Seelsorge

Liebe/-r Experte/-in,

meine Schwester und ihr Mann möchten für 1 Jahr ein Hilfsprojekt in Afrika unterstützen.

Dafür müssen sie allerdings ihre zwei Kinder im Alter von 4 und 5 Jahre in Deutschland lassen. Es wäre eimfach zu gefährlich. Nun haben mein Mann und ich beschlossen, die Kinder zu uns zu nehmen
Allersings macht sich meine Schester schwere Gedaken. Anderseits möchte sie umbedingt
das Projekt untersützen ( kam alles sehr kurzfristig ) aber einerseits sie da aber
auch die Kinder ( die sie allerdings bei uns in Sicherheit weiß. Seit ihrem Afrika Besuch
vor ein paar JAhren hat sie immer wieder diese leidende Blicke der armen Mensch dort
vor Augen. Nach ihrer Aussage muss sie eifnach dort hin. Doch viele Aussenm stehende
Menschen lehnen ihren PLan ab und können sie nicht verstehen.

Aber ich weiß doch das sie ihre Kinder leibt ? Was geht nur in ihr vor ?
Ich würde die Kinder sofort nehmen

Ich bin auch davon überzeugt, dass Ihre Schwester Ihre Kinder liebt. Gerade weil sie ihre Kinder liebt, hat Sie ja den Wunsch, anderen Kindern, denen es nicht so gut geht wie ihren Kindern, zu helfen, damit es diesen Kindern besser geht.
Allerdings sind ihre Kinder nun in einem Alter, in dem diese ihre Eltern dringend selber brauchen. Es wäre also zu überlegen, ob sie nicht einige Jahre später nach Afrika gehen würden, nämlich dann, wenn die Kinder schon selbständiger sind. Denn wer die Entwicklung in Afrika kennt, weiß, dass die Not dort auch in den nächsten Jahren nicht geringer werden wird.
Außerdem wollen sie ja offensichtlich in ein Gebiet reisen, wo es gefährlich ist. Es kann also durchaus passieren, dass beide nicht wiederkommen. Dann würden ihre Kinder als Weisen aufwachsen müssen. Dann hätten alle verloren, sowohl die eigenen Kinder wie auch die Kinder in Afrika.

Hallo,

Entschuldigung, dass ich mich erst jetzt melde. Ich hoffe, das Thema ist noch aktuell.

Leider verstehe ich auch Deine Motivation dieser Anfrage nicht. Weißt Du nicht, was Du darüber denken sollst? Geht es um einen Verhaltenstipp für Dich oder für sie?

Meine Gedanken hierzu sind erst einmal: Mir persönlich wären meine eigenen Kinder näher, auch wenn Ihre Not nicht vergleichbar mit denen der Kinder irgendwo in Afrika sind. Doch würde ich mich in erster Linie für meine eigenen Kinder verantwortlich fühlen, die sich ggf. später auch fragen werden, warum man sie für ein Jahr verlassen hat. Und diese Frage wird jedes Mal kommen, wenn irgendetwas passiert, wo Rat gesucht wird (Schulprobleme, Trost, Erklärung der Welt etc.) - der erste Impuls geht zu den Eltern, danach dann direkt zu den Primärsozialisatoren, wenn diese nicht identisch sind.
Und will Deine Schwester wirklich, dass ihre Tante und ihr Onkel in dieser wichtigen Orientierungsphase der Kinder wechseln? Das wird bleibende Folgen haben.

Viele Grüße,

Carsten

Antwort von Meik.

  1. Als Pädagoge: In den ersten 6 Lebensjahren werden alle Grundlagen für Charakter, Emotionalität und Bindungsfähigkeit beim Kind entwickelt. Die wichtigste Rolle dabei spielen die Eltern. Wenn sie ihrer Aufgabe nicht nachkommen, können Lücken und Fehlprägungen in der kindlichen Seele (Psyche)entstehen. Es ist für die Kinder einfacher in einer unsicheren Umgebung mit Eltern zu leben, als in einer sicheren Umgebung ohne Eltern. Kinder sind da zu Hause, wo die Eltern leben. Fahren ihre Eltern ohne sie nach Afrika, entziehen sie ihren Kindern für ein Jahr ihr zu Hause und damit ihre Grundlage für ihr seelisches Gleichgewicht, dass auch nicht durch liebende Onkels und Tanten ausgeglichen werden kann. Ich rate dringend davon ab, die Kinder allein zu lassen.

  2. Als Theologe: Falls ihre Schwester aus christlichen Gründen nach Afrika will, ist folgendes zu sagen. Die eigenen Kinder und Eltern stehen in der Rangfolge der zu Liebenden und der zu Dienenden höher als andere Menschen. Nur Christus selbst steht höher. Damit ist auch die Priorität der Verantwortung vor Gott für die Kinder höher, als für andere Menschen. Hatt ihre Schwester eine Berufung von Gott zu gehen? Wenn ja, sieht die Gemeinde (Ältesten)auch diese Berufung? Wenn nein, hat sie keine Berufung, sondern wird von einem eigenen inneren Wunsch geleitet. Eine Berufung von Gott innerhalb einer Familie ist immer eine Berufung der Familie und nicht eine Teilberufung. Wenn es eine Berufung gibt für Mann und Frau, dann gehören die Kinder dazu?
    Gott ist ein Gott der Ordnung und des Friedens. Eine Trennung würde für die Kinder keinen Frieden bringen, sondern eine seelische Unordnung.

Ich hoffe ich konnte Ihnen helfen und sie motivieren mit Ihrer Schwester zu reden und für die Kinder einzutreten, die am meisten ihre Eltern brauchen, so wie alle Kinder dieser Welt.

MfG Meik Franke