Ein grober Überblick
Guten Tag Samira,
erst einmal Luft holen. Den Zirkus habe ich vor ca. 1 Jahr mit meiner Nachbarin mitgemacht.
Das gesamte weitere Vorgehen lässt Zeit genug sich zu informieren. Außerdem hat es bei dem häufigen Brusttumor (jede 8-te Frau) ziemlich gutes Datenmaterial um zu entscheiden. Wenn du dich beruhigt hast; es steht sehr viel in der Wikipedia (kein Wunder) und die Weblinks dort bieten auch viel Information.
- schnell nach Biopsie: Entscheidung schnelle OP oder bei größeren Tumoren erst mit Strahlen- und/oder Chemotherapie um den Tumor einzudämmen und Metastasen zu verhindern. Dazu gehört aber auch die Bestimmung des Tumortyps. Das beantwortet auch die Frage, ob eine Chemotherapie wirklich etwas bringt, weil z.B. der Tumor nicht darauf anspricht, oder auch stärker auf Hormone reagiert.
Da gleich eine OP angesetzt wurde, dürfte es sich um einen kleinen Tumor in einem frühen Stadium handeln.
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während der OP/der nachfolgenden Biopsie des entnommenen Gewebes und Begutachtung der Form des Tumors (abgegrenzt, unklarer Übergang in das gesunde Gewebe).
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einige Wochen Abheilzeit der OP-Wunde
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danach Strahlentherapie, Dauer: ca. 6 - 8 Wochen. Nebenwirkung: Hautrötung, einige Monate Müdigkeit, bei schlechter Einstellung evtl. Verhärtung von Lungengewebe
Die Strahlentherapie bietet sich der Erfahrung nach auf jeden Fall an, unabhängig von einer nachfolgenden Chemotherapie.
- danach evtl. Chemotherapie, abhängig vom Tumortyp, vom Stadium, …
Wurde auch schon ein Szintigramm gemacht? Wird meines Wissens nach vor der OP und nach der Strahlentherapie gemacht.
Von einer Bekannten weiß ich, dass während der Operationen
auch Lymphgewebe entnommen wird um festzustellen, ob sich die
Krebszellen im Körper verteilt haben. Habe ich das richtig
verstanden?
Ja, vom sog. Wächterknoten (siehe anderes Posting) wird eine Biopsie gemacht um eine der ersten Ausbreitungswege zu beobachten.
Wird eine anschließende Chemotherapie nur gemacht, wenn sich
Krebszellen im Körper verteilt haben?
Das ist so ein Problem. Das weiss man nicht so genau. Einzelne Krebszellen lassen sich beim Szintigramm nicht finden. Daher immer die Bestimmung des Tumortyps (wie gesagt, bei dem sehr häufigen Brustkrebs gibt es gutes Datenmaterial), die Beurteilung des Stadiums und die Risikoabwägung. Eine Chemotherapie kann im gesamten Organismus Schäden verursachen.
Oder wird auf jeden Fall zu einer Chemotherapie geraten auch wenn dies nicht der Fall ist?
Kommt wohl eher darauf an, wie gut der Anwender die Expertensystem-Software zur Beurteilung benutzen kann. Bei meiner Nachbarin war die Aussage, dass eine zusätzliche Chemotherapie ihre statistische Überlebenschance um 3 % verbessern kann. Im Alter von > 40 weniger interessant gegenüber den Risiken einer Chemotherapie und unscharf im Vergleich zu allen anderen Lebensrisiken.
Lymphgewebe nichts weiter gefunden. Sie hat von 3 Ärzten
gesagt bekommen, dass sie eine Chemotherapie machen soll, 2
sagten ihr sie solle keine machen. Woher kommen diese
unterschiedlichen Meinungen?
Wissensstand, Beurteilung von Wahrscheinlichkeiten (dabei versagen wir fast alle, ich auch), Erfahrung im Gebrauch der Datenbankanalysesoftware …
»Ohne Daten keine Taten.«
Wäre es ratsam auf jeden Fall eine Chemotherapie nach der
Operation zu machen?
Nein. Strahlentherapie wg. der lokalen Begrenzung: Ja.
Chemotherapie nach Datenlage. Es gibt Tumortypen die ganz wenig auf Chemotherapie ansprechen. Da sind die Nebenwirkungen (auch langfristig) eine klare Entscheidung dagegen. Da ist eher Hormontherapie angesagt, falls die nicht durch die Menopause sowieso auch überflüssig ist.
Aber dass lässt sich erst nach genauer Analyse entscheiden.
»Ohne Daten keine Taten.«
Noch etwas wichtiges: Gibt es spezielle Kliniken, die auf
Brustkrebs spezialisiert sind und einen guten Ruf haben?
Hmm. Es gibt sog. Brustzentren, das soll aber auch nicht so wichtig sein. Ich kann dir auf jeden Fall eine Adresse aus HD besorgen. Immerhin um Info für aktuell ausgebildete Ansprechpartner in NRW zu erhalten. Bitte schicke mir eine E-Mail, damit ich das nicht vergesse.
Eine letzte Frage habe ich dann noch: Kennt jemand ein gutes
Krebsforum im Internet, in dem sich betroffene austauschen
können?
Alldieweil diese Krebsart häufig ist, hat es viel Selbsthilfegruppen im lokalen Umfeld. Einfach in der Tageszeitung nachsehen oder eine Internet-Suchmaschine nutzen.
Gruß & erst mal tief durchatmen
Stefan