Seelische 'Übergriffe'

Hallo Leute,

ich hoffe, dass ich hier richtig bin und mir jemand Hilfestellung geben kann.

Ich fühle mich einfach immer wieder hilflos den „Übergriffen“ meiner Familie ausgesetzt. An drei Beispielen will ich mal erklären, was ich meine:

  1. Wochenlang habe ich versucht, meine Schwester telefonisch zu erreichen. Entweder hat niemand das Telefon abgenommen oder eines ihrer Kinder hat sie verleugnet („Gib mir mal deine Mutter - Die ist nicht da - Wann kommt sie denn wieder? – Weiss ich nicht, sie geht gleich weg“). Nach Wochen hab ich ihr eine Mail geschickt mit der Frage, wie es ihr geht und der Erklärung, dass ich sie nicht erreichen konnte. Die Antwort darauf: „Schlecht, aber das interessiert dich doch nicht wirklich“.

  2. Im Januar waren wir zum Geburtstag unseres Stiefenkelkindes eingeladen. Die telefonische Einladung lautete: „Um 3 Uhr gibt´s Kaffee“. Es war - wie ich meine, ein sehr schöner, harmonischer Geburtstag. Wir waren die ersten Gäste, die ca. 20.30 Uhr gingen. Drei Tage (!) später bekamen wir u. a. den telefonischen Vorwurf: „Ihr wart nur zum Kaffee eingeladen; keiner konnte wissen, dass ihr bis zum Nachtessen bleibt“. Wie gesagt, wir waren die ersten die gingen und die anderen Gäste bekamen den Vorwurf, zu lange geblieben zu sein, nicht.

  3. Mittwochs nachmittags kommt normalerweise mein Enkel zu mir. Heute nun hab ich erfahren, dass ich morgen (Mittwoch) um 13.30 Uhr noch einen Termin wahrnehmen muss. Ich bat daher meine Tochter, ihn erst nach dem Mittagsschlaf zu bringen oder aber am Donnerstag. War zunächst auch alles o.k… Bis eben eine Mail kam, er komme weder am Mittwoch noch am Donnerstag. Die findet es unmöglich, dass ich ausgerechnet an „Enkel-Mittwoch“ Termine wahrnehmen muss.

Ich sitze hier mit Tränen in den Augen und kann garnicht beschreiben, wie mich solche Übergriffe kränken.

Wie kann ich dem nur entgehen???

Andererseits bin ich aber immer der Anlaufpunkt für jeden, wenn irgendwas nicht klappt. Ich versuche manchmal mich weitmöglichst rauszuhalten. Aber immer kommen sie dann zu mir als „Mittelpunkt“

Weiß jemand Rat?

Danke
Gisela

Ich sitze hier mit Tränen in den Augen und kann garnicht
beschreiben, wie mich solche Übergriffe kränken.

Wie kann ich dem nur entgehen???

Andererseits bin ich aber immer der Anlaufpunkt für jeden,
wenn irgendwas nicht klappt. Ich versuche manchmal mich
weitmöglichst rauszuhalten. Aber immer kommen sie dann zu mir
als „Mittelpunkt“

Weiß jemand Rat?

Danke
Gisela

Man kann niemanden zur Symphatie zwingen. Ändere Dein Verhalten. Warte bis SIE auf Dich zukommen.

Gelassenheit…

mfg
rolf

Bei allem Verständnis für Deine schwierige Problematik, Gisela, ich kann keine ÜBERGRIFFE seitens Deiner Kinder erkennen. Sie grenzen sich anscheinend eher ab, was also auf das Gegenteil herausläuft. Die „Übergriffe“ könnten also z.T. eine Projektion von Dir sein.
Ich empfehle Dir zunächst Abstand.
Gruss vom Branden

Hallo, liebe Gisela!

Ich kann gut verstehen, dass dich das Verhalten deiner Familie mitnimmt. Du weißt ja gar nicht mehr, wie du dich verhalten sollst- immer haben sie etwas auszusetzen. Ich bin zwar keine Psychologin, aber ich rate dir, deine Familie darauf anzusprechen. Aus deinem Artikel lese ich, dass vieles per Telefon und Mail abläuft. Du solltest meiner Ansicht nach den persönlichen Kontakt suchen und sagen, dass dich diese Aussagen verletzen. Deine Familie macht dich zum Sündenbock und spielt selbst gerne das Opfer. Entschuldige meine offenen Worte, aber du darfst dich nicht so behandeln lassen. Wenn deine Familie deine Wünsche nicht respektiert, solltest du erst einmal auf Distanz gehen. Das würde ich zumindest tun.
Vielleicht merken sie dann, eben weil du immer eine Anlaufstelle für sie bist, dass sie dich mit ihrer Art verletzen.

Alles Gute!
*Diana

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Gisela,

ich möchte Branden ja ungerne widersprechen, aber zumindest verstehe ich, was Du mit seelischen Übergriffen meinst. Man fühlt sich wie in die emotionale Wüste verbannt, und die Worte hallen nach „und sei jetzt bloß nicht eingeschnappt“. Da Du nicht der Typ bist, der gerne (ab-)wartet, habe ich ein paar andere Ideen.

Ich vermute, Deine Schwester hast Du irgendwie enttäuscht. Sie verbarrikadiert sich hinter Enttäuschungen, die Du nicht kennst. Frage sie danach.

Bei der Einladung mit Deinem Stiefenkelkind bist Du ja wirklich unschuldig. Es ist ja ok wenn Sie möchten, daß Du vor dem Abendessen wieder gehst. Aber das müssen sie Dir dann schon auch sagen. Du kannst hier nur dickes fell beweisen, und Dich auf den Standpunkt stellen daß Du kein Hellseher bist und es auch kein für Dich erkennbares Signal gab, daß Du unerwünscht bist.

Aus irgendeinem Grund wird Dir dann auch noch vorgeworfen, daß Du den Enkel-Mittwoch nicht ernst nimmst. In wahrheit nimmt natürlich die Mutter ihn nicht ernst, die ihn komplett absagt. Denn Du wolltest ihn ja stattfinden lassen. Ganz schön gehässig.

Warum zweifewlt sie an Deiner Zuverlässigkeit? Frage sie doch mal warum dir Böswilligkeiten eigentlich erst im Nachhinein per e-mail mitgeteilt werden. Sie möchte doch bitte so freundlich sein und ihre Enttäuschung sofort zeigen, damit du sie erkennen und darauf eingehen kannst.

Rede vielleicht mal mit den jeweiligen Ehegatten. Ich könnte mir vorstellen, daß der eine Ehegatte vorübergehend durchaus einverstanden mit Dir , Deinen Wünschen und Deinem Verhalten ist und daß Widerstand erst im Nachhinein im Gespräch mit dem anderen netstehen. Du kennst vielleicht diese Geschichte, wo sich jemand einen Hammer vom Nachbarn ausleihen möchte und sich so viele Gedanken zusammenspinnt, daß er den Nachbarn, als er die Türe öffnet, nur noch anbrüllt „Ihren Sch… Hammer können Sie sich an den Hut stecken!!!“

Hast Du den Menschen um Dich herum vielleicht irgendwas weggenommen?

Gibt es einen Schwiegersohn / Schwiegertochter, der/die gegen Dich intrigiert? Könnte ja auch mal sein, auch wenn man sowas gar nicht gerne denkt.

Möglicherweise ist es aber auch nur der Neid, dass du nach wie vor der Mittelpunkt bist, obwohl die anderen mittlerweile längst eigene Familien haben und ihren eigenen Mittelpunkt nicht definieren konnten? Die Schwäche liegt dann bei den Anderen, sie tun sich schwer den eigenen Mittelpunkt zu definieren. Dabei kannst Du ihnen helfen.

Ich schlage vor, daß Du offen aussprichst was dich kränkt, aber nicht in der akuten Situation, sondern irgendwann später. Mache Dir ausführliche Notizen. Wenn sie wieder zu dir kommen und Hilfe brauchen, holst Du den Zettel raus und sagst „ich helfe dir gerne, aber wir müssen erst etwas klären. damals hast du… das hat mir weh getan.“ Wenn das gespräch gut läuft kannst du auch fragen, ob es ihr/ihm schwer fallen würde, sich dafür zu entschuldigen. Allerdings kann der Wunsch nach Entschuldigung im falschen Moment auch Porzellan zerschlagen, deswegen sollte man damit vorsichtig umgehen.

Ich selber bin Papa und unsere Kinder haben noch beide Omas. Mir persönlich tut es gut, wenn die Omas nach Rückkehr der Kinder viel erzählen. Ein paar schöne Anekdoten. Etwas was die Kinder gut gemacht haben. Jeden für sich sehen, nicht miteinander vergleichen. Gefährlich ist unter Umständen, wenn Omas die Erziehung kritisieren. Das solltest Du, solange es Spannungen gibt, nach Möglichkeit nicht tun. Omas dürfen bei uns gerne verwöhnen, manche sehen aber darin die Gefahr, daß Omas die Erziehung untergraben. Das mußt Du mit den Kindeseltern besprechen. Die Oma, die im Schaukelstuhl sitzt und Geschichten vorliest, oder die moderne Oma, die mit den Kindern Achterbahn fährt - vielleicht hilft es wenn ihr mal grundsätzlich die Erwartungen klärt. Und rede immer wieder über die Kinder und wie toll sie sich entwickeln. Das schmeichelt den Eltern immer. Bei aller Problemwälzerei immer darauf achten, daß die freudigen Erlebnisse miteinander überwiegen.

Gruß + viel Spaß beim Familie kitten

AndyM

offtopic
Welcome back doc!!!

Freue mich, dass du wieder da bist.

Liebe Grüße
Gerry

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Merci, liebe Gerry .-) owT
.