Hi Horst,
Sorry für die Verzögerung.
kein Problem.
Gerade die „Schlangen-Szene“ kann viel mehr Details vertragen, …
Im fertigen Drehbuch-Original ist die Stelle so etwa am Anfang
des Showdown, also ziemlich weit hinten.
Hm, dafür ist die dann aber sehr wenig spannungsgeladen. Rajan - der ja viel zu bieten haben soll - ist ja schon nach dem 2. Angriff platt.
Genau. Mir geht es ja um SF, also um zumindest fiktiv
wissenschaflich erklärbare „paranormale“ Phänomene. Die
Astralraum-Theorie der modernen, hierbei auf dem Vedanta
beruhenden Esoterik ist differenziert genug, um hinreichend
Anknüpfungspunkte für (zumindest, wie gesagt)
fiktiv-wissenschaftliche Begründungen zu liefern.
Okay. Der Ansatz ist mir jetzt nicht direkt vertraut, aber dann hast du schon mal ein Konzept, dass du jetzt nur noch dem Leser beibringen musst.
Übrigens hat die CIA vor Jahrzehnten mit „PSI“-Agenten (Remote
Viewing) experimentiert, die Versuche aber (angeblich)
eingestellt. Die Russen erforschen diese Dinge im Militär- und
Geheimdienstbereich ebenfalls. Ich mache nichts anderes, als
dieses Sujet in SF-Stories zu verpacken (als einer der
wenigen, die offen und vor allem systematisch die
Astral-Terminologie verwenden). Es gibt einen US-Film (Suspect
Zero), der das zum Thema hat.
Gut, nur die Begriffe musst du dem nicht so vertrauten Leser irgendwie nahebringen. Übrigens ist das auch Hintergrund von „Necroscope“ von Brian Lumley.
Wie also sieht das bei dir aus?
Je nach Story unterschiedlich. Mal nehme ich mir mehr, mal
weniger Freiheit in der Anwendung der esoterischen
Astraltheorie. Grundsätzlich denke ich, dass es hier kaum
Grenzen der Phänomenalität gibt, wenn denn nur genügend
„Energien“ im Einsatz sind.
Klingt interessant. aber du willst nicht nur SF für den Esotheriker schreiben, oder?
Vor allem wäre interessant zu erfahren, warum nur alte Mayas
das können (und z.b. keine Inkas oder Schamanen) und wie viele
parallele Realitäten es denn gibt.
Mir ging es darum, die mythische
2012-Maya-Weltuntergangs-Vision in eine eigenwillige Story zu
verpacken, wobei der Untergang eben darin besteht, dass ab dem
Jahre 2012 (die Story spielt ein paar Jahre später) immer mehr
Dämonen in unsere Welt eindringen, gesteuert von Bogor, einem
früheren Maya-Priester.
schon klar. aber die genannten Fragen musst du irgendwie beantworten. Immerhin hat die CIA und die Russen auch ihre - wie willst du die eigentlich nennen? - Zauberer, und das sind ja nicht alles alte Maya-Priester, oder?
Nach der esoterischen Astraltheorie gibt es mehrere ineinander
verschachtelte „stoffliche“ Dimensionen:
grobstofflich-physisch, ätherisch, astral, mental, kausal und
buddhisch.
Hui, das wird schwierig. In welchem Raum haben sich denn Bogor und Rajan aufgehalten? Aus dem Zusammenhang war da kein Unterscheid zu erkennen zu dem, den die beiden CIA-agenten „benutzten“. aber wenn es eine solche vielfalt gibt, muss der Leser bei jeder Szene wissen, wo er denn gerade ist. An welches Konzept du dich anlehnst ist ja egal, aber der Leser muss wissen, ob z.B. ein Raum dem anderen übergeordnet ist (warum, ist dann wieder nebensächlich), wie es etwa im Perryversum mit höheren Dimensionen der Fall ist.
Nein, eine sexy DJane und Powerfrau, die eine Reinkarnation
der früheren Geliebten (Shaimaa) des Mayapriesters ist. Sie
ist die Hauptfigur der Story.
Na gut, aber wenn du vom Trash loskommen willst solltest du
den Namen erklären. Warum bleibt sie nicht bei ihrem alten wie
die anderen auch, sondern nennt so, dass man an Lady Gaga
denkt?
Ich dachte mir den Namen schon aus, als mir Lady Gaga noch
unbekannt war.
Ist eagl, wer da vor wem kam. Wenn du diese Assoziation bereit bist einzugehen, bitte.
Er macht insofern Sinn, als Galaxy Doom deutsch
in etwa „Untergang der Galaxis“ heißt, was ja in der Story
eine reale Bedrohung ist, eben weil der Dämonenkönig nach der
Herrschaft in unserer Galaxis strebt. Wer ihn am Ende stoppt,
ist natürlich Galaxy Doom, die sich damit selbst zur Herrin
der Dämonen aufschwingt, um die Gefahr abzuwenden, die der
Menschheit droht.
Ist aber etwas Widersinnig, die Gute mit einem schlechteren Namen zu belegen als der Böse und sie dann, wenn sie die Heerscharen der Dämonen befehligt, als die Gute hinzustellen.
Ist nun einmal Hollywood-Konvention und wird es wohl immer
bleiben. Gleiches findet sich oft auch in Comics, wenn sich
die Supertypen prügeln, dass die Fetzen fliegen, und dabei
noch philosophieren oder Witzchen reißen. Du hast aber
insofern Recht, als diese Masche nicht selten zu plump
serviert wird.
Eben. Man kann es ja so machen, wer besser macht, wird aber auch nicht geköpft. 
Ich weiß, dass es schwer ist, sich da was Besseres auszudenken, aber vllt fällt ir ja was ein.
Und warum ist das so schwer, seine alte Maya-Ex
wiederzugewinnen?
Weil sie jetzt eine „Gute“ ist und von ihrer
Maya-Vergangenheit (als „böse“ Priesterin Shaimaa) erst nach
und nach erfährt.
Und warum hat sie dann den Künstlernamen „Galaxy Doom“?
Es geht nicht nur um Wahrnehmung, sondern auch um
hochgespeedete mentale Aktivität (Zerbrechen der „astralen“
Glasscheibe und Lenken der Scherben auf den langsamen Gegner).
Er versucht hier Shab Car zu überrumpeln und mit den
Glasgeschossen so zu verletzen …
Dafür war in der Story aber zuviel Zeit vergangen, als dass man den Eindruck von einer schnelleren Reaktion hatte.
Du wirfst hier astral und mental munter durcheinander; Erics
mentales Feld übernimmt das astrale des Mannes, Liaos astrales
beeiflusst nur dessen mentale, das wiederum das astrale
beeinflusst … Häh?
Das wird alles in vorausgehenden Passagen erklärt. Es gibt die
mentale und die astrale Ebene bzw. mentale und astrale Körper
(die laut Esoterik jeder Mensch hat). Wer mental agiert (hier
im Sinne der Esoterik gemeint), ist den astralen Kräften
überlegen.
Ah! So etwas wollte ich wissen! und wie ist das mit den anderen Dimensionen (grobstofflich-physisch, ätherisch, astral, mental, kausal und
buddhisch)?
Der von Eric und Liao attackierte chinesische Agent
(ein „Astralmutant“) kann seine Gegner nicht wahrnehmen, da
sie mental operieren, und er kann sich sich nicht wehren, da
sie auf seinen Mentalkörper Einfluss nehmen und über diesen,
da damit verkoppelt, auf seinen Astral-(Gefühls)-Körper und
physischen Körper.
so macht das Sinn. wie du es beschrieben hattest, machte es keinen. Dann aber noch eine andere Frage: Der Agent as Astralmutant muss doch wenigstens theoretisches Wissen haben, dass es auch Metalmutanten geben könnte. Wenn er dann plötzlich eine Fellatio-Szene vor Augen hat, müssten bei ihm doch alle Alarmglocken losgehen. Selbst wenn Eric dann zu schnell angreift, als dass der Agent dann noch reagieren könnte, müsste man ihm doch eine instiktartige Reaktion zugestehen. Oder ihn als Anfänger deklarieren.
Ausserdem verwendest du gerne etwas pseuso-wissenschaftliche
Begriffe: Frequenzniveau, mikroskopisch sensitiver Geist,
einloggen, Mentalfeld, mentale Kamera - klingt alles doll,
verschleiert aber nur, dass du keine Lust hast, den Punkt
konkret zu benennen.
Na ja, das ist aber so üblich in der SF.
Das „üblich“-Argument finde ich zu abgeluscht. Immerhin willst du duchr deine Schreibe ja auch deine Kreativität darlegen. Das ist dann aber nicht der Fall, wenn man nur Phrasen verwendet. Solche Begriffe kannst du durchaus verwenden, Mentalfeld z.B., aber du musst sie ach erklären. Da ich die ganze Geschichte nicht kenne, fehlt das alles möglichweise. und dann wirkt es wie „da gibt es etwas, das ich erklrären müsste, aber ich hab grad keinen Bock dazu“. Und das sollte man vermeiden.
Wäre ja keine SF,
wenn jeder Begriff eine wissenschaftlich anerkannte Akzeptanz
hätte. Das mit dem Frequenzniveau ist aber klar: die
CIA-Agenten operieren mental, also in einem höheren
Frequenzbereich, und sind also für den Chinesen, der „nur“
astral begabt ist, nicht wahrnehmbar.
So klar war das est anch deiner aktuellen Erklärung.
Liao konzentrierte sich gleichzeitig auf Khaysang.
Gleichzeitig zu was?
Die nächsten Sekunden waren entscheidend.
Warum?
Der Tibeter erwachte
blitzschnell aus seinem Schlaf. Das gehörte zum Plan. Nur mit
einem wachen Khaysang konnten sie verhandeln.
Die physische Distanz zu ihrem Gegenüber, vielleicht fünfzig
Meter, war völlig unerheblich. Sie emittierten die
Basisbotschaft: eine mentale Sequenz der sprechenden Rosso.
„Khaysang, ich liebe dich immer noch. Komm zu mir.“
Der Astralleib des Tibeters schwebte kerzengerade über dem
liegenden physischen Leib. Die Hülle blähte sich auf und
flackerte wild. Nach dem Erwachen hatte Khaysang sofort
transferiert.
Physisch oder nur im Astralraum? Und warum überhaupt?
Das zeigte, wie ungeheuerlich
schnell (ungeheuerlich alleine hätte nichts mit Geschwindigkeit zu tun, sondern könnte auch nur bedeuten, dass er etwas kann, was kein anderer kann)
seine Reflexe waren. Weder Eric
noch Liao noch ein anderer der amerikanischen Astralagenten
hätten so schnell und so perfekt reagieren können. Es waren
natürlich zwei Botschaften gleichen Inhalts, die Khaysang
empfing. Denn sie kamen von zwei verschiedenen Mentalfeldern.
Wieso zwei? Von den beiden Agenten? Aber doch nur Liao sendet doch? (btw: Da alle ein Astralfeld haben, müsste Khaysang doch unendlich viele Felder empfangen)
Der Tibeter erfaßte und analysierte sie aber simultan und mit
großer Präzision. Ein mentales Split-screen-Verfahren in
Sekundenbruchteilen, das ihm keinerlei Mühe bereitete.
Mental sind hundert Botschaften simultan erfaßbar, wenn der Empfänger
sich auf diesen Bereich versteht.
Hier wechselt du von Erzählung zu Erklärung - das kommt etwas unvermittelt. Wer erklärt denn hier?
Und Khaysang war ein Meister
der Mentaltechnik. Die Turbulenzen seiner Astralhülle ebbten
ab. Hatten ihn die Worte und Benghlas Anblick beschwichtigt?
Liao konnte sich dieses Eindrucks nicht erwehren.
Dann explodierten die Eingeweide ihres Geistes. Die
apokalyptischen Reiter überrannten ihr Mentalfeld.
Der bestimmte Artikel setzt voraus, dass der Leser schon weiß, was die apoklyptischen reiter in diesem Zusammenhang konkret sind. abgesehen davon, dass es eine Band ist, sind die biblischen sehr konkrete physische welche. Von daher hier der Vergleich sinnvoller („den apokalyptischen Reitern gleich fegte eine Woge astraler Energie ihre Geist hinweg“). Auch was die Eingeweide ihres Geistes sind, ist unklar. du suggerierst damit, dass es lebenswichtige Organe, eine Hülle, und wieder einen weiteren Geist für den Geist gibt.
Allerdings nicht mit voller Wucht. Die hätte Liao getötet.
Hm, dann ist der Vergleich mit den Apo-Reitern aber überzogen. Denn die sind das unabwendbare letzte Gericht. also entweder ganz (tot) oder gar nicht (lebend), etwas dazwischen gibt es nicht. Es sei denn, du würdest schreiben: „Liao kam es vor, als würden die Apo-Reiter durch ihren Geist fegen. also sie dachte, sterben zu müssen, ließ es plötzlich nach. K. hatte wohl ein Einsehen mit ihr gehabt und nicht mit voller Kraft zugeschlagen.“
Ihre Frequenz sank rapide auf das Astralniveau.
Gibt es denn verschiedene Frequenzen innerhalb des Mentalraumes? Sonst kann man nicht absinken (wie ein Wasserspiegel), sondern nur runterfallen (wie von einer Stufe).
Dort lichtete sich ihr
Geist, aber das war kein Grund zur Beruhigung. Denn ihr
Astralleib lag auf dem Präsentierteller. Jeder der
MSS-Mutanten könnte sie nun sichten oder zumindest spüren.
MSS? und warum können nun alle sie sehen und vorher nicht?
Eric kalkulierte schnell. Mit einer aggressiven Reaktion des
Tibeters hatten sie rechnen müssen. Liao war nicht in ihren
Körper zurückgeschleudert worden, …
Na und? Was hätte das für Konsequenzen?
Die Pranke des Tigers hatte ihr Opfer nur gestreift.
Das ist der vorige satz poetisch ausgedrückt. Einen der beiden kannst du streichen.
Die Rosso-Botschaft war also nicht ohne Wirkung geblieben.
Offensichtlich. - Was hat es denn mit Rosso-Botschaft auf sich? Solche Namensgebungen lohnen nur, wenn du einen bestimmten Fokus darauf legen willst und den Term immer wieder verwenden willst (wie z.B. die Watergate-Affäre).
„Wir sind Freunde von Benghla“, übermittelte er an Khaysang.
Benghla=Rosso?
Der Tibeter zögerte. Jetzt erschien wieder Liaos Mentalkörper.
Er flackerte instabil. „Zweite Botschaft“, signalisierte Eric.
Sie reaktivierten eine Sequenz, in der die Rosso von einer
Anekdote aus ihrer frühen Zeit mit Khaysang berichtete. Die
Umstände ihres ersten zärtlichen Kontaktes, so mit vierzehn.
14 was? Eier? Autos? schon klar dass es Jahre sind, aber schreiben heisst auch hinschreiben und nicht an jeder Ecke azukürzen.
Davon konnte nur die Rosso wissen. Liaos Flackern beruhigte
sich während der Übertragung. Die mentale Ebene regeneriert
schnell.
Die ebene wohl nicht, sondern eher ihre mentalen Kräfte.
…Eine Mentalattacke. Aber
nicht sehr intensiv. Vielleicht nur ein Test. Der Vampir hatte
kräftiger zugelangt.
Was für ein Vampir?
Eric fuhr seine Frequenz hoch und ließ
die Psychofalle wie Traumfetzen hinter sich. Jetzt schwebte er
am äußersten Rand des astralen Spektrums.
Was bedeutet es am Rande des astralen Spektrums (=Astralebene) zu sein? st das nicht ein unendlicher Raum?
Khaysang vor ihm
hatte die Gestalt einer weißglühenden Kugel.
Woher weiß er das?
So gut er es in dieser Situation vermochte, strahlte Eric
friedvolle Schwingungen ab. Nur jahrzehntelanges meditatives
Training ermöglichte diesen Kraftakt.
meditativ würde ich weglassen.
Khaysang zeigte sich
aber nicht beschwichtigt. Sein Feld verfärbte sich einen
Augenblick lang scharlachrot, und Eric sah, wie Liaos blasses
Feld kollabierte. Dieser Energiestoß mußte sie in ihren
physischen Leib zurückgeschleudert haben. Kein tödlicher
Angriff. Khaysang taktierte nur, gereizt, aber technisch sehr
kontrolliert.
Meinst du taktiert oder traktiert?
Er hatte Eric als die wichtigere Person
identifiziert. Seit dem Ausschalten des chinesischen Agenten
waren kaum mehr als ein paar Sekunden vergangen.
Und das hat K. nicht bemerkt? Und warum musste der ausgeschaltet werden? Der hatte doch eh keine mentalen Kräfte, hätte ihnen also nichts antun können.
„Was wollt ihr von mir?“, kam Khaysangs Frage. […]
„Ich misstraue dir“, kam seine Antwort. „Ich muss nachdenken.
Komme morgen Nacht wieder.“
und worüber muss er nachdenken? Das Angebot kennt der Leser noch gar nicht.
Dann zerfranste das Mentaluniversum an seinen Rändern und
schrumpfte zu einem Lichtpunkt zusammen. Die Schwärze
drumherum war überquellender Schmerz.
Wie kann Eric feststellen, dass er am Rande von etwas ist, wenn das menatluniversum, in dem er sich befindet, nur halluzinativ ist?
Also: Immer noch hast du viele Bilder im Kopf, aber eine Schreibfaulheit in der Hand. Zudem kreierst du viele neue Begriffe für immer dasselbe(?), was die Sache unnötig kompliziert macht. Die jeweilgen Gefühlswelten beschreibst du gar nicht. Interesssant ist die Geschichte bisher von der Art der Möglichkeiten, aber nicht unbedingt schlüssig oder spannend. da es noch ein drehbuch ist, ist das klar, vor allem, wenn du mit einer Teilszene aus dem Ende anfängst. am besten wäre es das ganze Drehbuch komplett zu überarbeiten und dann von vorne nach hinten lesen zu können. Denn so endet es immer in: „Ja, aber Szene 2.x wird gesagt, dass …“, was dich nicht viel weiterbringt.
Viele Grüße,
JPL