habe einen vielleicht 20 Jahren alten Kondensator 220.000µF/25V. Der ist nie gebraucht oder angeschlossen worden. Ich denke, das ich den nicht einfach zwischen + und - hängen kann, was sollte ich beachten? Ich habe gelesen, das man einen solchen Kondensator formieren soll, also langsam an die Betriebsspannung gewöhnen. Fehlstellen in der Isolierung würden dann ausheilen und so…
Wie mache ich das? Mit Vorwiderstand (wenige Ohm) an der maximalen Betriebsspannung aufladen und dann über Widerstand entladen, den Vorgang vielleicht 10mal wiederholen?
Wozu brauche ich das Ungetüm? Ich möchte einfach ein Netzteil mit Transistoren in Germanium-Technik aufbauen, ein wenig Nostalgie eben. Die Teile sind da, alles soll mindestens 20 Jahre alt sein. Ist ein Spaß, der später vielleicht mal als Anschauungsmaterial/Modell dient.
über Widerstand an 12V anschließen
Hallo Selorius,
ein Kondensator ist kein Akku, daher sollte es nach meinen Erkenntnissen reichen, ihn für einige Tage an eine Spannung unterhalb der Nennspannung anzuschließen, mindestens etwa die halbe Nennspannung (also ca. 12V). Auf- und Entladezyklen sind nicht erforderlich, ebensowenig eine Gewöhnung an die spätere Betriebsspannung.
Der Vorwiderstand ist dazu da, dass es beim Anlegen der Spannung keinen Kurzschlussfunken gibt. Es genügt, wenn Du den Widerstand so bemisst, dass der Kondensator im ersten Moment mit z.B. 100mA geladen wird. Bei 12V wären das (R = U/I => R = 12V/0,1A =>:wink: 120 Ohm. Natürlich kannst Du auch einen wesentlich kleineren oder größeren Widerstand vorschalten.
Die Lebensdauer von Elkos erhöht sich deutlich, je weiter die Betriebsspannung unterhalb der Nennspannung liegt. Bei 50% der Nennspannung verdoppelt sich etwa die Lebensdauer, soweit ich mich erinnern kann.
Wenn Du den Kondensator später im Netzgerät ohne Vorwiderstand betreibst, dann könnte der hohe Ladestrom evtl. dazu führen, dass der Gleichrichter durchbrennt. Damit dies nicht passiert, suche einen Gleichrichter, bzw. 4 Dioden aus, die einen hohen Pulsstrom verkraften können. Ich schätze mal so ab 80A für 10ms sollte es kein Problem mehr geben, zumal die Sekundärspannung des Trafos bei diesem Strom eh kurzzeitig zusammenbricht, sprich, der Trafo selbst würde den Strom bereits auf ein gewisses Maß begrenzen. Es hängt dann vom Trafotyp ab, wie hoch der sekundärseitige Kurzschlusstrom werden kann.
Dabei müsstest Du berücksichtigen, dass der Primärstrom im Einschaltaugenblick und noch einige Millisekunden darüber hinaus so hoch ist, wie wenn Sekundärseitig ein Kurzschluss besteht. Daher käme für die Primärseite wohl nur eine träge Sicherung in Frage.
habe einen vielleicht 20 Jahren alten Kondensator
220.000µF/25V. Der ist nie gebraucht oder angeschlossen
worden. Ich denke, das ich den nicht einfach zwischen + und -
hängen kann, was sollte ich beachten? Ich habe gelesen, das
man einen solchen Kondensator formieren soll, also langsam an
die Betriebsspannung gewöhnen. Fehlstellen in der Isolierung
würden dann ausheilen und so…
Wenn Du den Kondensator später im Netzgerät ohne Vorwiderstand
betreibst, dann könnte der hohe Ladestrom evtl. dazu führen,
dass der Gleichrichter durchbrennt.
Normalerweise ist bei Brückengleichrichtern die maximale Kapazität angegeben, welche ohne Strombegrenzung angeschlossen werden darf.
Wegen den Spitzenströmen verträgt schon eine popelige 1A Gleichrichterdiode (1N400x) schon um die 80A peak.
Schaltungstechnisch kann man den Widerstand zur Spitzenstrombegrenzung auch auf der Primärseite des Trafos einbauen. Wenn der Tafo exra hergstellt werden muss, kann man ihn in die Wicklung verlegen, das fraut dann sogar den Trafowickler
Eine andere Möglichkeit ist eine LC-Siebung zu verwenden, diese funktioniert dann sogar auch gleich noch als PFC.
rüher gab es ganz Bücher, welche sich nur mit der Auslegung von einachen Netzteilen, besehnd aus Tafo, Gleichrichter und Siebelko befassten.
Ein Tip !!
Ich war mal in einem bereich tätig, wo Blitzgeneratoren für Fotografen repariert weden.
Dort kam es vor das ein elko schon 5 Jahre alt war bis er eingebaut worden ist.
wenn man diesen nun direkt einbaut ohne ihn vorher zu bearbeiten hält dieser evtl nur 1-2 Monate. Wenn man ihn jedoch langsam an seine max. Spannun heranführt anschließend wieder mit lastwieder entläd u.s.w
Vorsicht den Strom im auge behalten wenn dieser wärend des ladens stark zunimmt … Elko def.
nun diese Elkos haben so spannungen um 200-400V ist also einbischen anders gelagert als bei deinem. aber vom prinziep hast du mit deim Formatieren recht.
bei 25v würd ich mich in 5 Schrittedn nähern und immer wieder entladen.
gehe ruch bis auf 30V (kurzzeitiig) sollte er sich dann komisch verhalten wird dieser nicht lange halten.
und möchte daher meine Empfehlung zum Formieren des Akkus vorsichtshalber korrigieren.
Im obigen Link wird die Formierung von 350V-Elkos beschrieben, und wahrscheinlich können die Aussagen darüber auch auf 25V-Elkos übertragen werden.
Zusammenfassung:
Zu formierenden Elko immer über einen Strombegrenzungswiderstand an Betriebsspannung anschließen. Der Strombegrenzungswiderstand sollte so hoch sein, dass maximal etwa 10mA - 30mA in den Elko fließen können. (R = 25V/10mA =>:wink: R = 2500 Ohm /0,5Watt. Dies hat den Sinn, dass die Verlustleistung im Elko während des Formierens begrenzt wird, so dass dieser keinesfalls explodieren kann.
Nach dem Einschalten der Betriebsspannung die Spannung am Elko überwachen. Bleibt die Spannung selbst nach Tagen weit unterhalb der Betriebsspannung, ist er nur noch etwas unterhalb der Spannung zu gebrauchen, auf die er sich aufgeladen hat. Erreicht der Elko die Betriebsspannung, ist er fertig formiert und kann eingesetzt werden.
habe einen vielleicht 20 Jahren alten Kondensator
220.000µF/25V.
…
Ich möchte einfach ein Netzteil
mit Transistoren in Germanium-Technik aufbauen, ein wenig
Nostalgie eben.
Der Elko ist viel zu groß für das Netzteil (normal nimmt man etwa 1000µF pro Ampere). Dauert ewig, bis er voll ist (oder belastet den Gleichrichter). Und nach dem Netz-Abschalten liefert das Ding dann noch Minutenlang weiter. Und vermutlich ist das Ungetüm auch noch viel zu langsam (zu hohe Impedanz).
Nettes Spielzeug, aber ich würde es mangels Sinn nicht verwenden.
Gruß
loderunner
Stop - erstmal prüfts Du, ob der Kondensator noch PCB enthält.
Das wurde bis in die 80er Jahre gerne genommen.
Hallo xstrom,
Elkos sind mit angedicktem Wasser „gefüllt“, was soll da irgendein Öl? Deine Warnung bezieht sich auf Wickelkondensatoren, nicht auf Elkos.
Beim Formieren tritt Wärme auf, was durch kontrollierte Stromzufuhr leicht zu beherrschen ist. Dieser Vorgang geschieht aber schon beim Hersteller. Im Betrieb ist höchstens eine leichte Nachformierung nach längerer Lagerung nötig. Dies erfolgt aber in der Regel bei der ersten Wiederinbetriebnahme. Die Wärmeentwicklung im normalen Betrieb durch Leckstrom ist vernachlässigbar.
Dioxin kann sich nur bei Wärmeentwicklung bilden. PCB ist seit 1983 in Deutschland verboten.
Kondensatoren mit einem Herstellungsdatum nach 1983 oder mit den Buchstabenkombinationen MP, MKK, MKP, MPP, MKV, MFV, MPK, LK oder LP können als PCB-frei betrachtet werden.
ich weiß, zu groß. Aber der Kondensator passt optisch so schön zum Trafo und zum Kühlkörper der Regel-Transistoren.
Ich habe die Schaltung soweit fertig, muß nur noch geeignete Germanium-Dioden finden für die Gleichrichtung der Trafospannung (10A-Dioden?). Hach ist das spannend!
geile Idee! LC-Siebung. So ne Spule macht sich optisch noch gut und wirkt gleichzeitig als Widerstand. Bei meinem Netzteil kommts nicht auf Funktionalität an, sondern auf Optik, gepaart komplett mit Germanium-Technik bestückt. Letztendlich solls technisch gehen, auf besondere Werte kommts nicht an. Die Sache wird ein Regelnetzteil mit 0 bis 15 Volt bei max. 5 Ampere. Aber wie gesagt, alles diskret und mit Germanium-Transitoren und -Dioden. Nebenbei, der Kühlkörper muß riesig werden bei der Leistung, oh ja… (müssen ja auch mehrere Transistoren drauf).
Ok, mit heutigen Netzteilen hat dies nix zu tun, weder in den technischen Parametern, noch in der Qualität.