In einem Gespr"ach mit einem spanischen Freund, der gerade deutsch lernt, lernte ich einmal, dass der Unterschied zwischen ‚‚ich BIN gegangen‘‘ und ‚‚ich HABE gegessen‘‘ darin besteht, dass es sich bei ‚‚gehen‘‘ um eine Fortbewegung handelt - immer, wenn man sich irgendwie bewegt, benutzt man ‚‚sein‘‘ zur Bildung der Zusammengesetzten Vergangenheit, und wenn es etwas anderes ist, das Hilfsverb ‚‚haben‘‘. Gestern fiel mir aber auf, dass man sagt ‚‚sie IST gestorben‘‘, und nicht etwa ''sie HAT gestorben. Warum? Sterben ist doch eigentlich keine Fortbewegungsart, oder? - wenn man davon absieht, dass man vielleicht ‚‚in eine andere Welt geht‘‘. Liegt das daran?
Hallo Glnwth,
ein lustiger Name übrigens,
die „ganze“ Regel zu den Hilfsverben „sein“ und „haben“ heißt in etwa:
Normalerweise wird in Perfekt und Plusquamperfekt und auch bei den Konjunktivformen das Hilfsverb „haben“ benutzt.
Also: ich habe gearbeitet, ich hatte gearbeitet, ich hätte gearbeitet.
Nur bei Verben der Fortbewegung, der Ortsveränderung und bei Verben der Zustandsveränderung nimmt man „sein“ als Hilfverb.
Also: ich bin gefahren, ich war gefahren, ich wäre gefahren
und: ich bin aufgewacht, ich war aufgewacht, ich wäre aufgewacht
Zuerst schlafe ich, danach bin ich wach.
Genauso: Ich bin gestorben. Zuerst lebe ich, dann bin ich tot.
Leider hat diese Regel noch mehr Ausnahmen. Es heißt auch: ich bin gewesen und ich bin geblieben, obwohl ja da von einer Orts- oder Zustandsveränderung wahrhaftig nicht die Rede sein kann.
Dazu kommt noch, dass manche der Bewegungsverben, die einen Akkusativ bei sich haben, das Hilfverb „haben“ statt „sein“ erfordern.
Also: Ich habe meine Tante nach Frankfurt gefahren.
Oder: Er hat den neuen Wagen in den Straßengraben gefahren.
Wenn du das genauer wissen willst, lohnt sich ein Blick in den Duden.
fiel mir aber auf, dass man sagt ‚‚sie IST gestorben‘‘, und
nicht etwa ''sie HAT gestorben. Warum? Sterben ist doch
eigentlich keine Fortbewegungsart, oder? - wenn man davon
absieht, dass man vielleicht ‚‚in eine andere Welt geht‘‘.
Liegt das daran?
Ich weiß es zwar nicht insofern sich, dass ich jetzt Quellen nennen könnte, aber für mich klingt das sehr logisch. Als Synonyme für Sterben wird ja auch: „gehen“, „heimgehen“, „scheiden“ - also alles Bewegung, in diesem Fall ins Jenseits.
Auf jeden Fall ein interessanter Gedanke!
Liebe Grüße#
Birgit
ich kann nur bestätigen, was Fritz (der übrigens sehr kompetent ist) gesagt hat: sterben ist eine Zustandveränderung und als solche wird sie - bzw. das Verb mit dem Hilfswerb „sein“ benutzt.
wichtig ist zu wissen, daß er als spanier nicht bayern und ähnlichen zuhören sollte.
ich meine, was sein und haben angeht.
denn die sind nicht mal im hochdeutschen in der lage, dieses richtig zu verwenden.
da wird aus „ich habe gestanden“ „ich bin gestanden“ und ähnlicher blödsinn.
das dumme, andere deutsche völkerstämme übernehmen den quatsch.
es gibt nun mal regionale Unterschiede in Deutschland. Das heißt aber noch lange nicht, dass Bayern etwa „nicht in der Lage sind“, „richtig“ zu sprechen. Und Blödsinn oder Quatsch ist es schon gleich gar nicht. Selbst der Duden verweist auf diese regionalen Unterschiede und klassifiziert sie nicht als „falsch“.
Ich finde es schade, welche Arroganz in deinem posting durchkommt. Wenn es nach dir ginge, müssten Ausländer, die Deutsch lernen wollen, um Bayern und München einen großen Bogen machen. Das tun sie aber merkwürdigerweise überhaupt nicht…
Das kann doch nicht…
…Dein Ernst sein, oder? Ich schliesse mich nat"urlich Uschi an, und m"ochte noch hinzuf"ugen, dass das, was wir als ‚‚Hochdeutsch‘‘ bezeichnen, und was Eingang in den Duden gefunden hat, auch nur ein regionaler Dialekt (n"amlich der von der Gegend um Hannover) ist. Wenn ich also also sage ‚‚Ich bin da so rumgestanden‘‘, dann ist das nicht auf meinen mangelnden Bildungsstand zur"uckzuf"uhren, sondern darauf, dass ich aus Hessen stamme. Wenn ich im spanischen vielleicht einige W"orter mit andalusischem Akzent ausspreche, dann liegt das daran, dass alle meine spanischen Freunde und Kollegen Andalusier sind, und dass ich viel von ihnen lerne. Wo ist das Problem?
Das mit dem Spanier habe ich auch nur erw"ahnt, weil mir diese Regel bis vor kurzem unbekannt war - ich dachte immer, bei der Wahl von haben und sein herrsche reine Willk"ur. Wenn man sich aber mit Leuten unterh"alt, die Deutsch als Fremdsprache lernen, dann fallen einem solche Sachen halt auf.
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Transitive Verben, das heißt Verben, die durch ein Akkusativobjekt (direktes Objekt) ergänzt werden (können), bilden Perfekt, Plusquamperfekt und Futur II mit den Formen des Hilfsverbs „haben“.
Intransitive Verben, das heißt Verben, die nicht durch ein Akkusativobjekt ergänzt werden können, bilden die entsprechenden Formen mit dem Hilfsverb „sein“.
(Weiteres Unterscheidungsmerkmal: Nur von transitiven Verben kann man sinnvolle Passiv-Formen bilden.)
Zu beachten ist, daß manche Verben transitiv und intransitiv sein können - je nach Kontext.
Erwähntes Beispiel: „Ich fahre nach Hamburg.“ (intransitiv) - „Ich fahre meine Großmutter nach Hamburg.“ (transitiv).
Intransitive Verben, das heißt Verben, die nicht durch ein
Akkusativobjekt ergänzt werden können, bilden die
entsprechenden Formen mit dem Hilfsverb „sein“.
Leider greift diese Erklärung nicht. Das Verb „blühen“ etwa ist intransitiv und das Perfekt wird trotzdem mit „haben“ gebildet…
Ich zitiere…
… Duden Bd. 4. Grammatik der deutschen Gegenwartssprache, 4. Auflage, Mannheim/Wien/Zürich 1984. (Leider keine neuere Auflage zur Hand).
Auf Seite 121 findet sich der folgende Paragraph 198:
[Anfang des Zitats]
Zur Bildung der zusammengesetzten Perfektformen (Fußnote: Dasselbe gilt für die Formen des Plusquamperfekts und des Futurs II.) - sowohl der unregelmäßigen als auch der unregelmäßigen Verben - mit „haben“ oder „sein“ ist folgendes zu beachten:
Transitive Verben bilden ihr Perfekt mit „haben“: [es folgen Beispiele]
Reflexive Verben bilden ihr Perfekt im allgemeinen ebenfalls mit „haben“: [es folgen Beispiele]
Schließlich bilden auch diejenigen intransitiven Verben, die ein Geschehen in seinem unvollendeten Verlauf, in seiner Dauer ausdrücken, ihr Perfekt mit „haben“: [es folgen Beispiele, unter anderem „Die Rose hat nur sehr kurz geblüht“]
Intranisitve Verben jedoch, die eine Zustands- oder Ortsveränderung, einen neuen, erreichten Stand bezeichnen, bilden ihr Perfekt mit „sein“: [es folgen Beispiele]
[Ende des Zitats]
Damit ist wohl alles geklärt, oder? (Quasi durch Schiedsrichter-Entscheid…)
na klar!!!
ist ein fehler vorm herrn, lernt garantiert niemand in der schule.
auch wir berliner sprechen oft nicht richtig: z.b.„weißt du noch, wo wir im kino waren?“ statt als.
oder der schwabe:„där ischt där wo misch liebt“.
hat mit spanisch nichts zu tun.
ist auch alles im dialekt ok, aber beim hochdeutsch sprechen bitte auch solche sachen vermeiden.
ich hatte eine freundin, amerikanerin,mit starkem akzent und starken berliner dialekt, es klang einfach furchtbar. sie bekam auch schwierigkeiten im job usw.
desweiteren afrikaner und vietnamesen mit stark sächsischem dialekt, auch große schwierigkeiten, sich in anderen gegenden verständlich zu machen.
nicht umsonst sprechen sprachlehrer immer die hochform einer sprache, es wird sogar vorausgesetzt.
MEIN duden läßt die bayrischen formen nicht zu.
auch laut auskunft des grammtikalischen infotelefons ein eindeutiger fehler.
ist auch alles im dialekt ok, aber beim hochdeutsch sprechen
bitte auch solche sachen vermeiden.
Ich spreche aber nicht hochdeutsch, da ich nicht aus Hannover komme. Ich spreche hessisch, oder doch zumindest mit hessischem Akzent. Und ich sehe darin keinen Makel. Ich sehe auch "uberhaupt nicht ein, warum ich anders sprechen sollte - w"urde ich dann zu einem besseren Menschen, intelligenter, oder gar gebildeter?
du verwechselst dialekt und hochdeutsch.
es verlangt von dir ja niemand, aber beispielsweise wäre ein berlinernder, sächselnder oder babbelnder tagesschausprecher nicht tragbar.
du fühlst dich hier angegriffen, obwohl dich niemand meinte.
es ging um richtiges lernen von ausländern, ich bemühe mich beim englisch lernen doch auch, grammatikalisch richtig zu sprechen.
ich bin immer dankbar, wenn ich von muttersprachlern(und besser sprechenden) korrigiert werde.
strubbel
Sorry, mein Duden kennt die Form „ich bin gestanden“ als süddeutsche, also nicht nur bayerische Variante. Nach der obigen Erklärung von Vlado ist der Gebrauch von sein in diesem Falle auch nicht unlogisch.
Im übrigen müßten Deutschlernende fast den gesamten deutschen Sprachraum meiden, wollten sie astreines Hochdeutsch lernen. Für mich lebt unsere Sprache auch von ihren regionalen Unterschieden.
Rainer
MEIN duden läßt die bayrischen formen nicht zu.
auch laut auskunft des grammtikalischen infotelefons ein
eindeutiger fehler.