Hallo Marius,
Jonny Depp hat in irgendeinem Film mal (sinngemäß) gesagt: wenn Du Dir wenig Geld von der Bank leihen willst - dann bekommst Du keins. Warum nicht? Weil ein geringer fehlender Betrag zeigt, dass Du gar kein Geld hast. Und jemandem der nichts hat, leiht man möglichst nichts…
So verhält es sich tatsächlich sehr häufig mit den Banken. Für eine Küche oder ein Auto bekommst Du möglicherweise Geld, für eine Existenzgründung - it depends.
Beträge unter 50.000 € gehen mit relativ teuren Darlehen theoretisch auch ohne Eigenkapital und ohne größere Sicherheiten, da über den größeren Teil der Summe eine Haftungsfreistellung gewährt wird. Praktisch lassen sich die meisten Banken dennoch mehr als 20 % extra besichern.
Was nicht bedeutet, dass es gar nicht geht.
Manchmal ist es eine Entcheidung nach Nase (der Sachbearbeitung), nach Überzeugungskraft (von GründerInnen) und es kann trotzdem gelingen.
Den Einsatz von Eigenkapital halte ich - wahrscheinlich auch die Banken - für sehr überzeugend, denn zum einen ist damit das junge Unternehmen später geringeren Belastungen für Tilgung und Zinsen ausgesetzt.
Zum anderen liegt eine prickelnde Möglichkeit ja auch darin, dass das Eigenkapital anderweitig „geliehen“ sein: Von stillen Teilhabern/Gesellschafterinnen, Freunden, GeschäftspartnerInnen - was schon im Vorfeld eine erfolgreiche Marketingaktion und Überzeugungskraft voraussetzt.
Schönes Wochenende wünscht
Birgitt
die Frage ist doch, von wem du welche Art von „Kredit“ bekommen willst.
Kapitalgeber wollen immer einen ihrem Risiko entsprechenden Anteil vom zukünftigen Gewinn haben. Je höher das Risiko, desto höher auch die erforderliche Rendite.
Da Bankkredite im allgemeinen von der Rendite her limitiert sind, ist beim Risiko irgendwann Schluss. Das kann etwas verbessert werden durch die Risikoübernahme durch Bürgschaftsbanken, aber auch diese sind eher risikoscheu. Nebenbei: Wenn die Bankentscheider unternehmerisch denken würden, wären sie Unternehmer und nicht Bank-„Beamte“. Hier ist also a priori ein Überzeugungsproblem vorhanden…
Wenn also keine Sicherheiten vorhanden sind, das Risiko also bis zum Totalverlust geht, dann werden stille oder aktive Teilhaber als Geldgeber interessant. In dieser Konstellation sind nämlich deutlich höhere Renditechancen möglich, die ggf. einen Geldgeber motivieren könnten, Dir Geld zu geben.
Je nach Kredithöhe hast du bei einem Konzept keine/wenige Probleme den Kredit bewilligt zu bekommen.
Am besten lass dich bei der IHK oder HWK kostenfrei beraten und wenn du diese Instanz durchgemacht hast bist du schon um einges schlauer und vorbereitet für ein Bankgespräch.
Hoffe das hilft dir weiter?
Schönes Wochenende
Gruß
Nelsont
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mit einer guten und gut recherchierten Geschäftsidee kannst du durchaus einen Kredit bekommen. Es reicht aber nicht, dass du zur Bank gesht und deine Idee erklärst, der Weg ist etwas komplizierter:
Du brauchst einen überzeugenden Businessplan. Hierzu gibt es im Netz massenweise beispiele, Tipps, Checklisten, Downloads u.s.w. Lies die FAQ in diesem Brett udn such durch google - es wird dich wundern, wieviel du darüber findest.
für deinen BP muss du natürlich sehr viel Recherche betreiben: Marktsituation, Konkurrenz, etc. Du musst dir zielgerechte Marketingmaßnahmen überlegen, ein schlüssiges Unternehmenskonzept. Zahlen sind für die Bank sehr wichtig: Betriebsmittel, Kapitalbedarfpla, Umsatzvorschau, iquiditätsplan, etc.
Wenn du alles fertig hast, kannst du dich über die Förderprogramme der KfW-Mittelstandsbank informieren: http://www.kfw-mittelstandsbank.de/
Du kannst auch dort anrufen, sie sind sehr freundlich udn hilfsbereit.
Du machst danach einen Termin mit der Existenzgründerabteilung der Bank deiner Wahl. Zu dem Termin gehst du gut vorbereitet (hierzu gibt es auch genug Tipps im Internet)und mit deinem BP bewaffnet.
Die Hausbank braucht ca. eine Woche um den Kredit zu gehnemigen. Danach geht das Ganze an die KfW-Bank, die wiederum 2-6 Wo. für die Bearbeitung braucht.
Von der Idee bis zur Gründung brauchst du einen starken Willen, Ausdauer und ein paar Monate Zeit.
Andererseits: Wann ist eine Idee „richtig gut“ und wie
beurteilt man das ex ante?
Hallo Martin,
persönlich würde ich sagen, frag die Sterne!
Ernsthaft: es gibt nur gute, d.h. irgendwie stimmige Ideen. Mehr nicht. Zumindest ich breche über eine Idee nicht mehr in Enthusiasmus aus. Was mich allenfalls fasziniert ist die Frage: haben wir hier eine gute VerkäuferIn?!
Also: wenn jemand von Kunst leben will, ist die Frage: machst Du gerne und gute Kunst oder willst Du Kunst gut verkaufen? Nur letzteres ist der Zugang zu (Über-)Lebensmitteln.
So könnte ich auch an eine Geschäftsidee glauben wie „Europäische Fliegenfängerin“ wenn mir jemand sagt, wie, mit welchen Mitteln und an wen es verkauft werden soll.
Es ist wie mit den Gummibärchen: Niemand braucht sie wirklich - dennoch kann man gut davon leben (wahrscheinlich nicht, wenn man sie nascht)----
Ciao, Birgitt
mal andersherum gefragt… würden Sie jemandem Ihr Geld leihen, der sich mit Hi vorstellt, die Idee nicht nennt, den Kapitalbedarf nicht beziffert, die Situation nicht darstellt, zu den Chancen nichts sagt und im Profil keinen Eintrag hat ?
Wenn Sie sich in der Fußgängerzone hinstellen und dort laut losbrüllen: „Ich will Kohle !“ dann hätten Sie mehr Chancen Geld zu bekommen, als bei jeder Anfrage an eine Bank, die höchstwahrscheinlich in ähnlichem Stil verlaufen würde.
Eigentlich unfassbar, dass so viele Teilnehmer völlig ernsthaft auf einen derartigen Unfug geschrieben und damit ihre Zeit vertrödelt haben.