Schwierige frage

moin moin,

eigentlich gehört meine frage nicht wirklich zur problematik deutsche sprache, da sie höchst wahrscheinlich international ist.
ich denke auch, sie ist auch nicht wirklich ein sprachproblem-vielleicht eher ein psychologisches… egal , ich versuche es:

warum ist es SO schwer auf eine konkrete frage eine konkrete und sachbezoge antwort zu bekommen?

im täglichen leben, wie in diesem forum mache ich immer wieder diese erfahrung. ich stelle eine frage mit konkreten angaben und bekomme zu 80% antworten die MEINE FRAGE gar nicht beantworten - viele andere, aber eben nicht meine.

beispiel 1 frage: kannst du mir heut mal helfen, das…zu machen? antwort: ich muss heut noch zur post!

beispiel 2:
ist es blasphemie wenn kirchlichen würdenträger in der geschichte immer wieder ihre ziele mit der begründung „gott will es“ durch drücken (kreuzzüge, inquisition, …)
Antwort:wenn ich als gläubiger ein gottgefälliges leben führe, so tut mir das gut!

rätsel über rätsel…

einen schönen sonntag für euch
T.

ps: ich entschuldige mich schon im voraus dafür, gerade in diesem brett die deutsche sprache deformiert zu haben, weil ich alles klein schreibe. es ist reine faulheit, es schreibt sich schneller!

Hallo,

eigentlich gehört meine frage nicht wirklich zur problematik
deutsche sprache, da sie höchst wahrscheinlich international ist.

Stimmt.

ich denke auch, sie ist auch nicht wirklich ein
sprachproblem-vielleicht eher ein psychologisches…

Ich würde sagen: Ein linguistisches…

warum ist es SO schwer auf eine konkrete frage eine konkrete
und sachbezoge antwort zu bekommen?

im täglichen leben, wie in diesem forum mache ich immer wieder
diese erfahrung. ich stelle eine frage mit konkreten angaben
und bekomme zu 80% antworten die MEINE FRAGE gar nicht
beantworten - viele andere, aber eben nicht meine.

Guckst du hier (Konversationsmaximen: http://de.wikipedia.org/wiki/Konversationsmaximen ) : „Die Grice’schen Konversationsmaximen sind vier von Paul Grice aufgestellte Grundsätze innerhalb des Kooperationsprinzips, von denen der Hörer in einem rationalen Gespräch annimmt, dass sie befolgt werden“

Für deine Frage relvant ist „Konversationsmaxime #3“:
„Maxime der Relation: Sage nur Relevantes.“

Jetzt befindest man sich in einem Gespräche - da man davon ausgehen kann, dass die Gesprächsteilnehmer (halbwegs) vernünftig zum Gespräch beitragen wollen, sich kooperativ verhalten, wird eine vielleicht nicht ganz passende Antwort auf der Grundlage der Konversationsmaximen verstanden / uminterpretiert.

Um bei deinem Beispiel zu bleiben.
Der Sprecher (S1) fragt:

„kannst du mir heut mal helfen, das…zu machen?“

Der Gesprächspartner (S2) antwortet:

ich muss heut noch zur post!

Wie soll S1 das verstehen? Grundsätzlich befinden sie sich in einem Gespräch. In einem solchem verhalten sich die Teilnehmer nach bestimmten Regeln, schließlich will man verstehen und verstanden werden und am Ende des Tages noch Freunde haben :wink:
Die Antwort passt nicht zur Frage. S1 muss also etwas mitarbeiten:
S2 hat gesagt, dass x.
x passt aber nicht direkt in dem Zusammenhang. Laut Konverstionsmaxime wird aber nur Relevantes gesagt, es muss also irgendwie doch passen.
S1 weiß aber, dass jemand, der eine andere Aufgabe zu erledigen hat, keine Zeit hat.
S2 meint also „Ich habe keine Zeit“.

Warum hat S2 das nicht direkt gesagt?
Na ja, klar könnte unser Gesprächspartner auch einfach nur „Nein!“ auf die Frage antworten. Wäre aber irgendwie ziemlich unhöflich. Mit der gegebenen Antwort wird gleich noch eine Erklärung mitgeliefert, dein Weltwissen und deine Erfahrung in Gesprächen reicht aus, um das Ganze zu verstehen.

hi,

warum ist es SO schwer auf eine konkrete frage eine konkrete
und sachbezoge antwort zu bekommen?

im täglichen leben, wie in diesem forum mache ich immer wieder
diese erfahrung. ich stelle eine frage mit konkreten angaben
und bekomme zu 80% antworten die MEINE FRAGE gar nicht
beantworten - viele andere, aber eben nicht meine.

  • weil auch eine für den fragesteller „konkret“ erscheinende frage nicht unbedingt deswegen schon „klar“ ist
  • weil menschen antworten / kommunizieren wollen, obwohl sie die frage gar nicht genau verstehen bzw. beantworten können
  • weil mit jeder äußerung (auch mit fragen) sprechakte vollzogen werden, die zwar nicht (unbedingt) intendiert waren aber trotzdem (mit)verstanden werden

m.

Moin,

vielleicht solltest Du lernen, auch zwischen den Zeilen zu lesen bzw. zu hören und zu verstehen.

Pit

ps: ich entschuldige mich schon im voraus dafür, gerade in
diesem brett die deutsche sprache deformiert zu haben, weil
ich alles klein schreibe. es ist reine faulheit, es schreibt
sich schneller!

P.S.: Es wäre höflicher, wenn Du dich an die Rechtschreibung hieltest.
Es bricht Dir schon kein Finger ab, und Du verlierst kaum Zeit, wenn Du ab und zu mal die Umstelltaste betätigst.

Außerdem ist „ich entschuldige mich…“ sprachlich falsch, auch wenn es die Mehrheit der Menschheit (auch in anderen Sprachen) so sagt.
Korrekt wäre „ich bitte um Entschuldigung“. Aber das ist nur eine meiner so beliebten sprachlichen Haarspaltereien ;-»

eben doch :wink:

Es bricht Dir schon kein Finger ab, und Du verlierst kaum
Zeit, wenn Du ab und zu mal die Umstelltaste betätigst.

. . . sagst Du!

Servus gargas,

natürlich gibt es keine Statistiken, weil die entsprechenden Veröffentlichungen von den Keyboard-Herstellern aufgekauft-, und in Bielefeld im Banksafe der Öffentlichkeit vorenthalten werden. Dort könnte man haufenweise Röntgenbilder von dieser Art finden:

http://www.operation-pro.de/Metallentfernung/Bilder/…

So sieht ein Ermüdungsbruch wg. wiederholter Betätigung der rechten Shifttaste post op aus :wink:)

Gruß

Kai Müller

2 „Gefällt mir“

ad kleinschreibung
hi,

ps: ich entschuldige mich schon im voraus dafür, gerade in
diesem brett die deutsche sprache deformiert zu haben, weil
ich alles klein schreibe. es ist reine faulheit, es schreibt
sich schneller!

die kleinschreibung hat in der deutschen sprachwissenschaft eine lange tradition. wenn du klein schreibst, „deformierst“ du damit die sprache keineswegs. ja, auch ich bin in kleinschreibung wesentlich schneller und mache weniger tippfehler als wenn ich noch zusätzlich umschalte.

Die normale Orthographie mit Groß- und Kleinschreibung bietet den LeserInnen mehr Zeichen, mehr Erkennungsmerkmale. Sie dürfte damit ein Hauch besser lesbar sein; allerdings ist das m.E. nur schwer messbar. Aus diesem Grund hat auch die Rechtschreibreform zu zusätzlicher Großschreibung tendiert.

in mail-, chat- und diskussionsforen gibt es eine eigene tradition der generellen kleinschreibung, denn früher waren in foren kaum formatierungen wie fett , kursiv möglich, sodass man die GROSSBUCHSTABEN FÜR WIRKLICH WICHTIGES verwendete. hier, bei w-w-w, geht das formatieren zwar, aber nur relativ mühsam (finde ich).

ich glaube deshalb, dass es für die kleinschreibung hier im forum sehr gute gründe gibt und wenig argumente dagegen.

unten übrigens die ersten beiden absätze aus dem grimm’schen wörterbuch …

m.

A, der edelste, ursprünglichste aller laute, aus brust und kehle voll erschallend, den das kind zuerst und am leichtesten hervor bringen lernt, den mit recht die alphabete der meisten sprachen an ihre spitze stellen. a hält die mitte zwischen i und u, in welche beide es geschwächt werden kann, welchen beiden vielfach es sich annähert. Vorgeschichte und geschichte unserer sprache verkünden solche übergänge allenthalben: lat. pater Iupiter Diespiter, goth. fadar, vater; lat. taceo conticeo, goth. þaha, ahd. dagêm; lat. sapio desipio, goth. safja; lat. habeo cohibeo, goth. haba, ahd. hapêm; skr. saptan, goth. sibun; skr. navja, litt. naujas, goth. niujis; skr. madhja, goth. midjis; skr. agnis, lat. ignis, litt. ugnis, goth. auhns f. uhns; lat. sal, salsus insulsus, goth. salt, ahd. salz sulza; lat. calco deculco conculco; taberna, contubernium; skr. aṇsa, goth. amsa, lat. umerus, humerus f. umesus umsus. unsern ablaut sehen wir häufig aus i in u, aus a in i springen: finde fand funden. ahd. läuft anti in inti und unti; goth. aftuma in iftumin; goth. gahts, mhd. giht, nhd. gicht; ahd. maht naht, ags. miht niht, engl. might night; mhd. ganc und ginc; nhd. ziestag, zistig; nhd. Biberach, Biberich; ahd. apah apuh, goth. ibuks, mhd. ebech, nhd. äbich; nhd. gatter und gitter; nhd. nacke und genick; in allen unsern sprachen zeigt das aus fangen stammende finger, goth. figgrs, ahd. fingar geschwächtes i; mhd. man wird zu min bei DIEMER 111, 23. 118, 14. 122, 9; mhd. albetalle wird mnd. zu albedalle und albedille. Noch mächtiger als solche schwächungen, von welchen oft keine rechenschaft zu geben ist, waltet die regel des umlauts, d. h. der trübung des reinen a durch das folgende oder weggefallene i und u der zweiten oder dritten silbe; ursprünglich scheint dies i und u das a der wurzel in ai und au gewandelt, wie ein bild aus der ferne sich zurückwirft, in die wurzel gespielt zu haben, so dasz schon im voraus a die folgenden i und u an sich fügte, und aus gastim handum ein gaistim haundum hervor gieng, dessen doppellaute sich allmälich in e und o zu gestim hondum verengten; alle e und o aller sprachen sind aus diphthongischem ai und au entsprungen; allein das gesetz des umlauts kann hier nur angedeutet, musz für jede sprache eigens begründet werden. Die gothische läszt ihn gar nicht ausbrechen, die ahd. nur den durch i, nicht durch u zu (gestim aber hantum), die altn. beide (gestum f. gestim und höndum f. haundum, hondum.) von bezeichnung des hochdeutschen umlauts, welchen i erzeugt, hernach unter Ä.

beispiel 2:
ist es blasphemie wenn kirchlichen würdenträger in der
geschichte immer wieder ihre ziele mit der begründung „gott
will es“ durch drücken (kreuzzüge, inquisition, …)
Antwort:wenn ich als gläubiger ein gottgefälliges leben führe,
so tut mir das gut!

rätsel über rätsel…

Hallo Herr Stadtbibliothek,

also zu diesem Thema hast Du ja eine Menge Antworten bekommen. Vielleicht keine, die Dir so richtig gefallen haben. In diesem Fall wolltest Du doch nur Leute finden, die auch so denken wie Du.

Wenn man keine richtigen Antworten bekommt, kann es auch daran liegen, dass keine klaren Fragen gestellt werden. Kannst ja mal drüber nachdenken.

In den Antworten zu der Frage „Blasphemie“ konntest Du auf jeden Fall lernen, was Blasphemie überhaupt ist - damit bist Du schon ein gutes Stück weiter gekommen.

Schöne Grüsse

Uli

Booh eij,
das hätte ich nicht gedacht! Vielleicht sollten sich die Leute angewöhnen, abwechselnd die rechte und die linke Umstelltaste zu benutzen.
Ich benutze immer nur die linke und habe bisher noch keine Schäden, obwohl ich schon seit über 40 Jahren auf Tastaturen rumkloppe.
Aber vielleicht wären solche Ermüdungsbrüche ein Grund für die Abschaffung der Großschreiberei im Deutschen, das würde doch gewaltige Einsparungen im Gesundheitswesen mit sich bringen :wink:

Grüße
Pit

Hallo Kai,

danke für die Info. Jetzt kann ich endlich begründen, weshalb ich meine Maus mal mit der linken und mal mit der rechten Hand nutze. Puh, was musste ich schon diskutieren.

Für Deine Unterstützung gibt´s natürlich ein *.

Gruß Volker

Hallo herr schmitz

Hallo Herr Stadtbibliothek,

der richtigkeit halber: herr stadtbibliothek ist eine frau.

also zu diesem Thema hast Du ja eine Menge Antworten bekommen.
Vielleicht keine, die Dir so richtig gefallen haben. In diesem
Fall wolltest Du doch nur Leute finden, die auch so denken wie
Du.

das ist eine unterstellung, die angesichts der tatsache, dass wir uns überhaupt nicht kennen (vorsichtig ausgedrückt) sehr forsch ist-um nicht zu sagen unfreundlich.

Wenn man keine richtigen Antworten bekommt, kann es auch daran
liegen, dass keine klaren Fragen gestellt werden. Kannst ja
mal drüber nachdenken.

ich erwartete(wie in der frage formuliert)eine antwort nur bezüglich der kirchlichen würdenträger.

In den Antworten zu der Frage „Blasphemie“ konntest Du auf
jeden Fall lernen, was Blasphemie überhaupt ist - damit bist
Du schon ein gutes Stück weiter gekommen.

das, herr schmitz, wußte ich bereits. allein die anwendung auf den anwender war neu.

gruß T.

Hallo

Außerdem ist „ich entschuldige mich…“ sprachlich falsch,
auch wenn es die Mehrheit der Menschheit (auch in anderen
Sprachen) so sagt.
Korrekt wäre „ich bitte um Entschuldigung“. Aber das ist nur
eine meiner so beliebten sprachlichen Haarspaltereien ;-»

spiegel online kultur v. 20.09.09: „Heute ist der reflexive Gebrauch des Verbs „entschuldigen“ Standard. Es ist also nicht falsch, „ich entschuldige mich“ zu sagen. Denn nicht nur die Schreibweise von Wörtern ändert sich, auch die Bedeutung kann sich wandeln. Laut Duden ist „sich entschuldigen“ gleichbedeutend mit „um Nachsicht, Verständnis, Verzeihung bitten“, und man kann sich sowohl für etwas als auch wegen etwas bei jemandem entschuldigen.“

3 „Gefällt mir“

Hallo,

"Heute ist der reflexive
Gebrauch des Verbs „entschuldigen“ Standard.

ja, das weiß ich wohl. Aber mir geht dieser Gebrauch immer noch gegen den Strich; vielleicht bin ich halt zu altbacken.

spiegel online kultur v. 20.09.09:

Wo hast Du den schon gelesen, so Anfang August? Dem „Spiegel“ glaube ich ohnehin nix, und der online-Version erst recht nicht

Nimm’s nicht ernst!
;-»
Pit

hallo,
ich bitte um entschuldigung (:wink:): der fehlerteufel hat sich eingeschlichen. es müßte 20.09.2006 heißen!
viele grüße T.

Hallo …,

warum ist es SO schwer auf eine konkrete frage eine konkrete
und sachbezoge antwort zu bekommen?

Dafür, dass Menschen Fragen nicht richtig beantworten, gibt es sicher viele verschiedene Gründe. Ich vermute zumnächst folgende Möglichkeiten:

  1. Der Gefragte will die Frage gar nicht beantworten.
  2. Der Gefragte hat nicht richtig zugehört.
  3. Der Gefragte möchte nicht lange nachdenken, um nicht unhöflich zu erscheinen. So gibt er (erst mal) eine schnelle, wenn auch unpräzise Antwort.
  4. Der Gefragte kann die Frage nicht eindeutig beantworten, weil er sie nicht eindeutig verstanden hat oder weil er mehr Informationen braucht.
  5. Mit einer anders formulierten Antwort erwartet der Gefragte, dass er die eigentliche konkrete Antwort weglassen kann.

ich stelle eine frage mit konkreten angaben
und bekomme zu 80% antworten die MEINE FRAGE gar nicht
beantworten - viele andere, aber eben nicht meine.

Nun, ich finde Dein Beispiel Nummer zwei zu abstrakt, ich kann es nicht nachvollziehen. Und ich müsste über die eigentliche Frage erst mal nachdenken; überlegen, was das Wort Blasphemie konkret bedeutet. Könnte also gut sein, das ich auch eine ausweichende Antwort gäbe.

Aber Nummer eins ist ja ein sehr schönes, alltägliches Beispiel. Diese Frage hat der Gefragte sicher verstanden, und doch gibt er nicht die klare Antwort JA oder NEIN.
Wenn ich nun die obigen Möglichkeiten 1 bis 3 ausschließe, bleibt noch:

Ihm fehlen Informationen, er müsste Gegenfragen stellen: wie lange brauchst du mich? Schaffe ich es trotzdem, hinterher noch zur Post zu gehen? Muss es sofort sein? Kann ich erst zur Post gehen? Die Frage ist also zu unpräzise gestellt!

Oder: Der Gefragte lässt die Antwort NEIN weg, gibt nur die Begründung: ich muss noch zur Post, ich habe also kein Zeit, dir zu helfen. Wenn die beiden gerade auf der Alm stehen und die nächste Post eine Tagesreise entfernt ist, ist die Frage sogar sehr eindeutig beantwortet.

Du siehst: was einer für konkrete Angaben hält, veranlasst den anderen zu wilden Spekulationen. Das nennt man Kommunikation…

Leeven Jrooß
Jette

ich glaube deshalb, dass es für die kleinschreibung hier im
forum sehr gute gründe gibt und wenig argumente dagegen.

Ich sehe keinen einzigen Grund, der dafür spräche, dafür aber mindestens zwei, die eindeutig dagegen sprechen:

  1. Es liest sich leichter und entspannter, und zwar nicht nur deshalb, weil wir Texte in Groß- und Kleinschreibung gewohnt sind und Gewohntes leichter verarbeiten können, sondern auch deshalb, weil Groß- und Kleinschreibung hilft, den Text zu strukturieren (ebenso, wie es - richtige - Zeichensetzung tut) und damit den Inhalt schneller zu erfassen. Und je leichter ein Text - respektive eine Anfrage - zu lesen und zu erfassen ist, umso eher wird der Leser bereit sein, auch einen längeren Text zu lesen und sich mit ihm auseinanderzusetzen.

  2. Es ist ein Gebot der Höflichkeit. In der Tat ist es mehr „Arbeit“, auf Groß- und Kleinschreibung zu achten, denn immerhin muß man dazu die Regeln der Groß- und Kleinschreibung verinnerlicht haben und außerdem von Zeit zu Zeit den kleinen Finger Richtung Hochstelltaste abspreizen. Es dürfte aber außer Frage stehen, dass diese „Mehrarbeit“ für jeden durchschnittlich befähigten Menschen kaum ins Gewicht fällt. Wer gleichwohl Groß- und Kleinschreibung nicht verwendet, signalisiert demnach seinem Leser: „Lieber Leser, Du bist mir so gleichgültig und unwichtig, dass ich noch nicht einmal bereit bin, den kaum spürbaren Mehraufwand der Groß- und Kleinschreibung auf mich zu nehmen, um Dir den Zugang zu meinem Text ein wenig zu erleichtern (nichtsdestotrotz erwarte ich von Dir natürlich, dass Du meine Anfrage vollständig liest und mir eine vernünftige Antwort gibst).“ Das liegt zwar voll im Trend der Zeit, ist aber nichtsdestotrotz dreist und außerdem - sofern man sich eine Antwort wünscht - kurzsichtig.

Ob das Gründe genug sind, um sich künftig einer ordentlichen Groß- und Kleinschreibung zu befleißigen, mag jeder für sich entscheiden. Ich persönlich halte es (weiterhin) so, dass ich bei Zeitgenossen, die sich entschieden haben, sich nicht die Mühe zu machen, dem Leser dieses Minimum an Respekt zu erweisen, mir meinerseits nicht die Mühe mache, mich mit ihrem Anliegen näher zu beschäftigen.

5 „Gefällt mir“

ps: ich entschuldige mich schon im voraus dafür, gerade in
diesem brett die deutsche sprache deformiert zu haben, weil
ich alles klein schreibe. es ist reine faulheit, es schreibt
sich schneller!

Das heißt übersetzt: Weil stadtbibliothek15230 die wenige zusätzliche Zeit für das gelegentliche Nutzen der Shift-Taste nicht aufzuwenden bereit ist, muss jeder hilfsbereite Benutzer umso länger lesen. Du trägst also deine schreibtechnische Faulheit auf dem Rücken Anderer aus, du bisst dir dessen sogar sehr bewusst … und glaubst, weil du dich für deine Faulheit „entschuldigst“, sei dieses Verhalten in Ordnung?

Wo lassen Sie denken?

Hi,

ps: ich entschuldige mich schon im voraus dafür, gerade in
diesem brett die deutsche sprache deformiert zu haben, weil
ich alles klein schreibe. es ist reine faulheit, es schreibt
sich schneller!

Wobei es wahrscheinlich wesentlich länger gedauert hat, den obigen Satz zu tippen, als die Benutzung der Shifttaste in mehreren Postings zusammengenommen.

Gruß
Elke

PS (ot): ich habe im Arbeitsrechtsbrett kein Problem…)

Servus,

warum ist es SO schwer auf eine konkrete frage eine konkrete
und sachbezoge antwort zu bekommen?

beispiel 1 frage: kannst du mir heut mal helfen, das…zu
machen? antwort: ich muss heut noch zur post!

Ist doch eine gute Antwort. Sie bedeutet, dass der Antwortende grundsätzlich nicht abgeneigt ist zu helfen, aber selbst ebenfalls Pläne hat, die berücksichtigt werden sollten. Da Du mehr bist als nur ein Sprachcomputer, d.h. Kontext-Wissen besitzt (z.B. wie weit die nächste Post weg ist, wie lange es normalerweise dort dauert, wann die Post schließt etc.) kannst Du nun genauer planen, als wenn der Antwortende gesagt hätte „Vielleicht, kommt darauf an.“

Im Grunde ist nämlich nicht die Antwort unpräzise, sondern schon die Frage. Hättest Du gefragt: „Kannst Du mir heute von 17:00 bis 20:00 Uhr mal helfen, das … zu tun?“ Hätte der Antwortende z.B. genauer antworten können. Ohne Zeitangabe hingegen kann er Deine unpräzise Frage auch nicht präzise beantworten.

beispiel 2:
ist es blasphemie wenn kirchlichen würdenträger in der
geschichte immer wieder ihre ziele mit der begründung „gott
will es“ durch drücken (kreuzzüge, inquisition, …)

Antwort:wenn ich als gläubiger ein gottgefälliges leben führe,
so tut mir das gut!

Auch hier ist die Frage viel zu unpräzise gestellt, weil sie eine Reihe von Annahmen voraussetzt, denen der Antwortende nicht unbedingt zustimmen muss. Um aber eine genaue Antwort zu geben müsste er erst einmal eine Konkretisierung Deiner Frage fordern.

Was ist z.B. für Dich Blasphemie, bzw. wo beginnt diese für Dich?
Vielleicht ist Blasphemie für Dich schon der dahin gesagte Ausdruck „Verdammt, wo habe ich jetzt meine Brieftasche!“, während für den Antwortenden die Blasphemie erst beginnt, wenn man eine Jesus-Statue verbrennt.

Außerdem wird in der Frage impliziert, dass es bei Kreuzzügen, Inquisition etc. den kirchlichen Würdenträgern um die Durchsetzung egoistischer (bzw. weltlicher) Ziele ging. Das kann man wiederum anders sehen, denn wahrscheinlich waren viele kirchliche Würdenträger die an Inquisitionen mitwirkten durchaus von deren Rechtmäßigkeit überzeugt.

So könnte man noch weitere Punkte in der scheinbar präzisen Frage finden, die hinterfragt werden müssten.

Eigentlich hätte also der Antwortende sagen müssen:
„Wie meinst Du das…? Warum nimmst Du an das…? etc.“

Dass er allerdings eher eine rechtfertigende Antwort für den Glauben an sich gibt, zeigt noch einen weiteren Aspekt von Sprache. Sprache ist nur sehr selten ein reiner Austausch von Informationen, sondern in der Regel spielen auch Kontext, Gefühle, Meinungen etc. eine Rolle.

Offensichtlich empfand der Antwortende die (provozierend) gestellte Frage weniger als ernst gemeinten Informationsbedarf, sondern vielmehr als eine Art rhetorische Frage mit dem Ziel den Glauben als solchen zu diffamieren. Je nach Kontext (Gestik, zuvor getätigte Aussagen, etc.) kann die Antwort daher durchaus angemessen (i.S.v. präzise) gewesen sein.

Gerade bei Fragen, die im Kern schon Annahmen als gegeben voraussetzen, denen der Antwortende nicht zustimmt, kann man solche „emotionalen“ Antworten immer wieder beobachten, weil der Antwortende stärker die Art der Frage als deren Informationsgehalt bewertet.

Also um Deine Frage zu beantworten:
Selten sind subjektiv präzise Fragen wirklich objektiv präzise, so dass auch die Antwort z.B. aus Sicht des Antwortenden präzise sein kann, aber aus Sicht des Fragenden unpräzise erscheint.

Außerdem ist Sprache eigentlich nie ein reiner Austausch von Informationen (wir sind ja keine Computer), daher sind auch Fragen und Antworten stets mit einer emotionalen Komponente eingefärbt.

Weitere Gründe, wie zu schnelles Lesen bzw. flüchtiges Zuhören, Mitteilungsbedürfnis, Unwissen, etc. würde ich als „sekundäre Störungen“ des Informationsaustausches bezeichnen und sind daher an dieser Stelle von mir nicht weiter vertieft worden.

Gruß,
Sax

Hallo,

"Heute ist der reflexive
Gebrauch des Verbs „entschuldigen“ Standard.

ja, das weiß ich wohl. Aber mir geht dieser Gebrauch immer
noch gegen den Strich; vielleicht bin ich halt zu altbacken.

Hallo,
Ja, hier kann ich wieder sagen: Die Bedeutung eines Ausdrucks erschließt sich aus seiner Verwendung, nicht aus seiner Etymologie, wörtlichen Bedeutung oder ursprünglichen (und tw. veralteten) Verwendung.
Daher hat der Spiegel hier vollkommen Recht. An „sich entschuldigen“ ist nichts falsch, es heißt eben so. Ein fester Bestandteil der deutschen Sprachen, ein Idiom, wenn man so will.

Gruß,

  • André
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