SCSI-Terminierung?

Heute ist mir was untergekommen, das mich schon gewundert hat:

Am Ende des internen SCSI-Stranges eines PCs hing ein CD-ROM Lw, das nicht terminiert war… trotzdem hat das Ganze funktioniert. Ja wie denn das??
Ist die Terminierung denn gar nicht zwingend nötig? Am letzten (und einzigen) externen Gerät (ein Scanner) war ein Widerstand.

Dzu muß ich wohl sagen, daß das ganze ein 68-poliger UW-SCSI Controller war und ein 50 poliges CD-ROM.

Danke für jede Hilfe!
ecki

SCSI-Terminierung ist NICHT überflüssig
Das KANN funktionieren, MUSS aber nicht.
Sinn einer SCSI-Terminierung ist folgender : Bei SCSI werden Signale übertragen, die schon in Richtung Hochfrequenz gehen ( bzw. hochfrequent sind ). Dadurch kann es an offenen Enden des SCSI-Bus zu Reflexionen des Signals kommen. Diese Reflexionen laufen in der Busleitung wieder zurück zum Sender. Treffen solche Reflexionen auf das Primärsignal, so kann es zu verschiedenen Arten von Interferenzen der Signale miteinander kommen. Leicht bilden si so auf der Leitung sog. „stehende Wellen“. Diese stehenden Wellen haben die Eigenschaft, dass sich in diesem Fall an verschiedenen Stellen der Leitung verschieden starke Signale bilden. Ist nun ein SCSI-Gerät an einer Stelle angeschlossen, an der sich ein „Amplitudenbauch“ der stehenden Welle ausgebildet hat, so kann das Gerät durchaus funktionieren. Leider kann es aber auch vorkommen, dass Endgeräte an Stellen angeschlossen sind, an denen sich ein „Knoten“ der stehenden Welle befindet. An solchen Stellen wird das Signal durch destruktive Interferenz mit der Reflexion u.U. völlig kompensiert. D.h. an diesen STellen ist die Amplitude des Signals Null - also kein Signal vorhanden. Je näher ein Gerät an einem solchen „Knoten“ angeschlossen ist, desto schlechter das Signal.
Bei einem korrekt terminierten SCSI-Bus wird die Enstehung von Reflexionen an dem Busende vermieden, durch Plazierung eines Endwiderstandes zwischen Signalleitung und Bezugspotential des Bus, der dem Wellenwiderstand ( Widerstand einer Leitung auf die übertragenen Frequenzen bezogen ) der Busleitung entspricht.
Somit kann man bei fehlender Terminierung nie vorhersagen, ob ausgerechnet an der Stelle, an der ein Gerät angeschlossen ist, an der Leitung ein Signal messbar ist, und wie gut die Signalstärke des Signals an dieser Stelle ist.

Bei dem geschilderten Fall befand sich das CD-ROM-Lw. ganz einfach an einer Stelle, an der das Signal für eine stabile Datenübertragung stark genug war. Das ist Dusel - mehr nicht. wenn der SCSI-Stecker des CD-ROM ein paar Zentimeter mehr zum Controller oder vom Controller weg versetzt wäre, könnte das schon ganz anders aussehen. Auch ist es etwas unkritischer, wenn ein Gerät nur als Endgerät angeschlossen ist, da sich das Busende ( an dem die Reflexionen entstehen könnten ) direkt am Gerät befindet. Das andere Ende des Bus war ja lt. Deiner Aussage korrekt terminiert.
Vielleicht besitzt das CD-ROM aber auch einen internen Terminator, der durch einen entsprechenden Jumper aktiviert wird, oder einen automatischen Terminator, der sich bei fehlender externer Terminierung einschaltet.

Soviel zur SCSI-Terminierung.

Gruss,

Jürgen

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super Antwort, DANKE (ot)

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