftragserteilungsgarantie
gewähren), aber gut. Ich empfand die Jahre mit Baby und
Kleinkind als sehr beglückend,

Schön für Dich, dass Du dieses erleben konntest. Damit hast Du meine Frage eigentlich in dem Sinne beantwortet, in dem ich sie gestellt habe.

doch jetzt, wo mich die Kinder
mit den ersten richtigen Erfolgen stolzmachen, ist es
genausoschön.

Aber: Welche Erfolge Deiner Kinder machen Dich stolz? Ich freue mich zwar, dass ich durch mein Einkommen meiner Tochter ein weitgehend sorgenarmes Studium ermöglichen kann. Ihr Erfolg dabei, den ich jetzt absichtlich nicht erwähne, ist und bleibt ihr Erfolg.

Gruß, Karin

Verzeihung, habe Dich verwechselt; und Stolz
Hallo Karin,

Aber: Welche Erfolge Deiner Kinder machen Dich stolz?

Meine Kinder gehen noch zur Schule. Was mich an ihren Erfolgen besonders stolz macht, sind solche, auf die wir Eltern mit großem Aufwand hingearbeitet haben.
Und z.B. angesichts der Tatsache, daß mein Bub zahlreiche weibliche Fans auch in höheren Schulklassen hat, ich in seinem Alter hingegen eine richtige „teenage dirtbag“ war, könnte ich auch schon mal neidisch werden.

freue mich zwar, dass ich durch mein Einkommen meiner Tochter
ein weitgehend sorgenarmes Studium ermöglichen kann. Ihr
Erfolg dabei, den ich jetzt absichtlich nicht erwähne, ist und
bleibt ihr Erfolg.

Hoffentlich sieht sie das nicht ganz so hart.

Gruß

Wolfgang

Wolgang,

Und z.B. angesichts der Tatsache, daß mein Bub zahlreiche
weibliche Fans auch in höheren Schulklassen hat, ich in seinem
Alter hingegen eine richtige „teenage dirtbag“ war, könnte ich
auch schon mal neidisch werden.

Hast **Du> darauf hingearbeitet?

freue mich zwar, dass ich durch mein Einkommen meiner Tochter
ein weitgehend sorgenarmes Studium ermöglichen kann. Ihr
Erfolg dabei, den ich jetzt absichtlich nicht erwähne, ist und
bleibt ihr Erfolg.

Hoffentlich sieht sie das nicht ganz so hart.

Falls du jetzt die alte Leier mit „Dank an die Eltern“ meinst: Meine Sicht ist: Ich wollte ein Kind und habe es in die Welt gesetzt. Zu meinen wichtigsten Lebenszielen gehört es, meiner Tochter ein ihren Fähigkeiten angemesses Leben über die Zeit im Elternhaus bzw. in Elternabhängigkeit zu ermöglichen.

Wenn dabei etwas wie Dank und Freude seitens der Tochter rüberkommt, ist das ein Geschenk.

Stolz auf die Leistungen anderer gehört in dieses Weltbild nicht hinein. Warum das hart sein sollte, kann ich jetzt und hier (und vermutlich auch in Zukunft) nicht verstehen.

Karin**

Karin,

auch schon mal neidisch werden.

Hast Du> darauf hingearbeitet?

Guter Charakter, gesundes Selbstbewußtsein und richtiges Benehmen sind in der Tat Erziehungsziele; auf das äußere Erscheinungsbild „arbeitet“ man i.w. durch die Partnerwahl hin.

Du äußerst Unverständnis für Gefühle, die ich gegenüber dem, was meine Kinder sind und tun, zu empfinden eingestand. Emotionsarme Erziehung hingegen ist zwar nicht gerade mein Ding, aber verteufeln tue ich sie durchaus nicht.

Stolz auf die Leistungen anderer gehört in dieses Weltbild
nicht hinein. Warum das hart sein sollte, kann ich jetzt und
hier (und vermutlich auch in Zukunft) nicht verstehen.

Auch in allen anderen Lebensbereichen ist Stolz auf die Leistungen anderer demzufolge als Verstoß gegen Dein Weltbild verboten, und Du wirst niemals verstehen, wie jemand dieses Verbot als „hart“ ansehen kann.

Mich irritiert ein wenig die Nachdrücklichkeit, mit der Du dieses asketische Verbot vertrittst. Ich sagte doch nicht, Stolz sei Pflicht. Du hingegen klingst schon ein wenig nach: „Ein Weltbild mit diesem Stolzverbot ist Pflicht“.

Wolfgang

Karin,

auch schon mal neidisch werden.

Hast Du> darauf hingearbeitet?

Guter Charakter, gesundes Selbstbewußtsein und richtiges
Benehmen sind in der Tat Erziehungsziele; auf das äußere
Erscheinungsbild „arbeitet“ man i.w. durch die Partnerwahl
hin.

Ob ein guter Charakter dazu führt, dass ein Knabe zum Mädchenschwarm wird, möchte ich dahingestellt sein lassen.

Du äußerst Unverständnis für Gefühle, die ich gegenüber dem,
was meine Kinder sind und tun, zu empfinden eingestand.

Ich äußerte Unverständnis für den Stolz der Eltern, wie toll ihre Kinder sind. Bei uns zuhause war das das einzige Gefühl, das mein Vater sich seinen Kindern gegenüber gestattet hat, und ich habe es zum k***** gefunden.

Emotionsarme Erziehung hingegen ist zwar nicht gerade mein
Ding, aber verteufeln tue ich sie durchaus nicht.

Aber Zärtlichkeit, Anerkennung des Kindes, gerade wenn es mal keinen Erfolg hatte usw. war nicht angesagt. Das habe ich bei meiner Tochter viel lieber eingesetzt. Ob das nun eine emotionsarme Erziehung war, können sicher andere, die meine Tochter kennen viel besser beurteilen als ich.

Stolz auf die Leistungen anderer gehört in dieses Weltbild
nicht hinein. Warum das hart sein sollte, kann ich jetzt und
hier (und vermutlich auch in Zukunft) nicht verstehen.

Auch in allen anderen Lebensbereichen ist Stolz auf die
Leistungen anderer demzufolge als Verstoß gegen Dein Weltbild
verboten, und Du wirst niemals verstehen, wie jemand dieses
Verbot als „hart“ ansehen kann.

Mich irritiert ein wenig die Nachdrücklichkeit, mit der Du
dieses asketische Verbot vertrittst. Ich sagte doch nicht,
Stolz sei Pflicht. Du hingegen klingst schon ein wenig nach:
„Ein Weltbild mit diesem Stolzverbot ist Pflicht“.

Die Pflicht bringst immer Du hinein, auch neulich schon bei der Pflicht zum Abiturmachen. Und zwar im Tonfall als Absolutheitsanspruch. Ich finde einfach, dass es reicht, sein Kind als den Menschen zu akzeptieren, der es ist. Erfolge können einen freuen. Aber Stolz ist bei mir - sicher auch erziehungsbedingt - nur für eigene Leistungen angesagt.

Karin

Karin,

Ob ein guter Charakter dazu führt, dass ein Knabe zum
Mädchenschwarm wird, möchte ich dahingestellt sein lassen.

Du hast recht. Viele Mädchen fahren voll auf Feigheit, Brutalität, Geiz und Unehrlichkeit ab; auch Raffgier, Ichsucht und Heimtücke sind bei den Backfischen beliebt.

das mein Vater sich seinen Kindern gegenüber gestattet hat,
und ich habe es zum k***** gefunden.

Daß Dir das damals an Deinem Vater mißfallen hat, und Du offenbar bis heute kein Verständnis dafür aufbringen kannst, ist sehr bedauerlich, aber es ist doch nur eine schwache Begründung dafür, das verallgemeinerte Verbot, Stolz auf die Leistungen anderer zu empfinden, zu einer Frage des Weltbildes zu erheben und mit solcher Vehemenz zu verfechten.

Als emotionsarm bezeichne ich den heutzutage oft zu beobachtenden Erziehungsstil, bei dem die Eltern mit dem Kind ständig partnerschaftlich verhandeln wollen und niemals schimpfen, sondern lieber zu Sachstrafen greifen.

Aber Zärtlichkeit, Anerkennung des Kindes, gerade wenn es mal
keinen Erfolg hatte usw. war nicht angesagt. Das habe ich bei
meiner Tochter viel lieber eingesetzt.

Mit dem Mißerfolg, wie etwa einer schlechten Schulnote, wird bei uns betont sachlich umgegangen. Zärtlichkeit und gegenseitige Liebesbekundungen sind Selbstzweck.

Stolz sei Pflicht. Du hingegen klingst schon ein wenig nach:
„Ein Weltbild mit diesem Stolzverbot ist Pflicht“.

Die Pflicht bringst immer Du hinein, auch neulich schon bei
der Pflicht zum Abiturmachen.

Das ist albern. Du verbietest ein Gefühl, erhebst dieses Verbot zu einem wichtigen Teil Deines Weltbildes und erklärst jegliche andere Ansicht für unvorstellbar. Diese Pflicht zum Stolzverzicht verstehe ich nicht, weil Du sie zwar mit Absolutheitsanspruch postulierst, aber nur mit einer rein persönlichen Kindheitserfahrung begründest.

Die Pflicht, den höchstmöglichen allgemeinen Bildungsabschluß anzustreben, ist hingegen einleuchtend.

Und zwar im Tonfall als Absolutheitsanspruch.

Ja, ich bin unfehlbar in Glaubens- und Sittenfragen, wenn ich ex cathedra spreche - jedenfalls für meine Kinder.

Ich finde einfach, dass es reicht, sein Kind als den
Menschen zu akzeptieren, der es ist.

Richtig, Du hast die erzieherische Verantwortung nicht mehr, und da reicht das. Aber das war nicht unser Thema.

Erfolge können einen freuen. Aber Stolz ist
bei mir - sicher auch erziehungsbedingt - nur für
eigene Leistungen angesagt.

Bei Dir, ja (und bei mir ist es halt anders). Du argumentierst jetzt auf einmal individualistisch. Also was denn nun: „Weltbild Stolzverbot“ oder „anything goes“?

Wolfgang

Wolfgang,

Aber: Welche Erfolge Deiner Kinder machen Dich stolz? Ich freue mich zwar, dass ich durch mein Einkommen meiner Tochter ein weitgehend sorgenarmes Studium ermöglichen kann. Ihr Erfolg dabei, den ich jetzt absichtlich nicht erwähne, ist und bleibt ihr Erfolg.

Ob ein guter Charakter dazu führt, dass ein Knabe zum
Mädchenschwarm wird, möchte ich dahingestellt sein lassen.

Du hast recht. Viele Mädchen fahren voll auf Feigheit,
Brutalität, Geiz und Unehrlichkeit ab; auch Raffgier, Ichsucht
und Heimtücke sind bei den Backfischen beliebt.

Aber Faulheit in der Schule ist in einem gewissen Alter ganz bestimmt beliebter als Fleiss.

Bei Dir, ja (und bei mir ist es halt anders). Du argumentierst
jetzt auf einmal individualistisch. Also was denn nun:
„Weltbild Stolzverbot“ oder „anything goes“?

Wieso auf einmal? Ich schrieb in meinen ersten Posting zu diesem Thema:

„Aber: Welche Erfolge Deiner Kinder machen Dich stolz? Ich freue mich zwar, dass ich durch mein Einkommen meiner Tochter ein weitgehend sorgenarmes Studium ermöglichen kann. Ihr Erfolg dabei, den ich jetzt absichtlich nicht erwähne, ist und bleibt ihr Erfolg.“

Für mich bezieht sich das ausschließlich auf mich, ICH wunderte mich über Dich, und ICH mache es anders. Stolz ist immer auch eine Einbildung darauf, etwas getan zu haben. Und studiert habe ich nicht für meine Tochter.

Karin

Karin,

Stolz ist
immer auch eine Einbildung darauf, etwas getan zu haben. Und

Wenn Stolz immer auch Einbildung ist, dann ist also Stolz immer auch falscher Stolz. Das ist unlogisch.
Im übrigen hat der Erfolg bekanntlich viele Väter.

Wolfgang