Ja ich reagiere drastisch weil mir das Wohlergehen
dieser Kinder wohl mehr am Herzen liegt als das Wohlergehens
eines Mannes der Fotomontagen von Kinderkoepfen auf
Erwachsenenkoerper in seinen Gang haengt.
Was hat das mit drastisch zu tun, wenn man Behauptungen aufstellt die einfach falsch sind, und Dinge fordert, die es gar nicht gibt? Ob man die tatsächlichen Gegebenheiten gut findet oder nicht, man muss sie schon zumindest in soweit akzeptieren, dass der Handlungsspielraum im konkreten Fall nunmal durch die Gesetze beschränkt ist. Alles andere bringt den Betroffenen gar nichts. Ganz im Gegenteil: Wer auf solch falsche Tipps hin zur Polizei geht und verlangt, dass die jemanden einweist, macht sich nur lächerlich und unglaubwürdig und erreicht damit genau das Gegenteil von dem, was er bei einer vernünftigen Vorgehensweise ggf. erreichen könnte.
Ausserdem bedeutet
Zivilcourage nicht dass man der Polizei so einen Verdacht
nicht mal mitteilt, sondern es heisst im Notfall zu helfen.
Nein, ganz sicher nicht. Zivilcourage heißt sowohl das eine wie auch das andere zu tun, und zwar so, wie es angemessen, notwendig und sinnvoll erscheint.
Dies ist offensichtlich ein Perverser der mit Kindern spielt
und schon ganz offensichtlich andere Ideen im Kopf hat (siehe
Bild).
Was ist schon pervers? Sexuelle Vorlieben sind weit gefächert, für den einen vielleicht unvorstellbar, ggf. ekelig, … Aber solange dabei niemand anderes zu Schaden kommt eben grundsätzlich zunächst nicht strafbar. Damit wir uns nicht missverstehen, ich halte von der Fotomontage auch nichts. Nur ändert dies nunmal nichts an geltenden Gesetzen und einer gefestigten Rechtsprechung.
Und was deine „anderen Ideen“ angeht, da kann man nur ganz dringend warnen, die eigenen Vorstellungen nicht zu sehr auf andere zu projezieren. Wie ich schon schrieb, die Bandbreite sexueller Präferenzen ist groß und man kann ganz sicher nicht sofort von einem vermutlich nicht einmal pornografischen Bild an der Wand darauf schließen, dass jemand auch Gewalt gegen Kinder einsetzen würde. Wenn du dir z.B. einmal seriöse Zahlen zu Konsumenten so genannter Kinderpornografie ansiehst (strafbar) und diese in Relation zum aktiven direkten Kindesmissbrauch setzt, dann wirst du feststellen, dass - gottlob - hier eine riesige Differenz besteht. D.h. es gibt offenbar genug Menschen die (zwar ebenfalls strafbar) Kinderpornografie konsumieren aber eben gerade nicht selbst Hand an Kinder legen (dass für die Bilder natürlich Kinder in strafbarer Weise missbracht werden ist klar, steht aber auf einem anderen Blatt, und tut im konkreten Fall ohnehin nichts zur Sache).
Gut, wenn man den Freund des Freundes kennt kann man ja
mal locker ueber seine sexuellen Neigungen reden und mal so
nebenbei fragen ob er denn wirklich auf Kinder steht.
Eben! Wobei ich webniger auf Kinder im Allgemeinen als auf das speziell betroffene Kind abheben würde.
Allerdings bin ich immer noch der Meinung dass das wenig
Erfolg haben wird. Nicht mal Psychologen bringen es fertig
solche Leute davon zu ueberzeugen ihre Neigungen in den Griff
zu kriegen, wieso sollten es also Laien fertigbringen.
Woher weißt du das? Arbeitest du in der Branche, hast du eine fachliche Ausbildung in dem Bereich (deine ViKa lässt eher vermuten, nein)? Oder plapperst du nur den Mist nach, den die Medien nur allzugerne verbreiten? Niemandem ist dadurch geholfen, dass man dieses Thema immer noch versucht möglichst unsachlich aber dafür um so mehr emotional zu behandeln und dabei bis in den Bereich der Wissenschaftsfälschung geht. Es gibt zig seriöse Studien über die letzten zehn bis zwanzig Jahre, die sehr wohl ganz deutliche Therapieerfolge belegen. Sogar bei verurteilten Ersttätern weisen alle Studien der letzten Jahre eine Quote von rund 80% Therapieerfolg aus. Für „lediglich auffällig“ gewordene Betroffene die keiner Strafverfolung unterfallen sind, kenne ich keine Zahlen, gehe aber mal davon aus, dass hier die Erfolge sogar noch deutlich größer sind, weil eben die Schwelle zu einer strafbaren Handlung noch nie überschritten wurde, es also noch keinen „Dammbruch“ gegeben hat, der bekanntermaßen weitere Taten erleichtert.
Und was die Wissenschaftsfälschung angeht: Vor einigen Jahren kam mal aus GB (also bei dir vor der Haustür) eine wirklich seriöse Studie zur Verarbeitung sexuellen Missbrauchs durch die Opfer. Diese Studie belegte, dass entgegen der landläufigen Meinung und bisheriger Annahmen viele Opfer die Folgen sexuellen Missbrauchs weit besser und schneller verabreiten. Diese rein wissenschaftliche Tatsache, die eine wirklich gute und hoffnungsvolle Nachricht für alle Opfer hätte sein können, die man bislang gerne wiederholt immer wieder dadurch erneut gequält hat, in dem man ihnen immer wieder einredete, man könne eine solche Tat ja nicht verarbeiten, wurde in den Medien als unerhörter Skandal behandelt. Denn nicht sein kann, was nicht sein darf. Wo bleiben die ganzen Stories der auch nach Jahren noch immer wieder gerne vor die Kamera gezerrten und für den Rest ihres Lebens gezeichneten Opfer? Schnell hieß es, dieses Ergebnis wäre ja ein Freifahrtschein für die Täter, … Die Studie verschwand dann ganz schnell wieder. Nicht weil ihr Ergebnis wissenschaftlich nicht haltbar gewesen wäre, sondern weil sie nicht der political correctness entsprach.
Nein, ich habe keine Sympathien für Sexualstraftäter, aber als Jurist kotzt mich einfach der inzwischen durch reißerische Medien aufgebaute emotionale Wall um dieses Thema an, der jeglichen zum Vorteil von Opfern und Tätern möglichen sachlichen und fachlichen Umgang mit diesem Problem behindert. An jeder Ecke findet man inzwischen zig „Experten“ mit RTL- und Bild-Wissen zum Thema, die ganz genau wissen, wie dieses wirklich mehr als komplexe Problem „ganz einfach“ in den Griff zu bekommen ist. Ich selbst habe einige Semester Kriminalistik studiert und verfolge das Thema aus fachlichem Interesse seit dem und würde mir nie erlauben, mich hier als Experte zu bezeichnen. Aber wenn ich gegen Legendenbildungen und Tabuisierungen etwas machen kann, dann tue ich es. Gerade auch deshalb weil ich einige Opfer sexuellen Missbrauchs persönlich kenne und weiß, dass ein vernünftiger und sachlicher Umgang mit diesem Thema insbesondere auch für sie wichtig ist.
Gruß vom Wiz