Schwule als Knochenmarkspender, wo geht das?

Hallo zusammen!

Ich habe schon öfter drüber nachgedacht, mich bei der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderkartei) als Knochenmarkspender registrieren zu lassen. Jedoch hab ich auf der Website der DKMS gelesen, dass homosexuelle Männer (wie ich) sich nicht registrieren lassen dürfen (zumindest nicht in Deutschland bei der DKMS). Grund dafür ist, dass Schwule HIV- Risikogruppe sind. Das is sicher richtig, aber ich persönlich achte stets genauestens auf meine Gesundheit. Außerdem is die Trefferquote bei diesen Karteien ähnlich groß wie die berühmte Nadel im Heuhaufen, von daher denk ich lohnt sich JEDE Registrierung, egal ob schwul oder hetero, hauptsache gesund…

Ich hab zwar auch schon von Schwulen gehört, die einfach ihre Homoexualität geleugnet haben, um in die Kartei aufgenommen zu werden, davon hat mir aber ein befreundeter Juraprofessor abgeraten. Er hat mir stattdessen empfohlen, es im Ausland zu versuchen, wo auch Schwule legal Knochenmark spenden dürfen.

MEINE FRAGE: Wer von Euch weiß, in welchen Nachbarländern das möglich ist? Mein Prof meinte, ich solle es in England oder Holland versuchen, da komme ich aber üblicherweise nie vorbei und bloß wegen ner Typisierung auf eigene Kosten quer durch Europa wär dann auch a bisserl viel verlangt… Weiß jemand was über die Situation in Österreich, Schweiz, Frankreich, Luxemburg, Belgien oder Dänemark?

Niederlande: verboten

Hallöle,

ich find es ja toll, dass du sehr erpicht darauf bist in die DKMS aufgenommen zu werden und ich finde auch, dass jeder, der kann, sich in eine solche Kartei aufnehmen lassen sollte. Bin selber in der DKMS und Spende Blut.

Ich möchte auch gar nicht bezweifeln, dass du auf deine Gesundheit achtest und Safer Sex betreibst.
Das Problem weswegen Schwule als Risiko-Gruppe gewertet werden, ist nun mal das bei Sex zwischen zwei Männern einfach die Ansteckungsgefahr hoch ist.
Ein HIV-Infizierte kann länger HIV positiv rumlaufen ohne es selber zu merken, ohne Symptome, ohne dass er sich schlecht fühlt.
Und das doofe ist bei HIV nunmal dass der Nachweis erst nach einigen Monaten nach Ansteckung klappt. D.h. wenn du frisch infiziert wärest und Knochenmark spendest, würde deine Blutteste wahrscheinlich negativ ausfallen, Der Empfänger der Spende hätte dann aber wohl kein sehr langes Leben mehr.
Und um dieses Risiko zu vermeiden, sollen Schwule nicht in eine solche Kartei aufgenommen werden.
Dasselbe gilt, wenn ich mich nicht vertue, für die Blutspende!

Außerdem gehe ich davon aus, dass du nirgends, wenn du ehrlich bist, in eine Spenderkartei aufgenommen wirst, da die wahrscheinlich alle dieselben Richtlinien haben werden.

Das tut mir leid für dich, zumal ich es echt toll finde, dass du so angaiert bist, dass du sogar dafür ins Ausland gehen würdest!

Hallöle,

Hi

Aber das Argument ist doch noch aus den 80ern, als man Schwule selbst noch für ne Krankheit hielt.

Mittlerweile sollte doch jeder Wissen, dass Mensch sich zwischen Mann und Frau genauso mit HIV infizieren kann.

Mir ist nicht ein Fall bekannt, wo sich jemand NICHT infiziert hat, weil er mit Frauen statt Männern geschlafen hat. Also echt.

Diese Vorverdammung ist komplett lächerlich. Jeder Mensch kann HIV haben und damit rumlaufen ohne es zu wissen, aber dessen Blut wird erstmal genommen. Jedes Drecksblut wird erstmal genommen und dann getestet, weil nach einigen Dingen nicht gefragt wird.

Nur weil sich jemand als homosexuell identifiziert?
Wer sagt denn, dass die betreffende Person überhaupt ein aktives Sexualleben führt?

Was ist mit als homosexuell identifizierenden Asketen?

lg
Kate

4 „Gefällt mir“

ich find halt die Argumentation etwas fragwürdig. Ich mein, der Volksglaube besagt halt hartnäckig, dass Aids ne Schwulenpest ist und Heteros damit nix am Hut haben. Das stimmt einfach nicht! Und was mich echt auf die Palme bringt: Teilweise werden sogar (heterosexuelle) Menschen aus HIV- Risikogebieten wie z.B. Afrika oder Lateinamerika ausdrücklich zur Spende ermuntert, wo doch jeder weiß, dass Aids in diesen Regionen Volkskrankheit ist! Und zwar bei ALLEN, egal ob so oder andersrum…

Hallo,

Teilweise werden sogar (heterosexuelle) Menschen aus HIV-

Risikogebieten wie z.B. Afrika oder Lateinamerika ausdrücklich
zur Spende ermuntert,

Hast du dafür Belege?
Ich wurde nämlich bei meiner ersten versuchten Blutspende abgelehnt, weil ich mal drei Jahre in Harare gelebt habe (grenzt an ein Malariagebiet, ist selbst keines). Inzwischen darf ich spenden, weil man es beim Bayrischen Roten Kreuz entweder weniger ernstnimmt als beim hessischen ODER weil man die Spender einer großen, international agierenden Firma eher auch mit diesen Risikofaktoren nimmt, weil man sonst keine Spender hätte.

Aber ein spezielles Auffordern von afrikanischen Spendern halte ich für ein Gerücht.

Gruß
Elke