Second Life for kids

Guten Abend,

wie schrecklich ist das denn?

http://stern.de/computer-technik/internet/:Webkinz-S…

Mich würde ernsthaft interessieren, ob jemand von Euch tatsächlich Kinder kennt, die diesen Kuschel- und menschliche-Wärme-Ersatz ihr Eigen nennen!

Und was müssen das für Eltern sein, die ihren Kindern einen solchen Blödsinn ins Kinderzimmer schaffen?

Habe ich nun etwas „verpasst“, weil ich mit Lego, Murmeln, „normalen“ Plüschtieren, Puppenhaus, Ministeck und Puzzles großgeworden bin?

Ich finde diese Entwicklung mehr als nur furchtbar! Aus durch den PC schon früh isolierte Kinder werden isolierte Erwachsene mit sozialen Defiziten.

Oder sehe ich das vielleicht zu eng?

Gruß,

Klara

Hallo,

ich finde schon das second-life für Erwachsene total bescheuert.
Ja, witziger Gedanke, dass man sich so „erschaffen“ kann, wie man sich gerne sehen würde. Kann man ja fast den Schönheitschirurgen knicken, oder?

Und die kiddies sollen dann auch virtuell geknuddelt werden? Vielleicht kommt dann Christan Andersen virtuell vorbei und liest seine Märchen selbst vor?

Nein, das ist für mich definitiv krank!

Ich meine, als „denkender Mensch“ gibt es da eigentlich nicht mal einen Grund, auch nur im Ansatz darüber nachzudenken.

Kinder brauchen keine Fernseher und keine virtuellen Welten, die brauchen leibhaftige Eltern, die sie in den Arm nehmen, die ihnen Lieder vorsingen und Gute-Nacht-Geschichten vorlesen. … und die sie ganz real lieben!

Liebe Grüße
usch

…naja, ob ich das Second Life nennen würde… es geht hier ja nicht um das zweite Leben von dem Kind und auch nicht von dem Tier, welches frei gestaltet werden kann, sondern man bekommt lediglich im Internet eine Identität für das Tier zugewiesen. So was gabs schon zu meiner Zeit. Nannte sih damals Creaturs. Das waren die ersten Wesen, die sich „entwicklen“ und „lernen“ konnten. Mit einfachen Mitteln konnte man versuchen diese dazu zu bewegen etwas zu tun oder zu lassen, ansonsten hatten die ein ziemliches Eigenleben und jeder seinen eigenen Charakter. Zum Start des Spieles hatte man mehrere von diesen Wesen, die sich dann munter miteinander beschäftigten - Kindergarten virtuell. Der einzige Unterschied - jetzt gibts das im Netzwerk. Denke das geht vorüber - die Kinder werden ne runde damit spielen und dann doch irgendwann neues Interesse finden, wenns was anderes gibt.

Kritisch fände ich, wenn das Kind im richtigen Second Life integriert wäre und sich dauerhaft in einen Charakter flüchten könnte.

Hallo

wie schrecklich ist das denn?
http://stern.de/computer-technik/internet/:Webkinz-S…
Mich würde ernsthaft interessieren, ob jemand von Euch
tatsächlich Kinder kennt, die diesen Kuschel- und
menschliche-Wärme-Ersatz ihr Eigen nennen!
Und was müssen das für Eltern sein, die ihren Kindern einen
solchen Blödsinn ins Kinderzimmer schaffen?

Das ist doch toll, es heisst doch immer, dass sich die
Kinder spielerisch auf die Erwachsenewelt vorbereiten
sollen. Und die „Erwachsenenwelt“ heute ist eben die
on-line-Welt.

Der Durchschnittserwachsene verbringt heute einen
guten Teil seines Lebens als „Maschinenbediener“
im Interesse einer fremden Gruppe, und sei es nur
durch „Dauerbedienung“ des Fernsehers. Da ist es
doch verständlich, wenn den Kindern die Ängste
vor dem Aufbau solcher später unzerbrechlichen
Abhängigkeiten bereits früh und „spielerisch“
genommen werden :wink:

Habe ich nun etwas „verpasst“, weil ich mit Lego, Murmeln,
„normalen“ Plüschtieren, Puppenhaus, Ministeck und Puzzles
großgeworden bin?
Ich finde diese Entwicklung mehr als nur furchtbar! Aus durch
den PC schon früh isolierte Kinder werden isolierte Erwachsene
mit sozialen Defiziten.

In der normalen, für die meisten (so sie zu den Privilegierten
zählen) geltenden „Arbeitswelt“ kann man, soweit ich informiert
bin, ohne deutliche soziale Defizite nur unter Schwierigkeiten
überleben. Das heisst dann auch nicht mehr „soziale Defizite“
sondern „Motivationsbedürftigkeit“ und ist gar die Voraussetzung
für das Eingepasstwerden (Motivation) in den fremdgesteuerten
Ablauf.

Oder sehe ich das vielleicht zu eng?

Klaro

Grüße

CMБ

Hallo,

wie schrecklich ist das denn?

weiß ich nicht! Wie schrecklich so etwas ist, kann sich meines Erachtens nur im konkreten Einzelfall ergeben, und der bestimmt sich darüber, wie Kinder und Eltern mit so einer zusätzlichen Spielmöglichkeit umgehen.

Natürlich wäre es furchtbar, wenn Kinder hierüber längerfristig andere soziale Kontakte und Beschäftigungsmöglichkeiten vernachlässigen würden. Natürlich wäre es schrecklich, wenn Eltern ihre Kinder so vor dem PC parken würden, anstatt sich selbst mit ihnen zu beschäftigen, …

Ganz sicher wird es Beispiele geben, in denen sich dies auch verwirklicht, aber das ist doch kein neues Problem, und macht das Angebot doch nicht an sich schrecklich. Fernsehen, Videospiele, Hörspiele, … werden genau so von Kindern wie auch Eltern „missbraucht“. Mit Sammelbildchen, Spielkarten, … wurde auch immer schon versucht an den letzten Cent Taschengeld zu kommen, …

Es gab immer schon Eltern und Kinder die dem in schlimmer Art und Weise auf den Leim gegangen sind, und es hat auch immer schon Familien gegeben, in denen man dies als „Phase“ abgetan hat, und bei denen sich solche Dinge dann auch ohne dauerhafte Schäden nach kurzer Zeit wieder gegeben haben. Und es gibt und gab natürlich auch immer Eltern, die meinten ihre Kinder von allem Bösen der Welt fernhalten zu müssen, und damit selten selbstbewusste und persönlichkeitsstarke Kinder erzogen haben.

Ich denke, es kommt auf den Umgang mit Technik und ganz normalen kindlichen Wesenszügen an, ob so eine Sache einfach eine witzige zusätzliche Spielmöglichkeit ist, die ggf. mal einige Wochen „bestimmend“ ist, oder ob dadurch eine ganz schreckliche Entwicklung eingeleitet wird. Es wird Eltern auch in Zukunft einfach nicht erspart bleiben hierfür Verantwortung zu übernehmen.

BTW: Ich hätte kein Problem damit, wenn mein Kleiner sich auch mal kurzfristig für so etwas begeistern würde, oder auch regelmäßig im kleinen Umfang so eine Spielmöglichkeit - neben anderen - nutzen würde.

Gruß vom Wiz

Mich würde ernsthaft interessieren, ob jemand von Euch
tatsächlich Kinder kennt, die diesen Kuschel- und
menschliche-Wärme-Ersatz ihr Eigen nennen!
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Nein.
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Und was müssen das für Eltern sein, die ihren Kindern einen
solchen Blödsinn ins Kinderzimmer schaffen?
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Eltern.
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Habe ich nun etwas „verpasst“, weil ich mit Lego, Murmeln,
„normalen“ Plüschtieren, Puppenhaus, Ministeck und Puzzles
großgeworden bin?
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Deine Zeit war eben eine andere. Wir leben in der Welt der Bewegung, Du kannst nicht alles erleben.
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Ich finde diese Entwicklung mehr als nur furchtbar! Aus durch
den PC schon früh isolierte Kinder werden isolierte Erwachsene
mit sozialen Defiziten.
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Nicht unbedingt, alles hat zwei Seiten. Furchtbar finde ich Erwachsene, die alles psychologiesieren und überall Gefahren meinen zu sehen.
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Oder sehe ich das vielleicht zu eng?
+++
Das musst Du selbst wissen, wie kann ich Dich beurteilen?

LG
Mikhael

Oh man
Hi!

wie schrecklich ist das denn?

Nicht schrecklicher als diese nervenden Tamagotchi (zu faul, die richtige Schreibweise zu suchen) vor etlichen Jahren…

http://stern.de/computer-technik/internet/:Webkinz-S…

Oh man - dieses Magazin wird ja immer belangloser…

Oder sehe ich das vielleicht zu eng?

Ja!

Es liegt doch in der hand der Eltern, seine Kinder zu erziehen. Dazu gehört eben auch, darauf zu achten, dass sie sich darum kümmern, dass ihre Kids nicht vor der Glotze (gleich welcher Art) verkümmern…

LG
Guido

Hallo Klara,

ich sehe es eher wie Wiz. Ich weiß, dass meine Mädels im realen Leben Freunde haben und von uns (und auch den Großeltern hier im Haus) über alles geliebt werden. Sie haben viel Bewegung an der frischen Luft und genügend Möglichkeiten, ihre Phantasie völlig „offline“ auszuleben (Stichwort: malen, basteln, Rollenspiele…).
Das in einem anderen Beitrag erwähnte abendliche vorlesen gehört seit Jahren bei uns zum „Abendritual“.
Die Kinder dürfen aber auch unter elterlicher Aufsicht mal an den PC und dort ihre ersten Erfahrungen mit Schreibprogramm, Malprogramm und Internet machen. Ab und an wird auch ein Kinderspiel (z.B. von der Maus oder auf der Sandmännchenhomepage) gespielt. Diese Erfahrungen mit einem Medium, was in der heutigen Zeit doch eine wichtige Rolle spielt, finde ich genau so wichtig, wie Kenntnisse von Volks- und Kinderliedern.
Wenn meine Kinder sich nun sehnlichst so ein Teil wünschen würden und der Preis im vertretbaren Rahmen läge, dann könnte ich mir durchaus vorstellen, so ein Teil anzuschaffen. Man kann ja auch MIT Freunden gemeinsam solche Spiele spielen.
Wie überall, liegt hier wohl das Geheimnis in der Dosis.

Viele Grüße, Heike

Ich finde diese Entwicklung mehr als nur furchtbar! Aus durch
den PC schon früh isolierte Kinder werden isolierte Erwachsene
mit sozialen Defiziten.

du hast aber eine pessimistische weitsicht:smile:

es wird schwer sein, sich der pc-welt zu entziehen, denn wir leben in ihr und wir arbeiten mit ihr. selbst der artikel ist schlichtweg werbung für ein bestimmtes publikum - indem du es hier verbreitest, unterstützt du es. du wirst also schuld sein an den sozialen defiziten der zukünftigen erwachsenen*gg*

Hallo Klara,

Ich finde diese Entwicklung mehr als nur furchtbar! Aus durch
den PC schon früh isolierte Kinder werden isolierte Erwachsene
mit sozialen Defiziten.

Oder sehe ich das vielleicht zu eng?

Nein, ich finde, Du hast völlig Recht. Es ist doch ein entscheidender Unterschied, ob man einem Stofftier in die toten Plastikaugen sieht oder einem Menschen in seine lebendigen Augen, seine Seele, mit ihm zusammen lacht und weint - und dabei sich selbst kennen lernt.

Gruß, Susanne

Du hattest keine Stofftiere? owT