Sehr negative Eigenschaften

Hallo,eine Frau kommt aus einem ärmlichen Elternhaus mit sehr vielen Geschwistern.Dort musste sie sich immer mit Ellenbogen durchsetzen um einen Vorteil zu erzielen. Nachgeben oder Verständnis zeigen wäre zum eigenen Nachteil gewesen.Die Eltern konnten die Kinder nicht richtig erziehen, gaben sehr früh auf und die Kinder wuchsen quasi wild auf.
Diese Frau ist nun verheiratet und zieht dieses Verhaltenssystem weiter durch.
Sie riskiert lieber einen Streit als nachzugeben.
Wie ändert man so einen Menschen schonend ohne Druck??

Person vs. ihr Verhalten
Hallo „Der Dritte“,

Sie riskiert lieber einen Streit als nachzugeben.

Wie ändert man so einen Menschen schonend ohne Druck??

Das ist unmöglich. Das Bedürfnis eines Menschen, mit seinen Stärken und Schwächen angenommen zu werden, ist so elementar, daß ein solches Unterfangen zum Scheitern verurteilt ist.

Ohne Druck, ohne Späne abzuheben, zu verbiegen und zu brechen kannst Du sowieso nichts und niemand ändern.

Ich glaube, es läuft darauf hinaus, daß die Frau lernt, daß ihre heutige Welt nicht dieselbe ist wie ihre Kindheitswelt und ein solches Verhalten daher nicht mehr zwangsläufig benötigt. Und es läuft darauf hinaus, Grenzen klarzumachen, in diesem Fall, überzogenes Streiten nicht hinzunehmen, sondern … vielleicht ins Leere laufen zu lassen.

Grüße,

I.

Hallo derDritte!

Ich bezweifle es, dass man jemanden ändern kann.

Man kann aber einen Menschen bewusst machen, dass dieses Verhalten nicht angemessen ist und unerwünscht. Dann kann die Person selbst entscheiden sich zu ändern.

Der Vorgang des „bewusst machen“ geht auch nur Schritt für Schritt.
Wenn du persönlich viel Kontakt mit dieser Person hast, dann kann dein Beispiel selbst dazu führen, dass sie es einsieht, dass sie sich ändern muss.

Allerdings muss man ihr auch sowas wie einen „Landeplatz“ bieten. Wenn sie aus Eigenschutz sich so verhält, soll ihr erst einmal bewusst werden, dass sie nichts zu befürchten hat und das dieses Verhalten unnötig geworden ist.

Sollte sie sich dennoch nicht ändern wollen, muss sie leider die Konsequenzen in Kauf nehmen.

Hilfreich ist eine Gegenüberstellung ihrer guten Eigenschaften zu ihrem Verhalten. Wenn sie erkennt um wie viel angenehmer sie als Person sein könnte, wäre schon viel gewonnen.

Gruß
Paul

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Hallo,

Sie riskiert lieber einen Streit als nachzugeben.
Wie ändert man so einen Menschen schonend ohne Druck??

ob man andere Menschen überhaupt ändern kann sei
dahingestellt. Man kann aber sich selbst ändern,
bzw. die Art und Weise wie man mit einer Situation
umgeht. Die betreffende Frau hat bestimmte Referenz-
erlebnisse, d.h. sie erwartet bei den betreffenden
Situationen eben einen Streit. Das erschafft sich wie
Schlüssel und Schloss. Wenn die Gegenseite nun die
erwartete Reaktion nicht zeigt, oder anders gesagt
nicht mitspielt, dann bleibt ihre Strategie ohne
Erfolg und sie wird sich automatisch ändern müssen.
Das ist allerdings leichter gesagt als getan.
Anstatt zu streiten kann man z.B lächeln oder
andere völlig unplatzierte Reaktionen zeigen.

Gruß
Junktor

Hallo,

in so einem Fall empfehle ich dir, ihr deine Grenzen aufzuzeigen, also nicht ihr zu Liebe oder um Streit zu vermeiden stets nachzugeben. Grenzen aufzeigen muss nicht streiten bedeuten.

Im übrigen zeigst du ihr durch dein Verhalten, dass es auch andere Mittel und Wege gibt, Probleme zu lösen. Ich halte nichts davon, andere zu belehren, ich respektiere und liebe die Menschen so, wie sie sind. Das allein hilft ungemein, auch mit schwierigen Mitmenschen klarzukommen.

Verhalte dich so, wie du es für richtig hältst und gestatte ihr das Gleiche. Geht sie für deinen Geschmack mal zu weit, mache ihr klar, dass das mit dir nicht geht.

Im übrigen kenne ich zwei ähnliche „Fälle“,

  1. eine ehemalige Kollegin von mir. Sie hat sich in den 16 Jahren, die ich sie kenne, nur in Ansätzen gewandelt. Ihre Angst, benachteiligt zu werden, hat sie aber schon manchmal unter Kontrolle. Auf jeden Fall ist ihr ihr Verhalten bewusst geworden, d.h., wenn es wieder passiert, merkt sie, was abläuft und ändert ihr Verhalten schneller als früher.
  2. ein junges Mädchen von 19 Jahren. Sie war über 5 Jahre in psychologischer Behandlung, weil sie Wut- und Schreianfälle bekam, sich Haare ausriss und alle um sich herum nur „Scheiße“ fand. Bei ihr fand ich heraus, dass sie emotional von ihren Eltern überhaupt keine Beachtung fand, kein wirkliches Vor"Bild" hatte. Innerhalb weniger Monate, in denen ich öfter mit ihr zusammen war, konnte ich die Wandlung förmlich sehen. Hier haben viele Gespräche über die verschiedensten Themen, gemeinsame Aktivitäten, die auch auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten waren, sehr viel Wandlung bewirkt. Ihre Anfälle sind verschwunden, sie hat sich einen Freundeskreis aufgebaut (den sie bis dahin nicht hatte), und sie hat Verständnis für ihre Eltern und kann sich ihnen wieder liebevoll nähern.

Wenn du dich für sie verbiegst, hilfst du weder dir noch ihr. Im Gegenteil. Du übernimmst die Verantwortung für sie und verhinderst Veränderung ihrerseits. Rede viel mit ihr, das könnte schon etwas helfen. Meiner Erfahrung nach gibt es in unserer Gesellschaft sehr große Kommunikationsprobleme. Leider.

Ich wünsche dir gutes Gelingen.

Liebe Grüße
Ina

Wir haben es auch schon mit dem „Spiegelprinzip“ versucht, also das wir uns verhalten haben wie diese Frau.Das verursachte aber eine schlimme Trotz- und Aggressionsreaktion.
Sie verhält sich wie ein störrisches Kind.Nach dem Motto „Ich will das aber,sonst fang ich an zu weinen und schreien“
Auch wenn der Partner sich etwas wünscht, dies aber nicht der Frau passt,dann wird das rigoros abgelehnt. OHNE Diskussion.
Darauf angesprochen sagt sie das man mit ihr diskutieren könne.
Aber nach 2 Minuten Diskussion sagt sie :„Wenn ich das nicht will,dann ist das so!“
Und wenn man nachfragt"Warum ist das so?"-Antwort „Darum!!“
Sie kann nichts begründen,sondern stellt sich stur.
Ich sagte schon nach (versuchten)Diskussionen :„Erklär mir doch einfach warum du dagegen bist,dann versteh ich es vielleicht“
Antwort"Wenn ich das nicht will,dann will ich das nicht."
Ich möchte dieses Verhalten, wenn ich schon nicht ändern kann, wenigstens verstehen.
Bitte helft mir…

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Ich sagte schon nach (versuchten)Diskussionen :„Erklär mir
doch einfach warum du dagegen bist,dann versteh ich es
vielleicht“
Antwort"Wenn ich das nicht will,dann will ich das nicht."
Ich möchte dieses Verhalten, wenn ich schon nicht ändern kann,
wenigstens verstehen.
Bitte helft mir…

Hallo,
frage sie in so einer Situation nicht, warum sie gegen etwas ist, das ist meist schwierig zu beantworten. Da können viele Ängste hineinspielen.

Frage sie lieber, was sie möchte und warum sie das möchte. Ein Kompromiss findet sich leichter, wenn beide Partner äußern, was sie möchten. Und - die Diskussion nimmt eine positive Wende. Sie muss sich erstmal nicht erklären, das baut Druck ab.

Liebe Grüße
Ina

Der momentane konkrete Fall:
Das Paar hat seit langer Zeit einen Hund;alles klappt super.
Die Frau geht arbeiten, der sehr kranke Mann kümmert sich um Hund,Haus und Hof.Es besteht zwischen dem Hund und dem Mann eine sehr starke Bindung.Der Mann hat große Angst vorm Tod des Hundes und möchte deshalb einen zweiten,jungen Hund.Der Mann kümmert sich sehr liebevoll um seine Haustiere.
Es besteht also für die Frau kein Grund um sich z.Bsp. über die Mehrarbeit mit einem 2. Hund zu beschweren.
Sie kann die Ablehnung nicht begründen.Alle im Unfeld des Paares wissen wie wichtig der 2. Hund für den Mann UND auch für seine Gesundheit wäre.Jeder bestätigt dies dem Paar.
Die Frau bekommt jeden Wunsch von ihrem Mann erfüllt,egal was.
Der Mann sagt:„Wünsche und Träume muss man sich erfüllen solange es geht!“
Dem stimmt die Frau sogar zu, aber die Wünsche des Mannes will sie nicht erfüllen.
Was ist da los?

@Die Frau geht arbeiten, der sehr kranke Mann kümmert sich um Hund,Haus und Hof.

Welche *Krankheit* hat der Mann denn?

Was passiert mit den Hunden, wenn der Mann stirbt? Wie lange hat er noch zu leben? Vielleicht macht sie sich darüber Gedanken.