Hallo!
Ja, ist schon traurig, was wir Menschen unsrer Umwelt da so
antun. Mich wundert es dabei nicht, dass es mittlerweile mehr
Menschen nach Skandinavien, Kanada oder Nepal treibt, wo es
scheinbar noch unberührte Natur zu entdecken gibt. Zumindest
solange, bis es genug Einsamkeitssuchende sind.
Diese Reisen sind und bleiben teuer, da wird man den deutschen Sparfuchs kaum antreffen, außer ein paar Lehrer mit zuviel Zeit.
Kann man nun aber hingehen, und das irgendwie unterbinden?
Oder abschaffen? Ich glaube nicht. Egal wie man sie findet,
diese Wohnwagen-Feriensiedlungen sind Ausdruck unserer
Bevölkerungsdichte und Nutzungsintensität. Wir sind umgeben
von Menschenmassen, immer, überall. Es ist nur noch relativ
einsam irgendwo, relativ unberührt, relativ natürlich. Der
Dauercamper oder Wohnwagenreisende stellt lediglich dem
Fluchttrieb die gewohnte Umgebung zur Verfügung.
Ich meine, dass ein schönes Gasthaus, welches zur Architektur am Ort passt, die deutlich angenehmere Alternative darstellt.
Die Leute können dann 50m zum Strand laufen und alle haben etwas davon.
In ein kleines Gasthaus passt ja schon der halbe Campingplatz.
Ich kann ferner an einem Campingplatz wirklich nichts „unberührtes“ finden. Stinkende Badhäuschen, überall Autos…
Und es ist gut, dass er es nicht einfach irgendwo macht,
sondern an dafür vorgesehenen Orten. Es ist ein Konzept, wie
wir der Umwelt eine Chance geben können. Konzentrierte
Naturnutzung an speziellen Orten, damit der Rest eher
ungestört bleiben kann.
Diese Orte könnten ja 100m weg vom Wasser sein…
Stell’ Dir einfach vor, die 500
Wohwagen wären nicht auf einem Platz zusammengerottet sondern
weit verstreut im Tal um den See herum. Mir gefällt die
Campingplatz-Geschichte besser als die Alternative.
Klar.
Mir geht es v.a. um die Gartenzwerg-Lager direkt am Wasser.
Ein wenig Abstand wäre da schon angnehm für die anderen Urlauber, zumal ja die Campingplätze oftmals mit eingezäuntem Privatstrand ausgerüstet sind.
Der Spiesser mauert sich eben auch im Urlaub ein…
Auch wenn es mir nicht besser geht als Dir (ich sehe die
Campingplätze auch nur ungern dort wo ich die Einsamkeit oder
ein Idyll suche), ich sehe sie als Zentren zum Schutz der
Umwelt vor Übernutzung.
Das stimmt natürlich, wobei ein Gasthaus weniger Platz braucht und ein Strand ohne Wohnwagen ohne zusätzliche Umweltbelastung noch deutlich mehr Menschen behrbergen kann.
Wir konzentrieren und kanalisieren so
die negativen Auswirkungen unserer Existenz und verschonen den
Rest der Natur davon. Ich denke, wir müssen eher an unserer
Vorstellung arbeiten, was uns vor Ort erwartet bzw. zusteht.
Ich weiss nicht mehr, von wem das stammt, aber es trifft es
sehr genau: „Der öffentliche Nahverkehr ist eine Sache, von
der wir alle die anderen gern fleissig Gebrauch machen sehen
wollen.“
So ist es!
Vielleicht ist es besser, wenn wir nicht mehr dorthin
reisen, wo es solche hässlichen Massentourismuserscheinungen
gibt. Dadurch leisten wir einen Beitrag, dass die Gegend
wieder zu dem wird, was wir uns davon versprachen oder
versprochen bekamen.
Ich handle ja weitgehend so. Nur ist es recht teuer und aufwändig, vor den deutschen Sparfüchsen zu flüchten. Für einen Tagesausflug geht das nicht, da nutze ich eben die bayerischen Seen und ärgere mich manchmal über die Camper, die so gar nicht zum großen Rest der Leute passen, die man an solch einem Tag trifft. Normalerweise grüsst man sich beim Wandern, teilt im Wirtshaus die Bierbank und hat einfach eine gute Zeit.
Die SPiesser z.B. am Plansee hängen vor ihrer Wohnkiste ihren zumeist recht üppigen Ranzen in die Sonne und gucken grimmig in die Landschaft. Geld geben sie am Zielort ohnehin keines aus, sie haben ja alles bereits zu Hause bei Aldi gekauft. Warum bleibt man dann nicht gleich zu Hause…?
Grüße,
Mathias