Sehstörung: Flimmern + Arme 'verschwinden'

Hallo,

ich hab in der letzten Zeit immer mal wieder folgende Sehstörung:

In Stresssituationen bekomme ich manchmal ein Flimmer/Flackern vor den Augen und kann dann manchmal meine Arme nicht mehr spüren. Ich seh die Arme (verschwommen) und kann auch einfache Dinge damit erledigen, hab aber irgendwie das Gefühl, dass die Arme nicht zu mir gehören (kann ich nicht anders beschreiben). Das letzte Mal ist mir das beim Autofahren passiert, und ich hatte schon etwas Bedenken, dass meine Arme auf einmal nicht mehr einwandfrei funktionieren könnten …

Kennt jemand diese Symptome? Ich vermute, dass das mit Stress zu tun hat (vielleicht zeitweise hohem Blutdruck - mein Blutdruck schwankt glaube ich sehr stark), hab aber einige Leute gefragt, die zwar auch Sehstörungen kennen, aber nicht dieses merkwürdige „verschwinden“ der Arme.

Ähnliches ist mir auch vor Jahren schon einmal in der U-Bahn passiert, wo sich Bilder für mich überlagerten: Eine Bank mit 2 Sitzen sah für mich unbesetzt aus, obwohl nur der eine Platz frei war. Das „freie Bild“ spiegelte sich nach links, so dass ich dachte, die ganze Bank wäre leer. Zum Glück hab ich das noch rechtzeitig gemerkt, wäre sonst beim Hinsetzen peinlich geworden …

Ich hoffe, dass hier jemand sowas kennt und mir mögliche Erklärungen hierfür geben kann.

Grüße

Yvonne

Auch wenn ich hier nicht helfen kann…

Dürfte ich Dich im Interesse des restlichen Planeten darum bitten, Dein Auto stehen zu lassen, bis das Problem geklärt ist? Danke.

empfehlung: lass deine halswirbelsäule und deine obere brustwirbelsäule untersuchen, dort könnten die ursachen liegen
für dein mißempfinden der arme aber auch deiner sehstörung;
dann kann noch eine untersuchung vorgenommen werden- ob deine gefäße im halsbereich i.o. sind mittels ultraschall.
augendruck-untersuchung beim augenarzt- wäre auch noch ein vorschlag.
deinen blutdruck kannst du über tage messen und aufschreiben- das ist für den internisten und/ oder kardiologen für die diagnostik von vorteil…vor den aufstehen…nach den aufstehen, wenn du schon einige zeit in bewegung warst… und dann immer zur gleichen zeit, insgesamt so 4x täglich. was auch wichtig ist- vor und nach körperlicher belastung. was heißt das…du gehst zum arzt.
und wenn all diese beispiel-untersuchungen ohne befund sind, dann weißt du das der stress an dir nagt…wie alt bist du und was ist deine tätigkeit…lg konstanze

Hi

Ab zum Arzt!!!

Soviel vorweg, bevor ich jetzt meine VERMUTUNG äußere.

Ich kenne soetwas als dissoziative Störung, bei der man solche Missempfindunge haben kann. (Wände kommen näher, Körper gehört nicht mehr zu einem etc.)

Grüße

Laralinda

Hallo, das kann neben den genannten Möglichkeiten auch etwas neurologisches sin, sprich irgendein Teil des Hirns funktioniert nicht richtig oder sendet falsche Signale. zB. wegen eines Tumors oder als Vorbote eines Schlaganfalls.
Das Problem mit der Bank und dem bereits vorhandenen Besetzer kann daran gelegen haben, dass du in dem Moment nur das halbe Gesichtsfeld (Hemianopie) gesehen hast und dein Hirn eben den fehlenden Teil dazuaddiert hat, damit du einen vollständigen Eindruck bekommst, ebenso wie es das normalerweise eben auch mit dem immer vorhandenen Blinden Fleck macht, nur war dein Blinder Fleck gerade eben größer.
Wenn man nur das Flimmern und diesen Gesichtsfeldausfall betrachtet könnte man auch an eine reine Augengeschichte denken, und die Gefühlsstörung mit den Armen könnte dann was anderes sein (das du sie nur nicht siehst kann ja wieder an den Augen liegen), aber da du auch das GEFÜHL hast, sie wären nicht da, deutet eher auf was neurologisches.
Und damit solltest du SCHNELL zum Facharzt.
Gruß Susanne

Hallo,

auch von mir gibt’s zunächst ein „Ab zum Arzt!“.

Jetzt mein Hinweis:

Es _könnte_ sich um Migräne handeln. Migräne-Attacken können durch Stress ausgelößt werden. Die Symptome sind verschiedenartig. Manche Menschen haben zunächst eine sog. Aura (s.u.), andere nicht. Nach einer Aura starten meist die Kopfschmerzen, muß aber nicht. Augenflimmern oder „Sehstörungen“ sind die häufigste Form einer Aura. Ich habe sowas relativ oft. Es kam auch schon vor, dass ich Sprachstörungen hatte oder auch den Sinn von Sätzen nicht verstehen konnte. Auch das Gefühl, dass Teile oder der ganze Körper „nicht mir gehören“ kenne ich aus eigener Erfahrung. Die Attacken dauern meist so 20-30 Minuten, dann geht’s wieder (wenn dann nicht die Kopfschmerzen losgehen…).

Ein Neurologe sollte andere Ursachen ausschließen. Wenn’s dann Migräne sein sollte: Unangenehm, aber nicht gefährlich (wenn du währen solcher Attacken nicht Autofährst oder andere gefährliche Sachen machst; dann ist halt Zwangspause angesagt).

LG & gute Besserung

Jochen

Hallo nochmal,

Danke für die vielen Antworten!

Da sind einige Erklärungen dabei, die ich für gut möglich halte (z. B. Nackenverspannungen durch Bürojob und wie schon gesagt sehr viel Stress – teilweise „selbstgemacht“ - und dadurch möglicherweise verursachte neurologische Störungen und schwankenden Blutdruck). Und die Erklärung von Jochen beschreibt ganz genau meinen letzten „Sehstörungsanfall“ (ca. 20 – 30 Minuten, danach mittelstarke Kopfschmerzen), so dass ich denke, dass es wohl ein Migräneanfall war. Sonst kannte ich eigentlich immer nur „normale“ Migräne- bzw. Kopfschmerzanfälle mit extremen Kopfschmerzen (nicht einseitig sondern ganzer Kopf), die oft ohne ersichtlichen Grund auftreten und meistens auch zum Übergeben führen, allerdings keine Sehstörungen verursachen.

Sollten diese Migräneanfälle/Sehstörungen in der nächsten Zeit nicht häufiger werden, werde ich dies mal Anfang Juli bei einem sowieso geplanten Arztbesuch (Komplettcheck mit EKG, wegen wohl auch stressbedingter Herzstiche) untersuchen lassen. Es wäre bestimmt besser, früher zum Arzt zu gehen, aber um weiteren Stress mit meinen Chefs zu vermeiden, hab ich den Termin lieber in meiner Urlaubszeit geplant. Aber ich denke, mit Ende 30 werde ich auch bis dahin nicht tot umfallen (bin eigentlich schon immer ein „Stressmensch“ und kann leider auch nicht so einfach etwas daran ändern).

Nochmal vielen Dank an alle!

Grüße

Yvonne

Hi Yvonne,

ja, lass dich von den genannten Ärzten einmal checken, gerade, wo du selbst sagst, dass du zu Migräne und niedrigem Blutdruck neigst.

Vielleicht solltest du auch überlegen, wie du den Stress etwas abbauen kannst, du sagst ja selbst, dass du da etwas anfällig bist.

Solidaritätsgeschichte:
Mir ist etwas Ähnliches mal als Teenager passiert, allerdings einseitig: Zuerst „ein bisschen schlapp“, dann flimmernde Punkte und Bänder hauptsächlich am Rand des Gesichtsfeldes, dann habe ich die gesamte rechte Körperseite nicht mehr gespürt (ohne Lähmung, ich musste halt immer genau hinschauen, was der Fuß oder Hand gerade machte, und visuell steuern). Das ganze hielt ein paar Stunden an, am nächsten Tag war es vorbei. Unsere Hausärztin, der ich es nur erzählen, aber nicht mehr vorführen konnte, war überfordert.

Zu der Zeit war auch mein Blutdruck extrem niedrig (Teenie halt) und die Blutprobe ergab zu wenig Kalzium, Zusammenhang zweifelhaft. An Migräne dachte keiner, ich hatte ja keine Schmerzen.

Frag halt den Arzt…

Alles Gute,

Beate

Hallo Beate,

früher hatte ich eher niedrigen Blutdruck (und eher Untergewicht), inzwischen (mit leichtem Übergewicht) schwankt er (morgens eher mal zu niedrig, abends nach einem Stresstag auch mal zu hoch). Aber das wird beim EKG ja auch mit durchgescheckt.

Was den Stressabbau angeht ist das einfach gesagt, aber schwer umzusetzen. Ich hab eigentlich immer irgendwelche Stressfaktoren (bin keine Lebenskünstlerin, die immer alles locker-leicht nehmen kann und kann auch beruflich nicht einfach kürzertreten). Und ich hab’s auch schon mal mit einem Wochenendkurs „Stressabbau“ (mit autogenem Training, Yoga, Meditation etc.) an der Volkshochschule versucht, allerdings hat mich das noch nervöser gemacht (hatte das Gefühl, dass ich eine Art „Gehirnwäsche“ dort bekommen würde). Damals hatte mir ein Arzt zu dem Kurs geraten, da ich auch extreme Schlafwandlerin bin, aber anders als die meisten Schlafwandler davon etwas mitkriege bzw. während des Schlafwandelns in der Tiefschlafphase komplett aufwache, so dass ich kaum vollständige Tiefschlafphasen hab. Stresssymptome scheinen bei mir in der Familie zu liegen. Andere in der Familie nehmen dagegen Antidepressiva (obwohl keine eigentliche Depression vorliegt), aber mit sowas will ich - zumindest im Moment - noch nicht anfangen.

Na ja, ich werde mal versuchen, in den nächsten Jahren etwas ruhiger zu werden, da ich sonst davon ausgehe, dass mich irgendwann ein Herzinfarkt ruhigstellen würde …

Grüße

Yvonne

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]