Sehnsucht nach ner Katze

Hallo,

folgendes Problem:
Eine junge Frau holt sich fast jedes Jahr eine Katze (ob vom Tierheim, vom Züchter oder sonstwo von privat).
Sie freut sich jedes Mal aufs Tierchen, bereitet jedesmal viel vor, sucht im Netz und sonstwo nach DER Katze in die sie sich „verliebt“. Die erste Woche ist auch noch alles in Butter, für sie sowas wie Kindersatz. Die Katze bekommt nur vom Feinsten, Zeug (Kratzbaum, Klo, sontiges Zubehör etc) wurde jedesmal wieder angeschafft, obwohl es bei ihr so dick mit der Kohle auch nicht ist und es muß immer wieder das Beste sein. Sie geht auch zum Tierarzt zum Durchchecken, ob auch alles okay und gesund ist. Aber sie trennt sich auch jedes Mal wieder von dem Tier. Nach paar Wochen kommen Einwände wie da nerven die Haare oder daß es im Bad nach Katzenklo muffelt (sie hat aber immer gut gesäubert). Dann: Katze muss weg. Hinterher tuts ihr leid und sie vermißt die Katze. Warum gibt sie das Tier/die Tiere dann wieder ab??

Ist auch nicht so, daß sie die dann aussetzt oder im Tierheim abgibt. Nein, sie sucht selbst nach einem „guten Platz“ fürs Tier und checkt das auch alles ab. Also besorgt ist sie dann drum. Dann die erste Woche trauert sie vielleicht noch hinterher da, dann ist es erstmal ok aber schon nach 1-2 Monaten sehnt sie sich wieder(!) nach einer Katze und schwärmt vom Tier KATZE!! Mir fällt das echt schwer, da nicht ungehalten zu reagieren, weil ich mich auch jedes Mal für sie mitgefreut hatte und jedesmal dachte, die Sache sei fest und ihr auch ernst. Achso und letztes Mal beim Einzug einer Katze hatte ich sie (nach einer Woche die das Tier schon bei ihr war) gefragt, wie lange denn die Katze bleibt. Da hatte sie noch auf Teufel komm raus verneint, so wie wie könnte ich nur sowas sagen oder fragen. „DIESMAL“ wäre es ihr ernst und sie liebt doch ihren Felltiger so sehr.

Die Katzen waren immer bis ca 2 Jahre alt, also nicht unbedingt kleine Kätzchen. Nach dem letzten Mal Abgabe der Katze hatte sie die Katzensachen, die sie sonst bei ebay versteigert hatte, entgegen sonstigem Verhalten noch nicht wieder verkauft. So als wenn sie selbst schon weiß, dass sie doch bald wieder „Zuwachs“ bekommt, vielleicht diesmal nicht erst nächstes Jahr.

Was von der Sache zu halten ist, ist klar. Aber WARUM macht sie das überhaupt?? Sie steckt da so viel Zeit und Geld rein, wozu? Wenn das nach paar Wochen wieder eine falsche Entscheidung war. Ich vermute zwar was, würde aber gern Eure Meinung hören, vielleicht habt Ihr ähnlichen Gedanken dazu, wenn Ihr das lest.

Silence

Hallo,

ich könnte mir 2 mögliche Ursachen vorstellen:

  1. sie wünscht sich den Effekt des Neuen, Ungewohnten. Wenn dieser verpufft ist, wird ihr die Katze langweilig.
  2. sie erwartet von der Katze etwas, dass diese ihr nicht gibt. Sobald sie feststellt, dass die Katze nicht den gewünschten Effekt hat, will sie sie wieder loswerden. Das könnte dafür sprechen, dass sie eigentlich keine Katze will, sondern etwas anderes. Eventuell sehnt sie sich nach jemandem, der von ihr abhängig ist oder sie bedingungslos liebt.

Abgesehen davon würde ich die Dame auf die „schwarze Liste“ der Tierschutzorganisationen setzen lassen, denn dieses Verhalten ist für die Katzen nicht lustig.

Gruß,

Myriam

Hallo Silence,

ich glaube nicht, dass sich die junge Frau auf das Lebewesen (Katze) freut, sondern eher auf die Aufgabe, die mit dem Organisieren im Vorfeld verbunden ist. Ich vermute, wenn sie alles perfekt vorbereitet hat, hebt das ihr Selbstwertgefühl. Ein Leben mit einer Katze tagein, tagaus, will sie nicht, sie vermeidet schon vorab eine innere Bindung, auch wenn sie das nie zugeben würde. Sie sieht dann nur noch die Nachteile, die ein Tier unweigerlich mit sich bringt.

Auch das Bemühen, die Katze „gut unterzubringen“ passt dazu, denn dies ist wieder eine schöne Organisationsaufgabe, die - wenn sie erfolgreich erledigt ist - erneut Selbstbestätigung bringt.

Tja, und irgendwann geht es wieder von vorne los…

Womit beschäftigt sich die junge Frau eigentlich in der „katzenlosen“ Zeit?

Viele Grüße
Mara

zum einen stimme ich den anderen zu und evtl informierst du mal den tierschutzverein.
zum anderen benutzt sie die tiere - und evtl sagst du ihr das mal auf die eine oder andere weise - und evtl beginnt sie mal danach zu suchen was sie wirklich sucht und fängt an es dort zu suchen wo sie es findet - ob nun in ehrenamtlicher funktion mit katzen oder anderes.

ihr scheint das bewusstsein zu fehlen für sich und damit nat. auch für die tiere - wenn sie sie aber mag, könntest du ne chance haben sie zu erreichen - denn sie tut den tieren nicht gut und wer weiss wohin sich das noch steigern kann - um so wichtiger wenn man hier vorbaut und sie alsbald merkt was sie da warum kompensiert.

LG
nina

Antwort zu Sehnsucht nach ner Katze
Hallo,

dank Euch für die Antworten.
Wa Maralena schrieb, kann was dran sein, sie hat kein richtiges Selbstbewusstsein, ihr fehlt Bestätigung das ist richtig. Nur was das Organisatorische betrifft, da hat sie als Rechtsanwaltsgehilfin eigentlich berufswegen mit zu tun. Sie freut sich wirklich jedes Mal auf die Katze und hat nichts anderes mehr im Kopf und kaum Zeit. Wenn ich schreibe jedes Mal, meine ich, daß sie bisher 4 Katzen hatte und leider auch 4mal mussten sie wieder fort. Wenn eine Katze da war, schien sie über alles „verliebt“ und alles schien perfekt.

Myriam: wenn sie den Effekt des Neuen und Ungewohnten suchen würde, dann müßte es bestimmt nicht unbedingt eine Katze sein, dann hätte sie sich wahrscheinlich auch mal „zur Abwechslung“ ein anderes Tier angeschafft. Oder sie wüßte auch längst daß eine Katze nicht den „erwünschten Effekt“ bringt, nachdem sie nun 4 Katzen schon hatte. Aber sie findet eine Katze nach wie vor ganz toll.

Ich selbst hatte ihr geraten, da ich selbst grad dabei und begeistert bin, sich Fische anzuschaffen. Aber die sind ihr zu „langweilig“.

Sie hatte mit 18 ihr 1,5jähriges Kind zur Adoption freigegeben, das hängt ihr sehr nach.Ich glaube am meisten daß es daran liegt und sie glaubt vielleicht mit einer Katze den Verlust zu kompensieren (aber dann würde sie die Katze doch behalten oder? so macht sie nichts anderes als was sie damals tat). Oder vielleicht, weil sie als Kind (sie ist heute 29) nie Haustiere haben durfte.

Nina: „zum anderen benutzt sie die tiere - und evtl sagst du ihr das mal auf die eine oder andere weise - und evtl beginnt sie mal danach zu suchen was sie wirklich sucht und fängt an es dort zu suchen wo sie es findet - ob nun in ehrenamtlicher funktion mit katzen oder anderes.“

ich weiß nicht recht, wie ich ihr das nahe bringen soll. Sie weiß schon, dass ich es nicht gut heiße und ich jedes Mal sehr darüber traurig bin (hätte jetzt die letzte auch gern übernommen, aber bei 10 Stunden außer Haus ist das bissel schlecht). Ich wäre dafür daß sie mal zu nem Therapeuten geht, aber wie sag ich ihr das ohne sie vor den Kopf zu stoßen. Sie ist sehr empfindlich und redet nicht gern über Probleme.

lG
Silence

grüss dich silence,

es geht denke ich eher nicht darum was du gutheisst, es geht darum was ihr offenkundig guttut und ob dies auch den tieren guttut.
und hier kannst du zum einen was die tiere betrifft sicher transparent machen, das dieser von ihr gewählte weg nicht optimal ist - ihr alternativen nennen - zum anderen ihr zu vermitteln, was du vermutest - den zusammenhang mit der schwangerschaft und adoption, der nichtverarbeitung und den damit verbundenen gefühlen die noch in ihr stecken, die sie wohl kompensiert auf diese weise.

ich glaube am wichtigsten ist der versuch darzustellen was du „siehst“ - nicht wie du es bewertest - ich meine damit eben - es langt nicht zu sagen . - ich finde nicht gut was du tutst - denn das trifft den kern nicht, das macht nichts klar.

es ist meiner meinung nach gerade nach der nachreichung der info der falsche weg, da es die ursache ausser acht lässt.
ich vermute mal, sie kann so nicht sehen was sie da macht.
dazu braucht es von aussen die darstellung der verbindung zwischen dem was sie als gerade erwachsene erlebt hat und eben ihrer ersatzhandlung oder wie man das nennen kann (als laie meine ich).

es gibt natürlich keine garantie wie man jemanden erreichen kann, wie man jemandem helfen kann zu verbinden was er nicht verbinden will oder kann - doch ohne darauf einzugehen wirst du sicher null erreichen.
es muss schon doch mehr in die tiefe gehen und damit wirst du sie natürlich treffen, sie verletzen - aber ja nicht um des verletzens willen sondern zu ihrem wohl.

einige gedanken dazu habe ich dir gemailt, weils ja nur ideen sind und die länge den rahmen hier ohnehin sprengt.

du kannst ihr jedenfalls nur als freund anbieten was du siehst, denkst und meinst - und eben die alternativen für sie schonmal ein wenig versuchen verlockend zu machen, das verbleiben im alten mal aufzeigen - ihr deine unterstützung anbieten und eben offen sein - alles andere - wie sie damit umgeht, was sie daraus macht, ob und wenn wann sie was erkennt oder nicht und vor allem ob sie eine therapie machen würde - das alles liegt bei ihr und es wäre sicher gut wenn du ihr vermittelst - das es ihre entscheidung ist und du es mitträgst sozusagen.
sofern sie keine macht sich aber alternativen sucht - was ehrenamtliches z.b.

naja und am wichtigesten ist - dass du an das glaubst was du sagst, sonst geht der schuss nach hinten los.

LG und mail ist schon unterwegs.

nina