Hi,
Ich als Ingenieur verstehe allerdings nicht die konservative,
ja ängstliche Einstellung gegenüber Zusätzen in den
Schmierstoffen (wie bei vielen anderen Autofahrern übrigens
auch).
Ich bin weder konservativ noch ängstlich, sondern spreche aus Erfahrung.
Natürlich darf ich nicht einfach irgendwo etwas bei der
‚Tanke‘ kaufen, reinkippen und hoffen, daß es dann schon ganz
toll wird.
Das ist dumm und kann katastrophal teuer werden.
Keine Frage.
Da muß man sich in der Fachpresse natürlich aufschlauen, bevor
man solch einen Schritt macht.
Aber wenn „Fritz Otto Busch“, Besitzer diverser Oldtimer das
in all seinen Motoren schon lange Jahre einsetzt und wenn in
Rennmotoren dieses Additiv ebenfalls erfolgreich eingesetzt
wird, dann hat das schon was für sich.
Eher nicht. Denn sowohl bei Rennmotoren als auch bei Oldtimermotoren muss ein Öl völlig andere - und zwar erheblich niedrigere! - Anforderungen erfüllen als das bei einem der modernen PKW-Motoren der Fall ist.
Und wenn der TÜV und mehrere Universitäten in regelmäßigen
Tests über die Jahre immer wieder diese positiven
Eigenschaften des Additivs bestätigen, dann sollte das einem
zu denken geben.
Sicher, aber in welcher Richtung? 
Das der Autoindustrie es natürlich mißfällt, wenn es da etwas
gibt, daß einem das lukrative Geschäft mit den regelmäßigen
Ölwechselintervallen der teuren Leichtlauföle vermiest, ist
klar. 
Bei den Fz des VW-Konzerns gibt es schon lange keine regelmäßigen Ölwechselintervalle mehr. Die Länge der Intervalle ergibt sich aus den Einsatzbedingungen. So hat der Golf IV (Bj. 2002, Benziner, derzeit ca. 112.000 km) meiner Freundin bisher drei Ölwechsel bekommen, der vierte wird wohl demnächst irgendwann mal fällig sein. Der Motor ist kerngesund, läuft absolut problemlos und braucht praktisch kein Öl.
Wo da ein lukratives Ölwechselgeschäft sein soll, kann ich nicht sehen. Früher musste mal einmal im Jahr zum Ölwechsel. Beim genannten Golf wären also bisher sieben Ölwechsel fällig gewesen statt drei wie jetzt.
Du kannst aber sicher sein, dass alle Fz-Hersteller ihre Normen oder Empfehlungen so gestalten, dass eine möglichst hohe Lebensdauer bei möglichst vielen Fahrprofilen herauskommt.
Ich meine, Du solltest daher nicht einfach unreflektiert den
Stab darüber brechen - aber letztendlich muß natürlich jeder
selber wissen, welcher Weg ihn glückselig macht.
Da ist nichts unreflektiert, das kannst du gern glauben.
Aber grundsätzlich hast Du natürlich Recht, was den Scirocco
betrifft; wenn einem die Basisdaten/das Basiswissen fehlt
(„Was ist das da eigentlich für ein Gerät?“) und ich dann nur
‚herumvermute‘ und fachwissenfrei „herumfummle“, dann kann
sowas für ein High-Tech-Aggregat furchbare Folgen haben , wenn
ich also gar nicht genau weis, was ich da eigentlich tue.
Das ist so. Nehmen wir das Öl des DSG. Dieses Öl ist ein aktives „Bauteil“ des Getriebes. Es wurde mehrfach „umgebaut“, um den jetzigen Wechselintervall von 60.000 km zu erreichen. Wer hier jetzt irgendeinen Zusatzstoff hineinkippt, wird entweder die Getriebefunktionen beeinträchtigen oder gar, im worst case, das Getriebe zerstören. Das wird dann nett teuer.
Dazu kommt, dass die Füllmenge exakt! stimmen muss. Das wiederum setzt voraus, dass der Ölwechsel nur in einem bestimmten, recht engen Temperaturbereich erfolgen darf, was einen Diagnosetester zum Auslesen der Getriebetemperatur voraussetzt.
Und gerade, wenn man etwas vorhat innerhalb(!) der
Garantiezeit, dann sollte - nein - muß man wissen, was Sache
ist - ansonsten: Finger weg!!!
Da hast Du schon Recht!
Mal ganz unbescheiden: ja, das denke ich auch.
Nochmals vielen Dank für Deine Ehrlichkeit und auf jeden Fall
noch ein schönes Wochenende.
Danke, dir auch.
WoDi