dieser „Fachmann“ hat gestern empfohlen, die Zahnarztleistungen komplett aus dem Leistungskatalog der GKV zu streichen! Wer die Zahnarztkosten versichert haben will, soll gefälligst eine Privatversicherung abschließen.
Ob der noch richtig tickt?
Ich verdiene zwar ganz gerne und habe auch nichts gegen ein Umsatzplus… doch auf Kosten der GKV-Versicherten? Nein, das muss nicht sein.
So eine 100%-Versicherung würde bestimmt 100 € und mehr kosten. Bei Frauen evtl. sogar noch mehr. Dazu kommt dann noch, dass jemand, der z.Zt. mehrere Lücken hat oder sonst ein schadhaftes Gebiss, entweder gar nicht angenommen wird oder so einen hohen Risikozuschlag erhält, dass ihm die Ohren runterfallen.
Hoffentlich kommt der „Fachmann“ nicht mehr an die Regierung.
Ach, ja, noch etwas: er meinte, dadurch könnte der Beitrag auf 13 % gesenkt werden. Ha,ha, so wie ich die Kassen bisher erlebt habe, wird das 2 Monate eingehalten und dann steigt der Beitrag wieder auf altes Niveau oder sogar noch höher!
Grüße
Raimund
Hallo Raimund,
ich finde diese Idee dem Grundsatz nach nicht schlecht. Die Prämie dafür wird auch im Leben dafür nicht bei 100 Euro liegen. In einer Vollversicherung kostet ein gescheiter Zahnversicherungsbaustein nicht soviel bei mehr Leistungen. Warum sollte er dann dabei soviel kosten? Die Kosten werden doch auf viel mehr Leute verteilt.
Ich denke, der Betrag würde sich in etwa bei 15-20 Euro abspielen. Ja nach Alter und Geschlecht.
Gruß
MArco
hallo Marco,
diese 15 - 20 € kosten jetzt schon Zusatztarife, die weitaus weniger leisten, wie die, die dann kommen müssten: Tarife, die 100 % Behandlung und mindestens 65 % Zhnersatz leiten. Und da gehts dann mit dem Beitrag nach oben. außerdem musst Du auch mal die Älteren bedenken: die Jungen sind günstig. Klar, die sind ja auch nur ztur Kontrolle beim Z-Klempner (wie heißt der in Bayern? Votzenspangler! Das würde in BW was ganz anderes bedeuten). Doch je älter man wird, umso öfters muss er Kräftig ran. Und das kostet Beitrag.
Grüße
Raimund
Hallo Raimund,
diese 15 - 20 € kosten jetzt schon Zusatztarife, die weitaus
weniger leisten,
Okay… das mag derzeit so sein…
wie die, die dann kommen müssten: Tarife, die
100 % Behandlung und mindestens 65 % Zhnersatz leiten. Und da
gehts dann mit dem Beitrag nach oben.
Ich habe mal eben nachgesehen… Beiträge liegen derzeit bei 20-60 Euro. Je nach Geschlecht und Alter. Da sind aber alle zahnprohylaktischen Dinge versichert, Zahnbehandlung immer zu 100% und Zahnersatz zu 75%.
Zudem ist es jetzt nur eine kleine Anzahl, die dies nutzt. Je größer die MEnge wird, die den Tarif benötigt, desto größer wird der Risikoausgleich und desto günstiger die Prämien.
Zumindest wäre das für mich die logische Konsequenz in der Kalkulation, da das Risiko der Versicherung kleiner wird.
Oder liege ich hierbei einem Irrtum auf?
Gruß
Marco
Hallo,
Ich habe mal eben nachgesehen… Beiträge liegen derzeit bei
20-60 Euro. Je nach Geschlecht und Alter. Da sind aber alle
zahnprohylaktischen Dinge versichert, Zahnbehandlung immer zu
100% und Zahnersatz zu 75%.
läuft es so in der Schweiz? (Ich nehme an, daher kommt die Idee.)
Gruß
Sarah
Zudem ist es jetzt nur eine kleine Anzahl, die dies nutzt. Je
größer die MEnge wird, die den Tarif benötigt, desto größer
wird der Risikoausgleich und desto günstiger die Prämien.
Zumindest wäre das für mich die logische Konsequenz in der
Kalkulation, da das Risiko der Versicherung kleiner wird.
Oder liege ich hierbei einem Irrtum auf?
Hi,
Jain. Nach dem Äquvalenzprinzip ist die Prämie der Erwartungswert der Leistungen. Der ändert sich aber nicht.
Was in geringem Umfang ändert ist die Schwankung, die sich in RV-Beiträgen und einem Sicherheitszuschlag niederschlägt. Deshalb könnte die Prämie etwas niedriger werden. Ohne genau zu rechnen denke ich aber daß bei den großen Versicherern, die ohnehin schon ~1000000 Verträge im Bestand haben die Änderungen marginal ausfallen.
Das Problem dürfte in der Tat die FRage sein ob man den PKV gestattet risikoadäquate, altersabhängige Beiträge zu nehmen. Mit der Konsequenz daß auch einige Versicherte abgewisene werden. Oder ob man die privaten zwingen will eine „Unisex/Uniage“ Tarif anzubieten mit allen Nachteilen die damit verbunden sind. Aber vor der FRage drückt sich Seehofer natprlich.
Max
Hallo Max,
Jain. Nach dem Äquvalenzprinzip ist die Prämie der
Erwartungswert der Leistungen. Der ändert sich aber nicht.
Soweit okay.
Was in geringem Umfang ändert ist die Schwankung, die sich in
RV-Beiträgen und einem Sicherheitszuschlag niederschlägt.
Mhhh… und dieser Schwankungswert hängt doch davon ab, wieviele die Gemeinschaft verlassen und wieviele neu reinkommen, oder? Da ja aber quasi jeder reinmuss und jeder auch irgendwann rausgeht… hätte ich gedacht, dass die Schwankungswerte erheblich abnehmen.
Deshalb könnte die Prämie etwas niedriger werden. Ohne genau
zu rechnen denke ich aber daß bei den großen Versicherern, die
ohnehin schon ~1000000 Verträge im Bestand haben die
Änderungen marginal ausfallen.
Siehe oben… ich wäre hier halt von einer größeren Veränderung ausgegangen, zumal ja auch die Stückkosten je Antrag geringer werden müssten.
Das Problem dürfte in der Tat die FRage sein ob man den PKV
gestattet risikoadäquate, altersabhängige Beiträge zu nehmen.
Das glaube ich schon, bis zu einer gewissen maximalen Höhe. Beispielsweise das doppelte.
Mit der Konsequenz daß auch einige Versicherte abgewisene
werden.
Das wird glaube nicht passieren. Meine Vorstellung von dem Ganzen ist eher die, dass die Versicherer diesbezüglich einen Pool bilden und du zu einem Versicherer deiner Wahl gehen kannst und es überall den gleichen Aufschlag und die gleiche Prämie kostet. Das wäre auch die gescheiteste Lösung.
Gruß
Marco
Deshalb könnte die Prämie etwas niedriger werden. Ohne genau
zu rechnen denke ich aber daß bei den großen Versicherern, die
ohnehin schon ~1000000 Verträge im Bestand haben die
Änderungen marginal ausfallen.Siehe oben… ich wäre hier halt von einer größeren
Veränderung ausgegangen, zumal ja auch die Stückkosten je
Antrag geringer werden müssten.
Hallo Marco,
so genau kenne ich mit Krankenversicherungen nicht aus. Im Sachbereich rechnet man zu einem gegeben Sicherheitsniveau den Zuschlag auf Basis der Vertragsanzahl. Dabei ist die Anzahl der Verträge, die man mindestens haben muss,regelmäßig in der Größenordnung einige 10000 bis einige 100000. Bei der Krankenverishcerung mit der niedrigeren Einzelschadenhöhe dürfte die Anzahl eher geringer sein. Jedenfalls bin ich ziemlich sicher daß es risikotheoretisch recht egal ist ob eine Gesellschaft 1 Million oder 10 Millionen Verträge hat.
Vorteile dürfte man natürlich bei den Verwaltungskosten haben. Soviel macht das aber vermutlich nicht aus, wenn man sich mal die Kostenstrukturen bei derzeitigen kleineren und größeren Unternehmen ansieht.
Das sind sicher Effekte, aber das eigentliche Problem sehe ich wie gesagt woanders.
Das wird glaube nicht passieren. Meine Vorstellung von dem
Ganzen ist eher die, dass die Versicherer diesbezüglich einen
Pool bilden und du zu einem Versicherer deiner Wahl gehen
kannst und es überall den gleichen Aufschlag und die gleiche
Prämie kostet. Das wäre auch die gescheiteste Lösung.
Das denke ich wird dann so oder ähnlich kommen müssen. Es dürfte politisch nicht dursetzbar sein einige Versicherte abweisen zu lassen. Die Frage ist wie man das sicherstellt. Durch zwangsweise Aufnahme, ähnlich wie bei KFZ mit Zuschlägen und eventuell noch zusätzlichen staatlichen oder Poolzuschüssen falls diese im EInzelfall nicht ausreichen. Oder alternativ direkt durch eine Poolversicherung, die die entsprechenden Fälle aufnimmt.
Ich habe aber schon meine Zweifel, ob die Politik in einem weiten Bereich risikogerechte Beiträge zulassen will. Dann müsste man sozial schwache Fälle direkt bezuschussen. Jedenfalls würde dies gefordert. Das Beispiel von der alleinerziehenden Mutte mit 10 Kindern und alle mit Zahnschäden sehe ich jetzt schon angeführt.
Meine Befürchtung ist eher daß die Versicherer gezwungen werden, Einheitstarife anzubieten. Ich hoffe ich irre mich.
Max
Hallo Max,
die Berechnung der Risikoauslese findet analog der LV Anwendung. Die Formel dazu könnte ich dir ja mal schreiben, falls du sie haben möchtest.
Gruß
Marco
hallo Max,
den Kontrahierungszwang hat die Private schon… zumindest einige. Bei den Beamtentarifen. Dort muss jeder aufgenommen werden, gleich wie kank er ist. allerdings nur in den ersten 3 (?) Jahren seines Bamtentums. Es darf allerdings ein Risikozuschlag erhoben werden.
Doch ein Abgeben des Zahntarifes an die Privaten mit gleichem Beitrag für jedes Alter und jedem Geschlecht wäre der Fuß der Privaten in der Tür der Gesetzlichen. Irgendwann würde der nächste Schritt kommen.
Doch wo führt das hin? Zu einer Gesundung und Anpassung an die Privaten der GKV? Und damit der Tod der GKV? Weil alle Privat?
Grüße
Raimund
Hallo Raimund,
kleinere Änderung für den Kontrahierungszwang: 2 Monate ab Ernennung.
Gruß
Marco